kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gesichter der Verfolgung 27. August 2011

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 17:49

 

Einige christliche Einzelschicksale aus aller Welt

Solange ein Christ wegen seines Glaubens an Jesus Christus im Gefängnis ist, bin ich nicht frei

(Bruder Andrew, Gründer von Open Doors).

 

 Bedroht und untergetaucht

 

Der Ägypter Hegazy ist vom Islam zum christlichen Glauben konvertiert und will dies auch amtlich anerkennen lassen. Doch seitdem wird er bedroht und fürchtet um die Sicherheit seiner Kinder. Er zog vor Gericht. Ein Schritt, von dem Mohammed Ahmed Hegazy wusste, dass er sein Leben weiter in Gefahr bringen würde. Denn als erster Ägypter kämpft er dafür, dass sein Glaubenswechsel vom Islam zum Christentum offiziell anerkannt wird. Der Journalist hatte beantragt, dass der Eintrag seiner Religionszugehörigkeit in seinen Ausweispapieren von „Muslim“ in „Christ“ geändert wird. Seitdem wird er bedroht und musste mit seiner Familie untertauchen.

 

Für einen Christen, der zum Islam konvertiert ist, ist die damit verbundene Ausweisänderung in Ägypten ein unkomplizierter Vorgang. Doch einem Muslim verweigern die Behörden den Wechsel zu einer anderen Religion. Sein Versuch, einen Präzedenzfall zu schaffen, hat nicht nur international Aufmerksamkeit erregt. Der Einfluss islamistischer Fundamentalisten in der Gesellschaft ist sehr stark. Nach Angaben Hegazys haben auch andere Christen muslimischer Herkunft die Änderung des Religionseintrages angestrengt. Die meisten mussten danach untertauchen.

 

Sorge um Kinder: Hegazy fürchtet um das Wohl seiner Kinder. Denn sie sind weiterhin gezwungen, ein Doppelleben zu führen. Seit drei Jahren lebt der Ägypter mit seiner Frau Katarina – ebenfalls Christin muslimischer Herkunft – und den zwei Kindern (2 Jahre und 3 Monate alt) versteckt im Untergrund. „Ich will nicht, dass meine Kinder durch die gleiche Verfolgung gehen müssen wie ich“, sagt er. Die Sorge ist berechtigt. Denn nachdem er mit 16 Jahren Christ wurde, stellte ihm der Staatssicherheitsdienst (SSI) nach. Als „Abgefallener“ vom Islam wurde er von Beamten verhaftet und gefoltert. Extremisten verübten auf ihn Mordanschläge und zündeten sein Haus an. Seine eigene Familie wollte ihn umbringen. Während des Prozesses erhielten einige seiner Anwälte Morddrohungen, wurden verklagt oder verhaftet. Auch Vertreter staatlicher Institutionen forderten seinen Tod. Religionsgelehrte der einflussreichen Alazhar-Universität in Kairo erklärten, Abtrünnige vom Islam zu töten sei legal

 

 Seit Jahren im Gefängnis

 

Mutig setzte sich Pastor Zhang Rongliang in China für die Hausgemeindebewegung ein. Das missfiel der Regierung. Pastor Zhang Rongliang verbrachte schon viele Jahre seines Lebens im Gefängnis. Mutig setzte er sich in China für die staatlich nicht anerkannte Hausgemeindebewegung „China für Christus“ ein. Das missfiel der Regierung. Im Dezember 2004 wurde er erneut verhaftet und zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Zeiten im Gefängnis haben in vielerlei Hinsicht Spuren hinterlassen: Der an Diabetes erkrankte Zhang hat Bluthochdruck. Vor zwei Jahren erlitt er einen Schlaganfall. Seitdem ist er halbseitig gelähmt.

 

Mitgefangene finden zu Jesus: Doch andererseits kamen durch sein Zeugnis viele Mitgefangene zum Glauben an Jesus. „Viele ehemals hochrangige Beamte sitzen in meiner Zelle. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal einstigen regierungstreuen Beamten stundenlang vom Evangelium und der Hausgemeindebewegung erzählen werde“, erzählte Zhang. „Ihre Herzen waren hart. Aber sie sind weicher geworden. Ich verstehe nun: Sie sind der Grund, warum ich hier bin.

