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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Hoffen auf Wende im Jemen 31. Juli 2011

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 12:38

Nach Abreise des verwundeten Präsidenten Saleh drängt die Opposition auf Reformen

 
Auch wenn Saleh abdankt, steht Land vor schwierigem Übergang.

Stämme, Militärs, Demonstranten: Opposition ist zersplittert.

 

Sanaa: Ein wichtiges Ziel ist erreicht, doch die Revolution ist noch nicht zu Ende. So lässt sich die Reaktion der Opposition im Jemen auf die Abreise des verwundeten Präsidenten Ali Abdallah Saleh nach Saudi-Arabien zusammenfassen. Demonstranten feierten Salehs Ausreise frenetisch, die Hoffnung auf eine Wende ist nun groß. Gleichzeitig machte die Opposition am Montag Druck, dass Saleh nicht mehr an die Regierungsspitze zurückkehrt und Reformen eingeleitet werden. So forderte der Oppositionspolitiker Sultan el-Atwani, dass Vizepräsident Abd-Rabbu Mansour Hadi, der die Amtsgeschäfte derzeit interimistisch leitet, die Macht übernimmt. Und die „Revolutionäre Jugend“, die seit Wochen für Straßenproteste sorgt, verlangt einen „Nationalen Übergangsrat“ sämtlicher politischer Kräfte, der eine neue Verfassung ausarbeitet. Ihr Protestcamp in der Hauptstadt Sanaa wollen die Aktivisten weiter betreiben, bis ihre Forderungen erfüllt sind.

 

Einfluss Saudi-Arabiens: Saleh war nach einem Angriff auf den Präsidentenpalast in Sanaa nach Saudi-Arabien gereist, um seine Verletzungen behandeln zu lassen. Einem saudischen Vertreter zufolge wurde Saleh ein Granatsplitter aus der Brust erfolgreich entfernt, außerdem habe er sich einem neurochirurgischen Eingriff am Hals unterziehen müssen. Saleh will in zwei Wochen in sein Heimatland zurückkehren, hieß es. Beobachter vermuten aber, dass Saudi-Arabien auf Saleh einwirken wird, damit dieser nach 33 Jahren seine Macht abgibt. Der weltweit größte Erdölexporteur teilt mit dem Jemen eine 1500 Kilometer lange Grenze und ist der größte Geldgeber des verarmten Nachbarlandes. Saudi-Arabien fürchtet Instabilität vor seiner Haustür, hat Angst, dass dadurch die im Jemen operierende Al-Kaida erstarkt.

 

Und Saleh kann keine Ruhe mehr im Jemen garantieren. Ganz im Gegenteil, mit seinem brutalen Vorgehen gegen die Oppositionsbewegung, auf die er Scharfschützen ansetzte, hat er die Situation eskalieren lassen. Auch mit dem Haschid-Stamm, der größten Stammesvereinigung im Jemen, ist er mittlerweile verfeindet. Doch auch wenn Saleh nicht in den Jemen zurückkehren sollte, ist ein reibungsloser Übergang nicht garantiert. Unsicher ist, wie sich Saudi-Arabien weiter verhalten würde. Dass sich der Jemen zu einer Demokratie entwickelt, ist jedenfalls nicht im Interesse des autokratisch herrschenden saudischen Königshauses.

 

Viele Unsicherheiten: Auch sonst gibt es im Jemen viele Unsicherheitsfaktoren. So soll sich etwa der Sohn des Präsidenten, Ahmed Saleh, noch im Land befinden. Er befehligt die Republikanischen Garden. Und die Opposition bildet keine Einheit. Es gibt ein oppositionelles Parteienbündnis, friedliche Straßendemonstranten, abtrünnige Militäreinheiten und den Haschid-Stamm, der sich vor Salehs Abgang heftige Gefechte mit Regierungstruppen geliefert hat. Die Interessen dieser Gruppierungen könnten kollidieren. Hinzu kommt, dass es im Südjemen, der bis 1990 ein eigenständiger Staat war, Unabhängigkeitsbestrebungen gibt. Jedenfalls hat die Abreise Salehs die Situation entspannt. Während in den vergangenen zwei Wochen bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und oppositionellen Verbänden 200 Menschen getötet worden waren, hielt am Montag vorerst eine Waffenruhe in Sanaa. Die Lage bleibt aber äußerst heikel, Kämpfe können jederzeit wieder ausbrechen. {Quelle: www.wienerzeitung.at – Von Klaus Huhold} 

 

 

USA bombardieren Extremisten im Jemen

 

Die Regierung in Washington fürchtet ein Erstarken von Al Kaida angesichts der Unruhen – und verschärft deshalb seine Einsätze gegen die Terrorgruppe. Die USA haben einem Zeitungsbericht zufolge ihre Luftangriffe auf mutmaßliche Extremisten im Jemen ausgeweitet. Damit werde das Ziel verfolgt, den Einfluss von Al Kaida auf der arabischen Halbinsel besonders angesichts der jüngsten Wirren einzudämmen, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch unter Berufung auf US-Regierungskreise. Zum Einsatz kämen Kampfjets sowie mit Waffen bestückte Drohnen.

