kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Was mich in unseren Kirchen wirklich nervt 15. August 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 15:12

Ein merkwürdiges Thema, mögen Sie denken. Wo bleibt der nächste Bericht über die Lage der Christen in Ägypten, Pakistan, Nordkorea, China, dem Iran oder anderswo? Ich sage Ihnen, warum ich mich nicht mit der Situation im „christlichen“ Lande abfinde:

Es stinkt gewaltig zum Himmel!

 

Nun könnte man sagen: „Ja, na klar, mieft es, aber was meinst du jetzt genau“? Ich will es Ihnen sagen, liebe Leser: mich besorgt seit Monaten bereits die Ignoranz der deutschen und in Deutschland lebenden Christen, wenn es um das Thema dieses Blogs, die weltweite Christenverfolgung geht! Sehen Sie, ich bin bis vor einigen Wochen viel in unterschiedlichen Gemeinden unterwegs gewesen. Habe an traditionellen und weniger traditionellen Gottesdiensten teilgenommen, habe mit religiösen, regelverliebten und auch sehr unkonventionellen Pastoren gesprochen, habe mit begeisterten, inspirierten und auch deutlicher weniger inspirierten Leitern gesprochen und habe dennoch immer wieder das selbe Erlebnis gehabt: Man hört nicht zu. Man igelt sich in die „Konzeption“ seiner eigenen Gemeinde ein, man verfolgt die eigene „Vision“ vom Gemeindewachstum oder der Wirkung im Kiez, in der Stadt, in der man tätig ist. Aber alles, was nicht unmittelbar mit diesen Visionen, diesen Zielsetzungen in Einklang gebracht werden kann, wird gerne und mit „bestem Gewissen“ ausgeblendet.

 

Anders gesagt: Hier in Deutschland sind in christlichen Kreisen zu viele individuelle und lokale „Gott-Sucher“ unterwegs und zu wenige echte Nachfolger Christi. Eine gewagte These? Ja, sicher, aber bitte, bitte, bitte beweisen Sie mir doch das Gegenteil! Ich warte ja so dringend darauf, widerlegt zu werden. Sehen Sie, ein weitgereister Pastor sagte unlängst (im TV ist es nachzuvollziehen), dass weltweit eine riesige Erweckung im Gange sei. Von Südamerika bis Alaska, von Nigeria bis Südkorea, von Russland bis Südafrika sei eine Welle der Bekehrung spürbar, die von einem gewaltigen Hunger nach Wahrheit gespeist wird. Nach der Wahrheit, die ewig gilt und befreiend wirkt. Das ist großartig. Nur Europa sei von dieser Welle ausgenommen, so der Prediger.

 

Autsch, diese simple Wahrheit tut weh. Im „guten, alten“ Europa sind die Menschen satt. Haben schon zu viel gesehen, gehört, erlebt und sind schon so oft enttäuscht worden, dass sie aufgehört haben, die Wahrheit zu suchen. Sie erwarten nicht mehr, sie auch noch zu finden. Schon gar nicht „in der Kirche“. Die Kirche als Institution hat abgewirtschaftet. Vor allem auch in Deutschland, der Heimat der einstmals weltverändernden Reformation. Kaum jemand erwartet von „der Kirche“ noch echte Antworten auf echte Probleme. Dies liegt auch daran, dass Glauben an Christus eben immer mit „der Kirche“ gleichgesetzt wird und niemand außerhalb unserer Kirchenkreise diese feine Differenzierung, die dringend notwendig ist, versteht. Schlechte Erfahrungen mit kinderschändenden Priestern (ja, auch Pfarrer, also evangelische), langweiligen Gottesdiensten, politisierenden Pfarrern und kraftlosen Predigten schlagen nachhaltig durch. Kirche ist langweilig, Glauben ist langweilig, Gott ist langweilig und zu nichts zu gebrauchen.

