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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Rebellen zwischen Wüstensand und Trikolore 19. August 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 15:38

Waffen von USA für Al-Qaida in Libyen?

Stamm gegen Stamm – Die Geschichte hinter Libyens Bürgerkrieg

 

Rot, Schwarz und Grün prägen die Bilder aus dem schwer umkämpften Libyen. Die Rebellen kämpfen unter der Trikolore des alten Königreichs gegen die grünbetuchten Gaddafi-Anhänger. Um die komplizierte Lage des libyschen Bürgerkriegs zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Zeit der Monarchie.

 

Seit die internationale Militärallianz in Libyen auf Seiten der Aufständischen eingegriffen hat, ist der Ausgang der Kämpfe wieder offen. Am Mittwochmittag ließen regierungstreue Truppen offenbar von einem Angriff auf die von Rebellen gehaltene Stadt Misrata ab, nachdem westliche Kampfjets eine Gegenattacke geflogen hatten. Gleichzeitig berichten Augenzeugen, Diktator Muammar Gaddafi setze Scharfschützen gegen ein Krankenhaus in Misrata ein. Die Kämpfe um Rebellenstädte wie Misrata, Ras Lanuf und vor allem Bengasi werden erbittert geführt, es droht ein anhaltender Bürgerkrieg – oder gar die Teilung des Landes: In Libyen gibt es viele Sollbruchstellen.

 

Die Rebellen feiern Erfolge mit ihrer rot-schwarz-grünen Flagge: Der einfarbig grünen Fahne des Gaddafi-Staates setzen sie die Trikolore des alten Königreichs entgegen. Auch Porträts von König Idris I. halten die Aufständischen hoch – dabei werden die wenigsten ernsthaft die Monarchie zurückhaben wollen. Die Wahl ihrer Symbole ist ein Rekurs auf die Zeit vor der Herrschaft Muammar Gaddafis, die Zeit vor dem Putsch 1969. Ein Blick in diese Zeit lohnt sich, um die komplizierte Lage in Libyen zu verstehen.

 

Bengasi ist nicht ohne Grund die Hochburg der Rebellen: Die zweitgrößte Stadt Libyens war zur Zeit der Kolonialherrschaft Italiens, das 1911 zunächst Tripolitanien unterwarf, das Zentrum des Widerstandes des Sanussi-Ordens. Diese islamische Sufi-Bruderschaft führte unter dem bis heute als Volksheld verehrten Omar Muchtar in den 1920er Jahren einen ausdauernden Guerilla-Kampf gegen die Italiener. Deren brutale Unterwerfungskampagnen kosteten hunderttausende Libyer das Leben und tragen bis heute zum Widerstandswillen in der Kyrenaika, dem Landesteil im Osten, bei – aber auch dazu, dass ausländische Einmischung mit gemischten Gefühlen betrachtet wird.

 

Nach der Niederlage Italiens im Zweiten Weltkrieg wurde Libyen an Weihnachten 1951 unter dem von den Briten eingesetzten König Idris unabhängig. Nun diente Bengasi, Hauptstadt der Kyrenaika, abwechselnd mit Tripolis, der Hauptstadt Tripolitaniens, als Hauptstadt des Vereinigen Königreichs Libyen. Die föderale Aufteilung der Regierungsaufgaben zwischen den Kyrenaika im Osten, Tripolitanien im Norden und Fessan im Westen erwies sich allerdings als zu umständlich. 1963 entstand der libysche Zentralstaat.

 

So richtig geeint war dieser Staat nie. König Idris, zugleich Oberhaupt des Sanussi-Ordens, hatte stets vor allem die Kyrenaika im Blick. Erst die Offiziere um Muammar Gaddafi, die ihn 1969 aus dem Amt warfen, werteten Tripolitanien auf. Zu Lasten der anderen Landesteile: Bis heute ist die Infrastruktur in der Kyrenaika unterentwickelt, obwohl hier die größten Erdölvorkommen liegen. Der widerständige Landesteil war Gaddafi immer suspekt.

