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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Fahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien 27. Juni 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 15:13

Frauen proben den Aufstand

 

Dutzende Frauen beteiligen sich am „Tag des Autofahrens“ in Saudi-Arabien und setzen sich trotz eines Verbots hinters Steuer. Das Fahrverbot wird mit „Traditionen des Königreichs“ begründet, erst jüngst musste eine Frau deshalb ins Gefängnis. Eine Gruppe von Männern droht den aufständischen Frauen bereits Prügel für ihr Verhalten an. In mehreren Städten von Saudi-Arabien haben sich Frauen ans Steuer gesetzt, um gegen das Frauenfahrverbot zu protestieren. Augenzeugen berichteten, in der östlichen Stadt Dammam etwa seien mehrere Frauen in Begleitung von Verwandten die Uferstraße entlanggefahren. Auch in der Hauptstadt Riad und auf der Schnellstraße zwischen Dschidda und Riad waren nach Angaben von Aktivisten mehrere Autofahrerinnen unterwegs. Diese seien weder von der Polizei noch von den Islampolizisten der Behörde zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung des Lasters belästigt worden.

 

„Tag des Autofahrens“: Frauenrechtlerinnen in Saudi-Arabien hatten den 17. Juni zum „Tag des Autofahrens“ erklärt. Sie hatten Frauen aufgerufen, sich trotz des geltenden Frauenfahrverbotes ans Steuer eines Autos zu setzen und durch die Innenstadt von Riad zu fahren. Die Bewegung Women2Drive will die Kampagne so lange fortsetzen, bis ein königliches Dekret den Frauen ausdrücklich erlaubt, sich selbst ans Steuer zu setzen. Die Organisatorinnen der Proteste betonen, dass es in Saudi-Arabien kein Gesetz gibt, das Frauen das Fahren verbietet, sondern lediglich eine als Fahrverbot interpretierte Fatwa – ein religiöses Rechtsgutachten. Dieses macht das Fortkommen für Frauen zu einem schwierigen Unterfangen: Entweder müssen sie sich von den Männern aus ihrer Familie fahren lassen oder Chauffeure engagieren – und das, obwohl viele Frauen schon längst im Ausland ihren Führerschein gemacht haben.

 

Aktivistin enttäuscht: „Ich bin mit meiner Frau heute zum Markt gefahren und sie saß am Steuer“, sagte Tawfik al-Saif aus Dammam. Eine Frau aus Riad, die ihren Namen mit Maha angab, erklärte: „Ich bin ohne Probleme durch Riad gekurvt.“ Die Aktivistin Wadschiha al-Howaidir sagte jedoch mit einer gewissen Enttäuschung: „Ich hätte gedacht, dass mehr Frauen dem Aufruf folgen würden.“ Rund um die König-Abdulasis-Straße in Riad sahen Augenzeugen am Morgen Dutzende langbärtiger Islam-Polizisten, die offensichtlich gekommen waren, um Frauen am Autofahren zu hindern. Am frühen Morgen hatte eine saudische Frau bereits ein Video im Internet veröffentlicht, das sie bei einer Autofahrt zeigt. Die Frau, deren Gesicht nicht zu erkennen ist, erklärt, sie habe die Aufnahme vor Sonnenaufgang in Riad gemacht. Zahlreiche Islamgelehrte hatten sich in den vergangenen Wochen gegen eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen, das mit den „Traditionen des Königreichs“ begründet wird. Eine berufstätige Mutter aus der saudischen Ostprovinz hatte im Mai mehrere Tage in einem Frauengefängnis verbracht, nachdem sie mit dem Auto gefahren war.

