kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der Sieg des Jämmerlichen 8. September 2011

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 11:39

Wenn ein Erzbischof Verwirrung schafft. ‚Rom’ und die unsterbliche deutschnationale Versuchung.

 

Bonn-Freiburg (kath.net): Seit am vergangenen Mittwoch die Zeitschrift „Die Zeit“ vorab die Kerninhalte eines Interviews veröffentlichte, das der Erzbischof von Freiburg und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch drei Wochen vor dem mit Spannung erwarteten Deutschlandbesuch Papst Benedikts XVI. gegeben hatte, schlagen die Wellen hoch, und dies nicht nur in einer katholischen Hinsicht. Für den Erzbischof ist das Problem des Ausschlusses vom Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen eine „Frage der Barmherzigkeit“. Es müsse Leuten geholfen werden, „deren Leben in wichtigen Dingen unglücklich verlaufen ist“, so der oberste Seelenführer seines Bistums, der sich nicht scheute, als Paradebeispiel gerade den Fall des deutschen Bundespräsidenten Wulff zu zitieren. Er sei, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, „ein Katholik, der seinen Glauben lebt und darunter leidet, wie die Situation ist“.

 

„Reformstau“ beklagt dann der Erzbischof, der natürlich in „Rom“ seine tiefe Ursache hat, in einem „Rom“ mit seinen „Kreisen“, das ihn ob des schleppenden Tempos ermüde, ein „Rom“, dem er vorwirft, es wittere „Glaubensabfall“, wenn „wir in Deutschland“ etwas „kontroverser diskutieren“. „Mia san mia“, wie es in der bayerischen Heimat des Papstes gern heißt, diesmal in einem anderen Sinn. Und der deutsche Erzbischof scheut sich nicht, auch mit dem Scheckbuch zu wedeln: die deutschen Katholiken würden ja doch als Geldgeber in der Weltkirche geschätzt. Es dürfte wohl ausgeschlossen sein, dass der Erzbischof mit diesen Worten darauf hinweisen wollte, dass es eines neuen Ablasshandels mit umgekehrtem Vorzeichen bedarf. Zudem dürfte es wahrscheinlich auch dem Erzbischof klar sein, dass das Geld der deutschen Kirche keine Gnadengabe darstellt, sondern das Ergebnis eines auf der Welt einzigartigen Kirchensteuersystems ist und es die Gläubigen sind, die diesen Reichtum hervorgebracht haben. Aber sei es drum.

 

Diese Äußerungen werfen, neben seiner positiven Bewertung der „Grünen“, bei denen der Erzbischof „immer wieder Übereinstimmungen mit christlichen Überzeugungen“ feststellt, ein merkwürdiges Licht auf die Weise, wie er mit der Wirklichkeit umgeht, und dies nicht allein im kirchlichen Sinn. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz stellt dem deutschen Bundespräsidenten die pastorale Diagnose eines Seelenleidens. Er stellt sich damit, wie dies in einem frauenfeindlichen und oberflächlichem Klatschdenken gern der Fall ist, auf die Seite „der Männer“ und outet sich damit als besonderer Vertreter der „Männerkirche“, jener „Männerkirche, die gerade der von ihm eingeleiteten „Dialogprozess“ so sehr beschwört und deren einseitiges Welt- und Kirchenbild es doch zu überwinden gelte. Damit verweigert der Erzbischof von vorneherein jeden Dialog gerade mit den Frauen und blickt nur in eine Richtung, getrieben von dem von ihm gewählten Fallbeispiel.

 

Es scheint dann dem Erzbischof in seiner staatskirchlichen, auf eine reine Zivilreligion abzielenden Sorge nicht bewusst gewesen zu sein, dass er damit der betrogenen Frau des Bundespräsidenten schweres Unrecht tut. Vielleicht aber hat er nur vergessen, dass Wulff sich in seiner Zeit als aufstrebender Ministerpräsident gern als vorbildlicher Ehemann zusammen mit seiner Frau präsentiert hatte, diese dann aber schnell und ohne ihr Wissen abservierte. Oder will sich der Erzbischof auf die Seite der Bildzeitung mit ihren damaligen Lobeshymnen auf Wulffs „junge Liebe“ stellen? Wäre es nicht angebrachter, sich vielmehr um die betrogene Ehefrau zu kümmern, nach der nun niemand mehr fragt? Aber vielleicht hat ja auch Barmherzigkeit ihre Grenzen.

 

Allein die Wahl des Beispiels Wulff, den der Erzbischof als Glaubensvorbild darzustellen scheint, muss vielen quer in der Kehle stecken bleiben, die ihr Leben auch unter Opfern nach dem Evangelium und entsprechend der Lehre der Kirche gestalten wollen und sich durch derartige Worte nur verhöhnt fühlen können. Warum benennt der Erzbischof nicht wirklich tragische Situationen – des Betrugs, des Missbrauchs oder der Gewalt in der Familie mit deren möglichen schlimmen Folgen? Jeder wahrhaft feministische Geist müsste in seinem Innern gegen die Dialogverweigerung rebellieren, mit der ihn Zollitsch konfrontiert. Um nicht von der Vielzahl von Männern zu sprechen, die schuldlos vor dem Aus ihres Lebens stehen und unter größten Mühen in der Welt und vor Gott neu anfangen müssen. Aber wahrscheinlich ist es für den Erzbischof bequemer, den Mächtigen zu schmeicheln als sich um wahre Seelennot zu kümmern.

