kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Brückenbauer“ geehrt 8. August 2011

Filed under: Kirche Zu Hause — Knecht Christi @ 19:56

Kopten-Papst Shenouda III. erhält Augsburger Friedenspreis

Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Papst Schenuda III. von Alexandrien, erhält in diesem Jahr den Augsburger Friedenspreis.

 

Sein Wirken und seine Verdienste als Brückenbauer zwischen den christlichen Konfessionen, aber auch zwischen Christen und Moslems in seiner Heimat Ägypten hätten die Jury überzeugt, sagte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) am Montag, dem Augsburger Feiertag des Hohen Friedensfestes, im Rathaus. Der mit 12 500 Euro dotierte Augsburger Friedenspreis wird am 29. Oktober im Goldenen Saal des Rathauses verliehen. Die Laudatio auf das 88-jährige Kirchenoberhaupt wird der ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, halten.

 

Die Auszeichnung geht seit 1985 alle drei Jahre an Persönlichkeiten, die sich «in herausragender Weise um das Zusammenleben der Konfessionen verdient gemacht» haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der frühere sowjetische Präsident Michael Gorbatschow und Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Papst Schenuda ist das geistliche Oberhaupt der Kopten. Mehrere Millionen dieser Christen leben in Ägypten, wo es zuletzt mehrfach zu Zusammenstößen mit Muslimen kam. In Deutschland leben nach unterschiedlichen Angaben zwischen 6000 und 10 000 Kopten.  {Quelle: www.augsburger-allgemeine.de}

 

 

Kopten-Papst erhält Augsburger Friedenspreis

Augsburg: Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten, Papst Shenuda III., erhält den diesjährigen Augsburger Friedenspreis. Die Verleihung findet am 29. Oktober im Augsburger Rathaus statt.

 

 

Für seinen Einsatz als Brückenbauer zwischen den Konfessionen und Religionen erhält das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten, Papst Schenuda III., den Augsburger Friedenspreis. “Gewürdigt werden dabei seine langjährigen und intensiven Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen in Ägypten, nicht zuletzt nach den Anschlägen auf koptische Christen zum Jahreswechsel 2010/2011 und bei der Volksbewegung für mehr Demokratie in den letzten Monaten“, sagte Regionalbischof Michael Grabow am Montag in Augsburg.

 

So habe der 88-Jährige Anfang des Jahres in einer wichtigen Verlautbarung zu Frieden und Versöhnung aufgerufen und zur Beruhigung des Konflikts beigetragen. “Auch bei weiteren Anschlägen auf Christen in Ägypten griff er immer wieder mäßigend und befriedend ein“, betonte Grabow. Bürgermeister Kurt Gribl (CSU) bezeichnete Schenuda III. bei seiner Rede im Augsburger Rathaus als einen der “ranghöchsten Bischöfe der Christenheit“. Zudem habe er durch die tiefe Verankerung in der religiösen Tradition und durch sein hohes kirchliches Amt große Autorität in seinem Land.

 

Der mit 12 500 Euro dotierte Augsburger Friedenspreis wird am 29. Oktober im Goldenen Saal des Rathauses verliehen. Die Laudatio auf das Kirchenoberhaupt wird dann der ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, halten. Ob Schenuda III. bei der Preisverleihung dabei sein wird, ist jedoch noch ungewiss. “Wir hoffen sehr, dass es ihm sein Gesundheitszustand ermöglichen wird, hierher nach Augsburg zu kommen und den Preis selbst anzunehmen“, sagte Grabow. Der Friedenspreis geht seit 1985 alle drei Jahre an Persönlichkeiten, die sich “in herausragender Weise um das Zusammenleben der Konfessionen verdient gemacht“ haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

 

Bekanntgegeben werden die Preisträger traditionell am 8. August, dem Hohen Friedensfest. Es erinnert an den 1555 vom deutschen König Ferdinand I. ausgerufenen “Augsburger Religionsfrieden“. Diese “Pax Augustana“ brachte der evangelischen Religion im Deutschen Reich die offizielle Anerkennung neben der katholischen Kirche. Seit 1950 ist der 8. August europaweit der einzige gesetzliche städtische Feiertag und wird von den Augsburgern unter anderem mit ökumenischen Gottesdiensten, einer Friedenstafel auf dem Rathausplatz und einem Kinderfest gefeiert. {Quelle: www.chiemgau24.de}

 

 

Papst Schenuda III.

