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Merkel in Nigeria: Religiöse Spannungen lassen nicht nach 22. Juli 2011

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 17:13

Islamistische Terrorgruppe macht Hatz auf Christen – Bomben auf Kirchen

 

Abuja (kath.net/idea): Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei ihrem Staatsbesuch im westafrikanischen Nigeria auch über die angespannte religiöse Situation informiert. Am 15. Juli traf sie in der Hauptstadt Abuja mit Spitzenvertretern der Religionsgemeinschaften zusammen. Wie die CDU-Politikerin sagte, hätten alle Vertreter versichert, dass sie eng mit der Regierung zusammenarbeiteten, die um Ausgleich zwischen Christen und Muslimen bemüht ist. Zwischen Anhängern beider Religionen kommt es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas bezeichnet sich als größtes gemischt christlich-muslimisches Land der Welt. 51 Prozent der 158 Millionen Einwohner sind Christen, 45 Prozent Muslime und die übrigen Anhänger von Naturreligionen. Die Christen leben vorwiegend im Süden, die Muslime zumeist im Norden. Doch Extremisten wollen das islamische Religionsgesetz, die Scharia, überall durchsetzen; es gilt bereits in zwölf der 36 Bundesstaaten. Auch aktuell überziehen islamische Terroristen Teile des Landes mit einer Welle der Gewalt.

 

Vier Tote bei Bombenanschlag: Vier Tote und sieben Schwerverletzte forderte ein Bombenanschlag am 10. Juli auf die Kirche der All Christian Fellowship Mission (Christliche Missionsgemeinde) in Suleja im westlichen Bundesstaat Niger, 40 Kilometer von der Hauptstadt Abuja entfernt. Männer auf Motorrädern hatten nach Ende des Gottesdienstes einen Sprengkörper in das Gemeindezentrum geworfen. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die muslimische Terrorgruppe Boko Haram. Am selben Tag wurden bei einem weiteren Anschlag der Gruppe in der Millionenmetropole Kaduna in Zentralnigeria mehr als 20 Besucher eines Biergartens schwer verletzt.

 

„Taliban Nigerias“: Die 2002 gegründete Bewegung, die auch als die „Taliban Nigerias“ bezeichnet wird, hat weitere Attentate angekündigt. Ihre Mitglieder bekämpfen vor allem westliche Bildung und „Ungläubige“. Die Anschläge haben zugenommen, nachdem die Polizei vor zwei Jahren den Gründer und Anführer von Boko Haram, Scheich Mohammed Yusuf, verhaftet hatte. Er war aus bisher ungeklärten Gründen einen Tag nach seiner Verhaftung am 31. Juli 2009 im Gefängnis gestorben. Im Juni 2010 verbündete sich die Gruppe offiziell mit dem Ableger des Terrornetzes El Kaida im islamischen Maghreb. Seither häufen sich Anschläge auf Polizeistationen, Biergärten, Religionsvertreter, Kirchen und Schulen. Boko Haram will zum zweiten Jahrestag des Todes von Yusuf verstärkt Attentate durchführen. Über 100 im Sudan und Somalia ausgebildete Kämpfer stünden bereit. Muslime sollten sich von Christen und Regierungsstellen fernhalten.


Gottesdienstbesuch drastisch gesunken: Yusuf lebte in Maiduguri, Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Borno. Seit seinem Tod ist die Stadt nicht mehr zur Ruhe gekommen. Einige Beispiele aus jüngster Vergangenheit: Am 7. Juni wurden dort ein Pastor der Kirche Christi und sein Assistent erschossen. Am 26. Juni konnte ein Anschlag auf die Gemeinde vereitelt werden, als eine junge Frau versuchte, einen Sprengkörper in den Gottesdienst zu schmuggeln. Zehn Tote forderten zwei Bombenanschläge auf die katholische Kirche St. Patrick in der Stadt am 1. und 7. Juni. Bei einem Anschlag auf die Brüdergemeinde in Damboa, 87 Kilometer von Maiduguri entfernt, wurden am 16. Juni vier Besucher getötet. Aus Sicherheitsgründen haben die Kirchen unter anderem Wächter vor ihren Gemeindezentren postiert. Der Gottesdienstbesuch ist deutlich gesunken – bei der Kirche Christi von 500 auf unter 250. Am 16. Juni verübte ein Kämpfer von Boko Haram ein Selbstmordattentat. Bei dem Anschlag auf die Polizeizentrale in Abuja wurden acht Personen getötet.

 

Konflikt zwischen „Siedlern“ und „Ureinwohnern“: Politische Beobachter sind überzeugt, dass Religion bei den Konflikten nur vorgeschoben wird, um Anhänger zu mobilisieren. Tatsächlich gehe es um politische und soziale Fragen. Dies sei etwa in der einst multikulturell geprägten Stadt Jos der Fall. Die Hauptstadt des Bundesstaates Plateau stehe heute für Hass und Gewalt. In Jos treffen die muslimischen Haussa und Fulani auf christliche Völker wie die Berom. Bei den Kommunalwahlen 2008 war überraschend ein Christ zum Chef der zuvor muslimisch geleiteten Kreisverwaltung gewählt worden. Anschließend kam es zu Gewaltausbrüchen, weil Muslime dieses Ergebnis nicht akzeptieren wollten.

