kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Betrachtung über den Heiligen Geist 26. August 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 00:02

Gedanken über den Heiligen Geist in Bezug auf die herrliche Pfingstsequenz – von Herrn Kemmer

 

Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt. Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not. In der Unrast schenkst Du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod. Komm o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund. Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehen, kann nichts heil sein noch gesund. Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt. Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit. Lass es in der Zeit bestehen, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit. Amen

 

Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt.

Diese Herabrufung erinnert an die Schöpfung der Welt zu Beginn, als Erde wüst und leer war. Er sagte: Es werde Licht und es ward Licht. Auch in unserer Zeit leben viele Menschen in der finstren Nacht des Unglaubens, der Lieblosigkeit, der Hoffnungs- und Trostlosigkeit, der Einsamkeit, der Sprachlosigkeit, der Würdelosigkeit, der tiefen Zerrissenheit, des Gespaltenseins, des inneren Unfriedens. Viele Menschen haben Traumata zu bewältigen, die sie durch Kriegserlebnisse, Vergewaltigung, Verbrechen, Mobbing und anderen Leiden erleben mussten. Sie leben in innerer Dunkelheit. Dunkle Schatten haben sich auf ihre Seele gelegt und harte Narben hinterlassen. Diesen trostlosen Zustand wird der Heilige Geist herabgerufen, die Licht in diese Welt der Dunkelheit strahlen möge. Nicht nur Licht der irdischen Helligkeit, sondern Licht der inneren Erleuchtung, also göttliches Licht, welches sich die Menschen wieder aufrichten lässt.

 

Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt.

In dieser Aufforderung zu uns zu kommen wird das Wirken des Heiligen Geistes konkret: Er liebt Menschen in Not. Er steht den Menschen bei, er erhellt die Menschen, die sich ihrer unsterblichen Seele bewusst werden, er ist der Gabenbringer, nicht etwa Brot oder andere Materialien, gibt er nebenbei. Er gibt andere, halt zeitlos andere Gaben, wenn die Menschen diese Gaben nur zulassen würden. Welche Gaben sind hier gemeint? Die Gaben sind Weisheit, Verstand (Einsicht), Rat, Starkmut, Wissenschaft, Frömmigkeit, Gottesfurcht.

 

Bereits im Alten Testament hat der Prophet Jesaja die sieben Gaben des Heiligen Geistes vorausgesagt: „Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor… Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht“ (Jes.11,1.2).
 
1. Weisheit: Weisheit im biblischen Sinne bedeutet nicht Anhäufung von Wissen, sondern die Fähigkeit, Gottes Willen zu erkennen und den Glauben mit dem Herzen aufzunehmen, das heißt den Glauben nicht nur zu bekennen, sondern ihn auch zu tun.
2. Einsicht: Einsicht bedeutet, den Glauben immer tiefer zu erkennen und die Fähigkeit, Gut und Böse unterscheiden zu lernen, um diese zu perfektionieren.
3. Rat: Wie oft sind wir ratlos. Um Klarheit in den Alltagsentscheidungen zu bekommen, müssen wir uns für das Rechte, das Gute entscheiden. Es geht darum, Gottes Willen für das eigene Leben zu erkennen und darum zu beten; es geht um die Bereitschaft, guten Rat anzunehmen (durch die Hl. Schrift; vorbildliche Menschen; das eigene Gewissen) und zu geben (durch unser Reden und Handeln).
4. Stärke: Die Gabe der Stärke hilft, den Glauben auch unter Spott oder Verfolgung durch Entschlusskraft, Mut, Standhaftigkeit und Handeln nach Gottes Willen zu leben.
5. Wissenschaft (Erkenntnis) befähigt uns, weltliches Wissen zu erforschen und Antworten zu finden auf die Fragen: woher, wohin, wozu, warum, weil wir wissen, dass Gott uns kennt und um unser Leben weiß.
6. Frömmigkeit: Frömmigkeit bedeutet: das eigene Leben mit Gott gestalten. Frömmigkeit meint, aus dem Vertrauen auf Gott den Alltag leben.
7. Gottesfurcht ist nicht das Gegenteil von Gottesliebe, sondern von Gottlosigkeit! Der Gott der Bibel ist ein liebender Gott, aber auch der allmächtige, heilige Gott, vor dem wir Ehrfurcht haben.

