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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Entwarnung: Papst doch kein Terrorist! 11. August 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 15:37

Papst Benedikt XVI.:

Ist die Bibel eine so gefährliche Waffe, wie Kirchenkritiker meinen?

Die Breivik-Keule ist sicher, sie ist wirksam, sie kann von jedem Deppen geschwungen werden. Wer immer von dem Massenmörder in seinem Manifest zitiert wird, meint Matthias Matussek, steht in dem Verdacht, zu dem Verbrechen angestiftet zu haben. Nur einer hat Glück: der Papst.

 

Eine Krankheit hat die Feuilletons befallen. Die Denunziationssucht. Die Rasterfahndung. Die linke Sympathisantenjagd auf Islamkritiker oder Konservative oder Christliche oder alle, die man sowieso nie leiden konnte und die jetzt mal, im Schatten eines Massenmordes, ordentlich abgeschrubbt werden dürfen. Das prominenteste Beispiel ist derzeit mein ehemaliger Kollege Henryk Broder. In der „Frankfurter Rundschau“ schreibt Christian Bommarius unter der Überschrift „Breivik und Broder“ folgendes mit delikater Hinterhältigkeit: „Es wäre demagogisch, Broder und andere Islamophobe zu geistigen Brandstiftern zu erklären“. Um im nächsten Satz genau das zu tun: „Aber richtig ist eben auch, dass Schriften, wie sie Broder verbreitet, das Entrebillet für den aggressiven Antiislamismus bilden“.

 

Zwar nicht, aber doch irgendwie, Eintrittskarte, Auftakt zur Aggression: Voilà, das ist sie, die hohe Schule der Demagogie! Und was nun sind „die Schriften, die Broder verbreitet“? Es ist nicht „Mein Kampf“, den er verteilt: Broder gab einer holländischen Zeitung ein Interview, das Breivik zitiert. Broder sinniert in dem Interview darüber, Deutschland zu verlassen. Der Fall ist klar: Unverblümter kann man keinen Irren zum Mord anstiften, als es hier der Jude Broder mit dem „Christen“ Breivik tat. Allerdings haben in Breiviks Schädel auch andere Zitate verheerende Wirkung hinterlassen, darunter solche von Angela Merkel, Jesus, Nietzsche, Marx. Ein wahrlich mörderisches Stimmenkonzert.

 

Aber jetzt mal alle einen Schritt zurück. Der religionspolitische Grundirrtum der ganzen Debatte ist der, Breiviks Anschlag als christlichen Terrorismus misszuverstehen. Als Übertreibung in die andere, die antiislamische Richtung. ZDF-Chefredakteur Peter Frey kommentierte zum Beispiel so in einem Kommentar, und er sattelte gleich mächtig auf und vergaß auch nicht, Georg Bushs „Kreuzzug“ im Krieg gegen den Terror zu erwähnen.

 

Das war übrigens umso erstaunlicher, als gerade die ZDF-Terrorspezialisten nach der Detonation in Oslo zunächst für eine Weile selbstverständlich – man möchte sagen: wie gewohnt in solchen Fällen – einen islamistischen Anschlag, eine Verwicklung der Qaida „ganz sicher nicht ausschließen“ mochten. Doch nun, mit den Morden und dem Manifest macht alles plötzlich ganz anders Sinn: Kreuzzug, Christen, Terror. Selbst Jens Jessen in der „Zeit“ tappt in diese neue Kurzschlussfalle. Für ihn ist Breiviks Massenmord das Spiegelbild des Anschlags auf das World Trade Center. Warum? Zunächst ganz simpel, weil es fast auf den zehnten Jahrestag fällt. Unwiderstehlich kalendergenau wäre Breiviks Mord die verzögerte Antwort auf den islamistischen Mord. Das ist die Zahlenmagie im Feuilleton-Gewerbe.

 

Christlicher Terrorismus – wo soll der sein?

Islam und Christentum wären da zweimal wahnhaft und grotesk missverstanden. Klingt verführerisch in einer säkularen Gesellschaft, ist aber trotzdem Quatsch. Noch einmal zum Mitschreiben: Breiviks Massenmord hatte nichts mit dem Christentum zu tun. Dessen Kernbotschaft ist die Liebe, auch die Feindesliebe. Breivik verachtete diese Liebe als Schwäche. Er setzt sich ausdrücklich von ihr ab. Dagegen: Die Anschläge von Mohammed Atta und Osama Bin Laden und die Tausenden Selbstmordattentate von Agitierten und „radikalen Verlierern“ (Enzensberger) und Depravierten in ihrem Hass auf den dekadenten und ungläubigen Westen konnten sich durchaus auf Koranstellen zum Dschihad stützen. Sich berufen sich ausdrücklich auf ihn, lassen sich von ihm inspirieren und rechtfertigen.