 

Grausame Massaker

 

Getrieben von Hass und Rache gegen die christliche Minderheit in einem Land werden bei Massakern Menschen getötet, Häuser und Kirchen niedergebrannt. Abraham Mali aus der Ortschaft Rudangia lebt in einem Flüchtlingslager im indischen Bundesstaat Orissa. Früher hatte er ein eigenes Heim. Doch nachdem Hindu-Extremisten über Wochen ein Blutbad unter Christen angerichtet hatten, ist ihm nicht viel geblieben. Auslöser der Unruhen in Orissa war die Ermordung eines Hindu-Führers. Wenngleich sich eine maoistische Gruppe dazu bekannt hatte, zogen hinduistische Extremisten mit Macheten und brennenden Fackeln bewaffnet, gegen Christen aus. Denn sie machten Christen für die Ermordung ihres Anführers verantwortlich.

 

„Betet für die Angreifer“: „Als die Gewalt ausbrach, waren wir in der Kirche und beteten. Wir hatten große Angst. Ich versuchte, mit den Angreifern zu reden. Einer schlug mich nieder und ich musste mit einer Kopfwunde ins Krankenhaus. Sie brannten die Kirche nieder, plünderten die Häuser. Viele wurden schwer verletzt, ein Mitbruder wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Meine Frau war im neunten Monat schwanger; auf der Flucht verlor sie unser Baby. Unser Dorf ist schon früher mehrmals überfallen worden. Die meisten wollen nicht mehr zurück. Ich bin dankbar, dass ich durch Gottes Gnade überlebt habe. Doch ich mache mir Sorgen. Bitte betet, dass die Lage nicht schlimmer wird, und betet auch für die fanatischen Hindus. Sie hetzen die Jugend auf und sagen, wir seien Terroristen.“

  

Grausame Massaker

 

Fast neun Monate saßen Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh im Gefängnis. Sie wären freigekommen, wenn sie ihren Glauben an Jesus verleugnet hätten.Fast neun Monate lang saßen Maryam Rostampour und Marzieh Amirizadeh im Iran in dem berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis. Den beiden Frauen wurde vorgeworfen, die Staatssicherheit bedroht und „an illegalen Versammlungen“ teilgenommen zu haben. Die Anklage wegen staatsfeindlicher Aktivitäten wurde zwar später fallengelassen, doch den beiden ehemaligen Muslimas wurde weiterhin „Abfall vom Islam“ und die illegale Verkündigung ihres christlichen Glaubens vorgeworfen. Ihnen drohten lebenslange Haft und tägliches Auspeitschen.

 

„Wir brauchen Gottes Schutz“: In einer kurzen Verhandlung wies der Richter sie an, darüber nachzudenken, ob sie ihrem Glauben an Jesus abschwören und zum Islam zurückkehren wollten. Doch die Frauen weigerten sich und blieben Jesus treu. Heute sind sie wieder frei. Weltweit haben sich Christen im Gebet und mit Briefen für ihre Freilassung eingesetzt. Nach ihrer Entlassung sagten sie Open Doors: „Bitte betet weiter für uns. Wir sind jetzt nicht mehr im Gefängnis, aber wir brauchen weiterhin Gottes Schutz und Segen“.

 

Schikane am Arbeitsplatz

 

Rostam aus dem Iran lebt ständig mit der Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Er hat den Islam verlassen und wird daher von der Geheimpolizei beobachtet.Immer wieder berichten uns Christen aus verschiedenen Ländern, dass sie von ihren Arbeitgebern benachteiligt werden, weil sie Christen sind. Auch Rostam aus dem Iran hat diese schmerzliche Erfahrung machen müssen. Früher war der junge Mann Muslim, doch vor einigen Jahren entschied er sich für Jesus. Er schloss sich einer Hausgemeinde an. Mehrmals hat ihn die Geheimpolizei deswegen schon verhaftet. „Sie drohten mir, mich zu töten, wenn ich nicht zum Islam zurückkehre“. „Die Geheimpolizei wollte wissen, wer zu unserer Hausgemeinde gehört, wo wir uns treffen und all solche Dinge. Ich habe ihnen nichts erzählt, obwohl sie mir eine Beförderung und ein höheres Gehalt angeboten haben. Sie stellten mir auch Straffreiheit und die Streichung aller Verhaftungen aus meiner Akte in Aussicht. Die Geheimpolizei ist mächtig. Sie können erreichen, dass ich gekündigt werde oder mein Haus verliere. Oder auch beides. Ich könnte lebenslang ins Gefängnis gehen oder sogar getötet werden“.