 

Diese Haltung prägt direkt und indirekt auch unsere Kirchen. In der bewussten Abgrenzung gegen manche Trends und Argumentationen verstricken wir uns in den Gemeinden viel zu sehr in Diskussionen, an denen wir als Christen gar keinen Anteil brauchen. Die „Kinderschänder-Diskussion“ sei hierfür als Beispiel genannt. Hätte es tatsächlich all der Abwehr- und Beschwichtigungsgesten seitens der Amtskirchen gebraucht, um sein Gewissen zu beruhigen? Wer sich nichts vorzuwerfen hat, der braucht auch nicht in Frontalopposition zu den Medien und „der Welt da draußen“ zu gehen. Auch die „Langeweile“ soll aus unseren Gemeinden vertrieben werden und deshalb wird oftmals auf jeden weltlichen Zug aufgesprungen, der gerade vorüberfährt. Aber nun zu unserem Thema. Der Zug des „Leibes Christi“ fährt anscheinend nicht mehr an den Gemeinden vorbei. Sie sehen ihre Ziele lokal, begrenzt und zeitlich überschaubar in Dingen wie „Aufhalten des Mitgliederschwundes“, „Besetzen von gesellschaftlich relevanten Themen“ und „Zurückerlangung ethischer Maßstabfunktion“.

 

Das klingt ein bisschen sehr nach Selbstzweck, nach verzweifeltem Festklammern an öffentlicher Bedeutung und mittlerweile rotieren wohl sicher der Apostel Paulus und Dr. Martin Luther in ihren Gräbern um die Wette vor Wut. Das Festklammern am Wort Gottes und an den ewigen Wahrheiten kommt jedenfalls irgendwie zu kurz vor lauter Neuinterpretationen. Da bleibt für das Bewusstsein der Einheit des Leibes Christi gar kein Platz mehr. Dinge wie „Ökumene“ werden auf das Verhältnis der Konfessionen Katholizismus und Evangelische beschränkt, maximal die Orthodoxen werden noch mit einbezogen. Und die Ökumene wird auch noch endlos an zahlreiche „Vorbedingungen“ geknüpft, so dass die Dinge, die uns einen hinter denen zurücktreten, die uns trennen. Ein trauriger Zustand. Kein Wunder, dass die verfolgten Christen in der Welt für unsere Kirchen und Gemeinden in Deutschland keine Priorität zu haben scheinen. Vor lauter Weltverbesserung, Gemeindewachstum und Streitereien zwischen den Konfessionen bleibt für die Solidarität mit den Diskriminierten, Gefolterten und Ermordeten wohl keine Zeit mehr.

 

Vor wenigen Monaten rief ich die Aktion „20 Minuten im Monat“ aus, in der ich versuchte, in meiner Stadt Kirchengemeinden dazu zu bringen, sich 20 Minuten im Monat Gedanken über die Lage der verfolgten Kirchen zu machen. Für sie zu beten, sich im Net oder anderswo über ihr Schicksal zu informieren etc. Ich gestehe es heute offen ein: bislang bin ich an der Ignoranz der Selbstgerechten gescheitert. Eine Mauer aus „wir-sind-so-sehr-beschäftigt“ (womit, ist von Gemeinde zu Gemeinde austauschbar) umgibt die Herzen von Leitern und einzelnen Christen.

 

Das, so finde ich, stinkt zum Himmel. Kein Wunder, wenn solch kalte Herzen nicht durch ein lebendiges, wachsendes Gemeindeleben gesegnet werden.

In diesem Sinne, liebe Leser.

Ihr Martin Clemens Kurz – www.gebetskreis.wordpress.com

 

Kirchen zum Ramadan: Muslime in ihrem Glauben bestärken?

 

Evangelikaler Islam-Experte kritisiert Grußwort von Kirchenleitern

 
Wetzlar (kath.net/idea): Dürfen Christen Muslime in ihrem Glauben bestärken? Diese Frage stellt sich angesichts von Grußworten der beiden großen Kirchen zum islamischen Fastenmonat Ramadan, der noch bis zum 29. August dauert. Evangelische und katholische Kirchenleiter in Nordrhein-Westfalen, darunter der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), haben Muslimen gewünscht, dass sie während des Fastenmonats „die erhoffte Vertiefung des Glaubens“ erleben. Kritisch sieht dies der Vorstandsvorsitzende des Instituts für Islamfragen der Evangelischen Allianz in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Dietrich Kuhl (Essen).