 

Zur Kolonialzeit boten Familienverbände und Stämme den Libyern Schutz vor den Übergriffen der Italiener. Gaddafi hat viel versucht, um die Stammesbeziehungen durch ein gesamtlibysches Nationalbewusstsein zu ersetzen. Er veränderte administrative Grenzen und förderte mit den Öl-Einnahmen die Infrastruktur. Die drei durch Wüstengebiete getrennten Provinzen kamen einander näher; die Städte gewannen an Bedeutung. Heute lebt lediglich eine Viertelmillion unter den sechseinhalb Millionen Einwohnern noch traditionell nomadisch. Dennoch prägt das Stammesbewusstsein Libyen entscheidend. Gaddafi selbst versucht, das zur Festigung seiner Macht zu nutzen: Er sei Revolutionär und Beduine, sagt er von sich selbst. Sein Residenz-Zelt steht, wenn er nicht gerade damit nach Kairo, Rom oder Paris reist, in der Heimatregion seines Stammes, der Gaddafa. Die Gaddafa sind ein relativ kleiner Stamm, doch unter dem „Revolutionsführer“ erhielten sie Schlüsselpositionen im Staat. Auch deshalb stehen Teile der Sicherheitskräfte so fest auf seiner Seite. Insbesondere in seinen Eliteeinheiten und in der gut ausgebildeten Luftwaffe, die ihm bis zur Einrichtung der Flugverbotszone den Nachschub an Söldnern sicherte, hat Gaddafi Stammesbrüder untergebracht.

 

Gaddafi versucht, sich zum Ober-Scheich zu stilisieren; zu seinen selbst gewählten Titeln gehören „Brüderlicher Führer“, „Imam der Imame“, „König aller Könige“. Allerdings beruht die Führungsrolle der Beduinen-Scheichs traditionell eher auf gegenseitigem Beistand innerhalb der Clan-Struktur und auf Pflichtgefühl als auf blindem Gehorsam. Akram Al-Warfalli, Scheich der Warfalla, erklärte recht früh während des Aufstandes dem „Bruder Muammar“, er sei kein Bruder mehr und möge das Land verlassen. Die Warfalla sind ein Machtfaktor, dem Stamm gehören nach verschiedenen Angaben zwischen einer halben und einer Million Libyer an. Der Scheich nutzte die moderne Medienmacht von Al Dschasira, um im alten Bezugsrahmen der Stämme zum Ausdruck zu bringen: Gaddafi sollte verstoßen werden. Welche der rund 140 großen und kleinen Stämme Gaddafi wie verbunden sind, lässt sich schwer sagen. Peter Scholl-Latour, ein alter Kenner der Region, weist darauf hin, dass man Loyalität auch kaufen könne. So habe Gaddafi die kampferprobten Tuareg auf seine Seite gezogen. Auch unter den Aufständischen ist die Lage unübersichtlich. Eine säkulare Opposition kam unter Gaddafis autokratischer Herrschaft nie zustande. Militante islamistische Gruppen wie der Al-Kaida-Ableger Islamic Fighting Group spielten in jüngster Vergangenheit kaum eine Rolle. Die libyschen Muslimbrüder haben der Gewalt abgeschworen.

 

Viele Libyer, vor allem im Osten des Landes, stehen der Sanussi-Bruderschaft nahe. Die wurde zwar 1837 vom Großvater von König Idris, Muhammad Al-Sanussi, als puritanisch-konservative Bewegung gegründet, den Salafisten verwandt. Später fanden aber Elemente aus dem Sufismus Eingang in ihre Glaubenswelt, einer mystischen und eher toleranten islamischen Richtung. Im Nationalrat, der von den Rebellen aufgestellten Interimsregierung, sitzt Ahmad Al-Zubair Al-Sanussi. Den heute 77-Jährigen sperrte Gaddafi von 1970 bis 2001 ein, weil er dem Sanussi-Orden angehörte und mit der Königsfamilie verwandt ist.

 

Der von Exilmonarchisten als legitimer Thronerbe betrachtete Enkel von König Idris, Muhammad Al-Rida Al-Senussi, kehrte vergangene Woche nach Libyen zurück. Er hat sich gegen Gaddafi gestellt und verlangt ein Referendum über die künftige Staatsform. In einem Gastbeitrag für die Washington Times schrieb er, die Monarchie solle aber auf keinen Fall wieder errichtet werden. Die alte Landesflagge vereint einen Streifen Grün für Tripolitaniens, einen Streifen Rot für Fessan und einen breiteren schwarzen Streifen mit Stern und Halbmond für die Kyrenaika. Sie ist ein Symbol des geeinten Libyen – für eine Teilung, wie sie aufgrund der militärischen Lage droht, steht sie nicht. {Quelle: www.cicero-global.de – von Volker Schmidt}

 

 

Waffen von USA für Al-Qaida in Libyen?