 

Keine Prämie für Christen: Im vergangenen Jahr wurde Rostams Gehalt um 80 Prozent reduziert; dann noch einmal um weitere 30 Prozent. „Ich muss nun statt acht zwölf Stunden am Tag arbeiten. Meine Kollegen arbeiten jedoch nur acht Stunden.“ Auch bei den regelmäßigen Bonuszahlungen gehe er leer aus, erzählt er. „Es ist furchtbar. Ich bin müde vom vielen Arbeiten. Wegen der ständigen Erschöpfung möchte ich nur noch schlafen.“ Seine Standhaftigkeit brachte Rostam die Bewunderung einiger Kollegen ein. Heimlich flüstern sie ihm zu, dass er ein guter Mensch sei. „Sie wissen, dass ich ungerecht behandelt werde, aber sie haben Angst. Sie fürchten um ihren Job, wenn sie Partei für mich ergreifen würden“. Rostam macht sich große Sorgen. Er rechnet jederzeit mit seiner Kündigung. „Die Behörden üben so viel Druck auf mich aus, wie sie nur können. Gott sei Dank unterstützt mich meine Frau sehr. Sie vertraut darauf, dass Jesus uns helfen und unsere Familie beschützen wird“.

 

 Von Staats wegen verfolgt

 

SouzAn hat nicht nur ihren Arbeitsplatz verloren, auch musste die Christin aus ihrer Heimat fliehen. Denn die Geheimpolizei stellte ihr nach. SouzAn wuchs in einer muslimischen Familie auf. Mit ihrem ebenfalls muslimischen Mann und den beiden Kindern lebte sie in einer kurdisch geprägten Region im Westen des Iran. Dort fand die heute 35-Jährige auch zum Glauben an Jesus Christus und schloss sich einer Hausgemeinde an. Ihr Mann tolerierte ihren neuen Glauben, bat sie aber inständig, niemandem davon zu erzählen. Eines Tages verhaftete sie die Polizei. Drei Tage lang saß sie hinter Gittern. Nach ihrer Entlassung drohte ihr ein Polizist: „Wir beobachten dich!“ Beim Arbeitgeber verleumdet.


Die Polizei informierte auch das Krankenhaus, in dem sie als Krankenschwester arbeitete, darüber, dass SouzAn „eine Abtrünnige vom Islam“ sei. Noch in der derselben Woche verlor sie ihre Stelle. Der Druck wurde immer stärker. Sie tauchte mit ihrem Sohn und ihrer Tochter bei Verwandten in Teheran unter. Selbst da war sie nicht sicher. Eines Tages sagte ihr Mann am Telefon zu ihr, sie müsse innerhalb von drei Tagen vor Gericht erscheinen. SouzAn wusste, dass dies das Ende ihrer Freiheit bedeuten könnte. Würde sie wegen Abfalls vom Islam angeklagt, so drohte ihr mindestens Gefängnis, wenn nicht gar die Todesstrafe. SouzAn nahm die Kinder und floh in die Türkei.


Druck auf Familie: Unterdessen hatte im
Iran die Geheimpolizei ihren Mann verhaftet. SouzAn sei eine kurdische Spionin, hieß es nun. Die Beamten drohten damit, weitere Verwandte zu verhaften. „Auch meine Schwester verlor ihre Arbeitsstelle. Vielleicht wegen mir“, erzählte SouzAn traurig. „Am Telefon bat mich mein Mann, bald zurückzukehren und drohte damit, mir die Kinder wegnehmen zu lassen. Ich denke, sie haben ihn dazu gezwungen. Nie würde er so etwas tun.“ SouzAn überkommt noch immer eine tiefe Traurigkeit, wenn sie über das Erlebte spricht. Doch sie setzt ihr Vertrauen auf Gott. „Ich weiß, dass Jesus bei mir ist – ganz gleich, was kommt. Ich bete, dass sie meinen Mann in Ruhe lassen und er nicht zusammenbricht.