 

„Auch wenn uns allen ein gutes Miteinander mit unseren muslimischen Mitbürgern sehr am Herzen liegt, sollten wir diese nicht in ihrem islamischen Glauben bestärken“, schreibt Kuhl in einem Beitrag für die Evangelische Nachrichtenagentur idea. Christen sollten sich in einem Grußwort von eigenen Überzeugungen leiten lassen, etwa von einer Aussage in der Apostelgeschichte (4,12): „In keinem anderen ist das Heil als in Jesus Christus“. Kuhl widerspricht manchen Theologen, die Mission unter Muslimen ablehnen und meinen, es reiche, wenn sie bessere Muslime werden: „Das halte ich für falsch, denn es geht ja darum, wie ich eine persönliche Beziehung zu Gott als unserem Vater im Himmel haben kann.“

 

Das gehe „nur über den gekreuzigten und auferstandenen Christus, den die Muslime jedoch ablehnen“. Kuhl fragt: „Warum sollte ich da nicht die beste aller Botschaften meinen muslimischen Freunden mitteilen wollen“?

Kirchlicher Islambeauftragter: Keine Anbiederung an Muslime: Der Islambeauftragte der Evangelischen Kirche in Westfalen, Kirchenrat Gerhard Duncker (Bielefeld), stellte sich dagegen in einem weiteren Beitrag hinter das Grußwort der Bischöfe und Präsides. Damit biederten sich Christen weder bei Muslimen an, noch akzeptierten sie Unrecht, das in islamischen Staaten – wie etwa im Iran – geschehe. Sie beherzigten vielmehr die Ermunterung im neutestamentlichen Brief des Apostels Paulus an die Philipper (4,5): „Eure Güte lasst kundsein allen Menschen.“ Das eigene Bekenntnis hindere Christen nicht daran, mit Menschen anderen Glaubens gute Nachbarschaft zu pflegen, so Duncker.

 

14 Responses to “Was mich in unseren Kirchen wirklich nervt”

  1. Kerstin Says:

    Im Kernland der Deformation -Sachsen-Anhalt- sind gereade noch 20% der Bevölkerung getauft.

    Die Saat des fluchenden, saufenden, rumhurenden Luthers ist aufgegangen.

    Der Protestantismus hat in den National-Sozialismus gemündet, welches unschwer an der Wahlkarte der letzten freien Wahlen der 1930er Jahre zu erkennen ist

    Protestantismus ist wie Islam jkeine Religion sondern Ideologie

    Heutzutage sind Protest-Tanten und Protestunten zu einem linkssozialistischen Debattierclub mit Glockengeläut verkommen

    Die katholischen Bischöfe wollen ja ökumenisch korrekt sich diesen anpassen

    Was will man da noch erwarten…

    da gleicht sich auch die Zahl der Gottesdienstbesucher: Protestanten 35, Katholiken etwas über 10% -Tendenz stark fallend rasant an

    Wir leben im postchristlichen Germanistan

    • Kerstin Says:

      soll heißen: Gottesdienstbesucher: Protestanten 3 PROZENT!

      • Saphiri Says:

        Als ich mich vor einigen Jahren in einer ernsten Glaubenskrise befand, wo sogar die Verkündigung des Wortes in der Gemeinde einen Widerwillen in mir auslöste, überfiel mich ein großes Erschrecken. Daraufhin habe ich begonnen, ganz systematisch für mich in der Bibel zu lesen und sie zu studieren, denn sie ist GOTTES Wort. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis es im wahrsten Sinne des Wortes zu mir „gesprochen“ hat und ich klar sehen konnte. Zudem habe ich viele christliche Bücher gelesen, die mich bestärkt und bestätigt haben. Auch heute erlebe ich es immer wieder, wie ich genau zum richtigen Moment, wo ich mich mit einem aktuellen Problem herumschlage, Texte in die Hand bekomme, die mir weiterhelfen. Eine große Hilfe ist für mich auch der tägliche ERF-Newsletter, für den ich mich an dieser Stelle einmal ausdrücklich herzlich bedanken möchte. Letztendlich ist es wohl tatsächlich so, dass der HERR selbst seine Schäflein führt und ihnen zur rechten Zeit das gibt, was sie brauchen, wenn wir nur bereit sind, auf IHN zu hören und zu achten.

