kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Viele Tote bei Anschlag auf UN-Gebäude in Nigeria 29. August 2011

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 15:08

Erzbischof von Abuja: „Wir sind zutiefst traurig und äußerst besorgt nach dem Attentat auf die Räumlichkeiten der Vereinten Nationen“!

 

Abuja – Fidesdienst: „Es ist eine sehr traurige Angelegenheit, die uns zu tiefer Sorge veranlasst“, so Erzbischof John Olorunfemi Onaiyekan von Abuja zum Fidesdienst. In der nigerianischen Landeshauptstadt wurde am 26. August ein schweres Attentat auf die Büros der Vereinten Nationen verübt. Ein mit Sprengstoff bestücktes Auto, an dessen Steuer sich ein Selbstmordattentäter befand, war in das UN-Gelände im Botschaftsviertel eingedrungen und explodierte auf Höhe der Einfahrt. Bei dem Sprengstoffattentat starben 18 Menschen, zahlreiche wurden verletzt. Es wird vermutet, dass für das Attentat die Boko-Haram-Sekte verantwortlich ist. „Wir wissen nicht, wo sich diese Personen aufhalten und ich frage mich, wer sich hinter solchen Taten verbirgt. Wir warten auf angemessene Maßnahmen seitens der Regierung, die solche Taten verhindern“, so der Erzbischof von Abuja, der sich mit den Opfern des Attentats solidarisch erklärt.

 

Papst Benedikt XVI. äußerte sich ebenfalls bestürzt angesichts der terroristischen Gewalt und sprach den Opfern in Telegrammen an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, und an den Präsidenten Nigerias Goodluck Jonathan, sein Beileid aus. In den von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone unterzeichneten Telegrammen, erklärt der Papst, er empfinde tiefen Schmerz „über den schrecklichen Verlust von Menschenleben sowohl unter den Bürgern als auch unter den Angestellten der Vereinten Nationen“. Der Papst erneuerte seinen Appell an „alle, die sich für Tod und Gewalt entschieden haben“, sich „dem Leben und dem Dialog hinzuwenden“. „Wir danken dem Heiligen Vater von Herzen für seine Verbundenheit und Sorge in einem für Nigeria so traurigen Augenblick“, so Erzbischof John Olorunfemi Onaiyekan abschließend.

 

Die Boko-Haram-Sekte ist im Norden Nigerias angesiedelt, wo sie bereits verschiedene Attentate auf Polizeieinrichtungen und christliche und muslimische Kultstätten verübt hat, darunter auch auf die Kathedrale in Maiduguri, Hauptstadt des Staates Borno im Nordosten des Landes, die im Juni bei einem Anschlag schwer beschädigt wurde (vgl. Fidesdienst vom 08/06/2011). Am 16. Juni explodierte eine Autobombe beim Hauptsitz der staatlichen Polizei: bei dem Attentat kamen zwei Menschen ums Leben (vgl. Fidesdienst vom 17/06/2011). Auch in diesem Fall bekannte sich die Boko-Haram-Sekte zu dem Attentat, von der man vermutet, dass sie mit muslimischen Extremisten in Verbindung steht.

 

 

Viele Tote bei Anschlag auf UN-Gebäude in Nigeria

 

 

Die Vereinten Nationen haben einen Bombenanschlag auf eines ihrer Büros in der nigerianischen Hauptstadt Abuja gemeldet. Mehrere Menschen wurden getötet und zahlreiche weitere verletzt. Zuvor hatte es offenbar Drohungen von Islamisten gegeben.

 

Bei einem Bombenanschlag auf das Hauptgebäude der Vereinten Nationen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sind am Freitag viele Menschen getötet oder verletzt worden. Die örtlichen Krankenhäuser seien zum Teil überfordert gewesen mit der Aufnahme der Verletzten, hieß es in Berichten aus Abuja. Die radikale islamistische Gruppe Boko Haram bezichtigte sich der Tat. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan nannte den Anschlag „barbarisch, sinnlos und feige“. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Anschlag und teilte mit, man müsse mit vielen Toten rechnen. Bundeskanzlerin Merkel bekundete Ban ihr Beileid. In Abuja war zunächst von mindestens 18 Toten die Rede. Ein UN-Sprecher in der nigerianischen Stadt Lagos sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die unteren beiden Etagen des Gebäudes seien zerstört worden. Medienberichte, dem Anschlag sei eine Reihe weiterer Drohungen gegen die Vereinten Nationen in Nigeria gefolgt, wollte er zunächst nicht bestätigen.