 

Männer drohen mit Gewalt: Schon im November 1990 versuchte eine Gruppe, öffentlich gegen das Fahrverbot zu protestieren: 47 Frauen fuhren in 15 Autos durch Riad, bis sie festgenommen wurden. Sie wurden hart bestraft und öffentlich als Huren beschimpft, die Beamtinnen unter ihnen verloren ihren Job. Eine Gegenbewegung hat bereits mobil gemacht: Eine Gruppe saudischer Männer hatte erklärt, sie wollten das Fahrverbot notfalls mit Gewalt durchsetzen. Sie wollten die widerspenstigen Frauen mit den schwarzen Riemen (Igal) schlagen, mit denen arabische Männer ihre traditionelle Kopfbedeckung befestigen. Im Internet gründeten Frauen daraufhin eine Gruppe, die versprach: „Jeden, der mit seinem Igal eine Frau schlägt, den hauen wir mit unseren Schuhen.“

 

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die saudische Führung am Donnerstag aufgefordert, das Fahrverbot für Frauen aufzuheben. Der Vizedirektor der Organisation für den Nahen Osten und Nordafrika, Philip Luther, erklärte, dies sei nur eines von vielen Beispielen für die Diskriminierung von Frauen in dem arabischen Land. {Quelle: www.n-tv.de}

 

Frauen widersetzen sich Fahrverbot

Wir sind gerade vom Supermarkt zurück. Meine Frau beschloss, mit der Fahrt zu dem Laden und wieder zurück ihren Tag zu beginnen“, schrieb der Journalist Taufik Alsaif am Freitag auf Twitter. Maha el Kahtani beschrieb, wie sie gemeinsam mit ihrem Mann über eine von Riads Hauptverkehrsadern fuhr: „Ich entschied, dass der Wagen heute mir gehört“ – nach Angaben ihres Mannes Mohammed hatte Kahtani vorsorglich eine Tasche mit den wichtigsten Habseligkeiten dabei: „Sie war furchtlos und bereit, ins Gefängnis zu gehen.“

 

Eine weitere Frau, die nach eigenen Angaben als erste kurz nach Mitternacht gegen das Fahrverbot verstieß, stellte ein Video ihrer Tour durch menschenleere Straßen bis zum Supermarkt ins Internet. „Wir wollen einfach nur unsere Einkäufe erledigen, ohne auf männliche Chauffeure angewiesen zu sein“, sagte die verschleierte Fahrerin in dem Video. „Ich glaube, dass die Gesellschaft dazu bereit ist.“ Amnesty International rief unterdessen die Behörden auf, Frauen auf den Straßen des Landes nicht länger als „Bürger zweiter Klasse“ zu behandeln.

Nur der Anfang: Aufgerufen zum „Tag des Autofahrens“ hatte die Internet-Kampagne „Women2Drive“. Die Organisatorinnen der Proteste betonen, dass es in Saudi-Arabien kein Gesetz gibt, das Frauen das Fahren verbietet, sondern lediglich eine als Fahrverbot interpretierte Fatwa – ein religiöses Rechtsgutachten. Dieses macht das Fortkommen für Frauen zu einem schwierigen Unterfangen: Entweder müssen sie sich von den Männern aus ihrer Familie fahren lassen oder Chauffeure engagieren – und das, obwohl viele Frauen schon längst im Ausland ihren Führerschein gemacht haben. {Quelle: www.focus.de}

 

 

Führerschein – bald auch für Frauen

In Saudi-Arabien herrscht Fahrverbot für Frauen. Mohamed El Sherief will sich dafür einsetzen, dass das anders wird.

 

Mit Frauen und Autos in Saudi-Arabien ist das so eine Sache. Die Religionswächter sehen es nicht gern, wenn Frauen hinterm Steuer sitzen, es gilt faktisch ein Fahrverbot. Furore macht nun ein Autoaufkleber, der eine verschleierte Frau mit Lenkrad auf einem Verbotsschild zeigt. Mohamed El Sherief ist Abgeordneter des Konsultativrates in Saudi-Arabien, der ein Gesetz beschließen könnte, das Frauen uneingeschränkt das Autofahren erlauben würde.

 

SZ: Herr El Sherief, werden Frauen in Saudi-Arabien bald tatsächlich selber fahren dürfen?

Mohamed El Sherief: Das dürfen sie doch jetzt schon! Es ist nicht verboten. Meine Frau fährt auch selber.

SZ: Aber es gibt doch ein Gesetz, das den Frauen das Fahren verbietet.