 

Christlicher Terrorismus? Wo soll der derzeit sein? Mir ist nicht bekannt, dass in der Präsentation des letzten Verfassungsschutzberichts durch den Innenminister die Gefahr durch christliche Terrorgruppen hervorgehoben worden wäre – wohl aber die durch islamische. Christliches Morden? Mir ist nicht bekannt, dass Christen Jagd auf islamische Ordensleute oder Muftis machen würden oder islamische Politiker ermorden würden – das geht doch eher in die umgekehrte Richtung, in Pakistan, im Sudan, in Nigeria, in Ländern oder Landstrichen also, wo die islamische Mehrheit keine andere Religion neben sich duldet, und mit Multikulti nun überhaupt nichts am Hut hat.

 

Nein, Breivik war kein christlicher Tempelritter. Er hat sich nur mit deren Schürze dekoriert. Er war auch kein Christ. Er hat sich dessen Vokabular übergestülpt wie in einem monströsen Horrorfilm. Er hat die Kindlein zu sich gewinkt, nicht um ihnen das Himmelreich zu versprechen, sondern um sie zu töten wie Schlachtopfer in einem dunklen hysterischen Privatkult. Doch nun liefert er reichlich Munition. Wer könnte da widerstehen im publizistischen Reizklima, wo es immer darum geht, das eigene ideologische Portfolio aufzupolstern und das des Gegners zu schwächen. Für SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Georg Diez ist Breivik auf geheimnisvolle Art mit der Tea Party im Bunde und die wiederum möchten die USA zugrunderichten und die Weltwirtschaft torpedieren – was nicht nur wahnhaft klingt, sondern auch wahnhaft ist.

 

Absetzbewegung vom Traditionalistenverein

Zusammengefasst schwadroniert Diez: Letztes Jahrhundert war links, und nun ist rechts angesagt, die Ideologie des neuen Jahrhunderts „agiert zerstörerisch und narzisstisch, das ist typisch 21. Jahrhundert“. Aha. So klingt Universalgeschichte als Modebesprechung. Pop und Weltgeist als Partymix. Wer bedient sich noch der Breivik-Keule? Jeder darf ran. Auch der katholische Reformflügel nutzt die Gunst der Stunde, um sich ein für allemal vom Traditionalistenverein abzusetzen.

 

In einem Interview, nun wieder in der „Zeit“, erklärt die katholische Theologin Saskia Wendel, dass Breivik „klassische Topoi des katholischen Traditionalismus“ besetzt. Er habe „zutiefst antimoderne Einstellungen etwa zur Abtreibung, zur Empfängnisverhütung, zur Geschlechtergerechtigkeit“. Er ist „gegen die Frauenordination und gegen die Anerkennung von Homosexuellen durch die Kirche“. Wusste Breivik eigentlich, was er da angerichtet hat, gerade im innerkirchlichen Dialog?

 

Katholiken, die gegen Abtreibung und gegen Frauenordinierung sind – zwei Positionen der Weltkirche – müssen sich ganz warm anziehen. Sie stehen fortan unter Beobachtung. Sie werden zu geistigen Brandstiftern, ja, sind eigentlich schon überführte Terroristen. Willkommen im Club! Unnötig zu sagen, dass Saskia Wendel zu den Unterzeichnern des progressiven Theologenmemorandums zur Liberalisierung der Kirchen gehört. Also: Romtreue Katholiken, durchatmen. Ihr steht ab sofort unter Beobachtung. Ihr werdet in einem Atemzug mit einem Massenmörder genannt. Wendels Argumentation kann als handfeste Warnung und Einschüchterung gelesen werden. „Bei bestimmten traditionalistischen Gruppierungen in der katholischen Kirche gibt es womöglich auch antidemokratische Einstellungen“, so Wendel. „Sollte hier ein Gewaltmonopol entstehen, muss der Staat seine Schutzfunktion erfüllen.“ Und noch deutlicher: „Das sind dann keine rein innerkirchlichen Angelegenheiten mehr.“

 