 

Seit vielen Monaten hören wir nichts mehr vom angeblich gefährlichsten Mann der Welt: Usama Bin Laden. Die Naturkatastrophen in Pakistan, Australien, Neuseeland und Japan sowie die revolutionären Umwälzungen in arabischen und nordafrikanischen Staaten haben unsere Aufmerksamkeit abgelenkt. Mitunter gab es Terrorwarnungen in westlichen Staaten, die sich dann als blinder Alarm herausgestellt haben. In diesen Tagen gibt es erstaunlicherweise keine Terrorwarnung. Dabei haben gleich drei westliche Geheimdienste die Spuren Bin Ladens zum ersten Mal seit dessen Flucht aus den Tora-Bora-Höhlen Ende 2001 wieder aufgenommen.

 

Dieses Mal gibt es keine Pressemitteilungen. Dieses Mal ist alles anders. Dieses Mal verbündet sich Bin Laden mit einer Gruppe, die bei den Revolutionen in der arabischen Welt wie ein Phönix aus der Asche steigt (Muslimbrüder). Und dieses Mal will der amerikanische Präsident Obama Bin Ladens Kämpfer sogar mit direkten Waffenlieferungen unterstützen. Ein Scherz? Eine wilde Verschwörungstheorie? Nein, keineswegs. Prüfen Sie es einfach per Mausklick nach. Dann werden Sie schnell erkennen, wie uns Politiker an der Nase herumführen und was Sie von der Entwicklung in Libyen zu halten haben.

 

Wenn der libysche Diktator Gaddafi in diesen Tagen vor Bin Laden warnt, dann mag er in vielen seiner Aussagen verrückt erscheinen. Aber in Hinblick auf Bin Laden treffen Gaddafis Äußerungen zu. Menschen wie Bin Laden und Hekmatyar (ehemaliger Premierminister in Afghanistan, Freund Osama bin Ladens, rief zum Heiligen Krieg gegen die USA auf) streben danach, aus Ländern wie Libyen Stützpunkte zu machen, von denen aus sie weitere diktatorische Regime in der Region stürzen können. Gaddafi sagte, wenn er gestürzt werde, dann könnten die Anhänger Bin Ladens möglicherweise bald am südlichen Mittelmeer Fuß fassen und direkt vor den Türen der Europäer stehen.

 

Man muss immer im Hinterkopf haben, dass die Amerikaner schon in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre Bin Laden als potenziellen Umstürzler im Visier hatten. Das hört man in Washington und in westlichen Hauptstädten heute nicht mehr gern. Ebenso verdrängt man derzeit, dass Bin Laden und Hekmatyar gerade erst erklärt haben, sie würden nun mit den Vertretern der Muslimbruderschaft in den von Unruhen betroffenen Ländern Gespräche über eine Zusammenarbeit führen. Erstaunlicherweise unterstützt der amerikanische Präsident Obama diese islamistische Muslimbruderschaft.

 

Vertreter der Muslimbruderschaft wurden von Obama erst unlängst ins Weiße Haus eingeladen. Die Muslimbruderschaft ist in allen arabischen Ländern (auch in Ägypten und Libyen) auf dem Vormarsch. Sie ist dort nun die bestimmende Kraft hinter den Kulissen. In Ägypten etwa ist vom Geist der Revolution (von der angeblichen Demokratiebewegung in den nordafrikanischen islamischen Staaten), den westliche Medien noch vor wenigen Wochen euphorisch gefeiert hatten, nichts mehr übrig. Im Gegenteil: Frauen, die in Kairo in diesen Tagen für Frauenrechte demonstrieren, werden jetzt schlimmer behandelt als unter Diktator Mubarak. Sie werden öffentlich geschlagen. Und man zwingt sie zu „Jungfräulichkeitstests“.

