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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Papst Schenuda empfing Erdogan 14. September 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 22:38

Am heutigen Mittwoch empfing seine Heiligkeit Papst Schenuda den türkischen Minsterpräsidenten Erdogan in der päpstlichen Residenz. Mit sich brachte Erdogan seinen Außenminister und den Religionsminister mit. Anwesend waren die Exzellenzen Bischof Youannes und Bischof Markus. Darüber berichtet die Zeitung der ägyptischen Partei Elwafd. Der Inhalt dieses Berichts ist dermaßen schwachsinnig, sodass ich mich nicht traue, ihn ins Deutsche zu übersetzen. Denn es kann doch niemals wahr sein, dass seine Heiligkeit mit diesem türkischen Rassisten darüber gesprochen hätte, wie man Israel boykotieren solle! Elwafd will den Ägyptern weismachen, dass wir Christen uns mit den Moslems gegen Israel verbünden würden!???!

 

Erdogan reist durch den Arabischen Frühling

Der türkische Ministerpräsident Erdogan besucht Ägypten, Tunesien und Libyen. Die Rundreise soll den türkischen Anspruch auf eine Führungsrolle in der Region festklopfen.

 

 

Als Recep Tayyip Erdogan am Dienstagabend (13.09.2011) im Hauptquartier der Arabischen Liga in Kairo zum Rednerpult schritt, hätte man meinen können, einen feurigen Revolutionär vor sich zu haben. Von „mehr Freiheit, Demokratie und Menschenrechten“ sprach er, von Diktaturen, die legitime Forderungen ihrer Bevölkerung brutal unterdrücken. Dass seine Regierung lange Zeit eben solche Regime stützte und den Umbruch in der Region fast verschlafen hätte, erwähnte Erdogan lieber nicht. Der türkische Premier präsentierte sich in der ägyptischen Hauptstadt als Freund des Arabischen Frühlings und als Anwalt der Palästinenser. Dahinter stehen politische und wirtschaftliche Interessen Ankaras, die von Erdogan energisch vorangetrieben werden. Und das gefällt längst nicht allen in der Region.

 

Neue Osmanen? Als westliche Demokratie und Marktwirtschaft mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit ist die Türkei in den vergangenen Monaten immer wieder als Vorbild für die Zukunft der Nahost-Staaten nach dem Ende der Diktaturen genannt worden. Die Türken fühlen sich geschmeichelt -und versuchen, ihr Image eines modernen Staates, dem die Synthese von Islam und Demokratie gelungen ist, in politische und wirtschaftliche Erfolge umzumünzen. Es ist kein Zufall, dass fast 300 türkische Unternehmer zusammen mit Erdogan auf die Rundreise nach Nordafrika gingen. Kritiker werfen der türkischen Regierung vor, sie betreibe eine „neo-osmanische“ Außenpolitik, die sich an der Jahrhunderte währenden Herrschaft der Sultane im Nahen Osten orientiere. Sahin Alpay, Politologe in Istanbul, hält den Osmanen-Vorwurf für verfehlt. „Die sind ja nicht blöd“, sagt Alpay über die türkischen Regierungspolitiker, denen sehr wohl bewusst sei, dass imperiale Nostalgie keinen neuen Einfluss sichere.

 

„Entscheidend ist die Wirtschaft“: Die regionalen Ambitionen der Türkei basieren auf dem kühl kalkulierten Bestreben, politische Interessen besser durchzusetzen und der türkischen Wirtschaft neue Wachstumsmärkte zu sichern. „Entscheidend ist die Wirtschaft“, sagt Alpay. Im vergangenen Jahr ging fast ein Drittel der türkischen Exporte nach Nahost und Nordafrika. Die Ausfuhren sind wegen der politischen Unruhen in der Region zwar zuletzt gesunken. Aber die Geschäftsleute in Erdogans Tross wollen sicherstellen, dass ihre Unternehmen dabei sind, wenn es wieder aufwärts geht. Politisch hat Erdogan auf seiner Reise mehrere Ziele. Langfristig geht es für ihn darum, die Türkei zu einer Art Mentor der neuen Regierungen zu machen. Schließlich ist er der erste Regierungschef eines großen Landes, der die drei wichtigsten Länder des Arabischen Frühlings bereist.

 

Israel am Pranger: Kurzfristig will sich Erdogan bei seiner Rundreise neue Verbündete für seine international umstrittene harte Haltung gegenüber Israel sichern. In Kairo unterstrich er, es gebe für ihn keinen Unterschied zwischen den neun türkischen Aktivisten, die beim israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Jahr starben, und den fünf ägyptischen Beamten, die kürzlich bei der Verfolgung von radikal-palästinensischen Attentätern durch Israel ums Leben kamen. Offen hatte Erdogan vor seiner Reise von dem Wunsch gesprochen, über Ägypten in den Gaza-Streifen zu reisen. Vorbehalte der Ägypter und von Palästinenserpräsident Abbas hielten ihn davon ab. Um so nachdrücklicher warb Erdogan in Kairo um die Unterstützung für den kommende Woche anstehenden Antrag der Palästinenser auf Anerkennung durch die UN.

