kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Islamhasser und Israelfreunde 1. August 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 12:45

Die Attentate von Norwegen geben den Blick frei auf einen rechtsextremen und islamophoben Sumpf,

der auch in Deutschland Blüten treibt.

Viele Vertreter dieser Szene pflegen enge Beziehungen zu Israel.

 
Der deutsche Publizist Henryk Broder gefällt sich in der Rolle des Provokateurs. Und so scheint es ihn gar nicht zu stören, dass sich der Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, mit seinem kruden islamfeindlichen Weltbild auch auf ihn beruft. Mehrfach taucht Broders Name, neben vielen anderen, in dem 1500 Seiten dicken Manifest auf, das der mutmaßliche Mörder im Internet verbreitet hat. Er wird zitiert mit seinen Warnungen vor der muslimischen Übernahme Europas und vor der Veränderung der europäischen Gesellschaft durch die Dominanz des Islam. In einer Stellungnahme gegenüber der Online-Ausgabe des Berliner „Tagesspiegel“ bekräftigte Broder, dass er dies genau so wieder schreiben würde. Kurz darauf stellte er die von Breivik benutzten Zitate sogar auf seine eigene Internet-Seite. Gleichwohl wies er in einem Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“ den Vorwurf zurück, der Attentäter sei durch seine Schriften inspiriert worden. Breivik habe seine Taten „rational“ zu begründen versucht, schreibt Broder. „Und das hat er nicht bei mir und Thilo Sarrazin gelernt, sondern bei Mohammed Atta und Osama Bin Laden.“

 
 
Islamophobie im Internet: Broder ist einer der prominentesten Vertreter der islamophoben Szene in Deutschland. In zahlreichen Blogs und auf Internetseiten, mit Veranstaltungen und Demonstrationen, aber auch in Mainstream-Medien wie Zeitungen und Fernsehen verbreiten die Islamfeinde ihre Thesen und treten dabei immer aggressiver auf. Sie warnen vor der Machtübernahme des Islam und vor der Selbstaufgabe der Europäer. Sie kritisieren die Einwanderung aus muslimischen Ländern und warnen vor der Überfremdung Deutschlands. Vor allem in der rechten Szene gehört der Islamhass inzwischen zum maßgeblichen und die verschiedenen Strömungen einenden Thema.

 
Fremdenhass und Islamophobie findet sich aber nicht nur im rechtsextremen Lager. Auch im linken politischen Spektrum ist die aggressive Islamfeindschaft verbreitet, zum Beispiel bei den sogenannten Antideutschen, die aus den antifaschistischen Gruppierungen der 80er Jahre hervorgegangen sind. Sie speisen ihre Islamfeindlichkeit aus einer bedingungslosen Zustimmung zu Israel. Diese wiederum wird mit der deutschen Geschichte begründet. Da Deutschland an den Juden Verbrechen verübt habe, seien die Antideutschen solidarisch mit den Juden und mit dem Staat Israel, erläutert der israelische Historiker Moshe Zuckermann das Phänomen. Aus der Solidarität mit Israel wiederum entspringe die Ablehnung der Palästinenser und des Islam.

 
Linke und Rechte vereint gegen Muslime: In der Tat eint die Begeisterung für Israel die linken und rechten Islamfeinde. In dem Land zwischen Mittelmeer und Jordan sehen sie den Brückenkopf des Westens im Nahen Osten und das Bollwerk gegen den Islamismus. Kritik an der Politik Jerusalems weisen sie als Antisemitismus zurück, die legitimen Ansprüche der Palästinenser gelten für sie nicht. Die Palästinenser werden pauschal als Terroristen verunglimpft. Von den christlichen Fundamentalisten in den USA und ihrer politischen Vertretung in der Tea Party über linke Antideutsche bis hin zu den neofaschistischen Parteien in Italien und Osteuropa reicht die Achse der islamophoben Israelfreunde. Die Regierung in Jerusalem heißt all diese Unterstützer willkommen. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, der Vorsitzende der freiheitlichen Partei in Österreich Hans-Christian Strache, der amerikanische Prediger Glenn Beck, der ehemalige italienische Neofaschist Gianfranco Fini, sie alle sind in der israelischen Hauptstadt gern gesehene Gäste.
 