    • K.*G.* Says:

      Dürfen Christen Muslime in ihrem Glauben bestärken?

      sicher nicht!!!

      das wäre den Teufel die Hand reichen,dass geschieht sowieso schon ohne oder mit Islam tgl….sehr schade zum bedauern für die Entwicklung der Menschen!!!

  2. Bazillus Says:

    Also, ich weiß nicht, warum sich der Autor so aufregt. Was erwartet er denn? Kirche besteht in Europa aus Menschen jenseits der 50 +. Da sind Menschen, die ihr Leben quasi gelebt haben, in eingefahrenen Strukturen leben und denken und nicht mehr in der Lage sind, sich begeistern zu lassen und zu wenig flexibel sind. Begeisterungsfähigkeit ist nicht die Sache von 50 +, Begeisterungsfähigkeit ist das Vorrecht der Jugend. Wir müssen den Tatsachen endlich einmal ins Auge sehen. Der Weltpriester, der solche Aussagen trifft, trifft aber auch in anderen Kontinenten junge Christen in jungen Kirchen an. Von den 10 % Kirchgänger-Katholiken in Europa sind 90 % älter als 50. Die jungen Menschen lassen Begeisterung für Jesu Botschaft vermissen. Sie haben zu viele andere in ihren Augen lohnenswertere Ziele und sorry, wenn beide Eltern arbeiten gehen, bleibt zu wenig Zeit für Religiöses. Der Materialismus hat Einzug in das Alltagsleben gehalten, nicht die Bibel. Das Materielle muss erst gesichert werden mit viel Aufwand und der Rest der Zeit dient der Erholung, nicht der Hinwendung zu Jesus. Urlaub, Zerstreuung und andere wichtige aben nicht seelensättigende Dinge sind in, Religion und Kirche sind bei jungen Eltern, die ohnehin nicht kirchengebunden sind, sind erst gar nicht im Blickfeld. Über Schuld will ich hier nicht schreiben.
    Das alles liegt auch nicht an Zölibat oder Frauenordination. Solche Dinge interessiert Jugend nicht. Jugend interessiert: Wo ist was los und möglichst auf profaner Ebene. Das gilt selbstverständlich nicht für alle Jugendliche in der kath. Kirche. Aber für die meisten. Sie sind zufrieden mit materiellem. Das Geistige ist zu anstrengend, zu komplex. Da lehnt man sich lieber vor dem PC oder TV zurück oder treibt Sport.

    Der Glaube und die Existenz Gottes ist für die europäische Jugend leider Nebensache. Der Mensch lebt auch ohne Gott super. Wozu Gott. Wir sind zu satt. Uns geht es zu gut. Deshalb auch Kinderschwund, deshalb auch Gottlosigkeit. Die Sattheit lässt geistig und seelisch unvorsichtig und träge werden. ‚Die Sattheit lässt denkfaul und lethargisch werden. Die Alten werden in Pflegeheime abgeschoben, die Jungen bekommen keine Kinder mehr. Jeder kümmert sich um seinen Kram. Die Gemeinschaft haben die meisten Leute ja garnicht mehr erlebt, wenn überhaupt, dann im Sport, an der Theke oder aber in der Kultur.
    Und genau diese Situation trifft dann dieser Weltreisepriester an.

    Die gleichen Probleme wie die Kirchen haben jedoch auch die Theater, Konzertsäle und Opern- und Operettenhäuser. Jungendliches Publikum: recht mau.

    Religion, Kultur und Hochgeistiges ist nicht Sache der breiten Jugend.

    • Bella Ella Says:

      Sie haben nur bedingt recht, zwar ist das Interesse an religiösen Fragen bei den 18- bis 29-Jährigen geringer als in anderen Altersgruppen, auch beten über 50% von ihnen niemals oder so gut wie nie. A b e r : Nur jeder dritte Deutsche in dieser Altersgruppe ist klar nicht religiös. 41% glauben an Gott und an ein Leben nach dem Tod. 14% sind sogar sehr religiös. Von einem Bruch mit der religiösen Tradition kann also keine Rede sein. Aber auch nicht von einer Renaissance der christlichen Kultur unter den jungen Erwachsenen.

