kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Berichte über weltweite Christenverfolgung 22. Juli 2011

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 13:10

Die Abschaffung des Ministeriums für Minderheiten kommt einem „zweiten Mord an Bhatti“ gleich

 

Islamabad (Fidesdienst): Die Regierung in Pakistan ist bereit das Ministerium für religiöse Minderheiten abzuschaffen und es in verschiedene „Abteilungen“ aufzuspalten, deren Niederlassungen in den verschiedenen Provinzen angesiedelt sein sollen. Die Kompetenzen des Ministeriums werden im Rahmen einer „Entflechtung“, von der auch andere Ministerien betroffen sind, damit von der Bundesebene auf die Provinzebene umgeleitet.

Wie Beobachter aus politischen Kreisen in Pakistan dem Fidesdienst berichte, wird die Maßnahme voraussichtlich bereits ab 1. Juli in Kraft treten, womit „das Ministerium für die Rechte der Minderheiten von der Agenda der Zentralregierung gestrichen wird“, was in christlichen Kreisen Enttäuschung und Sorge hervorrufe. „Auf diese Weise“, so der Beobachter weiter, „wird der Minister Bhatti praktisch ein zweites Mal ermordet: beim ersten Mal wurde er physisch getötet, beim zweiten Mal wird sein Projekt und damit sein politisches Erbe zunichte gemacht, dem sein ganzes Engagement galt“.

 

Bereits bei der Regierungsumbildung im Februar 2011 wurde die Abschaffung des „unbequemen“ Ministeriums bereits erstmals in Betracht gezogen (vgl. Fidesdienst vom 07/02/2011), doch das geschickte Vorgehen von Shabhaz Bhatti, der auf die Unterstützung der US-amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton zählen konnte, hatte dieses Vorhaben vereitelt, das jedoch sofort nach dem Mord an Bhatti erneut Gegenstand der Debatte war. Die Tatsache, dass das Ministerium für Minderheiten im Finanzhaushalt des Jahres 2011-2012 nicht berücksichtigt wurde (vgl. Fidesdienst vom 04/06/2011) habe bereits darauf schließen lassen, so der Beobachter, dass man die endgültige Abschaffung des Ministeriums vorbereite.

 

Der gegenwärtige Staatssekretär für Minderheiten, der Katholik Ackram Gill, legte bereits Protest gegen die geplante Abschaffung ein: in den vergangenen Tagen hatte Gill eine Delegation von Abgeordneten und Politikern geleitet, die sich zu einem Gespräch mit dem Premierminister Raza Gilani traf. Und organisierte ebenfalls in den vergangenen Tagen eine entsprechende Protestkundgebung vor dem pakistanischen Parlament. Auch die Ständige Kommission des Parlaments für Minderheiten lehnte unterdessen eine Dezentralisierung des Ministeriums entschieden ab. Bei Pressekonferenzen und öffentlichen Veranstaltungen forderten Christen und Hindus ein Umdenken der Regierung. Ein katholischer Priester aus Lahore betont im Gespräch mit dem Fidesdienst: „Wir sind enttäuscht und verbittert. Auf diese Weise werden die Rechte der Christen weiter in Vergessenheit geraten und aus der politischen Agenda verschwinden. Wir werden künftig noch schutzloser sein. Für fundamentalistische Gruppen ist das ein ‚Startschuss’ für neue Aggressionen, neue Gewalt und Christenverfolgung“.

 

 

Islam als Staatsreligion und Laizität: Widersprüche und „Rückschritte“ der Regierung

 

Dacca (Fidesdienst): Menschenrechtsaktivisten, die in Bangladesch tätig sind, berichten dem Fidesdienst von einem wahren „Rückschritt“ der Regierung im Hinblick auf die Laizität des Staates. Eine Sonderkommission des Parlaments, die von Premierminister Sheikh Hasina mit der Prüfung eine Verfassungsänderung beauftragt wurde, empfahl die Beibehaltung des Islam als Staatsreligion und des Bezugs auf die Religion im Vorwort der Verfassung sowie die Genehmigung von religiösen Parteien. Für die religiösen Minderheiten, darunter Christen, Buddhisten und Hindus handelt es sich um einen „Kurswechsel“, zu dem es aufgrund der Druckausübung fundamentalistischer Gruppen kam. Die Regierung hatte unterdessen angekündigt, dass die Laizität des Staates und die Bekämpfung des religiösen Extremismus, unter anderem auch in der Politik, zu ihrem Programm gehören wird.