 

Kehr um oder stirb

 

Nachdem Achmed aus dem Norden Nigerias Christ wurde, erklärten ihn seine Verwandten zum Verbrecher. Er soll seinen Glauben verleugnen oder sterben. Nachdem Achmed aus dem Norden Nigerias Christ wurde, erklärten ihn seine Verwandten zum Verbrecher. Seinen richtigen Namen dürfen wir nicht nennen. Der 18-Jährige ist untergetaucht, denn er weiß, dass seine Verfolger nicht eher ruhen werden, bis er zum Islam zurückgekehrt ist oder sie ihn getötet haben. Achmed ist aus seinem Elternhaus in den Süden Nigerias geflohen. „Heute lebe ich im Untergrund, weil ich Christ bin“, beginnt er seine Lebensgeschichte. „Bevor ich mich bekehrte, habe ich getrunken und gestohlen. Aber seit ich Christus gefunden habe, hat sich mein Leben völlig verändert. Ein Pastor lehrte mich heimlich die Bibel. Eines Tages verriet ein Freund meinen Verwandten, dass ich nicht mehr dem Islam folge. Polizisten kamen und verprügelten mich. Sie sperrten mich ein, folterten mich mit Tränengas und drohten, mich an einem Baum zu erhängen, es sei denn, ich würde meinem neuen Glauben abschwören“.

 

Feindesliebe: „Doch Gott gab mir die Kraft, standhaft zu bleiben“, erzählt Achmed. „Mein Onkel, der im Sudan lebt, erfuhr von meiner Bekehrung und sagte den Polizisten am Telefon, er werde Geld schicken, um Männer zu bezahlen, die mir die Kehle durchschneiden würden. Bei einer günstigen Gelegenheit gelang mir die Flucht aus dem Gefängnis.“ Auf die Frage, was er sich für seine Zukunft wünsche, antwortet Achmed mit fester Stimme: „Ich möchte das Wort Gottes mehr kennen lernen und Pastor werden. Mein Wunsch ist, dass ich zu meinen Leuten zurückgehen und ihnen das Evangelium verkündigen kann.“

 

Arbeitslager für Christen

 

Lee aus Nordkorea musste schmerzlich erfahren, dass allein schon ein Gespräch über den christlichen Glauben bestraft werden kann. Er kam für mehrere Jahre in ein Arbeitslager. Es waren nur wenige Worte, die der Nordkoreaner Lee* mit dem Händler wechselte. Eigentlich hörte er dem Mann eher zu, dessen Worte sich kaum um Ware und Preise drehten. Der Händler war ein Christ und erzählte Lee vielmehr über die Hoffnung, die es selbst in diesen dunklen Tagen in Nordkorea noch gibt: Er sprach mit Lee über das Evangelium von Jesus Christus. Doch die beiden wurden belauscht: von Spitzeln der Regierung, die wie Schatten sind und immer und überall darüber wachen, ob jemand auch nur einen Hauch von Kritik am nordkoreanischen Regime äußert oder über die Lebensumstände klagt. Ob der Händler noch lebt, wissen wir nicht. Häufig werden Christen sofort nach ihrer Entdeckung zum Tode verurteilt und hingerichtet. Doch von Lee ist bekannt, dass er die wenigen Augenblicke am Stand des Christen teuer bezahlte.

 

Arbeitslager für Abweichler: Lee gehörte einst zur wohlhabenderen Bürgerschicht in Nordkorea. Er hatte einen hochrangigen Posten inne. In seinem Interesse am christlichen Glauben sahen die Spitzel einen Vertrauensbruch gegenüber dem Regime. Der vermeintliche „Abweichler“ kam für mehrere Jahre in ein Arbeitslager. 18 Stunden harte Arbeit, Demütigungen und Folter sind dort an der Tagesordnung. Es gibt kaum etwas zu essen. Lee überlebte. Krank und ausgehungert wurde er wieder entlassen. Ihm gelang die Flucht nach China, wo er auf Christen traf. Was der Händler ihm unter Lebensgefahr vor Jahren anvertraut hatte, kam Lee wieder in den Sinn. Nach einer Zeit wurde er Christ. Doch noch heute reißen Lee Alpträume aus dem Schlaf. Über die Zeit im Arbeitslager sagte er: „Es war wie ein Leben in der Hölle.“

 

Zu Tode gequält: In China und Nordkorea gibt es Straf- und Arbeitslager, in denen die Insassen zutiefst menschenunwürdig behandelt werden. Soon Ok Lee kam 1994 nach sechs Jahren in einem nordkoreanischen Arbeitslager frei. „Beten Sie für Nordkorea!“, bittet sie in ihrem Buch, in dem sie über die Zeit im Arbeitslager berichtet. Christen würden in den Lagern am meisten gequält. „Einige wurden stark misshandelt, damit sie nie wieder zum Himmel aufblicken können. Andere wurden niedergemetzelt oder starben für ihre Mitgefangenen. Doch viele sangen, während sie verprügelt wurden. Ich sah nie einen Christen, der seinen Herrn verleugnete“.