 

Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not.

Höchster Tröster ist einer, der Gott ist, der tröstet, d. h. der Trost spendet in der Zeit, ja in der irdischen Zeit. Gott ist bei uns. Wie ein Gast erfreut er mit seiner Art, seiner Unaufgeregtheit, seiner Kreativität, seiner Herzlichkeit unser Innerstes, er gibt uns durch seine Gaben echte Hilfe in Notzeiten. Er lässt hinter die Kulissen schauen. Er lässt auf den Grund der Probleme schauen, je er lässt erkennen, wenn nur unser Wille vorhanden ist, erkennen zu wollen und wir bereit sind, geistige Schranken zu öffnen. Gewalt ist diesem Heiligen Geist wesensfremd. Sein Ziel ist es nicht, gewaltsam den Sinn des Menschen auf ihn richten zu lassen. Nein, er bewirkt dies durch kleine leise Denkanstöße oder Erlebnisse.

 

In der Unrast schenkst Du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod.

Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir, oh Gott. Dieses Wort des hl. Augustinus ist charakteristisch für den Geist der Gelassenheit. Er nimmt die Wut aus den Gedanken, die Rache aus dem Willen und den Hass aus dem Herzen. Die Hitze der Rache, des Hasses kühlt er ab. Wenn aus Hass und Rache über den „Umweg“ der Gelassenheit, des Verstandes und der Erkenntnis der Mensch die Ruhe des Herzens geschenkt bekommt, ist es auch möglich sich zur Vergebung aufzuraffen und durchzuringen. Dann spendet der Heilige Geist der Seele des Menschen Trost in Leid, also auch zum Zeitpunkt seiner letzten Stunde hier auf Erden. Die Seele des Menschen hat sich selbst angenommen und mit sich, der Welt und Gott Frieden geschlossen. Der Heilige Geist fungiert hier als Schlüssel für das Paradies. Die Seele des Sterbenden hat dann alle Sorgen und Nöte in Gottes Hände gelegt.

 

Komm o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund

Der Heilige Geist als das Licht Gottes, welches er in Einheit mit dem Vater und dem Sohn aus sich selbst heraus abstrahlt, in Fülle abstrahlt und als Lichtquelle der Geborgenheit nie begonnen hat und nie enden wird und einfach nur „da“ ist, hat die Möglichkeit bei für ihn offenen Seelen und Herzen bis auf der Seele Grund, also bis ins Innerste des Menschen zu strahlen und die Innigkeit der Seele des Menschen berühren und zum Aufbruch, ja zum Leben bewegen zu können. Dieses vom Heiligen Geist empfangende Licht reflektiert der Mensch durch ein inneres Leuchten nach außen hin, für die Mitmenschen sichtbar. Hat der Mensch z. B. eine Aufgabe des uneigennützigen Helfens gefunden, die ihn so mit Freude erfüllt, wird seine Seele übervoll und die Seele quillt über und mündet in Sprache und im Tun. Der Heilige Geist wirkt aber auch über Menschen, die zum Beispiel Suizidgefährdeten wieder Lebensmut und –kraft bescheren.

 

Ohne dein lebendig Wehen kann im Menschen nichts bestehen, kann nichts heil sein noch gesund.