El Sherief: Die westlichen Medien berichten immer über so ein Gesetz. Tatsache ist aber, dass das nicht existiert. Deswegen sieht man auch immer mehr Frauen am Steuer – vielleicht nicht in den großen Städten, aber in den Wüsten und auf den Autobahnen. Es gibt nur Probleme, wenn sie angehalten werden und dann keinen Führerschein vorweisen können.

SZ: Wieso?

El Sherief: Einen Führerschein dürften sie noch nicht machen.

 

SZ: Ich bitte Sie! Das kommt doch einem Fahrverbot gleich.

El Sherief: Es gibt kein gesetzliches Fahrverbot, also dürfen Frauen natürlich auch fahren.

SZ: Neulich wurde noch eine Frau vom Steuer weg verhaftet …

El Sherief: Ja, aber nicht, weil sie gefahren ist, sondern weil sie keinen Führerschein hatte.

Auf Seite 2: El Sherief erklärt, welchen finanziellen Nutzen auch die Geistlichen von einer Fahrerlaubnis für Frauen hätten.

 

SZ: Den hat doch keine saudische Frau. Oder werden in Bahrain ausgestellte Führerscheine in Saudi-Arabien anerkannt? Dort haben ja im vergangenen Jahr mehr als 1000 saudische Frauen den Führerschein gemacht.

El Sherief: Der wird bei uns nicht anerkannt. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass die Frauen auch bei uns bald einen machen werden können. Vielleicht nicht jetzt, weil wir im Moment keine Zeit für dieses Thema haben, aber bald. Erst müssen wir aber unsere Verkehrsordnung ändern, neue Regeln einführen. Denn bei den jetzigen haben wir schon Probleme mit den männlichen Verkehrsteilnehmern, die weiblichen würde die jetzige Ordnung nicht verkraften. Vor zwei, drei Jahren haben wir auch schon mal darüber geredet, waren auch ganz optimistisch, doch dann kam wieder etwas Wichtigeres dazwischen.

 

SZ: Es kommt doch immer etwas Wichtigeres dazwischen, geben Sie es zu.
El Sherief: Meistens leider schon. Aber glauben Sie mir, bald wird es Frauen am Steuer geben, wie es in jedem Haushalt einen Fernseher und auch schon Frauen mit Doktortiteln gibt. Wir werden das nicht aufhalten können und wollen das auch nicht.

SZ: Sie vielleicht nicht, aber die Sittenwächter, die dafür sorgen, dass die Scharia, das islamische Gesetz, befolgt wird.

El Sherief: Die können nur ihre Meinung äußern, beschließen aber nichts. Außerdem steht in der Scharia nicht geschrieben, dass es den Frauen verboten ist, ein Auto zu fahren. Am Anfang werden sie von dem Gedanken vielleicht nicht so begeistert sein und ältere Generationen wahrscheinlich auch nicht, aber nur, weil es noch so ungewohnt ist. Doch mit der Zeit werden sie sich daran gewöhnen. Ist für sie ja auch finanziell besser.

 

SZ: Wieso denn das?

El Sherief: In jedem Haushalt gibt es heute bis zu drei Chauffeure. Die fahren morgens die Kinder, die zu geschlechtergetrennten Schulen gehen, und zudem die berufstätigen Mütter, die ja irgendwie zur Arbeit kommen müssen. Die Chauffeure bräuchten die Familien nicht mehr, wenn die Frau selber fahren könnten.

SZ: Es geht um eine Sparmaßnahme?

El Sherief: Auch. Aber hauptsächlich um Reformen. Alles ändert sich, wir auch. {Quelle: www.sueddeutsche.de}

 

One Response to “Fahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien”

  1. Saphiri Says:

    Gutes Mittel gegen Identifizierung im Falle von Blitzerfotos. Oder unerkannt bleiben auf Überwachungskameras.

    Wer da Interesse hat, der ist natürlich FÜR Frauenvollverschleierung. An den Augen allein kann man auch Männlein nicht von Weiblein unterscheiden.


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