 

„Seine Heiligkeit Papst Schenuda III. von Alexandrien und Patriarch des Stuhles vom Heiligen Markus, Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche“ steht einer der ältesten und bedeutendsten Kirchen der Christenheit vor.

 

Koptischen Christen gilt ihr Papst als Nachfolger des Heiligen Markus, des Schreibers des ältesten Evangeliums. Daher leitet sich auch der offizielle Titel Schenudas III. her: „Papst von Alexandrien und Patriarch der Verkündigungsgebete des Heiligen Markus“. Papst Schenuda III. wurde als Nazir Gayed Rafail im Jahre 1923 in Aboub, in der Provinz Assiut in Oberägypten geboren. Nach Studien der Theologie, der Geschichte und der Archäologie, trat er 1954 in das Kloster Deir-es-Surian im Wadi Natrun als Mönch Abuna Antonius und Bibliothekar ein. 1955 wurde er zum Priester geweiht. Papst Kyrillos VI., damals Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, ernannte ihn schließlich zu seinem Privatsekretär. Im September 1962 folgte die Weihe zum Bischof „Anba Schenuda“ mit dem Zuständigkeitsbereich „Religiöse Unterweisung und christliche Erziehung“.

 

Seit 1971 Papst:

Zehn Jahre später, am 31. Oktober 1971, wurde er zum Oberhaupt der koptischen Kirche gewählt. Im September 1981 wurde Schenuda III. auf Anordnung des damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Anwar el-Sadat im Kloster Anba Bischoy unter Hausarrest gestellt. Schenuda hatte in den Jahren der fortschreitenden Reislamisierung in Ägypten immer wieder in seinen Predigten die Einführung des islamischen Rechts (Scharia) als Grundlage für die Rechtsprechung kritisiert. Erst 1985 verfügte Sadats Nachfolger Hosni Mubarak die Aufhebung des Hausarrests.

 

Ökumenischer Dialog:

Die pastorale Arbeit der koptischen Kirche Ägyptens wurde während seiner Amtszeit wesentlich vertieft und ausgebaut. Schon als Student unterrichtete der spätere Papst Kinder in der Sonntagsschule. Von seinem Vorgänger wurde er dann zum Bischof mit der Verantwortung für die ganze Sonntagsschulbewegung bestellt. Schenuda bemühte sich mehrfach um die Einheit der Christen und pflegt bis heute enge Kontakte zu Vertretern anderer christlicher Kirchen. Dissens herrscht jedoch etwa weiter zwischen katholischer und koptischer Kirche über die katholische Lehre vom „Reinigungszustand“ (Fegefeuer) sowie über die Heilsvermittlung durch nichtchristliche Religionen. Gemischt-konfessionelle Ehen lehnt die koptische Kirche ab. Papst Schenuda III. hatte maßgeblichen Anteil am Aufbau des Erziehungs- und Bildungswesen, dem Ausbau des Klosterwesens, der Ausbreitung der koptisch-orthodoxen Kirche und der massiven Intensivierung der Seelsorge der Kopten in der Diaspora. 

 

Über Fünfzehn Millionen Gläubige:

Zwölf Millionen Gläubige gehören der koptisch-orthodoxen Kirche weltweit an. Durch die ägyptische Revolution 1952 kamen koptische Christen nach Europa, Nordamerika und Australien. In Österreich leben etwa 5000 koptisch-orthodoxe Christen. 2003 erhielt die koptisch-orthodoxe Kirche mit der Verabschiedung des Altorientalen-Gesetzes, mit dem sie den anderen christlichen Kirchen gleichgestellt wurde, die volle staatliche Anerkennung. Größere Zentren der Kopten sind in Wien und Graz zu finden, aber auch in kleineren Gemeinden können mittlerweile koptische Gottesdienste gefeiert werden. In Obersiebenbrunn bei Wien entsteht ein koptisches Kloster, im Kärntner Drautal gibt es einen koptischen Wallfahrtsort.

 

News zum Thema:

– 29. 04. 2003: Kopten-Papst Schenuda trifft Kardinal Schönborn

 

– 20. 03. 2003: Österreich: Koptische Kirche mit armenischer und syrischer Kirche gleichgestellt

 

– 28. 01. 2003: Koptisch-orthodoxe Kirche wird anerkannte Religionsgemeinschaft

 

{Quelle: www.religion.orf.at}

 

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