Re-Match durch das gesetzte linke Bürgertum

Dass eine linke Theologin in einer weltanschaulichen Debatte so unverhohlen nach der Polizei ruft, ist dann doch ein Novum. Der Papst übrigens hat Glück. Breivik hält ihn für nicht kämpferisch genug. Er ist kein Kreuzzügler-Material. Auch Saskia Wendel spricht ihn vom „Fundamentalismus“ frei, einstweilen, aber er ist dann doch auch „sehr konservativ“, was ihn näher in die Risikozone rückt. Nun gut, einstweilen spricht für ihn, dass er das reformfreudige „Zweite Vatikanische Konzil maßgeblich beeinflusst hat“. Aber das ist lange her. So geht das derzeit. Jeder wird überprüft. In der Instrumentalisierung eines entsetzlichen Massenmordes gibt es offenbar keine Hemmschwellen mehr. Wir erleben derzeit ein grauenhaftes Déjà-vu, eben eine Neuauflage jener dümmlichen Politisierung in Linke und Rechte, die die älteren unter uns aus den ideologisch überhitzten siebziger Jahren kennen.

 

Damals ging der Staat auf Sympathisantenjagd und durchsuchte Flugblätter und Wohnungen, überwachte Telefongespräche und Gesinnungen. Und die andere Seite machte Jagd auf Verräter in den eigenen Reihen. Diesmal gibt es ein Re-Match durch das gesetzte linke Bürgertum, eben nicht durch den Staat, sondern durch eifrige Schnüffler und rasende Mitläufer der sozialdemokratischen Selbstgerechtigkeit, die ausgrenzender (Sarrazin!) und um einiges gehässiger auftreten als ihre norwegischen Kollegen. Bei uns rastern sie und nutzen die Chance, auszuteilen und Rechnungen zu begleichen, ob eifrige Milchbärte oder gestandene Ausgebuffte, sie verleumden, sie klittern, sie fahnden ohne höheren Auftrag, jeder mit der Lupe unterwegs auf der Suche nach „Stellen“. {Quelle: www.spiegel.de}

 

5 Responses to “Entwarnung: Papst doch kein Terrorist!”

  1. Johannes Says:

    Aber .. selbst Kirchenführer wie Nikolaus Schneider (EKD-Führer), Alfred Buß (Führer der Westfälischen Landeskirche, Volker Jung (hessen-nassauischer Kirchenführer) und Friedrich in Bayern vermengen immer wieder geschickt den islamischen Fundamentalismus und den christlichen, der sich allein auf die Bibel beruft: liebe Gott und deinen Nächsten! In ihren Grußworten an die Muslime zum Ramadan, der in Erinnerung an die „Herabsendung“ des furchtbaren Koran begangen wird, kuscheln sie prächtig mit dem Islam und tun so, als gäbe es auch einen gewalttätigen christlichen Fundamentalismus. Die Welt könne doch so friedlich sein, wenn man immer weiter dialogisieren würde, schließlich glauben doch alle an denselben Gott!?

    Ob diese Kirchenvertreter überhaupt mal so richtig in der Bibel gelesen haben? Kennen sie auch den Koran – zumindest ein bißchen? Beide unterscheiden sich doch wie Feuer und Wasser! Das müßten doch auch „Theologen“ begreifen! Oder wird hier bewußt gemauschelt, um die Anhänger der „Religion des Friedens“ nicht wütend zu machen?

    Ins gleiche Horn stieß heute mittag auch der „Geschichtsprofessor“ des ZDF, Guido Knopp, als er eine fünfteilige Serie in diesem MS-Medium ankündigte, die den gewalttätigen Fundamentalismus von Islam und Christentum belegen soll. Ab nächsten Dienstag! Und das muß ich auch noch als Zwangsgebührenzahler finanzieren …

    • Bert Engel Says:

      Guido Knopp ist wahrlich eine Zumutung und das schon seit Jahren ! Was immer dieser „Geschichtsprofi“ zusammenbastelt, es tut weh. Ich selbst kenne ihn eigentlich nur vom weg schalten, wenn man ihm und seiner aufgepuderten Visage auch manchmal nicht entgehen kann. Und dafür werden Zwangsgebühren verlangt – schrecklich.

  2. Walter Says:

    Sie wollen eine Einheitsreligion schaffen!

    Deshalb soll bei allen Religionen derselbe Gott sein!
    Einmal sendet ihr Gott Jesus dann Mohammed dann Satan dann usw.

    Ihr Gott weiß also auch nicht was er will!

    Darauf kann man doch nur antworten

    Laß dich nicht verarschen!!!!

