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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Nun sag, wie hast du es mit der Religion? 20. August 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 13:44

Mit Rick Perry und Michele Bachmann droht erneut ein direkter Draht vom Weißen Haus zu Gott. Statistiken zeigen: Im Wahlkampf ist religiöse Rhetorik für einen US-Politiker unentbehrlich.

 

Amerika ist eine religiöse Nation. 80% der Amerikaner glauben an Gott. 50% sagen bei Umfragen, sie gehen am Sonntag in die Kirche – rund die Hälfte davon tut das auch tatsächlich. Amerikas christliche Rechte ist eine wichtige Wählergruppe der Republikaner – der Anteil der Evangelikalen an der amerikanischen Bevölkerung beträgt stolze 26% (80 Millionen). Im Wahlkampf ist religiöse Rhetorik deshalb für einen US-Politiker unentbehrlich. Trotzdem erstaunt, dass mit Rick Perry und Michele Bachmann gleich zwei von drei aktuellen Favoriten unter den republikanischen Präsidentschaftskandidaten radikale religiöse Ansichten vertreten, welche die traditionelle Trennung von Staat und Religion infrage stellen.

 

Bushs göttliche Eingebungen: Der direkte Draht vom Weißen Haus zu Gott ist kein neues Phänomen. Spätestens seit der Präsidentschaft von George W. Bush ist zudem auch der Welt klar geworden, dass die religiöse Rechte mit ihren Überzeugungen zunehmend auch die amerikanische Außenpolitik beeinflusst. Im Wahlkampf 2000 war Bush junior gefragt worden, wer seiner Meinung nach der größte Philosoph der Welt sei. «Jesus Christus», hatte er damals geantwortet. Die britische BBC berichtete 2003, der gottesfürchtige US-Präsident sei bei seinen Kriegen gegen Afghanistan und gegen den Irak einem Befehl Gottes gefolgt.

 

Demnach soll der bibeltreue Bush göttliche Eingebungen gehabt haben: „Gott hat mir aufgetragen: George, geh los und bekämpfe die Terroristen in Afghanistan. Und ich habe es getan. Dann hat Gott mir aufgetragen, George, geh los und beende die Tyrannei im Irak, und ich habe es getan“. Das Weiße Haus dementierte den BBC-Bericht zwar als «absurd», aber Bush rechtfertigte den Krieg gegen den Terrorismus wiederholt als Mission der amerikanischen Nation, als auserwähltes Volk das Richtige zu tun und die Vorhersehung Gottes zu vollstrecken. Exit-Polls der Präsidentschaftswahl von 2004 belegen, dass George W. Bush nach vier Amtsjahren primär wegen seiner religiösen Überzeugungen und seines Krieges gegen den Terror wiedergewählt wurde.

 

Das politische Erstarken konservativer evangelikaler Bewegungen in Amerika ist jedoch historisch gesehen ein relativ junges Phänomen. Bis in die 1960er-Jahre waren amerikanische Christen eher der liberalen Seite der Politik zugewandt. Erst nach der sexuellen Revolution und insbesondere nach dem berühmten Urteil des Obersten Gerichtshof zu Roe vs. Wade (1973), das den Frauen das Recht zur Abtreibung zusprach, rückten viele Christen enttäuscht von den Demokraten ab und wandten sich mit ihrem konservativen Weltbild den Republikanern zu. In der Folge gab es zahlreiche Versuche, eine „christliche Koalition“ zu zimmern und Christen verschiedener Couleur unter einem einheitlichen Dach zusammenzuführen, um innerhalb der republikanischen Partei für ihre streng konservativen Moralvorstellungen Lobbying zu betreiben.

 

Religiöse Rechte triumphiert 1980: Einen ersten Erfolg feierte die „religiöse Rechte“ 1980, als sie Katholiken und Reformierte zur Wahl des Republikaners Ronald Reagan mobilisieren konnte. Dank der christlichen Rechten eroberten die Republikaner damals auch erstmals seit 1952 wieder den Senat. Es war der Beginn der bis heute erfolgreichen Liaison der Evangelikalen mit den Republikanern. „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion“?, fragte bei Goethe das junge Mädchen Gretchen den älteren, respektablen Wissenschafter Faust. Rick Perry und Michele Bachmann, derzeit zusammen mit dem Mormonen Mitt Romney die populärsten republikanischen Kandidaten für 2012, weichen der berühmt gewordenen Gretchenfrage im Wahlkampf bisher aus.