 

In Libyen sieht es nicht viel besser aus. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Übernahme der libyschen Stadt Bengasi durch libysche Rebellen. Und was ist nun passiert? Es gibt jetzt Anti-Merkel-Sprechchöre libyscher Rebellen in Bengasi (Spiegel-Ticker vom 25. März um 14.52 Uhr). Damit hatte die deutsche Bundeskanzlerin wohl kaum gerechnet. Von der Entwicklung profitiert überall die Muslimbruderschaft. Sie verbündet sich gerade mit Bin Laden. Darüber hinaus hat Al Qaida gerade erst erklärt, die Rebellen in Libyen zu unterstützen. Wollen die Amerikaner wieder einmal behaupten, sie bekämen von alledem nichts mit? Vielleicht sollten sie dann einmal die renommierte Asia Times lesen. Die ist unverdächtig, Verschwörungstheorien zu verbreiten. Auch sie berichtet in diesen Tagen darüber, dass die Amerikaner derzeit Bin Ladens Treffen (etwa mit Hekmatyar) beobachten, und nichts unternehmen. Warum nur? Es gibt viele Dinge, die der Öffentlichkeit in diesen Tagen vorenthalten werden. Ein Beispiel: Russische Geheimdienste behaupten öffentlich, die NATO bereite gerade eine Bodenoffensive für Libyen vor, um dort die Rebellen zu unterstützen. Beginn: Ende April 2011. Auch das kann man ganz offen nachlesen.

 

Der amerikanische Präsident Obama will die libyschen Rebellen zuvor mit Waffen beliefern. Das ist unstrittig. Und ebenso unstrittig ist es, dass die libyschen Rebellen direkte Kontakte zu Al Qaida unterhalten. Ihr Führer, Abdel-Hakim Al-Hasidi (libyscher Rebellenführer), ist sogar stolz darauf, direkte Kontakte zu Al Qaida zu unterhalten. Kämpfer von Bin Laden kämpfen jetzt ganz offiziell zusammen mit den libyschen Rebellen. Und US-Präsident Obama will diese NATO-Waffenbrüder (alle libyschen Rebellen) mit Waffen unterstützen. Finden Sie das noch normal? Der Kampf gegen den Terror führt sich damit jedenfalls selbst ad absurdum. In Afghanistan bekämpft der Westen (offiziell) Gruppen wie Al Qaida. Und in Libyen will er ihnen Waffen liefern. Man nennt das wohl Realpolitik. HIER weiterlesen…

 

Meine Meinung: Ich fürchte, die ganze Situation könnte sich eines Tages so weit zuspitzen, daß man sich genötigt fühlt Nuklearwaffen einzusetzen. Vielleicht nicht sofort, vielleicht nicht in den nächsten Jahren, aber wenn sich die Muslimbrüder erst einmal in Nordafrika etabliert haben, könnten sie ja eines Tages auf die Idee kommen, Europa einen Besuch abzustatten, mit anderen Worten, Europa per gewollter Einwanderung zu vereinnahmen (um Europa auf diese Weise zu islamisieren, denn das genau das ist ja das Ziel des Islam). Das erinnert mich alles an wenig an das Buch „Das Heerlager der Heiligen“ von Jean Raspail.

Von Dr. Udo Ulfkotte

 

Die Jasmin-Revolution: das unerwartete Kind

 

Die Europäische Union entstand als Endpunkt einer unsäglich blutigen Geschichte in Europa und durch die imperiale Politik vieler europäischer Länder zog sich diese blutige Spur über die ganze Welt. Heute ist man in Europa stolz, in einer neuen Ära zu leben. Die Abkürzung EU steht gleichermassen für den Slogan “Nie wieder Krieg”. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges zerfielen praktisch alle imperialen Ansprüche der europäischen Staaten, was über die Jahre spürbare ökonomische Folgen hatte. Wenn auch aus heutiger Sicht der politische Zusammenschluss der europäischen Länder im Vordergrund steht, so ist es doch nicht zu verneinen, dass der politischen Annäherung eine ökonomische vorausging. Diese manifestierte sich in den Zusammenschlüssen der EWG (Europ. Wirtschaftsgemeinschaft) und der EGKS (Europ. Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Somit suchten die Länder der Gemeinschaft sich gegen andere Länder und Weltregionen zu behaupten und nicht zu letzt auch ihre Pfründe aus der Kolonialzeit zu retten. Dadurch entstanden gerade im arabischen Raum, der vielerorts mit Öl gesegnet ist, wichtigste Handelsinteressen, die es durchzusetzen und zu verteidigen galt. Dies führte dazu, dass Europa vielfach Regimes unterstützte, die Menschenrechte und Demokratiebewegungen mit Füssen traten. Italiens ehemalige Kolonie Libyen ist ein Paradebeispiel.