Im letzten Dezember reiste eine ganze Gruppe von rechtsextremen europäischen Politikern auf Einladung eines früheren Abgeordneten der Regierungspartei Yisrael Beiteinu nach Israel. Dort unterzeichneten sie gemeinsam mit ihren Gastgebern eine Erklärung, in der es heißt, die Menschheit sehe sich zurzeit „einer neuen weltweiten Bedrohung ausgesetzt: dem fundamentalistischen Islam“, dem man sich gemeinsam entgegen stellen wolle. Der israelische Vizeminister Ayoub Kara, ein Mitglied des Parteienbündnisses Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, traf sich vor wenigen Wochen in Berlin mit dem deutsch-schwedischen Geschäftsmann Patrick Brinkmann, der in der rechtspopulistischen Organisation Pro Deutschland aktiv ist und kurzzeitig sogar deren Vorsitzender war. Der 44-jährige propagiert die Schaffung einer umfassenden rechtsextremen und islamkritischen Bewegung ohne Antisemitismus und will sich mit der Rechten in Israel verlinken.

 
Uri Avnery: „Wehret den Anfängen“: Den israelischen Friedensaktivisten Uri Avnery schaudert es, wenn er daran denkt, dass dies die neuen Freunde seines Landes sind und dass sich auch der Attentäter von Norwegen selbst als Freund Israels bezeichnete. Seine Forderung,  die Deutschen und die Europäer sollten sich von diesem Islamhass deutlich und klar distanzieren. „Ich würde Deutschland und Europa ermahnen, nicht diesen Weg zu beschreiten“, sagte er im Interview mit der Deutschen Welle. „Diese neuen Nazi-Parteien, ganz egal, wie sie heißen und wie sie sich verbrämen, diese Parteien in ganz Europa, in Skandinavien, in Frankreich, in Italien, in Holland und überall, sind eine Riesengefahr für Europa.“ Die europäischen Rechtsparteien hätten den Antisemitismus durch die Islamophobie ersetzt. Lasse man sie gewähren, dann beschreite man eine Entwicklung, wie in Deutschland in der ausgehenden Weimarer Republik. „Das ist ein Vorgang, den man noch ganz am Anfang ersticken muss“, mahnt Avnery.  {Autorin: Bettina Marx – Redakteur: Kay Alexander Scholz  – www.dw-world.de}

 

5 Responses to “Islamhasser und Israelfreunde”

  1. Es gibt mittlerweise genügend Propagandamaterial der Linkspartei, das zum Isarel-Boykott aufruft. Von daher ist von Israel-Freundlichkeit seitens der Linken wenig zu merken. Im Gegenteil, Israel wird „Antisemitismus“ vorgeworfen, da auch die Moslems Semiten seien und diese von Israel verfolgt würden.

    Was Broder & Co betrifft, kann man geteilter Meinung sein. In seiner Reportage über verschiedene Religionsgemeinschaften in Deutschland hat er gezeigt, dass er sich mit dem Thema beschäftigt. Er steht dabei zu seinem atheistischen Standpunkt und findet religiösen Glauben INSGESAMT nicht nachvollziehbar. Von daher kann man sagen, dass er JEDE Religion kritisiert. In der Reportage bekam jeder sein Fett weg.

    Die Islamkritik richtet sich ja auch nicht gegen die Menschen, die dieser Geburtsreligion angehören, sondern gegen diejenigen Prinzipien, die mit dem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat nicht übereinstimmen:
    – keine Religionsfreiheit
    – Aufruf zum Töten Andersgläubiger
    – geringerer Wert der Frau
    – Körperliche Strafen wie Steinigung, Handabhacken

    Da die Medienberichterstattung diese Dinge gerne ausblendet und die Lage so darstellt, als würde keinerlei Beziehung zwischen dem Islam in Europa und dem Islam in islamischen Ländern bestehen, bleibt ja nichts anderes übrig, als laut dazwischenzurufen. Dies als Aufruf zum Terror zu interpretieren, geht an der Wirklichkeit vollständig vorbei.