 

Ein katholischer Menschenrechtskämpfer betont gegenüber dem Fidesdienst: „In dem Entwurf für die Verfassungsänderung heißt es wörtlich: ‚der Islam ist Staatsreligion und alle Religionen haben gleiche Rechte’. Dies ist widersprüchlich und verwirrend. Als Christen (0,03% der rund 160 Millionen mehrheitlich muslimischen Bürger des Landes) sehen wir uns unter dieser so genannten säkularen Regierung der Awimi Leage mit verschiedenen Problemen konfrontiert“. „Religiöse Minderheiten, Intellektuelle und Bürgerrechtler“, so der Beobachter weiter, „fordern eine Rückkehr zur Verfassung aus dem Jahr 1972, die eine säkulare Ausrichtung hatte. Die Regierung, die sich zunächst bereit erklärt hatte, fürchtet sich heute vor der Reaktion radikalislamischer Gruppen und macht nun einen Schritt zurück“. Auch die Regierung Hasina „instrumentalisiert den Islam um sich die Legitimation und die politische Zustimmung zu sichern“, so der Beobachter abschließend.

 

In Bangladesch wurde 1972 die säkulare Staatsform ausgerufen, doch eine Reihe von Verfassungsänderungen in den darauf folgenden Jahren und zwei Militärdiktaturen entfernten den Staat von diesem Prinzip, was dazu führte, dass der Islam 1988 zur Staatsreligion erklärt wurde. Als Sheikh Hasina vor zwei Jahren das Amt des Premierministers antrat, kündigte er die Wiederherstellung der Laizität des Staates und die Wiedereinführung der ursprünglichen „vier Prinzipien“ an, auf denen die Nation gründen sollte: Demokratie, Nationalismus, säkulare Staatsform und Sozialismus.

 

 

Vulkanausbruch in Sulawesi: mehr als 5000 Menschen flüchten sich in christliche Schulen und Kirchengemeinden

 

Manado (Fidesdienst): Die christlichen Kirchen von Mando und der Insel Sulawesi (auch Celebes genannt) mobilisierten sich unverzüglich, um den durch den Ausbruch des Vulkans auf dem Berg Lokon in Tomohon in Nord-Sulawesi zahlreichen obdachlos gewordenen Menschen zu helfen. Nach Informationen, die die Fides von der Lokalkirche erhalten hat, sind derzeit mehr als 5000 Menschen in den christlichen Schulen und in den Gemeindesälen in Tomohon und Manado untergebracht. Die christlichen Freiwilligen widmen sich mit großem Eifer der Verteilung von essen und Hilfsgütern, die aufgrund der noch immer großen Gefahr noch weitergeht. In den christlichen Schulen wurde auch ein Schuldienst eingerichtet um so den Kindern die didaktische Kontinuität zu garantieren.

 

Die Kommission für die Entwicklung der Diözese von Manado gab Fides gegenüber ihrer Besorgnis über die große Anzahl von hilfsbedürftigen Obdachlosen (größtenteils Muslime) zum Ausdruck und ist bereits aktiv in der Verteilung von humanitärer Hilfe, die sie dank der Caritas Indonesien (Karina) und der indonesischen Bischofskonferenz erhalten haben. Die Diözesen von Manado appellierte an alle Kirchengemeinden und katholischen Organisationen „sich solidarisch und offen zu zeigen und bestmöglich Hilfe zu leisten.“ Neben Manado und Tomohon haben die Obdachlosen Aufnahme in den Dörfern Walewangko, Noongan, Ratahan, Tombatu, Maliku und City Tower gefunden. „Die Lokalbevölkerung hat sich großzügig und gastfreundlich gegenüber ihren bedürftigen Brüdern gezeigt“, unterstreicht die Lokalkirche. Die Vulkanausbrüche begannen am 9. Juli; mehr als 10.000 Bewohner der Dörfer Kinilow und Kakaskasen mussten an andere Orte evakuiert werden.