 

Hausdurchsuchungen

 

„Ich hatte Todesangst, als die Männer mein Haus durchsuchten. Der christliche Glaube ist in meiner Heimat streng verboten. Hätten sie bemerkt, dass wir Christen sind, oder hätten sie unsere Bibel gefunden, wäre die ganze Familie sehr wahrscheinlich hingerichtet oder in ein Arbeitslager gebracht worden“, beginnt Hwang* aus Nordkorea zu erzählen. „Ich feierte gerade mit meiner Familie heimlich bei uns zu Hause einen Gottesdienst und hörte daher nicht gleich das Klopfen an der Tür. Es wurde immer heftiger. Hastig versteckte ich meine Bibel und öffnete die Tür. Sofort drängten der Dorfvorsteher und zwei Polizisten in unser Haus.

 

Bibel entdeckt: ‚Warum hast du nicht sofort geöffnet? Was tut ihr hier?‘, herrschte mich der Vorsteher an“, erzählte Hwang weiter. „Misstrauisch durchsuchten sie das Haus. Solche Überprüfungen finden regelmäßig statt. Ein Polizist fand unsere Bibel, doch er verbarg sie vor den anderen und sagte: ‚Hier ist nichts. Lass uns zum nächsten Haus gehen“. Hwang fürchtete, später verhaftet zu werden. Doch am nächsten Tag kam der Polizist zurück und gab ihm die Bibel zurück. „Ich bin selbst Christ“, sagte er. „Aber ich kann mich nicht mit anderen treffen. Ich verberge meinen Glauben. Doch Gott ermutigte mich und führte mich zu dir, einem Glaubensbruder.“

 

Aus Wut geschändet

 

Weil zwei Christen nicht zum Hinduismus zurückkehren wollten, haben Dorfbewohner sich an deren Ehefrauen gerächt und sie vergewaltigt. Weil zwei Christen sich weigerten, zum Hinduismus zurückzukehren, ließen Dorfbewohner ihre Wut an deren Ehefrauen aus und vergewaltigten sie. Baisi Pokharia (37) und Rekha Garsia (30) stammen aus dem indischen Dorf Nadia.


Baisi erinnert sich an den wohl schrecklichsten Tag in ihrem Leben: „Die Leiter des Dorfes nahmen meinen Mann Gokharya Barela mit in ein anderes Dorf und schlugen unaufhörlich auf ihn ein. Gewaltsam flößten sie ihm Alkohol ein und verlangten von ihm, Jesus zu verlassen oder sein Ackerland aufzugeben. Doch mein Mann entgegnete: ‚Ich werde alles verlassen, aber Jesus nicht.‘ Das Dorfoberhaupt sagte darauf in die Runde: ‚Ihr Leute könnt nun auch mit ihren Frauen machen, was ihr wollt.‘ So kamen einige Männer in unser Dorf. Von meinem Haus aus sah ich, wie zwei Männer meine Schwägerin Rekha Garsia belästigten. Ich wusste, dass sie auch mir etwas tun könnten und versteckte mich. Doch sie spürten mich auf, zerrten mich hinaus, warfen mich auf das Feld und vergewaltigten mich. Auch Rekha haben sie geschändet, obwohl sie im siebten Monat schwanger war. Die Männer drohten, uns umzubringen, wenn wir jemanden davon erzählen. Ich habe Angst, wenn ich diejenigen sehe, die meinen Mann geschlagen und mich vergewaltigt haben. Ich fühle mich so voll Scham“. Um die beiden Frauen zu ermutigen und ihnen dabei zu helfen, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten, initiierte Open Doors eine weltweite Schreibaktion. Tausende von Briefen und Karten kamen bei den Frauen an. Sie waren überwältigt von der Solidarität ihrer Glaubensgeschwister. Rekha Garsia hat eine gesunde Tochter auf die Welt gebracht. Ihr Name ist Asha.

