kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Auf der Flucht vor den Peinigern 13. August 2011

Filed under: Islamische Schandtaten — Knecht Christi @ 11:43

Kabul: Bebigil wagt kaum zu sprechen.

Als ihr Vater vor vier Jahren starb, begann ihr Martyrium.

 

Ihre Mutter heiratete erneut, der Stiefvater schlug und misshandelte das Mädchen. Bebigil hat immer noch Narben im Gesicht. Ihre Familie wollte sie loswerden. Bebigil wurde an einen alten, blinden Mann verkauft. „Für viel Geld“, sagt die junge Afghanin. Sie war damals kaum zwölf Jahre alt. Bebigil gelang die Flucht. Doch auch vier Jahre später lebt sie in Angst, denn die Familie ihres 45 Jahre älteren Ehemannes will sie umbringen. Bebigil lebt in einem der wenigen Frauenhäuser Afghanistans. Ihr Schicksal ist nur eines von vielen Tausenden in einem Land, in dem Gewalt, Missbrauch, Kinderehen und Zwangsheirat zum Alltag gehören.

 

Neben Bebigil leben noch 20 weitere Frauen und Mädchen in dem unscheinbaren Haus in einem der besseren Viertel von Kabul. Von außen sieht die Unterkunft aus wie ein normales Wohnhaus. Doch drei Wachen hinter dem Tor kontrollieren, wer hier hereinkommt. Auch der Ort wird geheim gehalten. Aus gutem Grund: Die meisten der Frauen und Mädchen müssen damit rechnen, dass ihre Familie sie töten, wenn sie erfahren, wo sie sich aufhalten. „Wir müssen den Ort geheim halten“, erklärt Naima Chairandesh, Programm-Leiterin für die Organisation „Women for Afghan Women“, die das Frauenhaus unterhält. Die Leute würden sonst Ärger machen. „Die Öffentlichkeit hat eine schlechte Meinung von den Frauenhäusern.“

 

Afghanistan hat kaum mehr als ein Dutzend Frauenhäuser. Schutzunterkünfte für betroffene Mädchen und Frauen existieren zumeist nur in der Hauptstadt Kabul. Sie werden fast alle von internationalen Hilfsorganisationen geleitet. Doch die Angst vor Übergriffen, Anschlägen oder bloßer Schikanierung durch die Behörden wächst. Und auch die Frage nach der Zukunft der Frauenhäuser ist offen. Wer wird die Unterkünfte finanzieren, wenn der Westen sich aus Afghanistan zurückzieht? Und was geschieht, wenn die radikal-islamischen Taliban an der Regierung in Kabul beteiligt werden. Naima, die Programmleiterin, ist sich sicher: „Wenn die Taliban zurückkommen, wird das Haus schließen müssen“.

 

Konservativen Politikern in Afghanistan sind die Frauenhäuser schon lange ein Dorn im Auge. Im August letzten Jahres startete der Talkshow-Master Nasto Naderi eine Kampagne gegen die Schutzunterkünfte und brachte eine ganze Reihe gefälschter Berichte, die nahelegten, dass die Häuser von Ausländern kontrolliert würden, um afghanische Frauen und Mädchen zur Prostitution zu zwingen. „Wir leben in einem islamischen Land“, hetzte der 27-jährige Moderator, „doch manche Hilfsorganisationen kommen her und wollen das ändern“. Seit über zwei Jahren arbeitet eine Regierungskommission an einer Reform der Häuser. Im Februar schlug sie eine Reihe von radikalen Änderungen vor, die praktisch das Aus für die Arbeit der 17 registrierten Häuser bedeutet hätte. Nach einem Aufschrei der internationalen Gemeinschaft wurde vieles wieder zurückgenommen.

 

Naima bemüht sich, den Konflikt herunterzuspielen. Beauftragte der Regierung würden zwar regelmäßig vorbeikommen, um die Arbeit in den Häusern zu kontrollieren, doch die Zusammenarbeit sei gut. Zudem bemühe man sich zusammen mit den Familien zunächst um eine einvernehmliche Lösung. Doch Naima muss zugeben, dass dies in der Praxis manchmal kompliziert ist. „Es gibt sehr schwierige Fälle“, sagt sie. Etwa die beiden kleinen Mädchen, die seit ein paar Monaten im Haus wohnen. Sie sind acht und elf Jahre alt. Ihre Familie hat die beiden Schwestern vor dem Haus der afghanischen Menschenrechtskommission in Kabul einfach ausgesetzt. Sie beschuldigt die Mädchen, Schmuck der Familie gestohlen zu haben und weigert sich nun, die Kinder wieder aufzunehmen. Die beiden Mädchen wohnen nun im Frauenhaus. Versuche, die Familie umzustimmen, schlugen bislang fehl.

 

Die afghanische Menschenrechtskommission ist in vielen solcher Fälle involviert. „Wir versuchen dann, eine Unterkunft für die Frauen zu finden“, sagt der Leiter, Nader Naderi. Afghanistan sei immer noch auf ausländische Hilfsorganisationen angewiesen, um die Arbeit der Häuser weiterzuführen. Es fehle einfach an Geldgebern. Doch für wenigstens eine der Bewohnerinnen der von „Women for Afghan Women“ geleiteten Häuser gab es ein gutes Ende: Bibi Aisha, die Kinderbraut, deren zerstümmeltes Gesicht auf dem Titelblatt vom „Time“-Magazin erschien. Ihr Ehemann hatte ihr zur Strafe Nase und Ohren abgeschnitten, nachdem das Mädchen weggelaufen war. Aisha konnte mit Hilfe der Organisation in den USA operiert werden und kann nun wieder ihr Gesicht zeigen. Doch nach Afghanistan ist sie noch nicht wieder zurückgekehrt. {Quelle: www.suedkurier.de}

 

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