  2. Karl A. Böttger Says:

    Bisher habe ich diese Website geschätzt, setzt sie sich doch in der Regel klug und differenziert mit der Welt auseinander. Und jetzt dieses plumpe Mainstreamgegreine über Broder und Co. Uri Avnery darf so schreiben, ihn nimmt ohnehin niemand mehr ernst. Aber hilfreich fände ich es, könnte „Kopten ohne Grenzen“ mir irgendeinen Hinweis senden, der eine Brodersche Islamophobie bestätigt. Soviel ich bisher von Broder gelesen habe, spricht er sich entschieden und auch provokant gegen den Mißbrauch des Islam für politische, meist reaktionäre Ziele aus, also gegen den Islamismus; Angriffe auf die Religion Islam sind mir von ihm nicht bekannt. Nur wenn man diese Begriffe gleichsetzt, kann man solche dummen Kommentare wie den obigen konstruieren – und erweist der (hoffentlich guten) Absicht einen Bärendienst und geht dem Islamismus auf dem Leim. Oder anders: Gibt den nützlichen Idioten.

    Antwort von „Kopten ohne Grenzen“: „Wir zeigen solche Artikel, damit unsere Leser sehen können, wie die Medien die Islamkritiker angreifen. Das heißt noch lange nicht, dass wir diese Meinung vertreten oder unterstützen. Man muss fast ales lesen, um darauf zu antworten und um zu wissen, wie Politik die Medien benützt und wie die Medien die Menschen manipulieren. Unseren Standpunkt kennt doch jeder“!

  3. carma Says:

    diese gefahr besteht tatsächlich- man hüte sich davor, sich im neo-nationalen sumpf zu verirren!
    den islam kann man nur mit seinen eigenen verlautbarungen ins „rechte“ licht stellen:
    die entsprechenden suren, orginale passagen aus hadithen, die biographien mohammeds, scharia-anweisungen und neueste fatwahs veröffentlichen, plakatieren, über medien verbreiten!
    „hinausposaunen“: so infam, laut, schrill und verwegen diese (islam-eigenen) quellen auch sein mögen!!
    sollen sich freund und feind selbst ein urteil bilden- DAGEGEN werden die islamverbände wohl wenig einwenden können- mögen sie es als „reklame“ für sich interpretieren…

  4. Saphiri Says:

    „Islamhasser und Israelfreunde“

    Der Begriff „Hasser“ ist genau Motivationsantreiber, um sich unsachlich emotional an die Sache dranzuhängen und mitzulaufen.

    Der oder die solche Begriffe voransetzen in Printmedien, der ist nicht bloss ein Dummkopf, sondern auch ein Bildungsferner im Sinne von „Verstand gebrauchen“.

    Kein Mensch, der den Islam und/oder Koran kritisiert, hat deswegen Hass in seiner Seele, nur weil er andere auf Hintergründe aufmerksam macht, sondern Aufmerksamkeit und Fähigkeit zur sachlichen Analyse.