Der Heilige Geist ist immer in Bewegung und hält immer in Bewegung. Wer ihn in sein Herz hineinlassen will, der lässt eine Geisteshaltung in sich eindringen, die ihn nie ruhig werden lässt im besten Sinne. Es ist das Denken Jesu, der ebenfalls im Heiligen Geist Bestandteil hat, den er uns geschenkt hat. Immer strebt die Seele dann nach Verbesserung, nach Vervollkommnung. Viele Heilige hatten diese Erfahrung. Sie fühlten sich gegenüber der Vollkommenheit Gottes so unvollkommen, obwohl sie im irdischen Sinne schon so geistbestimmt, also irdisch gesehen, vollkommen gelebt hatten. Erst der Heilige Geist lässt die Seele somit ganzheitlich heil werden. Haben wir dieses Streben dieses „lebendigen Wehens“ aufgegeben, haben wir uns selbst aufgegeben, stellen wir unsere Existenz, ja unseren Glauben in Frage, aber auch unsere unsterbliche Seele. Diese Selbstaufgabe kann krank machen, nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Ein Leben ohne Gott macht auf Dauer krank, weil die Seele nicht gesunden kann. Gebet ist Ausdruck des „Wehen“, ist heilend, ist gesundheitsfördernd.

 

Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält.

Sünde sorgt für Befleckung der Seele, Ideologien und Teile von Religionslehren, die auf Hass, Rache und Gewaltlegitimierung als Mittel zur Erreichung von Macht, sind trocken und dürr, quasi totes Holz, aber auch krank, weil krank machend, weil Liebe Gottes negierend. Egoismus in jeder Form lässt die Seele vertrocknen, lässt die Seelen anderer, unserer Mitmenschen vertrocknen, macht uns selbst und andere krank, unheilig, ja weil dieses Unheil Leid bedeutet und die gezielte persönliche Unvollkommenheit einbetoniert. Machtausnutzung und Unterdrückung macht unfrei, macht unselig und verkrüppelt die unsterbliche Seele und lässt Narben auf ihr entstehen, die bis ins Jenseits nachwirken. Das Wirken des Heiligen Geistes lässt heilen, lässt rein machen, lässt sprießen, lässt neues Leben in die getrocknete Seele fließen wie ein Urquell in der Wüste. Das Quälen hat ein Ende. Das Quälen des „sich selbst“ und das Quälen Anderer durch destruktives Machtstreben hat ein Ende. Die Qual löst sich auf, wird entknotet und lässt einen Strom spendender und liebender Lebensenergie fließen durch den Urquell des Heiligen Geistes, indem er uns davon innerlich überzeugt, dass Liebe bewegt, sich öffnet, Hass jedoch Stillstand und Status quo bedeutet. Die Gesundung an Leib und Seele kann nunmehr beginnen.

 

Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt.

Das Stillstehen ist dem Heiligen Geist ein Gräuel. Alle Entwicklung hört auf. Jedes geistige Leben wird erstickt. Er gibt die Erkenntnis, dass einiges im Vergangenen falsch war, die Seele einen Irrweg gegangen ist. Er lässt ein Aha-Gefühl entstehen, wenn die Seele ihre Fähigkeit nicht gänzlich verloren hat, sich öffnen zu können. Vielfach wird diese Erkenntnis durch ein einschneidendes Erlebnis vermittelt, die den Kreislauf des eigenen Denkens durchbricht und Licht in die verdunkelte Seele eindringen lässt. Denken wir an die Bekehrung des Paulus.

Der Erfolg dieser Umkehr ist vergleichbar mit einer Mutter, die ihr von Schüttelfrost befallenen Kind mit einer Decke wärmend umschließt und so für eine Entkrampfung sorgt. Die geistige Erstarrung wird gelöst. Der Heilige Geist wirkt hier als Medikament. Der Heilige Geist schenkt Erkenntnis, die beim Menschen nicht folgenlos bleibt. Er ändert sich, er kehrt um und beschreitet mit der Hilfe Gottes den „rechten“ Weg.

 

Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit

Um die Gaben des Heiligen Geistes wollen wir bitten. Manchmal bekommen wir sie geschenkt. Die wichtigste Eigenschaften, die wir haben sollten, um diese Gaben zu erreichen sind ein offenes Herz und die Gabe des Zuhörens, auf die Worte der Bibel, die Worte einer guten Predigt oder durch die richtige Einordnung eines Erlebnisses. Einige Gaben können wir uns auch erarbeiten, wenn wir denn wollen. Wir können unseren Verstand gebrauchen. Wenn wir ihn recht gebrauchen unter Mithilfe und Ernstnehmen der Bibel, können wir zu richtiger Wegerkenntnis kommen. Wir können daraufhin Starkmut zeigen, in dem wir uns zu Jesus, zum Dreieinen Gott bekennen. Diese Gaben sind durch den guten Willen erarbeitbar, wenn das Wort des Evangeliums bei uns auf fruchtbaren Boden fällt. Sie haben etwas mit freiem Willen zu tun. Gaben wie Weisheit und Frömmigkeit können nur Geschenk sein. Sie können nur Geschenk Gottes, des Vaters, des Heiligen Geistes und des Sohnes Jesu Christi sein.