 

Nicht alle sind begeistert: Doch so beliebt wie bei den Bevölkerungen mancher arabischer Staaten, die Erdogan vor allem wegen dessen Israel-Politik wie einen Popstar verehren, ist der türkische Premier bei den Regierungen in der Region nicht. Arabische Staaten beobachten das türkische Streben nach einer Führungsrolle mit Misstrauen, selbst wenn dadurch der Einfluss des vielerorts gefürchteten Regimes im Iran schwindet. Die politischen Umwälzungen, die von Erdogan in den höchsten Tönen gelobt werden, sind so manchem arabischen Herrscher unheimlich. Insbesondere die Regierungen in Saudi-Arabien und am Golf seien „bestürzt über den Arabischen Frühling und auch bestürzt über den türkischen Einfluss“, sagt Alpay. Am Rednerpult in Kairo vermittelte Erdogan den Eindruck, dass ihm das reichlich egal ist. {Quelle: www.dw-world.de- Autor: Thomas Seibert, Istanbul – Redaktion: Daniel Scheschkewitz}

 

 

Erdogan in Ägypten

Türkei entfernt sich immer weiter von Europa

 

Der türkische Ministerpräsident Erdogan beeindruckte in Kairo mit markigem Eintreten für die Sache der Palästinenser und entführt sein Land aus Europa. Das meint unser Autor Jacques Schuster. Ein Kommentar über die Reise Erdogans in den Nahen Osten.

 

Mit einiger Boshaftigkeit ließe sich der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in eine Reihe mit Gamal Abd al-Nasser, Saddam Hussein und Mahmud Ahmadinedschad stellen. Wie sie – die großen Demagogen des Nahen Ostens – besitzt er nicht bloß den Hang zu markigen Reden, sondern auch den Mut zum Extrem, die kalte Wildheit, die aus jeder Phrase eine Offenbarung macht, und die Stahlhärte der Behauptung, die jedes Anderssein ächtet. Mit diesen Gaben kann sich Erdogan der arabischen Straße gewiss sein, die sich im elften Jahr von „9/11“ noch immer weigert zu glauben, dass die Attentäter von New York und Washington Araber waren. Wie in den vergangenen Tagen, so spielte Erdogan auch in seiner Rede in Kairo mit den erhitzten Gemütern der Ägypter, die sich nach Jahrzehnten der Diktatur nach einem Befreiungsschlag sehnen, auch wenn sie nur vage wissen, wohin sie eigentlich wollen. Angriffe auf Israel, Wehklagen über die Lage im Gazastreifen und Geraune darüber, dass die Zeit für Israel ablaufe, verbinden sich bei Erdogan mit einem nach Rache dürstenden Ehrbegriff, der einem vernünftigen Staatsmann so fremd sein sollte wie die Drohung mit dem Krieg.

 

Doch lässt man die Häme beiseite und betrachtet Erdogans Auftreten in Kairo genauso nüchtern wie seine früheren Ausfälle gegenüber Israel, dann ist Erdogans Reise durch die Länder des „arabischen Frühlings“ ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Türkei nicht nur mental, sondern auch politisch immer weiter von Europa entfernt. Sah Erdogan die Zukunft seines Landes in seiner ersten Amtszeit noch fest im Verbund der Europäischen Union, so folgt er seit 2007 immer entschlossener den Idealen der alten osmanischen Außenpolitik. Auf heute übertragen heißt das: politische, wirtschaftliche und militärische Vormacht über ein Gebiet zu haben, das von Syrien bis nach Algerien und Tunesien reicht. Erdogan und sein intellektueller Einflüsterer, der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu, setzen auf die vermeintliche Schwäche der Amerikaner in der Region und glauben allen Ernstes, die Türkei könne die Vereinigten Staaten beerben. Dafür sind Erdogan und Davutoglu bereit, sich von bewährten Prinzipien kemalistischer Politik wie einer Partnerschaft zu Israel und einem engen Bündnisschluss mit Washington zu verabschieden.

