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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Nach Norwegen: Hass auf Christen? 8. August 2011

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 19:04

Wohin die Einschätzung des Massenmordes in den Medien führen kann

 

München (kath.net/idea): Wer die zahllosen Kommentare zum Massenmord in Norwegen liest, wird häufig den Eindruck einer klammheimlichen Genugtuung nicht los, dass der Täter diesmal kein islamischer Fanatiker, sondern ein „christlicher Fundamentalist“ gewesen sein soll. So ein Wesen ist für viele Medien noch verwerflicher. Wäre Anders Breivik Christ, stimmte es sogar. Denn das Neue Testament lehnt nicht nur Gewalt als Mittel religiöser Auseinandersetzung ab, sondern fordert – wie keine andere Religion – Feindesliebe.

 

Was alles nicht stimmt: Selbst in einigen Kirchenblättern hieß es, man wisse noch nicht, ob der Norweger „wirklich so tief in den christlichen Fundamentalismus eingedrungen ist“. Doch man weiß es! Denn er hat in einem 1.518-seitigen, im Internet nachlesbaren Manifest klar kundgetan, was er denkt. So ist für ihn Religion nur eine „Krücke für schwache Menschen“. Eine persönliche Beziehung zu Christus kennt er nicht. Schon das unterscheidet ihn fundamental von sogenannten fundamentalistischen Christen. Allein dass er Freimaurer ist, hätte jeden, der auch nur einen Funken Ahnung von den unterschiedlichen Richtungen im Christentum hat, davon abhalten müssen, von einem „christlichen Fundamentalisten“ zu sprechen, lehnen diese doch die Freimaurerei strikt ab. Auch würde kein so orientierter Christ der These Breiviks zustimmen: „Wir müssen zu unseren katholischen Wurzeln zurückkehren.“

 

Ist jedes Mittel recht? Trotz dieser klaren Aussagen wurde noch Tage nach dem Ereignis auf „Spiegel-Online“, bei NTV, ZDF und ARD sowie in Tageszeitungen verbreitet, der Täter sei ein „fundamentalistischer Christ“ – nicht selten verbunden mit hasserfüllten Kommentaren. So schrieb die grün-alternative „Tageszeitung“ aus Berlin, der Terrorist gehöre zu denen, „die ihre dummen Hirne mit einer christlich-fundamentalistischen Weltsicht füttern“. Da haben wir es: Die Evangelikalen, die hier letztlich gemeint sind, sind dumm, und ihre Weltsicht kann Massenmörder gebären.

 

Es ist merkwürdig, dass die, die jetzt zu Recht den Hass des Attentäters auf Muslime und Kommunisten geißeln, selbst zum Hass auf bibeltreue Christen – und gleich auch alle, die politisch nicht links stehen – beitragen. Da erweckten die „Tagesthemen“ den Eindruck, im Internetbereich einer konservativen Zeitung habe ein Leser geschrieben, der Täter sei „intelligent“. Für die ARD gehörte das Blatt damit offenbar schon zur Sympathisantenszene des Massenmörders. Dabei hatten die „Tagesthemen“ schlecht recherchiert: Es war gar nicht die Internetplattform dieses Blattes! Doch wenn es gegen die „Junge Freiheit“ – die man einblendete – geht, scheint jedes Mittel recht, obwohl ihr erst vor kurzem Bundespräsident a. D. Roman Herzog ein Exklusivinterview gegeben hatte.

 

„Die Zeit“: „Ein durchgedrehter Einzeltäter“: Kann man den Täter so einfach dem Rechtsextremismus zuordnen – wie es fast alle tun? Dann müssten viele Medien ihr Weltbild ändern. Denn laut „Spiegel“ „distanziert er sich von Neonazis: Antisemitismus sei Blödsinn, die Juden Europas Verbündete im Kampf gegen den Islam“. Interessanterweise behielt in der ganzen Debatte ausgerechnet „Zeit-Herausgeber“ Jost Joffe einen kühlen Kopf. Für ihn ist Breivik „ein durchgedrehter Einzeltäter … ein Fall für den Psychiater“. {Eine Analyse von Helmut Matthies}

 

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