 

Todesstrafe wegen Blasphemie

 

Asia Noreen wurde als erste Christin in Pakistan zum Tode verurteilt. Sie soll den islamischen Propheten Mohammed beleidigt haben. „Als der Richter das Todesurteil fällte, brach ich weinend und schreiend zusammen“, sagte die pakistanische Christin Asia Noreen, auch Asia Bibi genannt. Ihr wird zu Unrecht vorgeworfen den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Sie hatte keine Chance, sich zu verteidigen. „In der gesamten Zeit, die ich im Gefängnis verbringen musste, bin ich nicht ein einziges Mal zu einer Aussage vor Gericht aufgefordert worden. Jetzt habe ich die Hoffnung verloren, dass man mir Gerechtigkeit widerfahren lässt.“ Die Geschichte von Asia Noreen aus Ittanwali ging um die Welt. Die Mutter von fünf Kindern wurde nach den in Pakistan geltenden Blasphemiegesetzen zum Tod durch Erhängen verurteilt. Sie soll den islamischen Propheten Mohammed beleidigt haben. Darauf steht lebenslange Haft bzw. die Todesstrafe. Häufig dient dieses Gesetz als Vorwand zur willkürlichen Schikanierung von Christen.

 

Geplante Verschwörung: Asia Noreen beteuert ihre Unschuld und spricht von einer „geplanten Verschwörung“ gegen sie. Man wolle ihr eine Lektion erteilen. Denn schon oft hatten Dorfbewohner versucht, sie zum Islam zu bekehren. Doch jedes Mal war sie standhaft geblieben. Auch an jenem verhängnisvollen Tag: Sie war gerade mit anderen Frauen ihres Dorfes zum Beeren Pflücken auf dem Feld. „Sie bedrängten mich wieder einmal, zum Islam zu konvertieren.“ Und Asia Noreen weigerte sich wie sonst auch. Es kam zum Streit. Die Muslimas warfen ihr vor, Lästerliches über den Propheten Mohammed gesagt haben. Später stürmte ein Mob in ihr Haus und verprügelte sie. Die herbeigerufene Polizei nahm sie zunächst in Schutzhaft. Doch dann wurde ein Verfahren wegen Blasphemie gegen sie eingeleitet und sie musste im Gefängnis bleiben. Über anderthalb Jahre später fällte nun der Oberste Gerichtshof in Nankana gegen sie das Todesurteil.

 

Gefoltert, weil sie an Jesus glaubte

 

Die 17-jährige Nurta hatte sich für ein Leben mit Jesus Christus entschieden. Dafür wurde sie von ihren Eltern gedemütigt und schwer misshandelt. Nurta Mohamed Farad gab ihren Glauben an Jesus bis zuletzt nicht auf. Trotz all der Demütigungen und Folter, mit denen ihre Familie sie für ihren Glaubenswechsel bestrafte. Die 17-jährige Somalierin aus der Ortschaft Bardher (Region Gedo) entstammt einer muslimischen Familie. Doch die junge Nurta Mohamed Farah wurde Christin. Dafür verließ sie den Islam, was in ihrer ostafrikanischen Heimat Somalia als ein todeswürdiges Verbrechen gilt.

 

Familienehre beschmutzt: Heimlich besuchte sie eine Untergrundhausgemeinde. Doch ihre Eltern erfuhren davon. Nurta hatte in ihren Augen die Ehre der Familie beschmutzt. Zunächst versuchten die Eltern, den neuen Glauben aus ihrer Tochter herauszuprügeln. Doch weil sie trotz der Schläge nicht zum Islam zurückkehren wollte, ketteten ihre Eltern sie tagsüber an einen Baum. Nachts war sie in einem kleinen, dunklen Raum eingesperrt. Ein Gemeindeleiter, der Untergrundchristen in der Gegend regelmäßig besucht, sagt rückblickend, Nurta habe eine schwere Leidenszeit durchlebt. Eines Tages konnte sie zu Verwandten nach Galgadud fliehen. Doch dort spürten sie zwei bislang unbekannte Männer auf und töteten die junge Christin mit Pistolenschüssen in Brust und Kopf. Einheimische Christen sagen, es könnte sich um einen „Ehrenmord“ durch Verwandte gehandelt haben.

