kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vor einem zweiten Irak 27. August 2011

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 15:13

Syrien: Mitarbeiter des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors konnten jüngst Christen in Syrien besuchen und mit ihnen über ihre Situation inmitten der anhaltenden

 

Protestbewegung sprechen. Dabei wurde vor allem die Furcht der christlichen Minderheit deutlich, Syrien könnte zu einem zweiten Irak werden. Dort droht die Gemeinde Jesu auszusterben. Daher bittet Open Doors um Gebet für die Christen in Syrien. „Kirchenleiter wollen neutral bleiben und sind sehr zurückhaltend in der Kommentierung der seit fünf Monaten anhaltenden Protestbewegung und dem Vorgehen der Regierung“, berichtet ein Open Doors-Mitarbeiter. „Sie baten uns, nicht alles zu glauben, was in westlichen Medien berichtet wird. Genauso, wie sie nicht allem trauen, was syrische Medien melden.“ Eine freie Presse gebe es in dem Land nicht, doch werde auf beiden Seiten unausgewogen berichtet.

 

Bedrohte Freiheit: Christen verschiedener Konfessionen versicherten, dass sie für Versöhnung und die Wiederherstellung der Ordnung in Syrien beten. An Protesten beteiligten sie sich nicht. Die Kirche in Syrien, mit rund 1,9 Millionen Christen die zweitgrößte christliche Minderheit im Nahen Osten, ist in einer sensiblen Lage: Christen waren bislang etablierter Teil der Gesellschaft und fühlten sich sicher. Religiösen Minderheiten wurden deutlich mehr Freiheiten gelassen als in anderen arabischen Staaten. Es gibt in Syrien keine offizielle Staatsreligion, wohl aber muss der Präsident Muslim sein. Verfassungsrechtlich wird anderen Religionsgruppen die Freiheit garantiert, ihre Religion auszuüben und ihre Gottesdienste zu feiern. Das Evangelium darf jedoch nicht an Muslime weitergegeben werden. Muslime, die Christen geworden sind, können familiären Druck aufgrund ihrer Hinwendung zum Christentum erfahren. Wenngleich sich auch syrische Christen politische Reformen wünschen, fürchten sie, im Fall eines Umsturzes als erstes ins Visier von Islamisten zu geraten, gelten sie doch als Unterstützer der alevitischen Assad-Regierung. Denn eine Öffnung der Gesellschaft würde auch radikalen Kräften mehr Spielraum geben. Das könnte zur Folge haben, dass sie gegen die christliche Minderheit als schwächstes Glied der Kette vorgehen würden. „Wir wollen nicht, dass es uns ähnlich ergeht wie den Christen im Irak“, sagten einheimische Gemeindeleiter gegenüber Open Doors. Unter dem Regime Saddam Husseins lebten Christen in relativem Frieden. Doch heute sind sie dem Terror islamischer Extremisten ausgesetzt, die das Land offenbar von „Ungläubigen“ säubern wollen.

 

Besorgniserregende Vorzeichen? Infolge der andauernden Protestbewegung gegen Machthaber Assad kam es auch sporadisch zu Feindseligkeiten gegen Christen und andere religiöse Minderheiten. So wurde von anti-christlichen Parolen („Alle Christen in den Libanon“) auf Schildern bei Demonstrationszügen berichtet. In einem überwiegend von Christen bewohnten Dorf forderten radikale Muslime die Christen auf, den Freitag statt den Sonntag als „heiligen Tag“ zu feiern. Auch wurden Christen unter Druck gesetzt, Landstücke an Muslime statt an Christen zu verkaufen. Wenngleich diese Vorfälle zu Unruhe unter Christen geführt haben, beobachtet Open Doors derzeit noch keine gezielte Verfolgung aufgrund ihres Glaubens. Doch scheinen dies besorgniserregende Vorzeichen zu sein.

 

Gestärkter Glaube: Inmitten dieser unsicheren Zeit gibt es auch Zeichen der Hoffnung. So berichtete Leah, eine junge syrische Christin, wie wichtig ihr in den vergangenen Monaten das Gebet geworden ist: „Ich sah Christen, die zusammen für ihr Land fasteten und beteten, und ich verstand: Dies ist der Leib Jesu. Mein Glaube wurde gestärkt, denn ich bin nicht allein. Ich habe gelernt, Syrien noch mehr zu lieben und nicht nur für mich selbst zu beten, sondern auch für meine Landsleute“. {Quelle: www.opendoors-de.org}

 

Die Angst vor einem zweiten Irak

 

Muammar Gaddafi droht das Schicksal von Saddam Hussein. Seinem Land soll dies erspart bleiben. Ob es gelingen wird, ist keineswegs sicher.