  5. Jemeljan Says:

    Der hier vorgestellte Artikel strotzt wieder einmal vor unpräzisen, verunsachlichenden und diffamierenden Formulierungen, die die Absicht der Autorin für einen geschulten Beobachter klar machen: jede Islamkritik ist rechtsradikal, selbst wenn sie von links käme…
    Das Absurde in dieser Argumentationslinie muss ich nicht erst erklären, dass erklärt sich von allein. Aber bezeichnend sind folgende Worte:
    „…und warnen vor der Überfremdung Deutschlands.“
    Wer aus der islamkritischen Szene würde eine derartige Formulierung benutzen ? Sicher nicht die genannten Broder oder Autoren/Autorinnen ähnlich wachen Geistes und spitzer Feder. „Überfremdung“ ? Nein, liebe Frau Bettina Marx, vor Überfremdung fürchten wir uns nicht. Menschen aus aller Herren Länder mögen zu uns kommen und hier ihr Leben in Anstand und Würde führen. Alle Rassen und (fast) alle Religionen sind willkommen und so soll es eben auch bleiben !!!! Wir Islamkritiker fürchten jedoch sehr wohl, dass es mit dem friedlichen Miteinander bald vorbei ist, sobald Muslime eine bestimmte „kritische Masse“ in der Gesellschaft, in einer Region, Stadt oder einem Stadtteil erreicht haben. Das friedliche Miteinander endet da, wo der Islam für seine Anhänger Sonderrechte fordert und diese auch allen anderen Mitbürgern aufzwingen will. Beispiele hierfür seien Badetage nur für Frauen in öffentlichen Schwimmbädern oder Halal-Lebensmittel (ohne deutliche Kennzeichnung !) im stinknormalen Lebensmittelhandel.
    Darf ich es Ihnen noch etwas deutlicher formulieren, damit Sie etwas zum „Schimpfen“ haben, Frau Marx ? Da, wo nicht der Zuwanderer sich der Zuwanderungsgesellschaft anpasst, sondern die Zuwanderungsgesellschaft sich schrittweise (immer unterhalb der „Aufregungsschwelle“, das machen die „slow-Jihadisten“ sehr, sehr geschickt) in die Herkunftsgesellschaft des Zuwanderers verwandelt, da müssen wir Fragezeichen setzen dürfen. Müssen hinterfragen dürfen, welche Motive dahinterstecken und warum bewährte Traditionen und Grundsätze der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, wie z. Bsp. die Rechtsgleichheit von Mann und Frau vor Gericht, auf dem Altar der „Toleranz“ der Scharia geopfert werden sollen ? Dies müssen wir tun dürfen, ohne von den schlechter informierten, aber nie um eine Meinung verlegenen Massenmedien diffamiert zu werden. Erst unlängst mussten sogar Journalisten der notorisch linksgrünen ARD feststellen, dass es sich bei Männern wie Geert Wilders und René Stadtkewitz eher um Liberale handelt, die einfach um die Errungenschaften der westlichen Welt besorgt sind. Dass sie dennoch zeitgleich mit Neo-Nationalisten wie der ungarischen Jobbik-Partei oder sogar der latent rassistischen Front National in einen Topf geworfen werden, spricht natürlich wieder gegen die Beobachtungsgabe der „Qualitätsjournalisten“ allerorten.
    Wie dem auch immer sei, Frau Marx, auch Ihre Formulierung „Linke und Rechte gegen Muslime“ sagt mehr über ihre zweifelhaften Absichten aus, als über die Islamkritiker. Nein, gegen „Muslime“ ist hier niemand. Kein ernsthafter bürgerlich-konservativer oder liberaler Islamkritiker lehnt Menschen ab, weil sie aus einem bestimmten Kulturkreis oder sozialen Millieu kommen oder einer bestimmten Ethnie zugehören. Das überlassen wir schrägen Gestalten wie Neonazis oder Kommunisten. Was wir ablehnen, sind aber die Forderungen, die sich aus ihrer Religion ableiten und die Muslim-Verbände an unsere Gesellschaft stellen. „Scharia-Zonen“ in London ? Militärimame für die Bundeswehr ? Ein „Kalifat“ aus drei Städten in Mittelengland ? Eine Islamkonferenz in Deutschland ? Ach ja, die haben wir ja bereits. Sinnlos, ziellos und ohne Ergebnis dümpelt sie vor sich hin, was die Frage weckt: Warum haben wir keine Buddhismus- oder Hindukonferenz ? Macht auch keinen Sinn, aber vermutlich mehr Spass.
    Abschließend sei hier nur noch vermerkt: mit Journalisten wie Frau Marx und allen anderen, die erst schreiben und sogar hinterher nicht mal mehr recherchieren, weil sie ihre Meinung (die einzige Währung, die im deutschen Mediendschungel noch zählt) ja ohnehin schon fertig im Kopf haben, braucht sich Deutschland nicht mehr zu ängstigen. Es schafft sich bereits ab.


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