kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Auch nach 9/11 gibt es dschihadistische Aktivitäten in der Hansestadt 27. August 2011

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 14:34

Hamburg: Der Rückgang klang beruhigend:

2009 hatte der Hamburger Verfassungsschutz in der Hansestadt noch 45 Befürworter oder Unterstützer des bewaffneten «Heiligen Kriegs» gezählt.

Nun, bei der Präsentation ihres Berichtes für 2010, teilten die Verfassungsschützer mit, dass es nur noch 40 Dschihadisten seien. Das waren 40 zu viel, aber immerhin: Die Richtung schien zu stimmen.

 

Die Freude hielt sich dennoch in Grenzen. Denn einige der der aus der Statistik gefallenen Dschihadisten hatten ihre militante Ideologie nicht an den Nagel gehängt. Sie hatten im Lauf des Jahres 2009 nur beschlossen, diese nicht mehr in Hamburg, sondern in einem Terrorcamp im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet auszuleben. Die Sicherheitsbehörden kannten mehrere Mitglieder der sogenannten «Hamburger Reisegruppe» seit Jahren. Man habe die Szene gut im Blick, sagt der Leiter des Hamburger Verfassungsschutzes, Manfred Murck. «Aber wenn einige eher kurzfristig die Koffer packen, kann uns das entgehen.» Verhindern könne man Ausreisen ohnehin nur bei klarer Verdachtslage.

 

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001, als Ermittler feststellen mussten, dass drei der vier Todespiloten aus Hamburg kamen, waren die Aktivitäten der Reisegruppe die wohl Aufsehen erregendsten in der Hamburger Islamistenszene. Besonders der syrischstämmige Rami M. und der afghanischstämmige Ahmed S. standen im Fokus. Sie hatten in den Stammesgebieten Waziristans Kontakt zu einem hochrangigen Al-Kaida-Funktionär. Nach ihren Festnahmen erzählten sie von dessen Langfristplanungen für Anschläge in Europa – und schreckten damit auch die deutschen Sicherheitsbehörden auf.

 

Einer der Dschihadisten vermisste Pepsi und Nutella: Rami M. wurde im Mai dieses Jahres wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Seine islamistische Gesinnung ließ er offenbar in den Stammesgebieten zurück. Im Polizeiverhör klagte er, dass es in Waziristan weder Pepsi noch Nutella gab. Ahmed S. wird demnächst der Prozess gemacht. Ein weiterer Hamburger starb bei einem Drohnenangriff der USA. Rätsel und auch Sorgen bereitet den Sicherheitsbehörden der 2009 ebenfalls ausgereiste Naamen M.. Für Meldungen, auch der algerischstämmige Hamburger sei bei einem Drohnenangriff umgekommen, hat das Auswärtige Amt keine Belege. Der 41-Jährige könnte also noch immer bei Al-Kaida sein und – im schlimmsten Fall – einen Anschlag auf sein einstiges Heimatland Deutschland vorbereiten. Ein Vorbild dafür hätte er: Mit Mohammed Atta, einem der Todespiloten der Anschläge auf das World Trade Center, war er eng befreundet. Auch Atta war damals aus Hamburg abgereist, um sich Al-Kaida anzuschließen.

 

Der einstige Dschihadisten-Treff wurde dicht gemacht: Wichtigster Treffpunkt sowohl für die «Hamburger Zelle» um Mohammed Atta als auch für die Reisegruppe von 2009 war die früher Al-Kuds benannte Taiba-Moschee im Stadtteil St. Georg. Doch diesen, zum Wallfahrtsort für Dschihadisten gewordenen Anlaufpunkt haben die Extremisten im August vergangenen Jahres verloren. Der Trägerverein wurde von der Hamburger Innenbehörde verboten, die Moschee geschlossen. «Wer jetzt nach Hamburg kommt, um sich Extremisten anzuschließen, muss erstmal suchen», sagt Verfassungsschützer Murck. Auch neugierige Einheimische hätten nun keine bekannte Anlaufstelle mehr. Verschwunden sind die einstigen Taiba-Besucher nicht. Der deutsche Konvertit Yahya ibn Rainer, so nennt er sich seit seinem Übertritt zum Islam, ist einer von ihnen. Die Schließung hält er für nicht gerechtfertigt. Von der Taiba-Moschee sei keine Gefahr ausgegangen. Ibn Rainer sagt: «Ich kann mir nicht im geringsten vorstellen, dass ein mir bekannter Glaubensbruder dazu in der Lage wäre, einen Anschlag auf die deutsche Zivilbevölkerung zu planen und auszuführen.» Der Zusatz «auf die deutsche Zivilbevölkerung» ist wichtig. Die Aktivitäten der Reisegruppe, von der sich ein Mitglied in Propagandavideos als Gotteskrieger im Kampf gegen Soldaten der westlichen Allianz präsentierte, kritisiert Ibn Rainer jedenfalls nicht. Ihren Weg in den bewaffneten Dschihad nennt er «Auswanderung». Die meisten entschieden sich bei einer Auswanderung für Länder wie Ägypten. «Aber es gibt nun mal auch Muslime, die nach Afghanistan wollen.»

