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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kalte Füße oder Einsicht? 22. Juli 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 12:55

Palästinenser denken über Verschiebung der „Staatsgründung“ nach

 

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat sich mit ihrem Plan, einen eigenen Staat in den Grenzen von 1967 von den Vereinten Nationen anerkennen zu lassen, überschätzt, sagt Nabil Amr, ehemaliger Minister der PA und Mitglied des Zentralkomitees der PLO. Die palästinensische Führung gehe ein großes Risiko ein, sagte Amr und empfahl der PA, die Staatsgründung um ein weiteres Jahr zu verschieben. Amr ist der erste hohe Regierungsbeamte, der öffentlich Zweifel an dem unilateralen Schritt der PA äußert, obwohl angenommen wird, dass noch weitere Regierungsbeamte dem Plan kritisch gegenüberstehen. „Ich werde persönlich der Führung dazu raten, den Gang zu den UN um ein weiteres Jahr zu verschieben, damit wir bessere Vorbereitungen treffen können, als es bisher geschehen ist“, sagte Amr gegenüber der in London sitzenden Zeitung Al-Quds Al-Arabi. Er fürchte, dass dieser Schritt die Beziehungen zu den USA und der EU beschädigen könnte, und dass die PA ein Risiko eingehe, wenn sie trotz der Opposition wichtiger Mitgliedsstaaten einen Antrag bei den UN stellte. Die PA schätze die Reaktionen dieser zentralen Mitgliedsstaaten falsch ein, so Amr. „Die Amerikaner haben ihre Position immer deutlich gemacht, genau wie ihre Drohung, Sanktionen nicht nur gegen uns, sondern auch gegen die zu verhängen, die für unseren Staatsgründungsplan stimmen“, sagte Amr und fügte hinzu, dass er dies zwar für moralisch verwerflich halte, man aber den Schaden bedenken müsse, der dadurch angerichtet werden würde.

 

Amr betonte, dass er nicht der einzige sei, der von der Führung der PA verlangt, dass diese den Eigenstaatlichkeitsantrag um ein Jahr verschiebt. Er konnte jedoch nicht ausschließen, dass die 116 Mitglieder des Zentralkomitees der PLO, das am 27. Juli zu dieser Frage eine Sitzung abhalten wird, trotz alldem für einen Gang zur UN stimmen werden. Ohnehin hat Chefunterhändler Nabil Sha´ath bereits erklärt, dass die PA fest entschlossen sei, ihren Plan umzusetzen. Die PA werde sich weder von palästinensischen Opponenten noch von den USA oder einigen EU-Mitgliedsstaaten von ihrem Weg abbringen lassen, so Sha´at.

 

„Es ist uns Ernst mit dem Gang zu den UN, und wir werden angesichts des Scheiterns der Friedensverhandlungen (mit Israel) nicht davon absehen“, erklärte Sha´ath bei einem Treffen mit dem französischen Generalkonsul in Jerusalem. Sha´ath drängte die EU, den Eigenstaatlichkeitsantrag zu unterstützen „da die USA aufgrund interner Angelegenheiten derzeit nicht ausreichend Druck auf Israel ausüben“. In Reaktion auf die Mitteilung Amrs sagte ein israelischer Regierungsbeamter, dass „jeder, der mit der Realität vertraut ist, versteht, dass der Gang zu den UN eine Sackgasse ist“ und dass „der einzige Weg zu Frieden und einer palästinensischen Eigenstaatlichkeit direkte israelisch-palästinensische Verhandlungen“ sind. Der Regierungsbeamte wies darauf hin, dass ähnliche Erklärungen auch von internationalen Regierungschefs abgegeben wurden, nachdem sie Gespräche mit palästinensischen Regierungsbeamten geführt haben.

 

Gleichzeitig gehe jedoch in Israel niemand davon aus, dass die PA von ihrem Vorhaben ablassen werde, fügte er hinzu. „Da ist niemand optimistisch“, sagte er. Nichtsdestotrotz arbeiteten Israel und die USA intensiv daran, Möglichkeiten zu finden, wie man den Gang zu den UN unnötig machen könne, erklärte der Regierungsbeamte. Ministerpräsident Binyamin Netanyahu hat am Dienstag dem in Duabi sitzenden und im gesamten arabischen Raum ausgestrahlten Sender Al Arabiya ein halbstündiges Interview gegeben. In dem Interview erklärte Netanyahu, sein Ziel sei ein Friedensabkommen mit den Palästinensern, und er könne die israelische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, diesem zuzustimmen.