 

Lass es in der Zeit bestehen, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit

Ja, wenn ein Volk das Vertrauen zum Heiligen Geist, zum Geist Gottes, nicht verloren hat, wie es die Bitte zu Punkt 9. ausdrückt, folgt zwangsläufig die Bitte des Fortbestehens des Vertrauens, die Bitte darum, in diesem Fortbestehen die Vollendung des Heils bei Dir, Dreifaltiger Gott, und somit die Freuden der Ewigkeit des Himmels zu erlangen. Glaube muss jeden Tag neu erkämpft werden, bleibt nie statisch, wird durch Ereignisse, ob gut oder schlecht, positiv oder negativ beeinflusst. Es bleibt das Ringen um den Glauben, um die Liebe, um die Hoffnung jeden Tag, den Gott uns hier auf Erden leben lässt. Wir können und wollen darum bitten, dass wir in unserer Zeit bestehen als Einzelner und als Gemeinschaft, hier Volk genannt. Und wen könnten wir besser bitten als den Geist der Wahrheit und Schöpfung im Vater, den Geist der Liebe im Heiligen Geist, den Geist der gelebten Feindesliebe in Jesus. Amen = So sei es.

Diese Gedanken sind mir einfach in den letzten zwei Tagen gekommen. Ob sie mit der hohen Theologie übereinstimmen, weiß ich nicht, ist mir aber auch egal. Der farbige Teil stammt nicht von mir. Habe ich aus Wikipedia. Diese Pfingstsequenz mag ich besonders gern, singe ich immer am Pfingsttag vor. Der Heilige Geist wird innerhalb der Kirche m. E. recht stiefmütterlich behandelt. Ist er doch Bestandteil der allerheiligsten Dreifaltigkeit.

 

3 Responses to “Betrachtung über den Heiligen Geist”

  1. Erich Foltyn Says:

    Jesus sagt ja in der Bibel auch etwas über den Hl. Geist, es sind seltsame Worte. Der Hl. Geist ist eine der 3 Personen der Hl. 3 Faltigkeit, welche für mich ein gewaltiges Geschehen darstellt, das uns ein Bild von der Gottheit oder einem Zeichen dieser vermittelt. Zu der Frage, ob es einen Gottesbeweis gäbe, gibt es im Katechismus ohnehin eine genaue Anleitung:

    Keiner erkennt Gott – nur der Geist Gottes. Der Geist, der Gott offenbart, läßt uns Christus, sein lebendiges Wort erkennen; er spricht aber nicht von sich. Er, der durch die Propheten gesprochen hat, läßt uns das Wort des Vaters vernehmen. Ihn selbst aber hören wir nicht. Wir erkennen ihn nur darin, daß er uns das Wort offenbart und uns bereits macht, es im Glauben anzunehmen. Der Geist der Wahrheit, der uns Christus enthüllt, redet nicht aus sich selbst heraus. Diese wahrlich göttliche Zurückhaltung erklärt, warum ihn die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt, während die an Christus Glaubenden ihn kennen, weil er bei ihnen bleibt.

    Diese Sätze sind ein wahres Kunstwerk, die wahrscheinlich in jahrhundertelanger Kleinarbeit zusammen getragen wurden und im Jahre 1986 wurde einer 12 köpfigen Kommission unter dem Vorsitz von Herrn Kardinal Joseph Ratzinger die Aufgabe übertragen, den Entwurf dieses Katechismus vorzubereiten usw.