 

 

Diplomatische Beziehungen zum Heiligen Stuhl rücken näher:

Religionsfreiheit und mehr Rechte für die Christen

 

Kuala Lumpur (Fidesdienst): Nach dem Treffen von heute Morgen zwischen dem Ministerpräsident von Malaysia, Najib Razak, und Papst Benedikt XVI. „erwarte ich, dass bald offziell die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Malaysia bekannt gegeben wird“ erklärt der Geistliche aus Kuala Lumpur und Direktor der katholischen Wochenzeitung Herald der Erzdiözese der Hauptstadt, P. Lawrence Andrew SJ. Was die diplomatischen Beziehungen möglich macht, ist „die Tatsache, dass ein sehr positiver Weg eingeschlagen wird. Die Regierung von Malaysia ist im übrigen einer der demokratischsten Regierungen in Südostasien und trotz aller Probleme sehe ich kaum Hindernisse“, bemerkt P. Andrew.

 

Zu der heute Morgen in der Sommerresidenz des Papstes in Castel Gandolfo eingetroffenen Delegation gehören der Premierminister und seine Frau, der Außen- und der Industrieminister, der Erzbischof von Kuala Lumpur, S.E. Mons. Murphy Pakiam, und der Vorsitzende des Nationalen Fatwa-Ratesn , Tan Sri Dr Abdul Shukor Husin. „Einen Apostolischen Nuntius in Kuala Lumpur zu haben könnte sich sehr positiv auf die Kirche und gesamte christliche Gemeinschaft in Malaysia auswirken“, erklärt P. Andrew„. Die Kommunikation zwischen der Regierung und der Kirche wird sich verbessern. Außerdem ist dies für uns Christen die Gelegenheit sichtbar zu einer Art „Moral-Bank“ zu werden, d.h. zu einem moralischen Bezugspunkt, zu einem Bezugspunkt für den Schutz der Werte, zur Bekämpfung der Korruption und anderen Missbrauchs, die das Leben im Land beeinträchtigen“.

 

Die katholische Kirche wird in diesen Tagen in Malaysia auch kritisiert, denn – wie Einige behaupten – „trägt die Förderung dieses Treffens zur Wiederherstellung des internationalen Immages der heute recht schwachen UMNO-Regierung (United Malay National Organisation) unter Najib Razak bei. P. Andrew sagt hierzu: „Dies ist nicht die Absicht; die Kirche wird weiterhin sie selbst bleiben, die Wahrheit verkünden, Grundwerte wie Menschenwürde und Religionsfreiheit verteidigen. So wollen wir zur Entwicklung des Landes beitragen“. „Die uns betreffenden Hauptfragen – fährt er fort – sind nach wie vor auf dem Tisch: der Gebrauch des Begriffs Allah für Nichtmuslime; der freie Umlauf der Bibeln; der Kampf um die Abschaffung der Todesstrafe; die Achtung der Grundfreiheiten und der Menschenrechte ohne jegliche Diskriminierung. Nach diesen Fragen werden wir die konkreten Schritte der Exekutive bewerten“, erklärt der Direktor des Herald.

 

Zu dem jüngsten Aufruhr der bürgerlichen Gesellschaft (s. Fides 8 und 9 vom 9/7/2011) sagt der Geistliche: “Regierung und Polizei schüchtern die Menschen weiterhin ein. Sechs Aktivisten sind noch im Gefängnis, und es gibt Versuche die Grundfreiheiten einzuschränken. Aber die Botschaft an die Regierung ist klar: Transparenz und Legalität bei den kommenden Wahlen, die wirklich frei und demokratisch sein müssen. Eine Forderung, die Christen, Muslime und Gläubige anderer Religionen vereint“. In Malaysia stellen die Muslime 60% der Bevölkerung, die Buddhisten 20%, die Christen 10% (eine Million davon sind Katholiken), die Hinduisten 6,3%; dazu kommen taoistische, konfuzianische Minderheiten und traditionelle Kultgemeinschaften.