 

Er erklärte, die Palästinenser begingen einen Fehler, wenn sie sich Gesprächen weiter verweigerten. Zwei Jahre seien so bereits verschwendet worden, so der Ministerpräsident. Das Interview war Teil der Bemühungen von Netanyahu, einer breiten arabischen Öffentlichkeit direkt seine Botschaft zu übermitteln, erklärten Mitarbeiter seines Büros. Der Fernsehsender „Al Jazeera“ habe zwar mehr Zuschauer und sei einflussreicher, doch die Wahl sei auf „Al Arabiya“ gefallen, da dieser Sender „objektiver berichterstattet und weniger Hetze betreibt“, so einer der Mitarbeiter.

 

{Quelle: haOlam.de  –  Jerusalem Post, 20.07.11 – Übersetzung: Botschaft des Staates Israel in Berlin}

 

One Response to “Kalte Füße oder Einsicht?”

  1. Johannes Says:

    Die Araber haben kein Recht auf das Territorium von Erez Israel (=Judäa mit Jerusalem, Samaria und Galiläa) zwischen Jordan und Meer!

    Das begründet auch der Imam, Abdul Hadi Palazzi, in Italien, der sich auf die eindeutigen diesbezüglichen Koranverse der mekkanischen Sure 7,137 und der medinischen Sure 5, 21 bezieht. Hierüber berichtete „idea-Spektrum“ am 24.07.2011:

    Islamischer Gelehrter tritt für Zionismus ein

    Abdul Hadi Palazzi: Rückkehr des jüdischen Volks im Koran angekündigt. Foto: Navras Jaat Aafreedi

    Rom/Berlin (idea) – Es klingt wie ein Widerspruch: Ein islamischer Gelehrter tritt für den Zionismus ein. Doch der italienische Imam Abdul Hadi Palazzi (Rom) beruft sich dabei auf den Koran.

    Dort sei die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Heilige Land angekündigt. Wer sich gegen den Zionismus stelle, lehne sich folglich gegen den Willen Allahs auf. Palazzi äußerte sich gegenüber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine (Berlin): „Zionist zu sein, hat etwas mit Gerechtigkeit zu tun. Es ist doch ungerecht, dass dem einen Volk jene Rechte abgesprochen werden, die man allen anderen Völkern auf der Welt zugesteht!“ Palazzi hat unter anderem an der renommierten Kairoer Al-Azhar-Universität studiert und ist seit 1987 Imam für die muslimische Gemeinschaft in Italien. Trotz seines für einen Muslim ungewöhnlichen Eintretens für Israel und das jüdische Volk sei, so die Zeitung, nie eine Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) gegen ihn erlassen worden. Der Grund: Er argumentiere stets streng auf Grundlage des Koran.

    Jerusalem soll ungeteilte Hauptstadt Israels bleiben

    Palazzi wird der Jüdischen Allgemeinen zufolge immer wieder zu Vorträgen nach Israel eingeladen. Er bedauere die Räumung der jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen, lehne eine Preisgabe des Westjordanlandes ab und trete dafür ein, dass Jerusalem die ungeteilte Hauptstadt Israels bleiben solle. Den Anspruch der Palästinenser, ein eigenes Volk zu sein, hält er für fragwürdig. Sie würden erst seit 1967 als Volk betrachtet, und die meisten besäßen die jordanische Staatsbürgerschaft. Palästinenser „wüten“ – so die Zeitung – im Internet gegen Palazzi.

    El Kaida: Schöpfung des saudischen Geheimdienstes

    Scharf kritisiert er auch Saudi-Arabien: „Das Land wird von einem Diktator auf Lebenszeit regiert.“ Dort sei die Sklaverei immer noch legal, und Frauen würden elementare Grundrechte vorenthalten. Saudi-Arabien sei auch der größte Finanzier von Terrororganisationen wie etwa der Hamas. Das Terrornetzwerk El Kaida hält er für eine Schöpfung des saudischen Geheimdienstes. Palazzi kritisiert auch die geplante deutsche Panzerlieferung an Saudi-Arabien. Dies bedeute „schlicht und einfach, eine Diktatur in ihrem Krieg gegen Demokratie und Menschenrechte zu unterstützen“. Die Saudis kontrollierten auch bereits die nordafrikanischen Umsturzbewegungen. Radikal-islamische Bewegungen erhielten finanzielle Unterstützung aus Saudi-Arabien, Kuwait und den Emiraten am Persischen Golf.


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