 

Sie waren ruchlose Diktatoren und bevorzugte Feindbilder des Westens. Beide haben ihr Land jahrzehntelang als «Familienunternehmen» regiert. Nun scheint es, als ob das Schicksal von Saddam Hussein und Muammar Gaddafi auch in Zeiten des Untergangs in parallelen Bahnen verläuft. Wie der irakische Diktator dürfte sich der Libyer in den weitläufigen Bunkeranlagen seiner Hauptstadt verstecken. Es ist nicht auszuschliessen, dass auch Gaddafi in einigen Monaten aus irgendeinem Loch gezogen und schliesslich am Galgen enden wird. Doch damit sollen die Parallelen enden, so die Hoffnung und das Ziel des Westens. Denn mit dem trotz Rückschlägen absehbaren Ende der Gaddafi-Herrschaft lautet die Frage: Wie kann Libyen das Schicksal des Irak vermeiden? Nach dem US-Einmarsch 2003 versank das Zweistromland in einer Gewaltspirale, aus der es sich auch acht Jahre später nur mit viel Mühe zu befreien versucht. Der britische Premierminister David Cameron sagte am Montag, er sei sich bewusst, dass man die im Irak gemachten Fehler nicht wiederholen dürfe.

 

Das Versagen der Amerikaner: Dort hatten sich die Amerikaner als Besatzer gebärdet und die Macht erst nach rund einem Jahr an eine provisorische irakische Regierung übergeben. Sie hatten die Armee aufgelöst und die Mitglieder von Saddam Husseins Baath-Partei aus der Regierung entfernt. Damit trieben sie diese in den Untergrund, und mit ihnen grosse Teile der sunnitischen Minderheit, die das Land beherrscht hatte. Auf diese Weise begann nicht nur die Gewalt, auch das Terrornetz Al Kaida konnte sich im Irak etablieren, wo es zuvor keine Rolle gespielt hatte. Ein ähnliches Szenario ist in Libyen nicht ausgeschlossen, auch dort gibt es grosse Gegensätze zwischen den Stämmen und den Landesteilen. Gaddafi hatte seine Basis im Westen, die Führer der Rebellen dagegen stammen vorwiegend aus der Cyrenaika im Osten. Die Gegensätze könnten rasch aufbrechen. Bereits haben sich die Rebellen in Misrata vom Nationalen Übergangsrat in Bengasi distanziert. Sie fühlten sich von ihm während ihres wochenlangen heroischen Abwehrkampfs gegen die Gaddafi-Truppen zu wenig unterstützt.

 

Aufruf zur Versöhnung: Premierminister Cameron betonte vor den Medien die Notwendigkeit, dass «alle Teile Libyens an der Zukunft des Landes teilhaben können» – eine kaum verschlüsselte Aufforderung an die Aufständischen, sich nicht an den Gaddafi-treuen Stämmen zu rächen. Mustafa Dschalil, der Chef des Übergangsrats, rief am Montag zur Versöhnung auf und drohte andernfalls mit seinem Rücktritt. Dabei hinterlässt die Rebellenführung derzeit selber keinen geeinten Eindruck, wie etwa die ungeklärte Tötung von Militärchef Abdul Fattah Junis Ende Juli zeigte. Der Westen will deshalb zu einem reibungslosen Übergang in Tripolis beitragen. «Stabilisierungs-Experten» würden gemäss Cameron seit Monaten mit den Rebellen zusammenarbeiten. Dazu gehört der Einbezug von jenen Teilen des Gaddafi-Regimes, die sich die Hände nicht schmutzig gemacht haben. Dies betrifft auch Polizei und Armee. Ausserdem wird über die rasche Bildung eines provisorischen Parlaments spekuliert, das einer Übergangsregierung die nötige Legitimität verschaffen soll.

 

Problem Infrastruktur:nIn mancher Hinsicht müssen die Institutionen ohnehin erst aufgebaut werden, da sie in Gaddafis bizarrem Konzept der «Volks-Dschamahirija» nur rudimentär existiert hatten. Auch die zerstörte Infrastruktur muss möglichst rasch wieder funktionieren – ein oft übersehenes Problem im Irak, das die Bevölkerung jedoch sehr direkt betrifft. «Stromausfälle gehören weiterhin zum Leben im Irak», hielt ein Bericht des US-Generalinspektors für den Wiederaufbau erst kürzlich fest. Die Stromproduktion erreiche gerade die Hälfte des Bedarfs. Trotz allen Bedenken scheinen die Voraussetzungen vorhanden, dass Libyen ein «irakisches Schicksal» erspart werden kann. Es ist mit rund 6,5 Millionen Einwohnern ein kleines, aber auch sehr reiches Land. Die ethnischen und konfessionellen Gräben wirken weit weniger tief als im Irak, wo die Gegensätze zwischen Schiiten und Sunniten sowie Kurden und Arabern immens sind. Der britische «Guardian» zeigt sich in seinem Kommentar verhalten zuversichtlich: «In Libyen wird sicher einiges schieflaufen, aber es ist keineswegs sicher, dass alles schieflaufen wird.» {Quelle: www.20min.ch}

 

One Response to “Vor einem zweiten Irak”

  1. Magdalena Says:

    Die Angst vor einem zweiten Irak

    Muammar Gaddafi droht das Schicksal von Saddam Hussein. Seinem Land soll dies erspart bleiben. Ob es gelingen wird, ist keineswegs sicher.

    Lybien gehört immer noch den Lybier
    Lybien ist kein besetztes Land. Somit ist die Angst vor einem 2. Irak unbegründet. Hoffe mich nicht zu täuschen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s