      Und nun zum Thema, ob die Religion sich auf dem Rückzug befindet:
      dazu sage ich ein eindeutiges nein:
      75% der Deutschen gehören einer Religionsgemeinschaft an. Selbst wenn man jene abzieht, die im Alltag nicht religiös sind, spielt die Religion immer noch im Leben von rund 70% aller Menschen eine Rolle.

  3. Saphiri Says:

    Lebenslange Suche

    Die Studie benennt vier verschiede Typen von Dekonvertiten. So gibt es zum Beispiel den Typus des jungen Erwachsene, der den Glauben seiner Herkunftsfamilie als einengend empfindet und deshalb nach Autonomie strebt. Interessant ist vor allem der Typus des lebenslang spirituell Suchenden. Von ihm sagt die Studie, dass er „verschiedene religiöse Angebote ernsthaft ausprobiert und dann, etwa im höheren Erwachsenenalter, eine Revision seiner religiösen Mitgliedschaft erwägt und davon erwartet, dass die spirituelle Suche an einem Ziel ankommt“. Gerade im Hinblick auf diesen letzten Typus frage ich mich, wie offen wir für Menschen in unseren Gemeinden sind, die trotz Bekehrung und Taufe weiter auf der Suche sind.

    In der Apostelgeschichte wird die neue Glaubensrichtung der Jünger Jesu an verschieden Stellen als „Der Weg“ bezeichnet. Das macht deutlich, dass selbst die ersten Christen keine fertige Dogmatik im Marschgepäck hatten, sondern Zeugen des lebendigen und auferstandenen Gottessohns waren. Was das für die unterschiedlichen Fragen des Leben und des Glaubens bedeutete, musste erst im Hinblick auf die unterschiedlichen Herausforderungen des Alltags und der Verkündigung entfaltet werden. Ich frage mich, ob wir manchmal – gerade in evangelikal geprägten Gemeinden – zu schnell alle Antworten parat haben. Wenn jemand den Verlust des eigenen Kindes beklagt und betrauert, dann mag der Satz „Sie ist jetzt beim Herrn“ theologisch richtig sein – aber falsch, wenn wir an Jesu Gebot denken, unseren Nächsten so zu lieben, wie uns selbst.

    Ich glaube, dass wir viel lernen können von Menschen, die sich bewusst und plötzlich oder auch schleichend und langsam von uns verabschiedet haben. Die Gründe, warum sie gegangen sind, könnten eines Tages meine eigenen sein. Und es könnten dieselben Gründe sein, die es manchen Menschen schwer machen, überhaupt den ersten Schritt des Glaubens zu wagen.

    Wenn wir wirklich verstehen wollen, warum sich Menschen vom christlichen Glauben abwenden, müssen wir vor allem eins tun: Erst einmal lange zuhören. Dazu will diese Themenreihe ermutigen. Und erst in einem zweiten und letzten Schritt geht es dann in dem Artikel „5 Leitfragen für Kirchen und Gemeinden“ um die Frage: Wie muss sich Kirche verändern, damit sich Menschen dort mit ihren Fragen, Zweifeln und Lebensbrüchen zu Hause fühlen?

  4. Saphiri Says:

    Gemeinsam glauben: Wie stehen die Chancen, dass Menschen in meiner Gemeinde wenigstens einen anderen Menschen finden, der sie im Glauben begleitet und für sie da ist?

    Ob ein Mensch am Glauben festhält, kann sich unter Umständen daran entscheiden, dass er einen Mensch hat, dem er vertraut und der ihn auf seiner Glaubensreise begleitet. Das kann bedeuten, dass jemand Menschen in Zweifeln begleitet oder Ansprechpartner ist für kritische Fragen. Er muss nicht alles wissen, aber zuhören und sich gemeinsam mit anderen auf Antworten machen. Aber auch in Lebenskrisen kann ein guter Freund oder Begleiter den entscheidenden Anstoß liefern, dass ein Mensch seinen Glauben nicht an den Nagel hängt.