 

Ein US-Regierungsvertreter bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass am vergangenen Freitag das führende Al-Kaida-Mitglied Abu Ali al-Harithi bei einem US-Angriff getötet worden sei. Im vergangenen Monat hatten die USA versucht, den Al-Kaida-Chef auf der arabischen Halbinsel, Anwar al-Aulaki, zu töten. Die Unruhen im Jemen haben in den USA Sorgen geweckt, Al Kaida könne die instabile Situation ausnutzen, um ihren Einfluss dort weiter auszuweiten. Im Jemen fordern Regierungsgegner seit Monaten ein Ende der seit mehr als 30 Jahren währenden Herrschaft von Präsident Ali Abdullah Saleh. Dieser war in der vergangenen Woche schwer verletzt worden und wird derzeit in Saudi Arabien medizinisch behandelt.

 

Aus arabischen und US-Regierungskreisen verlautete am Mittwoch, Saleh sei vermutlich nicht wie ursprünglich angenommen bei einem Raketenangriff auf seinen Palast in Sanaa verletzt worden. Inzwischen werde davon ausgegangen, dass er die Verletzungen bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee auf dem Palastgelände erlitten habe. Unklar sei allerdings, wer den Sprengsatz deponiert habe. Es könne jemand gewesen sein, der sich von außerhalb Zugang verschafft habe, oder sogar jemand aus Salehs inneren Kreis, hieß es.

 

 

Ein Präsident auf der Flucht

 

Der blutige Machtkampf im Jemen könnte eine entscheidende Wendung nehmen: Der verletzte Präsident Salih ist zur medizinischen Behandlung in Saudi-Arabien. Die Opposition hofft auf einen demokratischen Wandel.

 

Riad/Sanaa: Die Opposition im Jemen jubelt: Der bei einem Anschlag schwer verletzte jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih hat sein von blutigen Protesten erschüttertes Land verlassen. Zehntausende Regimegegner feierten am Sonntag die Ausreise. Sie hoffen, dass der seit mehr als 30 Jahren regierende Machthaber nicht mehr zurückkehrt. Der stellvertretende Informationsminister Abdu al-Janadi betonte dagegen, Salih sei nach wie vor der legitime Präsident. „Der Machtwechsel wird auf demokratischem Wege geschehen.“ Nach Angaben des saudischen Königshofs reiste der 69 Jahre alte Machthaber zur medizinischen Behandlung in das Nachbarland Saudi-Arabien. In einem Militärkrankenhaus in Riad wurde er am Sonntagnachmittag an der Brust operiert. Die OP sei erfolgreich verlaufen, hieß es anschließend in Riad. Allerdings seien bei Salih, der auch Brandverletzungen erlitten habe, weitere kosmetische Eingriffe geplant.

 

Nach Informationen der BBC musste Salih ein 7,6 Zentimeter langer Granatsplitter aus der Herzgegend entfernt werden, der ihn bei der Explosion getroffen hatte. Auch der britische Sender berichtete von größeren Brandverletzungen im Brustbereich und Gesicht des 69-Jährigen.

 

Auf den Straßen feierten zehntausende Oppositionelle die Ausreise des verhassten Präsidenten. Sie riefen in der Hauptstadt Sanaa: „Das Volk hat das Regime gestürzt.“ Die Aktivistin Shatha al-Harazi sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Die Menschen sehen diesen Schritt als einen Sieg.“ Regierungsvertreter betonten jedoch, Salih wolle bereits in wenigen Tagen in den Jemen zurückkehren. Die Opposition fordert seit Monaten mit Massendemonstrationen den Rücktritt des seit 1978 herrschenden Präsidenten. In der Stadt Tais kam es am Sonntag laut Berichten lokaler Medien erneut zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Angehörigen der Sicherheitskräfte. Bei den Protesten, die vor vier Monaten begonnen hatten, wurden bereits hunderte Menschen getötet. Salih hatte nach Vermittlung der Golfstaaten zwar bereits mehrfach einen geordneten Machtwechsel versprochen, jedoch kurzfristig immer wieder einen Rückzieher gemacht. Der Golf-Kooperationsrat brach daraufhin seine Vermittlungsversuche ab.

 

Die vergessene Revolution

 

Vor einem halben Jahr flüchtete Tunesiens Diktator Ben Ali nach Saudi-Arabien und löste damit eine Welle von Aufständen im Nahen Osten aus. Was bleibt von den vergessenen Revolutionen – und wie werden sie weitergehen?

 

Kairo: Nach den spektakulären Volkstriumphen in Tunesien und Ägypten wird die Orientierung schwieriger, die revolutionäre Fahrt ist ins Stocken geraten. Sechs Monate nach der Flucht des tunesischen Diktators Zine el-Abidine Ben Ali zweifeln Millionen junger Menschen in Tunis und Kairo an ihrer neuen Zukunft. Die verbliebenen Diktatoren der Region wehren sich unterdessen immer gewaltsamer gegen ihren Sturz. In Libyen herrscht Bürgerkrieg, in Syrien Staatsterror und im Jemen Staatszerfall. Umbruch in Nahost – eine erste Bilanz nach sechs Monaten.

 

{Quelle: www.handelsblatt.com}

 

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