  2. Walter Says:

    Dreifaltigkeit Gottes, diese Lehre hat schon viel Leid und Ausgrenzung und Höllenverdammnis unter Christen ausgelöst!!
    Dabei wurde im 2 Konzil von der Katholischen Kirche festgelegt: Muslime und Christen beten zum gleichen Gott! Schön das sie sich selbst widersprechen mit ihren Dogmalehren!!
    Ohne Zweifel, der Geist Gottes ist Gott!!!
    Aber das hat noch lange nichts mit Dreifaltigkeit zu tun, denn durch den Gottes Sohn Jesus wurde das Wort Gottes verkündet weshalb aus dem Mensch Jesus gleich ein Gott gemacht wird, werde ich nie begreifen!!!
    Könnte das vielleicht mit den Anfängen des Judenhasses zu tun haben????

  3. Bazillus Says:

    Werter Walter,
    wenn Gott (Vater) in den Evangelien mit einer Stimme sagt, dass Jesus sein geliebter Sohn sei,bei der Verklärung bei Markus 9, 7-8 und bei der Taufe Jesu, Mathäus 3, 17 und nicht nur das, sondern dieser Gott gibt seine Verkündigung ganz ab auf ihn, Jesus und lässt den Menschen mitteilen, dass sie auf ihn, Jesus, hören sollen, hat dann nicht Jesus die Vollmacht Gottes bekommen aus erster Hand. Er sagt noch nicht einmal, dass die Menschen auf Gott hören sollen, sondern auf Jesus. Gott würde nie so weit gehen, das Ohr des Menschen von ihm selbst abzulenken, wenn Jesus nicht göttlichen Ursprungs wäre, für mich klar. Jesus vergibt Sünden, er treibt Dämonen aus. Er sagt, er sei ein König, nicht von dieser Welt. Er sagt, er sei, ehe Abraham ward. Warum sollte ich bei all diesem nicht glauben, dass er Bestandteil Gottes ist?

    Auch denke ich, dass der Judenhass nicht aus der Dreifaltigkeitslehre entspringen kann. Im Gegenteil. Jesus war Mitglied des auserwählten Volkes. Dieses hat ihn als Messias nicht anerkannt aus welchen Gründen auch immer. Wenn ich Jude wäre, würde es mir zwar zu unverdienten, weil ich persönlich nichts geleistet habe, aber doch zur Ehre gereichen, wenn jemand aus diesem göttlich auserwählten Volk als der Sohn Gottes, also als Gott selbst verehrt werden würde. Das ist kein Grund, Judenhass zu entwickeln, auch wenn böswillige Geister in den Kirchen dies mit Sicherheit getan haben. Dieser Ungeist resultiert nicht aus dem Gottesbild der Dreifaltigkeit, sondern aus dem Verhalten und minderwertigem Denken von Menschen ausgehend, die irrigerweise immer von Gottesmördern gesprochen haben.
    Irrtum 1: Gott kann nicht gemordet werden (zumal Jesus den Beweis geliefert hat und ja sogar auferstanden ist)
    Irrtum 2: Nicht Juden haben Jesus gemordet, immer noch die Römer und ihr Pilatus
    Irrtum 3: Das Volk der Juden hat Jesus geliebt. Die Menge, die da schrie: „Kreuzige ihn“ waren bezahlt und genauso eingepeitscht wie die Menge auf Goebbels Frage:“ Wollt ihr den totalen Krieg!?“ mit einem irren „Jaaaaa“! geantwortet haben.
    Irrtum 4: Schuld lag nicht bei den Juden, sondern in erster Linie bei den Jüngern um Petrus, die Jesus schmählich im Stich gelassen haben. DAs wird viel zu leicht vergessen!! Und trotzdem hat Jesus diesem Petrus verziehen und auf ihm seine Kirche aufgebaut, die immer aus fehlbaren Menschen bestanden hat.
    Irrtum 5: Jesus hat all seinen Feinden am Kreuz verziehen. Wer schafft dies unter diesen höllischen Schmerzen? Nur Christen haben dies nicht geschafft! Sie haben den Juden bis heute nicht verziehen! Sie haben Jesus noch nie in seiner vollen Göttlichkeit verstanden.