    Vielleicht hat eine Gemeinde nicht das Gespür für die Bedürfnisse eines Menschen, der eine tiefe Lebenskrise durchmacht. Wenn es aber nur einen einzigen Freund oder geistlichen Mentor gibt, der diesem Menschen zur Seite steht, kann das der entscheidende Unterschied sein. Auch wenn das Leid monate- oder jahrelang andauern sollte. Ein Freund kann helfen, bei Gott zu bleiben. Das ist nicht nur eine Frage an eine Gemeinde oder Kirche als Ganzes, sondern vor allem an jeden Einzelnen. Vielleicht bin ich derjenige, der einen Freund tragen kann, wenn dessen Glauben nicht mehr trägt.

    Was ist Ihre Erfahrung? Was hat Ihnen geholfen, am Glauben dran zu bleiben?

    Lg.Saphiri

  5. Kerstin Says:

    FALSCH

    Das Interesse nach Spiritualität ist in der Bevölkerung natürlich, weil JEDER Mensch ein Religiöser ist

    Bei den Protestanten bekommen Suchende jedoch fast ausschließlich Greenpeace und linkssozialistisches Betroffenheitsgelaber geboten, die Katholiken passen sich ökumenisch an

    Seit 4 Jahrzehnten wird die Kirche von innen systematisch zerstört

    Bei sog. Jugendgottesdiensten wird das Hl. Meßopfer so banalisiert, daß sich so ein Kindergartengezappel wirklich ein vernünftiger Mensch antun will

    Doch es gibt auch einen zarten Aufbruch.

    Dort wo man den wahren katholischen Glauben ungehindert zuläßt und die Hl. Messe würdig feiert und wahrhaft sakral, da kommen auch immer mehr junge Menschen und junge Familien

    Die größten Glaubenszerstörer und Diktatoren des Relativismus ist jedoch die Priestergeneration, die zur Zeit des 2. Vaticanums jung war und den Aufbruch innerhalb der Kirche verhindert.

    Das schlimme ist, daß die 68er den Marsch durch die Institutionen bis zu Bischofsstühlen durchgeführt haben und mit solchen Häretikern wie Lehmann -der nach eigener Bekundung nicht an die Kirche glaubt- besetzt haben

    • Jemeljan Says:

      Ja, „linkssozialistisches Betroffenheitsgelaber“ plus „Greenpeace“ = „erfolgreichste Vorfeldorganisation der Grünen“ (Jan Fleischhauer im „Spiegel“). Die EKD können wir abhaken und wenn´s bei den Katholiken auch nicht besser aussieht, wundert´s keinen.
      Jetzt sind aber auch die angeblich „ach-so-konservativen“ Freikirchen schon infiziert. Eine lokal recht bekannte Freikirche (mit besten Kontakten zur örtlichen SPD, sic !) in Berlin lädt jetzt unter Beteiligung der Sozis auch noch zum „Fastenbrechen“ ein. Da bleibt nur noch: Eremit werden und Gott allein vertrauen. Oder gibt es noch bibeltreue Gemeinden, die den Islam als das sehen, was er ist: diabolisch ?