 

Biblische Gesetze und Theokratie: Denn Bachmann und Perry sind keine normalen, harmlosen gottesfürchtigen Amerikaner – sie vertreten radikales theologisches Gedankengut und müssen den christlichen Fundamentalisten Amerikas zugerechnet werden. Verglichen mit ihnen wirkt George W. Bush wie ein Sängerknabe. Denn Perry und Bachmann streben als „Dominionisten“ den religiösen Einfluss über die weltliche Regierung an. Die Dominionisten möchten einen Gottesstaat errichten und in Amerika biblische Gesetze nach konservativ christlichem Verständnis einführen. Für Homosexualität und Abtreibung fordern sie Todesstrafe. Michele Bachmann betonte in der Vergangenheit häufig, dass ihr Mann Marcus in ihrer Ehe die wichtigen Entscheide treffe. Sie riet den Frauen zu Unterwürfigkeit: „Der Herr sagt: Weiber gehorcht, ordnet euch euren Männern unter“. Kritischen Nachfragen, ob das auch gelten würde, wenn sie ins Weiße Haus einziehen würde, wich Bachmann bisher aus.

 

Totaler Angriff auf Demokratie: Michelle Goldberg warnt im US-Blog „The Daily Beast“ vor einer Theokratie und vergleicht die Ansichten Perry und Bachmanns gar mit dem politischen Islamismus. Sie schreibt: „Es war bisher unvorstellbar, dass jemand, dessen Gedankengut derart schädlich für die Demokratie ist, amerikanischer Präsident werden könnte. Wenn Bush die Trennung von Kirche und Staat aushöhlte, so könnte die republikanische Partei demnächst jemanden nominieren, der einen totalen Angriff darauf lancieren wird“. {Quelle: www.aargauerzeitung.ch – von Christian Nünlist}

 

2 Responses to “Nun sag, wie hast du es mit der Religion?”

  1. Bazillus Says:

    Es wäre schön, wenn Gott einem Politiker Anweisungen erteilt, dass dieser Politiker mal seinen Verstand einsetzen sollte und insbesondere prüfen sollte, ob diese Anweisung wirklich vom dreieinen Gott ausgegangen ist und nicht von seinem Widersacher.

    Weder das eine noch das andere hat der Sache genützt, im Gegenteil: Seine Glaubensgeschwister im Irak baden jetzt das aus, was Bush meinte als Gottes Befehl erhalten zu haben. Der heilige Geist hat den sich ständig selbst zu prüfenden Christen in so zentralen Fragen Verstand, Erkenntnis und Weisheit gegeben. Diese Gaben des Hl. Geistes hat Herr Bush wohl völlig unterschlagen.

  2. Johannes Says:

    Papier ist geduldig! Was die Autoren Ex-Präsident Bush unterstellen, ist völlig unglaubwürdig. Bush selbst hat nie davon gesprochen, göttliche Anweisungen erhaltenn zu haben. Er hat als Christ und Präsident getan, was er u n d seine Berater für richtig hielten. Bush hat doch nicht allein entschieden! Die USA sind keine Diktatur! Bush hat sich aber als Christ „geoutet“, der seinen Tag mit Gebet und Bibellese beginnt, um Entscheidungen zu fällen, die GOTT gefallen und dem Nächsten dienen. Das sollte eigentlich jeder Christ tun. Bush war deshalb bei vielen „Liberalen“ und Atheisten verhasst. Auch der ganz „normale“ Christ wird von seiner Umwelt oft Anfeindungen spüren oder belächelt, weil er sich eben zu CHRISTUS hält. Hoffentlich tut er es auch!

    Wenn Atheisten einen Christen des Fundamentalismus bezichtigen, dann soll ein Zusammenhang hergestellt werden, der Christen mit Muslimen gleichsetzt, die sich fundamental auf den Koran beziehen und das t u n , was der Koran lehrt und worauf sie sich auch berufen. Insgeheim wird damit dem Islam unterstellt, dass er etwas Böses ist, das man gerne auch den Christen nachsagen möchte.

    Christen sollten ebenfalls Fundamentalisten sein. Für sie ist JESUS und die Bibel das Fundament ihres Glaubens. Dieses Vertrauen auf den HERRN befähigt sie überhaupt erst, GOTT zu erkennen und die „Goldene Regel“, das Grundgesetz der ganzen Bibel zu leben. Der HERR JESUS bestätigte dieses Grundgesetz des jüdischen und christlichen Glaubens, das wir schon ganz am Anfang der Bibel (5.Mose 6,5; 3. Mose 19,18) erwähnt finden: „Du sollst den HERRN, deinen GOTT, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte (Verstand!), und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Lik 10,27).

    Einen solchen „Fundamentalismus“ der Liebe finden wir im gesamten Koran nicht, deshalb unterscheidet sich das Christentum fundamental vom Islam, unterscheiden sich Bibel und Koran wie Feuer und Wasser.


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