kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Notizen aus Jerusalem 14. August 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 12:49

Vertu’ dich nicht oder: Die „Freuden“ des Ramadan

 

Am Donnerstag kam ich in Jerusalem an. Donnerstag war auch der erste Tag des Ramadan. Und wie ich mit meinem Koffer so die Stadtmauer vom Neuen Tor zum Damaskustor runderschlenderte, befand ich, dass der Ramadan so seine Vorteile haben kann: Am Damaskustor war (zu dieser Zeit) bedeutend weniger Betrieb als sonst. Das war angenehm, denn so musste ich weniger aufpassen und hatte weniger Probleme mit dem großen Koffer bei anderen nicht anzuecken. Das scheint allerdings der so ziemlich einzige Vorteil des Ramadan für den Jerusalemreisenden zu sein. Schon am Abend durfte ich dann feststellen, dass – und das weiß man ja eigentlich – nach Anbruch der Dunkelheit die Chose so richtig abgeht. Gerade – und das wusste ich bis dato nicht – am Damaskustor, wo mächtig gefeiert und geböllert wird. Und wer dann in einer Unterkunft in unmittelbarer Umgebung des Tores Quartier bezogen hat, darf sich richtig ‘freuen’: Vor Mitternacht kommt man nicht zur Ruhe und danach sind noch jede Menge Aufräumarbeiten auditiv zu bewundern. Vor 2 Uhr nachts komme ich hier nicht zum Schlafen. Wenn das Frühstück morgens um 7 Uhr eingenommen wird, heißt es dann: tagsüber auch mal schlafen.

 

Ganz heftig ist es am Freitagabend gewesen. Da war ein arabisches Konzert, das bis kurz vor Mitternacht dauerte und gut besucht war. Der Musiker machte mächtig Dampf und brachte das Publikum in Wallung. Nicht nur mit der Musik, die zugegebenermaßen fremd/befremdlich aber mitreißend war, selbst für mich. Doch bei jedem dritten Lied gab es immer Abschnitte, wo das Publikum ein dreifaches „Allahu Akbar“ brüllen durfte. Und dieses Gebrüll hörte sich nicht unbedingt sympathisch an.

 

Zwischen den Nummern gab es immer wieder Mini-Ansprachen des Künstlers. Und einmal wurde ich ziemlich hellhörig. Da konnte ich sehr deutlich „Al-Jahud’ vernehmen, dem ein tosender Beifall der Menge folgte. Was das wohl gewesen sein mag? Kurz darauf kam eine kleine Sprechpause, der ein deutlich vernehmbares ‘Al-Shabab’ mit zustimmendem Gebrülle des Publikums folgte. Als nächstes ‘Sudan’ mit der gleichen Reaktion. Vom Rest bekam ich wieder nicht wirklich viel mit. Ich kann schließlich kein Arabisch. (Wer es nicht weiß: Al-Shabab ist die Islamisten-Miliz, die in Somalia massenmordet und verhindert, dass Hilfsorganisationen die hungernde Bevölkerung versorgt.) Das Geschehen erzählte ich gestern einem befreundeten Journalisten. Der meinte nur lapidar: ‘Das kann nichts Positives gewesen sein.’ So sehe ich das auch. Und wenn ich wieder mal während des Ramadan in Jerusalem sein sollte, muss ich mir eine andere Unterkunft suchen… {Quelle: www.heplev.wordpress.com}

 

Tisha B’Av und Ramadan in Jerusalem

 

In der Mamilla Einkaufsstraße bleiben die Geschäfte geschlossen

 

Felsendom und Klagemauer erstrahlen in besonderem Licht

 

Gegen 21 Uhr strömen die Besucher an die Klagemauer zum Gebet

 

Einige betrachten die Kotel von weitem, andere stehen zum Gebet

 

Wieder andere lesen die Klagelieder Jeremias

 

Im muslimischen Viertel sind die Straßen für den Ramadan dekoriert

 

Die bunten Lampen hängen hier in allen Straßen

 

Bis auf ein paar christliche Pilger ist niemand auf der Muristan Road

 

Blick auf die Lichter der Stadt

{Quelle: Ynet – www.botschaftisrael.de}

 

2 Responses to “Notizen aus Jerusalem”

  1. Johannes Says:

    Das Verrückte am „Fastenmonat“ Ramadan – zu Ehren des blutrünstigen Propheten und des „Herabkommens“ des menschenfeindlichen Koran – ist ja, dass die Muslime tagsüber fasten und nachts die Sau rauslassen, um genau das zu tun, was ihnen tagsüber verboten ist.

    Kann mir unser Diener Allahs, Abdullah, diesen Widerspruch mal erklären?

  2. Saphiri Says:

    Auch wenn uns allen ein gutes Miteinander mit unseren muslimischen Mitbürgern sehr am Herzen liegt, sollten wir diese nicht in ihrem islamischen Glauben bestärken“,

    Christen sollten sich in einem Grußwort von eigenen Überzeugungen leiten lassen, etwa von einer Aussage in der Apostelgeschichte (4,12): „In keinem anderen ist das Heil als in Jesus Christus.“ Kuhl widerspricht manchen Theologen, die Mission unter Muslimen ablehnen und meinen, es reiche, wenn sie bessere Muslime werden: „Das halte ich für falsch, denn es geht ja darum, wie ich eine persönliche Beziehung zu Gott als unserem Vater im Himmel haben kann.

    Das gehe „nur über den gekreuzigten und auferstandenen Christus, den die Muslime jedoch ablehnen.“ Kuhl fragt: „Warum sollte ich da nicht die beste aller Botschaften meinen muslimischen Freunden mitteilen wollen?“

    Kirchlicher Islambeauftragter: Keine Anbiederung an Muslime

    Der Islambeauftragte der Evangelischen Kirche in Westfalen, Kirchenrat Gerhard Duncker (Bielefeld), stellte sich dagegen in einem weiteren Beitrag hinter das Grußwort der Bischöfe und Präsides. Damit biederten sich Christen weder bei Muslimen an, noch akzeptierten sie Unrecht, das in islamischen Staaten – wie etwa im Iran – geschehe. Sie beherzigten vielmehr die Ermunterung im neutestamentlichen Brief des Apostels Paulus an die Philipper (4,5):

    Eure Güte lasst kundsein allen Menschen.“ Das eigene Bekenntnis hindere Christen nicht daran, mit Menschen anderen Glaubens gute Nachbarschaft zu pflegen.


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