 

Ob die neue Beweglichkeit der Türkei in ihrer Region tatsächlich langfristige Vorteile bringt oder nur ihre alten Verbindungen lockert, ohne neue, verlässliche zu bringen, mag nur die türkische Regierung beurteilen können. Sicher jedenfalls ist nichts in einer Gegend, die gerade die schwerste Erschütterung seit Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt. Keiner weiß zudem, ob Ägypten demokratisch oder islamistisch wird oder eine Militärdiktatur bleibt. Niemand ahnt schließlich, ob der Iran sich zur Atommacht aufschwingt und damit letztlich auch die Türken bedroht. Doch all das muss Ankara, der Kraftprotz vom Bosporus, selbst einschätzen können. Die Europäer aber sollten sich endgültig von der Idee befreien, die Türkei als Vollmitglied in die Europäische Union zu lassen. {www.morgenpost.de}

 

 

Henry Lohmar über den Besuch des türkischen Regierungschefs Erdogan in Ägypten

 

Ein markiger Auftritt: Wie ein Volksheld ist der türkische Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Kairo begrüßt worden. Diesen Empfang hat er sich selbst organisiert. Die harte Rhetorik Ankaras gegenüber Israel kommt gut an bei den meisten Ägyptern, die den Israelis nun mal nicht wohlgesonnen sind. Erdogan passt das ins Kalkül: Er möchte sich gegenüber der im Umbruch befindlichen arabischen Welt als eine Art Übervater präsentieren, der kluge Ratschläge für die weitere Entwicklung gibt. Dass er dabei auch wirtschaftliche Interessen im Blick hat, verrät schon die vielköpfige Delegation von Geschäftsleuten in seinem Schlepptau. Die Türkei, ein prosperierendes Land mit erstaunlichen Wachstumsraten, spannt ihre Netze zunehmend Richtung Osten aus. Das ist sicher auch eine Reaktion auf die aus Ankaras Sicht unbefriedigende Hängepartie im ewigen Beitrittsgeplänkel mit der Europäischen Union. Aber wenn Erdogan dabei die antiisraelische Karte spielt, dann ist das hochriskant. Bislang war der arabische Frühling keine dezidiert gegen Israel gerichtete Bewegung. Wer in diese Richtung zündelt, könnte eine gefährliche Entwicklung in Gang setzen, die schwer zu stoppen ist. {Quelle: www.maerkischeallgemeine.de}

 

6 Responses to “Papst Schenuda empfing Erdogan”

  1. Cajus Pupus Says:

    Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist der Teufel in Personalunion!

    Er versteckt sich als Wolf in einem Schafspelz! Er redet Honig, meint aber Schwefelsäure!

    Er beherrscht die taqiyya: Krieg, Frieden und Täuschung im Islam, aus dem efef!

    Wenn man ihm die Hand gibt, muss man aufpassen, das anschließend noch alle 5 Finger an der Hand verblieben sind.

    Ich wünsche seiner Heiligkeit Papst Schenuda Kraft und Stärke, sich diesem Wolf im Schafspelz zu widersetzen!

  2. Erich Foltyn Says:

    ich halte Erdogan für einen Großwichtigtuer, in ganz Europa kennt niemand die Ztg Elwafd, wieviele Leute lesen die ? und in den österr. Zeitungen kein Wort über Erdogan. In Wien läuft nur ein Parlaments-Streit über einen Untersuchungsausschuß wegen Verdacht von Korruption. In Österr ist bei Weitem nicht soviel Korruption wie in Libyen oder Ägypten.

  3. Der mit dem Koran tanzt Says:

    Mir wollte eine Türkin(ca.60 jahre alt-40jahre deutschland) heute erklären,das Erdogan in diesen Ländern sei um Krieg zu verhindern.Also in Friedensmission ! Diese dumme Türkin…
    Meine libanesische Nachbarin klagt zum Ramadan immer über Kopfschmerzen etc.hängt dann aber noch eine Woche drauf,dann gibt es Pluspunkte bei Alah ,so ihre Worte.
    Die ganzen Türken und Araber die ich hier kenne sind ständig krank,ganz besonders die Frauen!
    Lästern aber über die unfähigen Ärzte hier,und ihr Dorfmedizinmänner seien viel besser,eben richtige Ärzte !
    Tja Leute,wer hat uns das angetan ? Wie bekämpft man grobe Dummheit,ohne großen Schaden davonzutragen? Oh man

  4. Saphiri Says:

    Das 2.Reich der Osmanen beginnt! Oder ist es schon das Dritte?

  5. Quine Says:

    Ach, typischer nahöstlicher Großkotz ohne viel Potenzial. In dieser Macho-Region rennen die Massen immer polternden „großen Männern“ hinterher. Ich glaube das liegt auch am Allah-Bild, der wird im Koran ebenfalls wie ein polternder großer Zampano dargestellt.. Das wurde in den politischen Alltag integriert.

    Zeigt nur, dass die Araber noch lange nicht demokratiefähig, bzw. -willig sind. Der Islam schafft den Untertanengeist. Aber die Türkei ist nicht so mächtig wie der Sultan glaubt.

  6. Walter Says:

    Ich will hoffen, das sich der Papst Shenuda nicht vom Erdowahn gefangen nehmen läßt!


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