 

Die Polizei in Abuja bestätigte, dass es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe. Das viergeschossige Gebäude befindet sich im Diplomatenviertel Abujas unweit der amerikanischen Botschaft und des nigerianischen Verteidigungsministeriums. Die Explosion ereignete sich in jenem Flügel des Gebäudes, in dem sich die Abteilung des Kinderhilfswerks Unicef befindet. Insgesamt arbeiten in dem Gebäude etwa 400 Angestellte verschiedener UN-Organisationen. Die Explosion ereignete sich um 10.30 Uhr Ortszeit. Nigerianische Medien berichteten, ein Auto habe die Absperrungen vor dem Eingang durchbrochen, sei in das Gebäude gerast und schließlich im Empfangsbereich explodiert.

 

Akt des internationalen Terrorismus“: In einem Interview mit dem Sender BBC bezeichnete eine Staatssekretärin im nigerianischen Außenministerium die Explosion als einen „Akt des internationalen Terrorismus“. Ein UN-Mitarbeiter teilte der BBC in Nigeria mit, die Vereinten Nationen hätten schon im vergangenen Monat Informationen darüber erhalten, dass sie Ziel eines Anschlags durch Boko Haram werden könnten. Die Gruppe Boko Haram – zu Deutsch: „Westliche Bildung ist Sünde“ – existiert seit dem Jahr 2002.

 

Boko Haram wurde im Juli 2009 international bekannt, als im weniger entwickelten Norden Nigerias bei Kämpfen mit der Armee 800 Menschen getötet wurden. Seitdem dehnt die Terrorgruppe ihre Aktivitäten von ihrem Ursprungsort Maiduguri im Norden des Landes immer weiter aus und hat sich bis heute Hunderter Anschläge bezichtigt. Im Juni dieses Jahres verübte Boko Haram einen Bombenanschlag auf das Hauptquartier der nigerianischen Polizei in Abuja, bei dem zwei Menschen getötet wurden.

 

Mehrere tausend Menschen getötet: Boko Haram werden Beziehungen zu Al Qaida nachgesagt. Die Gruppe gibt vor, für eine Anwendung der Scharia in ganz Nigeria zu kämpfen. Sie möchte die Zentralregierung, der sie „Kollaboration“ mit dem Westen vorwirft, zerstören. Die Gruppe verübt mittlerweile nahezu wöchentlich Anschläge vor allem im Norden Nigerias. Ziele sind oft Kirchen, Polizeistationen und andere Regierungseinrichtungen sowie Bars, in denen Alkohol ausgeschenkt wird. Die nigerianischen Sicherheitskräfte gehen hart gegen Boko Haram vor. Im Jahr 2009 wurde der Gründer der Gruppe, Muhammad Yusuf, getötet.Etwa die Hälfte Nigerias sind Muslime, etwas weniger als die andere Hälfte Christen, deren Siedlungsgebiete sich ganz grob in Norden und Süden unterteilt. Der Norden ist wirtschaftlich weit weniger gut entwickelt als der Süden. In den vergangenen Jahren wurden mehrere tausend Menschen bei Kämpfen getötet, die über religiöse Zugehörigkeit gerechtfertigt wurden. Von Jochen Stahnke

 

Zum Thema

 

Tote bei Anschlägen auf Bierlokale in Nigeria

 

Nigeria: Angriff auf Polizeizentrale in Abuja

 

Nigeria: Unruhen nach Wahlsieg Jonathans

 

Nigeria: Und wenn wir alle dabei draufgehen

 

Niger-Delta: Nigerias Glück, Nigerias Elend

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s