    • G.* Says:

      Walter:

      Es gibt nur den einen Gott-

      was jeder mit seinem Leben macht hat er doch selbst zu veratnworten,wie die Sühne ausfällt auch as bestimmt jeder selber.

      Der Weg unter den Menschen war nie einfach,mit Gott wird er leichter ,anstatt steinig.

      im hier im jetzt und immer.

  3. Nur so Says:

    Ist mir völlig unlogisch, abgesehen davon dass selbst ich schon beschimpft wurde von „gebildeten“, die mich fragten, ob ich gläubig wäre und ich sagte ja, weswegen ich als Kinderschänder Mörder etc tituliert wurde. Der Eingang zum Gespräch war wohl eine Unmutsäußerung meinerseits über die Kirche, ohne Näheres zu sagen.
    Dabei meinte ich nur, dass mir zuviele Singlefrauen (Lesbierinnen?, aber auch Singlemänner), als Pfarrerinnen auftreten und das Bild Luthers, das er der Kirche gab (Familienleben), nicht wiederspiegeln würde – Dazu passt die Entstehung des Sakrament der Ehe bei den Katholiken, welches ich erst kürzlich aufschnappte.

    Aber ich könnte mich nicht Erinnern, dass in der Bibel etwas von Gewaltaufrufen stünde, oder ähnliches. Selbst im Alten Testament waren unstete Taten durch gewisse Vorfälle vergolten (wie auch immer der Ausging), die man durch göttliches Handeln gegen diese Person/Gruppe begründete.
    Natürlich gibt es im alten Testament Gesetze für deren Nicheinhaltung schwere Strafe drohten (5. Mose). Aber gerade deswegen, weil es auf eine unmögliche Unterdrückung hinauslief der durch eine Obrigkeit entstand und der Tatsache, das der Mensch ein Sünder ist, soll sich ja Jesus geopfert haben (nicht bei den Muselmanen – die verstehen das ja nicht) Auch bei den Christlichen Religionen gibt es Meinungsverschiedenheiten über Kreuzigung Auferstehung, Erlösung etc.

    Es heißt: Verbreitet die Frohe Botschaft über die Auferstehung und die Erlösung vom irdischen Leiden (hier ist auch ein großer Zweifel bei mir – körperliche Auferstehung ja/nein? – wenn ja wozu? Um irdisches fortzusetzen).

    Das kann man jetzt Glauben oder nicht. Je nach dem
    Nur, erzähle ich etwas und verlange nicht von jemanden, dass, wenn er die Botschaft nicht annimmt, entweder die Herrschaft akzeptiert und tributpflichtig ist, sowie unterwürfig, oder aber beides nicht akzeptiert, zu töten ist.

    P.S. Außerdem wird es auch immer Menschen geben die Institutionen und Religionen für die eigenen Bedürfnisse (politische, gesellschaftliche, reichtum, was mir noch eingefallen ist will ich nicht sagen) nutzen.

    Also: Von halte die Andere Wange hin, habe ich bei den Bereicherern nocht nichts gelesen bzw., dass sie einen Fremden, der nicht die gleiche Religion hat etc. irgendwie helfen sollten. Oder gar teilen ?, dass können die nicht mal untereinander, weil sie neidischer sind gegen alle Anderen, außerhalb des Clans, aber auch unter sich. Protzen kann da auch schon ausarten bzw. gesellschaftlicher Druck des anschwärzens. Ich will jetzt nicht weiterschreiben, denn mir vielen jetzt 1000e Dinge ein. (wollte auch zu den Tüchern in einem vorherigen Kommentar schreiben)

    Wobei ich eines felsthalten möchte, laut Musel sind sie zu „nehmen“ weil sie selbst ihre kulturellen und ihre sozialen sowie staatlichen Werte ernst nehmen. Siehe auch Jugendgewalt. Wie lange „die Linke“ wohl braucht, dass zu kapieren, dass sie keine Werte vorweisen können, weiß ich nicht. Ich stimme dem zu, aus einer anderen Position. Man sieht es am politischen Diskurs ganz deutlich, dass viele bzw. alle Intelligenzbolzen der Politik eigentlich noch gar nicht begriffen haben worum es eigentlich geht.

    Breivik war kein Gläubiger Mensch, schrieb er ja selbst, eher rationell und er zählte Eins und Eins zusammen und kam zu einem Schluss der für wahr ziemlich Angst macht. Da kann einem schon leicht die Sicherung durchbrennen, wenn man die Freiheit bedroht sieht.


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