 

Nach den jüngsten Wahlen wurden 300 Kirchen angesteckt

 

Auch nach den jüngsten Präsidentschaftswahlen vom 16. April hatte Nigeria eine Welle der Gewalt zwischen Muslimen und Christen erlebt. Um das Staatsamt bewarben sich der bisherige Amtsinhaber Präsident Goodluck Jonathan, ein Christ, und der Muslim Muhammadu Buhari. Nachdem sich Jonathans Sieg abzeichnete, steckten fanatische Muslime etwa 300 Kirchen im Norden in Brand. Bei den Unruhen kamen mindestens 500 Menschen ums Leben; die meisten waren Christen. Die Christliche Vereinigung Nigerias (CAN) – der größte kirchliche Dachverband des Landes – hält die Übergriffe im Gegensatz zu politischen Beobachtern nicht nur für politisch, sondern auch für religiös motiviert. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte CAN-Präsident Ayo Oritsejafor. Auch in anderen Teilen des Landes waren dem Informationsdienst Compass Direct zufolge zahlreiche Christen getötet worden. Im Bundesstaat Kaduna habe man 300 Tote gezählt; 14.000 Personen hätten aus ihren Häusern fliehen müssen.

 

3 Responses to “Merkel in Nigeria: Religiöse Spannungen lassen nicht nach”

  1. Was religiöse Menschen verstehen

    „Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.“

    Otto Valentin („Warum alle bisherige Politik versagen musste“, 1949)

    Im Jahr 2007 fehlten allein in der Bundesrepublik Deutschland 38 Millionen (noch) arbeitenden Menschen (Zinsverlierer) im Durchschnitt 1200 Euro monatlich an ihrem vollen Arbeitsertrag, um für 4 Millionen Geld-, Sachkapital- oder Bodenbesitzer (Zinsgewinner) mit höchst ungleicher Verteilung ein (leistungsloses) Kapitaleinkommen von insgesamt 550 Milliarden Euro zu erarbeiten. Wie es der (halbwegs zivilisierten) Menschheit gelingen konnte, nach dem 2. Weltkrieg (letzte umfassende Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten) noch so lange zu überleben, ist überraschend, nicht die „Finanzkrise“ (beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon).

    Die Beendigung der „Finanzkrise“ durch den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation (Natürliche Wirtschaftsordnung) ist keine Frage der Politik, sondern der Religion, weil nur religiöse Menschen (Untertanen) ihre (sinnfreie) Existenz – von einem (zwangsläufigen) Krieg bis zum nächsten – in einer kapitalistischen Marktwirtschaft (Zinsgeld-Ökonomie, zivilisatorisches Mittelalter) ertragen können. Denn sie wissen weder, wozu es Politik und Religion überhaupt gibt, noch können sie die Worte in den Klammern verstehen und wollen sie auch gar nicht erst verstehen. Das Einzige, was sie eventuell schon jetzt verstehen, ist, dass der Krieg nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Nuklearwaffen gab.

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

  2. Jemeljan Says:

    Die ethnischen Rahmenbedingungen des Konflikts in Nigeria mögen am Rande eine Rolle spielen, aber die bezeichneten Volksstämme werden letztlich von der Welteroberungsideologie des Islam instrumentalisiert, um sie für ihre Zwecke einzuspannen.
    Kern des Konflikts, da dürfen wir uns nicht von der „ethnischen“ Argumentation ablenken lassen, ist die Absicht des Islam, ganz Nigeria zu beherrschen. Es ist das vermutlich bevölkerungsreichste Land Afrikas und hat immense Bodenschätze (Öl) zu bieten. In der Elfenbeinküste hat die Taktik der Islamisten bereits gewonnen, sogar die „westliche“ Welt akzeptiert dort einen wohl niemals unter regulären Bedingungen gewählten, muslimischen Staatschef, den Frankreich sogar ins Amt gebombt hat. Er hat seine Stammwähler unter eingewanderten, islamischen Ethnien im Norden des Landes.
    Ähnliches passiert auch in Nigeria, wobei sich die soliden, christlichen Wurzeln des Landes aber als kontraproduktiv für die Terroristen von der „Boko Haram“ erweisen. Bei der letzten Wahl wurde in Nigeria jedenfalls der extrem beliebte Christ Goodluck Johnathan zum Staatspräsidenten gewählt und nicht sein muslimischer Kontrahent Mohammadu Buhari. Was natürlich von der Boko Haram mit neuen Terroranschlägen kommentiert wurde.
    Machen wir uns nichts vor: die reine Existenz von Staatswesen, in denen nicht die Scharia gilt und in denen Muslime nicht an sämtlichen Schalthebeln der Macht sitzen, ist für „wahre Muslime“ IMMER UND ÜBERALL AUF DER WELT Grund genug, um zu drohen, zu belästigen, Gewalttaten zu verüben und zu töten. Das darf nicht länger ein „Tabu-Thema“ sein.

  3. Carsten Manz Says:

    afrika interessiert niemanden in europa ernshaft- seien sie nun christen oder eben muslime. auf hilfe darf südlich der sahara niemand hoffen, christen am allerwenigsten- die sind ja schon in europa eine verhasste spezies! sehr traurig…


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