  6. Jemeljan Says:

    Saphiris Kommentare finde ich im Ganzen als richtungsweisend. Wenn hier auf den „Weg“ zu Christus eingegangen wird, als Form der „permanenten Suche“ und sozusagen auch der regelmässigen Neuausrichtung deckt sich das mit vielen Erfahrungen, die ich selbst und die Andere aus meinem Umfeld gemacht haben. Christentum ist kein „Bummsfallera-jetzt ist alles gut“ mit anschließendem, verbindlichen Regelwerk. David Nasser hat einmal gesagt: Christentum bedeutet nicht, dass schlechte Menschen gut werden, sondern, dass tote Menschen lebendig werden. Diese Wahrheit jeden Tag mit Leben zu füllen, ist ein guter Teil des Weges, den Christen an jedem Tag zu ihrem Erlöser zurücklegen.
    Auch die (eigentlich gar nicht so komplexe, aber in vielen, vielen Gemeinden kaltschnäuzig übersehene) Wahrheit, dass eine Ansprechperson, ein Mentor, Begleiter, Taufpate etc. , der zweifelnde Thomasse und entschlossene Wahrheitssucher in Liebe und Respekt begleitet, viele Menschen in der Gemeinde Gottes gehalten hätte, kann ich nur bestätigen. Ich selbst bin in meiner Stadt ein wenig als „Gemeindehopper“ verschrien, wohl auch weil es mir, als permanentem Sinnsucher, immer mal wieder an diesen, erfahrenen Mentoren gefehlt hat. Nicht, dass ich mich nicht privat auch immer wieder in die Bibel aufmache, um dort Erkenntnisse zu bekommen. Oder im Gebet und durch gute Lektüre und TV-Programme an meiner geistlichen Entwicklung arbeite. Aber viele Fragen, die dabei entstehen, muss ich dann oftmals doch im Raume stehen lassen, weil mal wieder der rechte Ansprechpartner fehlt oder „die Zeit“ nicht da ist. Ohnehin ein Merkmal vieler, vor allem evangelikaler Gemeinden einer bestimmten Ausrichtung, dass man als Individuum dort nicht recht wahrgenommen wird, sondern ausschließlich als (potentieller) Mitarbeiter. Da herrscht mehr „corporate identity“ als christliche Nächstenliebe und Gemeinschaft. Schade auch.
    Insofern bestätige ich Saphiri auch in der Beobachtung, dass zu schnell, zu einfache Antworten auf tiefgreifende, persönliche Krisen gegeben werden. Seelsorge im Sekundentakt, das kann nicht gut gehen und wird es auch langfristig nicht, da Menschen, die den wahren Christus suchen, aus solchen Gemeinden dann schnell wieder abhauen. Wie im Artikel oben beschrieben, gehts dann nur noch um Gemeindewachstum, aber das „Wachstum in die Tiefe“ des Zusammenhalts und der Gemeinschaft wird auf Hauskreis-Rituale reduziert. Das reicht Vielen, mich eingeschlossen, nicht aus.

    ansonsten: die Adresse lautet einfach
    http://gebetskreis.wordpress.com
    ohne „www.“

  7. Johannes Says:

    Kerstins Beitrag ist zuzustimmen. Einer der größten inneren Zerstörer der Kirche ist der Schweizer „Theologie-Prof.“ Hans Küng, der nicht müde wird, seit dem II. Vatikanum die falsche Lehre von den „abrahamitischen Religionen“ zu verbreiten und zu behaupten, dass doch alle an denselben Gott glaubten.

    Doch das trifft nur für Juden und Christen zu. Das Verhältnis zwischen Juden, „der Wurzel unseres Glaubens“, und Christen hat der Apostel Paulus klar und eindrücklich im Römerbrief Kapitel 9 bis 11 beschrieben. Lesebefehl!

    Ein Jünger des Ketzers Küng ist der heutige Direktor des „Instituts für interreligiösen Dialog“ in Tübingen, Karl-Josef Kuschel. Sein Name ist Omen: er kuschelt mit dem Islam und sieht im Koran eine „heilige Schrift“: im Koran sei alles „Gottesrede“! (Aufsatz vom 13.02.2011 zu hören in N3)

    • Jemeljan Says:

      Tja, wenn solche Sinnverwirrer wie Küng und Kuschel schon am Rande des Katholizismus herumlügen, dann sieht es wohl nicht gut aus für „den Weg, die Wahrheit und das Leben“ im deutschsprachigen Raum.
      Da, wo „C“-Parteien in Bremen und Berlin das „Fastenbrechen“ praktizieren und die SPD (Berlin) diese „Iftar-Mahl“ sogar in einer (Frei-) Kirche abhalten kann, sind die Wahrnehmungs-Grundlagen von richtig und falsch, von göttlich und diabolisch wohl endültig irreparabel zerrüttet worden. Heute sehe ich keine gute Zukunft mehr für Eurabien und Germanistan.
      Wir haben uns längst abgeschafft und liefern nur noch täglich die Beweise. Ich glaub, ich werde Eremit und vertraue nur noch Gott alleine.

  8. . Says:

    Die Kirche nervt

    Guten Tag, eine Frage an Sie.

    Jeden Tag dieser Lärm.
    Können wir etwas machen dass dieser Lärm aufhören würde.

    Besten Dank und Gruss A. E. Dogru


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