 

 

Der Erzbischof von Kuala Lumpur: „Ein Treffen der Stimme der Mäßigung und der Stimme des Friedens“

 

Vaticanstadt (Fidesdienst): “Die Stimme der Mäßigung – Premierminister Najib Razak – traf die Stimme des Friedens, der Gerechtigkeit, der Menschenrechte, des Glaubens in der Vernunft: Papst Benedikt XVI. Ich bin sehr glücklich über dieses Zusammentreffen und das Ergebnis, und ich hoffe, dass es reichlich Früchte tragen möge. Ich hoffe, dass es ein großes Echo und positive Auswirkungen auch in unserem Lande zeigen möge“: mit diesen Worten kommentierte S.E. Mons. Murphy Pakiam, der Erzbischof von Kuala Lumpur, gegenüber dem Fidesdienst das gestrige Treffen zwischen dem Papst und dem Premierminister Malaysias, bei dessen Abschluss der Heilige Stuhl die Aufnahme diplomatischer Beziehungen ankündigte.

 

Der Erzbischof, der an dem Treffen teilgenommen hat und, Fides-Quellen entsprechend, einer der Vermittler für diesen historischen Schritt war, teilte mit, dass das Treffen zwischen der Vatikan-Delegation und der malaysischen Delegation herzlich verlaufen ist; er erinnerte ferner daran, dass der Premierminister dabei seinen Plan für eine „Sammelbewegung der Gemäßigten“ vorgelegt hat. Was die Lokalkirche betrifft, so „schaut diese voller Hoffnung und Zuversicht auf die Zukunft“, sagte der Erzbischof im Vertrauen auf eine stetige Verbesserung der institutionellen Beziehungen. Unter den notwendigen Forderungen der christlichen Gemeinschaft an die Exekutive des Landes vermerkt Mons.Pakiam „die Einrichtung eines Interreligösen Rates (ein bereits in der Vergangenheit begonnenes Projekt); die Einrichtung eines Ministeriums für die Nicht-Muslime; die Prüfung der Erziehungsfrage und der katholischen Schulen, die im Laufe der Jahre de facto von der Regierung nationalisiert worden waren und damit unter ihrer Oberaufsicht standen: Die Kirche fordert, dass sie selbst wieder die Erziehung der Kinder in die Hand nehmen und ihre Kraft im Bereich einer qualitativ hohen Erziehung entfalten kann“.

 

Die Hoffnungen und Erwartungen der katholischen Gemeinde in Malaysia sind zahlreich, die Reaktionen äußerst positiv, berichten Quellen gegenüber Fides, wenngleich auch die brennenden Probleme bleiben: die Frage des Begriffs „Allah“ unter den Nicht-Muslimen (ein Rechtsstreit hierüber ist im Gange); der Schutz der Menschenrechte und der Religionsfreiheit für alle Bürger ohne Unterschied; die Präsenz von muslimischen Gerichten und integralistischen Strömungen sowie die muslimische Rechtsprechung, die dazu tendieren der gesamten malaysischen Bevölkerung Einschränkungen auf zu erlegen.

 

 

Erstmals wird eine Moschee nach ‚Jesus‘ benannt

Der Imam möchte damit „eine Zeichen der Gemeinschaft und Toleranz“ setzen.

 

Amman (kath.net): „Die Moschee von Jesus Christus“. So nennt sich eine neue Moschee in Madaba, im Süden von Jordaniens Hauptstadt Amman. Die Moschee steht nahe bei einer berühmten christlichen Kirche. Die berichtete „La Stampa“. Die ungewöhnliche Idee hatte der Imam Jamal Al Sufrati: „Mir war aufgefallen, dass die arabische Welt voll von Moscheen ist, welche nach allen Propheten benannt sind, nur nicht nach Jesus“. Er erklärte weiter, dass die Moschee damit „eine Zeichen der Gemeinschaft und Toleranz geben möchte“, besonders nach den Spannungen zwischen den beiden Religionen wegen zwei beleidigenden Karikaturen über den Propheten Mohammed.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s