    Es kommt doch letztlich auch nicht darauf an, welche Wirkung die Dreifaltigkeit bei einigen Menschen auslöst.

    Es kommt doch darauf an, ob diese Dreifaltigkeit glaubhaft ist. Wenn es die Dreifaltigkeit nicht gäbe, wäre Jesus nicht Gott. Dies hätte Konsequenzen auf das Liebesgeschehen Gottes auf Erden. Dann wäre wieder ein Allahbild möglich, weil Gott sich somit nicht so eindringlich solidarisch im Leid mit den Menschen gestellt hätte, weil Jesus ja nicht Gott ist. Es ist ja gerade die Antwort Gottes auf das AT, als Isaak als Sohn eines Menschen geopfert werden sollte, was Gott letztlich nicht wollte und zuließ. Er selbst war sich aber nicht zu schade, seinen eigenen Sohn auf diese Weise irdisch sterben zu sehen. Erst die Dreifaltigkeit begründet und beweist die Liebe Gottes zu uns Menschen. Das Fehlen der Dreifaltigkeit lässt die Liebe Gottes in Vielem in einem anderen fahleren, weil nicht so vollkommenen Licht erscheinen.

    Letztlich kann das alles aber dem Wahrheitsgehalt der Dreifaltigkeit nichts anhaben. Entweder ist sie wahr oder nicht. Selbst wenn sie nicht wahr sein sollte, Herr Walter, was wäre daran verwerflich? Wir sollen Jesus nachfolgen. Wir machen das Kreuzzeichen und jedes Gebet, auch wenn es an Jesus gerichtet ist, kommt so beim Vater an.

    Werter Vorkommentator, eine direkte Frage an Sie: Haben Sie einmal auch nur eine Fürbitte für Jesus bei Gott ausgesprochen, so wie Sie z. B. mit Sicherheit für einen lieben oder ungeliebten Verwandten oder Bekannten oder für die Welt gebetet haben? Haben Sie auch nur einen Gedenkgottesdienst für Jesus, wie sie einen Gottesdienst für einen Verstorbenen gefeiert haben, und für Jesus gebetet, dass er z. B. in den Himmel komme möge? So wie die Muslime immer eine Fürbitte für ihren Propheten aussprechen, wenn sie seinen Namen erwähnen (er hat es ja auch notwendig).
    Wenn Sie Jesus zutrauen, dass er aktiv ihre Bitten erhört und Sie ihn direkt bitten, etwas zu bewirken, dann würden Sie in Ihrem Gebet den falschen Adressaten ansprechen. Dann gäbe es den Heiligen Geist nicht und auch Jesus fiele als Ansprechpartner im Gebet aus. Sie könnten ihn höchstens wie andere Heilige auch um Fürbitte anrufen. Ist das Ihr Christusbild? Dass er einer aus der Reihe der Christen ist,die auch zu den Kindern Gottes gezählt werden, die aber doch nur sünd- und fehlbar sind? Wenn Sie also Jesus bitten, etwas zu bewirken, behandeln Sie ihn zumindest im Gebetwie Gott selbst.

    Dann doch lieber ehrlich und die Dreifaltigkeit akzeptieren. Alles andere ist doch Wort-, sorry Geistklauberei, oder?

    Im Übrigen hat Jesus die Höllenverdammnis auf einen anderen Level gestellt, jedoch nur dann, wenn wir ihn als Bestandteil der Dreifaligkeit ansehen. Er stellt die Feindesliebe, die für Menschen fast unmöglich zu bewerkstelligen ist, als Vollkommenheit Gottes dar. Er selbst hat am Kreuz auch danach gehandelt. Hölle ist kein Drohmittel mehr seit JEsus, auch wenn die Kirchen dies in ihrem Machtstreben immer so gehandhabt haben. Die Dreifaltigkeit hilft mit, diese Höllendrohkulisse einzudämmen, weil Liebe die Dreifaltigkeit auf göttlicher Ebene für uns eben unvorstellbar zusammenhält.


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