 

Konstruierte Anklagen

 

Tohar Haydarov aus Usbekistan sitzt im Arbeitslager. Wegen Drogenhandels verurteilt. Doch die Beweise dafür sollen ihm untergeschoben worden sein. Immer wieder beteuert Tohar Haydarov aus Usbekistan seine Unschuld. Der Prozess gegen ihn basiere auf untergeschobenen Beweisen und einer konstruierten Anklage, sagen seine Freunde. Doch gegen die mächtigen Behörden ist der Christ machtlos. Seit Juli 2010 ist Tohar Haydarov bereits in einem Arbeitslager nahe Qarshi gefangen – verurteilt zu insgesamt zehn Jahren Straflager wegen Besitzes und Weitergabe von Drogen. Das Lager liegt etwa 400 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt. Freunde aus seiner Gemeinde konnten ihn dort besuchen. Sein Gesundheitszustand sei zwar „in Ordnung“, sagten sie, aber er brauche dringend Gebet.

 

Unter Druck gesetzt: Rückblick: Der Usbeke aus Gulistan (Region Syrdarya), Mitglied einer Baptistengemeinde, wurde im März 2010 wegen Besitzes und Weitergabe von Drogen zu zehn Jahren Haft verurteilt. Tohar Haydarov bestreitet die Vorwürfe. Mitglieder seiner Gemeinde setzten sich für seine Entlassung ein. Der Fall sei „konstruiert“. Die bei ihm gefundenen Drogen seien Haydarov von der Polizei untergeschoben worden. In Wirklichkeit werde er für sein Engagement für die Christen und die Gemeinden in Usbekistan bestraft.

 

Misshandelt und dennoch standhaft: Vor seiner Verhaftung im Januar 2010 hatten mehrere Personen den ehemaligen Muslim unter Druck gesetzt, zum Islam zurück zu konvertieren und für dieses Ansinnen die Polizei um Hilfe geben. Trotz körperlicher Misshandlungen weigerte sich Tohar Haydarov, Jesus Christus zu verleugnen. Bei einer Hausdurchsuchung in Abwesenheit des Christen „fand“ die Polizei einen Beutel mit Marihuana. Daraufhin wurde er verhaftet. Drei Tage später stand der 27-Jährige vor Gericht. Anwesende Gemeindemitglieder waren erschrocken über seine körperliche Verfassung. Sie berichteten, er sei „schrecklich“ geschlagen worden. Er habe kaum gehen können und sein Gesicht sei geschwollen gewesen.

 

Gedemütigt und allein

 

Samida aus einem Land Zentralasiens hat in den Augen ihrer Eltern die Familienehre beschmutzt. Die junge Christin wird gedemütigt, verprügelt, ausgegrenzt. Samida stammt aus einem Land in Zentralasien und hat in den Augen ihrer Eltern die Familienehre beschmutzt. Sie ist über 20 Jahre alt und noch immer unverheiratet und hat obendrein die islamische Tradition ihrer Familie verlassen. Denn Samida glaubt an Jesus Christus. Deshalb will die junge Frau auch keinen Muslim heiraten. Weil offenbar kein Mann um Samidas Hand anhalten wollte, begannen die Nachbarn zu tuscheln, Gerüchte gingen um und der Tratsch brachte die Eltern in Verlegenheit. „Du bist Schuld“, wandten sie sich gegen ihre Tochter. „Du entehrst uns, weil du am Christentum festhältst.“

 

Ausgeliefert: Die Verachtung und Wut ihrer Eltern halten an und setzen Samida zu. Häufig wird sie verprügelt. Als ihre Mutter sie einmal heimlich mit anderen Christen gesehen hatte, zog sie die damals 26-Jährige an den Haaren auf den Marktplatz und verprügelte sie mit einer Rute vor aller Augen. „Meine Mutter sagt jedem, dass ich eine schlechte und faule Frau sei. Sie behandelt mich wie eine Sklavin. Ich arbeite Tag und Nacht für meine Eltern. Doch jetzt sagen sie, dass es keinen Platz mehr für mich im Haus gibt. Es sei besser für mich, bei den Schafen im Stall zu schlafen. In ihren Augen bin ich ein Niemand. Ich kann die Stadt nicht verlassen und irgendwo anders hinziehen. Manchmal ist es extrem schwer für mich, so zu leben.“

 