 

Noch tiefer aber sinkt der Erzbischof, wenn es um „Rom“ und die „Langsamkeit“ geht. „Warum geht das nicht schneller?“, scheint er sich aufgeregt zu fragen. Was soll schneller gehen? Die Reformen? Welche Reformen? Reformen nach den Vorgaben der „Memorandumstheologie“ (die keine Theologie, sondern die banalste Instrumentalisierung darstellt, zu der es in den letzten 35 Jahren gekommen ist?)? Die Zölibatsreform? Die Reform der „Stellung der Frau in der Kirche“? Die Reform der Bischofsernennungen? Die deutschnationale Kirchenreform? Reform – meint der Erzbischof damit die nur formale Anerkennung des Nachfolgers Petri und des universalen Lehramtes? Den berühmten „deutschen Sonderweg“ uralten Gedenkens?

 

Es kann nur erstaunen, dass ein Mann, der vor gut zwei Wochen drei Stunden mit dem Papst verbracht hat, der diesen nach Deutschland eingeladen hat, der sich gern mit päpstlichen Federn schmückt, wenn es ihm dient, und diesen „vorführt“, wenn er selber versagt, und das Versagen wie ein kleines Kind auf „den anderen“ schiebt (siehe Missbrauchsskandal bis hin zu den unseligen Vorgängen im Umfeld der Diskussion mit der Priesterbruderschaft St. Pius X., um nur zwei Beispiele zu nennen), nun eben jenen Papst mehr oder minder unverhüllt in einem Mainstream-Medium angreift.

 

Es kann nur erstaunen, dass ein Erzbischof die abgegriffensten und abgekautesten Klischees aus der Schublade zieht, wenn es um „Rom“ geht – jenen weltfernen Palast, in dem alte Männer kurz vor ihrer Altersdemenz sklerotisch auf irgendeinem Status quo bestehen. Denn genau dieses Bild rufen die Worte des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz in den Sinn, ein Bild, das nur allzu vertraut und altbekannt ist, ein Bild, bei dem eine ignorante Masse leicht nicken kann, da sie seit vielen Jahren immer wieder mit diesen oder ähnlichen Worten konfrontiert wird. Und: würde „Rom“ den „Glaubensabfall“ wittern, dann müsste „Rom“ einschreiten – was es leider noch nicht getan hat. Oder wollte der Erzbischof sich da bereits mal absichern??

 

Es besteht kein Zweifel: die Sehnsucht nach einer deutschnationalen Kirche scheint in gewissen deutschen Landen und vor allem in Freiburg unauslöschlich zu sein. Nur eines verwundert immer wieder: wie realitätsfern gewisse Oberhirten und deren Gefolgschaft sind, wie hoch deren Elfenbeinturm zu sein scheint, wie beschränkt ihr Blick auf die Kirche und deren wahre Probleme ist, eine Kirche, bei der in Deutschland die Karosserie tiptop zu sein scheint, während der Motor immer mehr durchbrennt.

 

Ein Gastkommentar von Matthias Maier.

 

2 Responses to “Der Sieg des Jämmerlichen”

  1. Kerstin Says:

    Solche Bischöfe sind zwar legitime Nachfolger der Apostel, doch Judas war bekanntlich auch einer der 12

    Die deutschnationale Zwangskirchensteuersekte mit den Herren Zollitsch und Lehmensch hat sowieso bald fertig, denn diejenigen, die noch Kirchensteuer zahlen sind dann in die Ewigkeit eingegangen. Von den Jüngeren, die überhaupt noch Kinder bekommen läßt ohnehin kaum noch jemand seine Kinder taufen.

    Im Ossiland sind noch nicht einmal mehr 30% Getauft

    Erst wenn die Zwangskirchensteur fällt und die aufgeblasene Bürokratie der Apparatschiks, Ordinariokraten, Pfarrgemeindesowjets etc. die permanent gegen Papst und Kirche hetzen, erst wenn dieses goldene Kalb fällt, kann die Kirche wieder zu neuer Blüte erstehen.

    Dank der Zollitschsssss ist der Gottesdienstbesuch an die Nullmarke angeglichen, es kommen gerade noch 10%. Bevor der Geist des Konzils -der Rauch Satans- ALLES Katholische hinweggefegt hatte, sind 50-60% der Getauften allsonntäglich zur Hl. Messe gekommen.

    Im katholischen Quebec in Kanada waren es 80%, in den katholischen Teilen der Niederlande sogar 90%, doch dort ist die Entgottung noch weiter vorangeschritten und es kommen noch weniger Menschen als in Germanistan

  2. Kerstin Says:

    doch es geht noch krasser als Zollitsch

    Bischof Tritratrellella hat sogar ein Spanferkel in seiner Kathedrale grillen lassen und begrüßt die fressenden und saufenden Arbeiter als Zivilist verkleidet mit dem Bierglas in der Hand…

    …ich finde so etwas jedoch nicht gerade kultursensibel, denn er müßte doch wissen, daß dies unsere ach so lieben Anhänger der Friedensreligion beleidigen könnte…

    …ich bin dann doch eher dafür, das in solch einer zukünftigen Moschee bitte nur um goldene Kälber getanzt wird oder solche Kälber zum Fastenbrechen gegrillt werden!!

    http://www.hildesheimer-allgemeine.de/?id=1772


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s