 

Italien und Libyen: Mit brutalsten Mitteln eroberten die Italiener das heutige Libyen und  fingen, an die nordafrikanische Küstenregion zu besiedeln, bis sie ca. 20 % der Bevölkerung stellten. Gipfel der italienischen Eroberung war die Ermordung des Senussi-Führer Omar al Mukhtar 1931. Nach dem 2. Weltkrieg erlangte Libyen seine Unabhängigkeit in Form einer Monarchie unter König Idris und die Italiener verliessen das Land. Kurz darauf erfolgten die ersten Ölfunde und in der Folge davon wurde das Land interessant für westliche Länder, allen voran die USA, Grossbritanien und Italien. Dieser erneute Influx von ausländischen Kräften führte wieder zu Unruhen und gipfelte 1969 in der Machtübernahme von Oberst Gaddafi. Trotz seiner provokativen Politik gegen den Westen wurde er von verschiedenen westlichen Ländern mit Samthandschuhen angefasst und teilweise richtiggehend umgarnt. Als 2009 Gaddafi erstmals Italien besuchte, begrüsste er Silvio Berlusconi in  einer Uniform, welche auf seiner rechten Brusttasche ein Foto der Festnahme des libyschen Freiheitskämpfer Omar al Mukhtar zeigte.

 

Trotz dieser (vielleicht berechtigten) Provokation, wurde Gaddafi in Berlusconi’s Italien als Freund empfangen. Über seine “Entgleisungen” wurde geflissentlich hinweggesehen und obwohl lange bekannt war, dass Gaddafi ein Diktator der üblen Sorte war, wurde er unterstützt und hoffiert. In diesem Fall von Italien, einer Nation, die in der Vergangenheit ebenfalls das libysche Volk unterdrückte und terrorisierte.

 

Die Jasmin-Revolution: Durch die unerwartete Revolution in Tunesien und die noch weniger erwartete Ausbreitung der Befreiungsbewegung auf andere arabische Länder stellt nun den Westen vor ein Problem. Wer werden die neuen Ansprechpartner in diesen Ländern sein? Und wie verlässlich sind diese im Beibehalten der vergangenen wirtschaftlichen Abkommen?  Bleiben wir gedanklich bei Libyen und nehmen wir an, dass sich die jetzige Opposition durchsetzen kann. Dann wird es Italien unter Berlusconi schwer haben,  verhandlungstaktisch seine Interessen bei den neuen Regenten durchzubringen. Sollte sich in der italienischen Wirtschaft die Meinung durchsetzen, dass die neue Regierung ökonomische Interessen gefährde, dann wird auch politisch der Druck gross, die neuen Machthaber zu destabilisieren.

 

Der Arabisch Nationalismus: Ähnlich der Europäischen Union gibt es auch in der Arabischen Welt Bestrebungen, alle arabischen Länder in einer Union, der sog. Umma al Arabiya zusammenzuschliessen. Aus europäischer Sicht müsste dies der einzig logische Schluss sein, nie wieder Krieg auch für andere Nationen. Doch lässt dies die machpolitische Ausrichtung Europas auch zu? Wie das Beispiel Libyen in der neusten Geschichte gezeigt hat, vermutlich nicht. Zu gross sind die Partikularinteressen. Den menschenverachtenden Diktatoren Ben Ali, Mubarak und Gaddafi wurden alle möglichen Privilegien und Unterstützung zugestanden, hoffen wir, dass den neuen demokratischen Bewegungen mindestens ebenso viel Unterstützung entgegengebracht wird. Auch wenn diese Bewegung vielleicht auf den ersten Blick eine Herausforderung in Form eines neuen und starken arabischen Nationalismus sein wird. {Quelle: www.dorsum.ch}

 

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