 

Die Besucher der Taiba-Moschee haben sich zerstreut: Die Besucher der Taiba-Moschee hätten sich nach der Schließung zerstreut, sagt Ibn Rainer. Tatsächlich sollen sie in Gebetshäusern am Steindamm versucht haben, sich in den Vorstand wählen zu lassen – zum Missfallen der Schura, der Vereinigung, in der die meisten Moscheen der Hansestadt organisiert sind. «Wir möchten nicht denunzieren, aber wenn jemand böse Absichten auslebt, wird er angezeigt», sagt der Schura-Vorsitzende Mustafa Yoldas. Die Imame seien sensibilisiert. Verfassungsschützer Murck weiß, dass von Muslimen wie Yoldas keine Gewalt ausgeht. Trotzdem beobachtet seine Behörde auch die von ihm geleitete Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG). Wegen der Verbindungen der IGMG zu ihrer islamistischen türkischen Mutterbewegung sei dies begründet, sagt Murck. Mustafa Yoldas ärgert das: «Für die Behörden gelte ich als Verfassungsfeind, andererseits erwarten sie, dass ich mit ihnen gegen die wirklich Radikalen zusammenarbeite.»

 

Die wirklich Radikalen – das sind die Salafisten. Die Anhänger dieser islamischen Glaubensrichtung legen den Koran besonders streng aus und sehen ihn als Richtschnur für alle Lebensbereiche. Dschihadistisch orientierte Salafisten rechtfertigen auch den bewaffneten «Heiligen Krieg». Von dieser Minderheit, zu der auch Mohammed Atta und die Mitglieder der Reisegruppe gehörten, gehe eine zumindest potenzielle Terrorgefahr aus, sagt Murck. Manchmal werde er gefragt, warum von der Hansestadt seit 2001 dennoch kein weiterer Anschlag ausgegangen sei. Murck sagt dann: «Zum einem haben wir über diese Gruppe ziemlich gute Erkenntnisse. Wir kennen ihre Namen und wissen recht gut, was sie tun.» Größere Operationen oder Planungen würden man wahrscheinlich erkennen, sagt Murck.

 

Die meisten heutigen Dschihadisten seien aber auch weniger zielstrebig und diszipliniert als beispielsweise Mohammed Atta. Zu guter Letzt, so sagt Murck – und dies einzuräumen, erfordert Mut – habe man Glück gehabt.

 {Quelle: www.mz-web.de – Von Ulrich Kraetzer}

 

2 Responses to “Auch nach 9/11 gibt es dschihadistische Aktivitäten in der Hansestadt”

  1. Erich Foltyn Says:

    der ganze Dschihadismus könnte ja nur dann einen Dämpfer kriegen, wenn das Image des Islam dadurch Schaden näme. Das ist aber nicht der Fall, während der Kirche jede Kleinigkeit zum Verhängnis wird und wenn man ihr gar nichts mehr vorzuwerfen findet, dann werden jahrhunderte alte Ereignisse heran gezogen, während man beim Islam von einer alten Hochkultur spricht. Aber das kann nicht stimmen, wenn es dort heute noch so zugeht wie im Mittelalter. Wenn es in einer Religion einen Hl. Krieg gibt als einen unverzichtbaren, konstituierenden Bestandteil, dann ist es keine Religion, sondern die Idee von Beklopften.

  2. Johannes Says:

    Die Mitglieder der verfassungsfeindlichen Taba-Moschee haben sich nicht wirklich zerstreut, sondern haben sich nun auch in das südliche Schleswig-Holstein verzogen (Pinneberg u.a.) und infiltrieren muslimische Gemeinden.

    Im Pinzip lehnen sich alle Muslime gegen unsere freiheitlich-demokratische Ordnung auf, weil diese ein „unislamisches System“ ist. Wie bei den Christen gibt es aber Muslime, die nur dem Namen nach Muslime sind. Da sie sich aber nie von den echten Muslimen distanzieren, werden sie eben alle über einen Kamm geschoren.

    Nach den Ausführungen des hochgebildeten Juristen und ehemaligen deutschen Botschafters in Algerien und Marokko, Dr. Wilfried „Murad“ Hofmann, der 1980 zum Islam konvertierte, ist nur der ein wirklicher Muslim, der den Koran in seiner arabischen Ursprache für die wortwörtlich offenbarte Botschaft Allahs hält: „Satz für Satz, Wort für Wort Sein (Allahs) herabgekommenes Wort, Seine unmittelbare, Sprache gewordene Mitteilung. … Die Anerkennung des Korans als Gottes Wort ist für den Muslim konstitutiv. Wer dies nicht glaubt, ist kein Muslim“ ( Hofmann, „Koran“, München 2002).

    Von daher gibt es im Islam keine „strenge Auslegung“ des Koran. Der Koran ist der Koran und der Islam ist der Islam! Kein „Islamismus“ und kein „islamistischer“ Kampf! Der Kampf gegen alle Nichtmuslime ist von Allah wortwörlich befohlen und wortwörtlich dem Koran entnommen. Wann endlich wird das begriffen?


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