kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

EIN KROKODIL IM HAUS 23. August 2011

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 14:42

Pedro , ein priesterlicher Amtsträger auf einer karibischen Insel, war für ein paar Wochen auf Besuch bei seinem besten Freund in A.  Er besuchte u. a. auch unsere Gemeinde und hielt eine Predigt. Nach dem Gottesdienst saßen wir alle noch eine Stunde mit Pedro und seiner Familie zusammen und er erzählte uns ein Erlebnis aus seiner Heimat, wie bei einem Familienbesuch sein Glaube auf eine harte Probe gestellt wurde. Ich fand dieses Erlebnis so interessant und machte mir sofort ein paar Notizen, damit ich es Euch allen heute berichten kann.

 
Als ich das Haus der Familie Sanchez betrat, die seit etwa fünf Monaten das Werk Gottes prüfte, wurde ich von allen Familienmitgliedern freudig empfangen. Wir setzten uns zusammen und es folgte eine angeregte Unterhaltung über den Glauben und über das Evangelium Jesu Christi. Bevor ich das Haus verlassen wollte, beteten wir noch gemeinsam. Plötzlich, während des Gebetes, platzte jemand in die Stube: ein Nachbar. In heller Aufregung teilte er uns mit, ein Krokodil sei in sein Haus eingedrungen. Vater Sanchez bat den Eindringling noch einen Moment zu warten und forderte mich auf, das begonnene Gebet zu beenden. Danach würden wir uns der Sorge des Nachbarn annehmen. Ein Krokodil? Seltsam. In diesem Landesteil gibt es eigentlich keine Krokodile. Die meisten sind etwa 200 Kilometer entfernt zu finden, schoss es mir durch den Kopf.

 

Als wir Amen sagten, meinte der Nachbar spöttisch: „Nach all diesen schönen Worten wiederhole ich, dass ein junges Krokodil bei mir zu Hause eingedrungen ist und ich bin mir sicher, dass keiner den Mut haben wird, es zu verjagen. Oder hätten Sie den Mut es zu tun mit der Hilfe Ihres Gottes, zu dem Sie sich eben gewandt haben?“, sagte er herausfordernd zu mir. Kalter Schweiß lief mir den Nacken hinunter, noch nie in meinem Leben hatte ich solch ein Reptil berührt. Aber dass jener Mann so offen über meinen Gott und himmlischen Vater spottete, irritierte mich zutiefst. Rasch schickte ich ein Stoßgebet zum Himmel und verband mich im Geiste mit meinem himmlischen Vater.  „Ja, dann, mein lieber Freund“, sagte ich zu dem Mann „dann schauen wir uns das doch bei Ihnen zu Hause mal an.“ Gesagt, getan. Mit ungläubiger Miene führte mich der Mann zu seinem Haus. Alle anderen folgten uns schweigend.

 

 Das Krokodil kauerte in einer Ecke. Ich wusste, dass die Jungtiere oft sehr lebhaft, unberechenbar und aggressiv werden können. Das Krokodil schaute mich an, rührte sich aber nicht. Ich packte es blitzschnell am Hals, nahm es in meine Arme und trug es ganz ruhig aus dem Haus hinaus. Wie ich mich fühlte, sah ja keiner. Ich war fürchterlich angespannt und hatte wahnsinnige Angst. Doch dann bat mich der liebe Nachbar – als ob das nicht reichen würde – noch einen Moment still zu halten, damit er ein Erinnerungsfoto schießen könne. Erst danach brachte ich das Reptil an einen sicheren Ort. Auf das Staunen und die Anspannung aller Anwesenden folgten Freudenschreie der Erleichterung. Der Nachbar lud uns daraufhin alle in sein Haus ein und forderte mich auf, ein Gebet zu sprechen, um Gott für dieses Erleben zu danken. Nach dieser Begebenheit konnte ich Familie Sanchez nie mehr besuchen, ohne  in das Haus des Skeptikers einzukehren, der von jenem Tag an auch meine Besuche sehnsüchtig erwartete. Das geschah vor zwölf Jahren. Beide Familien sind längst unsere Geschwister und sie dienen Gott mit unerschütterlichem Glauben.            
 

Liebe Leserinnen und Leser meines Artikels, 
  so ein Glaube kann manchmal ganz schön auf eine harte Probe gestellt werden, auch bei Amtsträgern. Unser Glaube ist kein sicherer Besitz. So manch einer verliert ihn.  Daher ist es auch wichtig, dass man durch solche oder ähnliche Erlebnisse immer neu zum Glauben an Jesus Christus hingeführt wird. 
     
Eure Bella Ella

 

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