Vergrabene Hoffnung: Bis vor kurzem konnte Samidas verletzte Seele einzig bei ihrer Arbeit zur Ruhe kommen. Sie hütete die Schafe der Familie. Jeden Tag zog sie mit den Tieren hinaus. Wann immer sie sich sicher fühlte, ging sie zu einer bestimmten Stelle und grub tief in die Erde hinein. Dort hielt sie ein Neues Testament (Injil) versteckt. Wenn sie darin las und betete erlebte sie, wie Gott ihr neu die Kraft durchzuhalten schenkte. Doch ihre Mutter zerstörte diese Oase der Hoffnung. Sie entdeckte das Versteck, verprügelte die Tochter und verbrannte vor Samidas Augen ihr kostbares Injil.

 

Zur Ehe gezwungen

 

Teena ist Christin und wurde gezwungen, einen Muslim zu heiraten. Seit ihr die Flucht aus dieser Zwangsehe führt sie ein Leben im Untergrund. Teena ist eine junge Frau aus Pakistan. Sie ist Christin und wurde gezwungen, einen Muslim zu heiraten. Seit ihr die Flucht aus dieser Zwangsehe gelang, führt sie ein Leben im Untergrund. Seit vielen Jahren war Teena mit dem muslimischen Nachbarsmädchen Sobia befreundet. Die beiden verbrachten viel Zeit zusammen beim Zeichnen. Nach ihrer Ausbildung unterrichtete Teena als Zeichenlehrerin an einer Schule. Als sie wieder einmal zu Besuch bei Sobia war, hielten deren Familienmitglieder ihr ein Blatt vor und fragten, ob sie den Text darauf verstehe. Sie solle doch einmal versuchen, ihn zu lesen. Dieser Text war das islamische Glaubensbekenntnis. Teena dachte sich nichts dabei und las ihn, denn auch in der Schule wurden solche Texte häufig gelesen. Niemand wäre auf die Idee gekommen, jemanden deshalb zum Muslim zu erklären. Aber genau dies geschah mit Teena.

 

Getäuscht und gefangen: Kurze Zeit nachdem Teena den Text vorgelesen hatte, tauchte ihre Schwester auf und sagte: „Vater ruft nach dir. Komm nach Hause.“ Doch die muslimische Familie entgegnete der Schwester: „Teena kann nicht mehr bei euch leben. Sie hat gerade den Islam angenommen.“ Bei diesen Worten von Sobias Mutter fiel Teena aus allen Wolken, da sie nichts dergleichen wissentlich getan hatte. Inzwischen verkündete der Imam bereits über Lautsprecher, Teena sei im Traum nach Mekka gereist und nun konvertiert. Ihr Vater versuchte noch, die Polizei einzuschalten, um seine Tochter nach Hause zu holen. Aber die Polizisten erwiderten: „Eine Muslima kann nicht in einem christlichen Haushalt leben.“ Angesichts der Drohung, ihr Vater und ihre Geschwister würden sonst getötet, bekundete Teena schließlich schriftlich, von nun an eine Muslima zu sein. Gegen ihren Willen wurde sie daraufhin mit einem Muslim verheiratet. Ihre Lehrerkolleginnen freuten sich sehr darüber, dass nun auch Teena, „den rechten Weg gefunden“ hatte.

 

Drohung mit Blasphemie: Immer, wenn Teena aus diesem aufgezwungenen Leben ausbrechen wollte, machte man ihr deutlich: „Wir werden dich finden und töten! Und wenn du gehst, klagen wir deinen Vater wegen Beleidigung des Islam an!“ In diesem Fall würde ihr Vater für Jahre ins Gefängnis kommen und müsste anschließend unerkannt an einem anderen Ort eine neue Existenz aufbauen, falls er die Haftzeit überhaupt überlebte. Teenas Vater war zum Schutz der übrigen Familie gezwungen, öffentlich zu erklären: „Sie ist nicht mehr meine Tochter, sie lebt jetzt bei Muslimen.“ Eines Tages gelang Teena die Flucht, doch ihr Vater wurde dafür verhaftet. Während der Verhöre wiederholte er seine Aussage. Teena war inzwischen in einem Frauenhaus untergekommen. Nach Hause kann sie nicht mehr zurück; dort würde Sobias Clan sie sofort entdecken. Ihren christlichen Glauben hat sie nie aufgegeben und immer heimlich gebetet.

{Quelle: Open Doors Deutschland}

 

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