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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Erst Herrscher und dann krank 17. August 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:23

Husni Mubarak steht vor Gericht, mit Verzögerung. Ägyptens Ex-Herrscher kämpfe mit gesundheitlichen Problemen, heißt es. Mubarak ist nicht der erste Hardliner, der vor dem Richter plötzlich schwächelt.

 

Die Bilder des ehemaligen KZ-Aufsehers John Demjanjuk sind noch im Gedächtnis. Beeindruckend hilflos präsentierte sich der Angeklagte im Rollstuhl oder auf einer Liege vor dem Richter. Mehrmals musste der Prozess um den NS-Kriegsverbrecher ausgesetzt werden. Schließlich wurde Demjanjuk zu fünf Jahren Haft verurteilt. Wegen seines Alters und seiner Gesundheit muss er aber nicht mehr hinter Gitter. Dabei ist der ukrainische Nazihelfer ein kleiner Fisch, verglichen mit anderen, die sich vor dem Richter zu verantworten hatten.

 

Im Balkankrieg hatte Ratko Mladić Kraft für Grausamkeiten, das Massaker von Srebrenica trägt seine Handschrift. „Ich bin ein sehr kranker Mann“, bekannte er plötzlich vor dem Gericht in Den Haag. Die Strategie seiner Verteidigung sah vor, dass der damals 68-Jährige möglichst gebrechlich erscheinen sollte. Beobachter nahmen ihm das jedoch nicht ab.

 

Der serbische Präsident Slobodan Milošević gab an, an Herzproblemen und Diabetes zu leiden. Den Prozess vor dem Kriegsverbrechertribunal zögerte er damit so lange hinaus, dass er vor seiner Verurteilung starb. Seit Jahrzehnten und weltweit flüchten sich Angeklagte in gesundheitliche Probleme und verzögern dadurch Prozesse. Der zairische Diktator Mobutu Sese Seko erkrankte im Exil plötzlich an Prostatakrebs. Der Schah von Persien, Reza Pahlavi, laborierte an einem Milz-Tumor. Den richtigen Zeitpunkt zum Kranksein erkannte auch DDR-Staatschef Erich Honecker. Ende 1989, wenige Tage nach seiner Absetzung, wurde bei ihm Nierenkrebs diagnostiziert. Zwei Haftbefehle gegen ihn wurden dadurch aufgehoben, ein Strafverfahren verhindert. Honecker konnte so nach Chile ins Exil fliehen.

 

So hilfreich Krankheiten aus Verteidigersicht sind: Zu einem amtierenden Herrscher gehören sie nicht. Wer noch im Amt ist, markiert trotz Gebrechen den starken Mann. Der Präsident Venezuelas, Hugo Chávez, leidet an Prostatakrebs. Und auch der libysche Herrscher Muammar Al-Gaddafi ist Gerüchten zufolge gesundheitlich angeschlagen. Andererseits: Krankheiten können Diktaturen erschüttern. 1968 erlitt Portugals Diktator António Salazar einen Schlaganfall, der seine Herrschaft beendete. 1975 erlag Spaniens Herrscher Francisco Franco einem Herzinfarkt. Nach seinem Tod gelang dem Land der friedliche Übergang zur Demokratie. Auch wenn heute der Prozess gegen Husni Mubarak fortgeführt wird: Bislang konnte er sich krankheitsbedingt Gefängnisaufenthalten entziehen.

 

Die Opfer bleiben in solchen Fällen die Verlierer. Denn vor Gericht geht es nicht nur darum, Verbrecher zu bestrafen. Ebenso wichtig ist das Zeichen von Gerechtigkeit, das durch die Verurteilung eines Angeklagten gesetzt wird.

 {Quelle: http://www.news.deVon news.de-Redakteurin Andrea Schartner}

 

2 Responses to “Erst Herrscher und dann krank”

  1. Es gibt Mittel, mit denen man einen Menschen krank aussehen lassen kann, ohne daß dieser tatsächlich krank ist.
    Wenn er den Schauprozeß für das dumme Volk überstanden hat, setzt er sich mit seinen Milliarden ins Ausland ab und ist verschwunden.
    Jeder „Herrscher“ weiß, daß seine Zeit irgendwan wieder abgelaufen ist und sorgt entsprechend vor!
    T.S.

  2. Johannes Says:

    Das hat Arafat auch so gemacht – immerhin 900 Millionen unserer Steuergelder/“Entwicklungshilfe“ auf seine Schweizer Konten umgeleitet. Jetzt lebt er in einem schönen Mausoleum in Ramallah.

    Unser tüchtiger Entwicklungshilfeminister Niebel (FDP) hat daraus aber nichts gelernt. Er verteilt weiterhin unkontrolliert Millionen und aber Millionen unserer Steuern in islamischen Ländern – auch an die Despoten, die dann irgendwann einmal verschwinden – natürlich mit der ganzen Knete …

    Im Gegenzug bauen aber die reichen Araber bei uns eine Moschee nach der anderen. So hilft eben jeder jedem!


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