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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Apostel Paulus und seine Spiegel 22. Juni 2011

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 23:10

In der Antike waren Spiegel bereits weit verbreitet. Es waren meist Kupferspiegel. Sie hatten noch nicht unsere heutige Qualität. Die Bilder waren unscharf und manchmal verzerrt.

 

Der Heilige Apostel Paulus benützt das Bild des Spiegels in zwei Richtungen.

 

Im Sinne des Vergleiches: Die jetzige Welt ist ein Spiegel der Künftigen. Überall finden sich Spuren des Himmels, der kommenden Welt. Die so ist, wie sie sich Gott ursprünglich gedacht hat. Manchmal blitzt und blinkt in der Wirklichkeit dieser Welt etwas auf, das uns an den Himmel erinnert. Manchmal gibt es Lichtfunken der Hoffnung als Leitsterne auf der Fahrt in einem Meer der Dunkelheit. Sie lassen uns erahnen, dass es doch viel mehr als dies alles gibt. Manchmal ergreift uns eine Ahnung davon, wie schön das Leben ist. Für Paulus spiegelt sich das im Bild des Frühlings. Wie sehr sind die Samen und die Körner doch verschieden von der Pracht der Pflanzen, die daraus entstehen. Und freilich besteht doch eine Kontinuität. Denn der Same ist ein – ziemlich unscharfer – Spiegel der künftigen Pflanze.

 

Im Sinne des Vorbildes: „Jesus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung soll mich prägen“. Der Mann, der so spricht, will seinem Vorbild gleichen. Im Blick auf Jesus gestaltet sich das Leben und das Sterben des Apostels Paulus neu. Aber nicht nur der kommende, herrliche Jesus macht die Gestalt Christi alleine aus. Auch der Leidensmann prägt Paulus. Er versteht sein Leiden als Nachfolge. Als Mitleiden, aber auch als Mittragen.  Es ist ja ein in der damaligen griechischen Philosophie populärer Gedanke gewesen, das in dem liebenden Anschauen, das Bild dem Urbild immer ähnlicher wird. Und es ist heute im Zeitalter der Verhaltenspsychologie aber auch des Fankults, das sich immer mehr nach dem Idol richtet, nicht weniger stark der Fall.

 

Auch uns tun die zwei Spiegel des Paulus gut. Es ist wichtig, immer wieder in sie hineinzuschauen. Gott selbst hat uns diese zwei Spiegel geschenkt: Der Spiegel der Schöpfung, der uns die Hoffnung auf ewige Harmonie vermittelt und der Spiegel der Bibel, in dem sich Jesus zeigt und uns das Leben in Fülle zusagt. Es ist wirklich wahr: Spiegelleser wissen mehr. Es müssen halt nur die richtigen Spiegel sein.       

 

Von Bella Ella, der Jugendexpertin und Pädagogin

       

 

One Response to “Apostel Paulus und seine Spiegel”

  1. Bazillus Says:

    Der Apostel Paulus benutzt den Spiegel aber auch als Instrument, der die klare Sicht auf Erden auf den vollkommen liebenden Gott vernebelt und schon fast verwehrt. Er setzt ihn aber auch als „Gottessichtverhinderungsgerät“ ein. Das Hohlied der Liebe passt auf den Spiegel des Vergleichs des Artikels.

    Da der wahre vollkommene Gott jedoch ein Liebender ist, kennt er keinen Hass.

    Die berühmte Stelle des „Hohelied der Liebe“ aus dem Neuen Testament des Apostels Paulus 1 Korinther 13 ff. trifft hinsichtlich der Charakterisierung bzw. Definition der Liebe eben nicht nur auf den Menschen zu, weil dieser so etwas ohnehin nur sehr schwer und schon gar nicht Zeit seines Lebens ausführen könnte, sondern m. E. in den zentralen Aussagen insbesondere auf Gott selbst zu.

    Paulus schreibt:
    „Hohelied der Liebe:
    Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nur ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

    Und wenn ich die Prophetengabe hätte und durchschaute alle Geheimnisse und besäße alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben hätte, so dass ich Berge versetzte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

    Und wenn ich alle meine Habe den Armen austeilte, und wenn ich meinen Leib den Flammen preisgäbe, hätte aber die Liebe nicht, so nützte es mir nichts.

    Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, die Liebe ist nicht eifersüchtig. Sie prahlt nicht, überhebt sich nicht, sie handelt nicht unschicklich, sucht nicht das Ihre, kennt keine Erbitterung, trägt das Böse nicht nach. Am Unrecht hat sie kein Gefallen, mit der Wahrheit freut sie sich, alles erträgt sie, alles glaubt sie, alles hofft sie, alles duldet sie. Die Liebe hört niemals auf; (Anm. des Autors: Dieser Teil zeigt m. E. die Charaktereigenschaften des wahren Gottes)

    Prophetengaben verschwinden, Sprachengaben hören auf, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser Prophezeien. Kommt aber die Vollendung, so hört das Stückwerk auf. Als ich noch ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte ich wie ein Kind, urteilte ich wie ein Kind. Als ich Mann geworden, legte ich das Kindhafte ab. Jetzt schauen wir durch einen S p i e g e l , unklar, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Noch ist mein Erkennen Stückwerk. Dann aber werde ich so erkennen, wie ich selbst erkannt bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Am höchsten aber steht die Liebe. Trachtet nach der Liebe“.

    So hat Paulus – vielleicht unabsichtlich – Gottes Charakter erkannt und beschrieben. Er – nämlich Gott – verzeiht, wo es eben geht, er trägt alles (in Jesus Christus), er erduldet alles (in Jesus Christus), weil er die ewige Liebe in Person ist und sie an die erste Stelle seines innersten Wesens stellt und die Menschen auch so behandelt, egal, welcher Hautfarbe, welcher Religion, welcher Rasse sie angehören und welchen Geschlechts sie sind.

    Die liebende Langmut Gottes ist angesichts der (auch religiösen) Verbrechen, die Menschen seit ihrer Schöpfung nach der Erkenntnis von Gut und Böse an menschlichen Seelen, Gott und der Natur begangen haben und noch heute begehen, ja buchstäblich. Jeder Schöpfer, der nicht diese Liebe in sich trüge, hätte das Experiment „Mensch einschließlich irdischer Schöpfung“ seit geraumer Zeit durch gewollte Vernichtung abgebrochen nach dem Motto: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“.

    Wer zuinnerst liebt wie der wahre allliebende Gott, ist nicht in der Lage und kann nicht vernichten oder töten, schon gar nicht Geschöpfe, die er selbst einmal in unendlicher Liebe erschaffen hat! Das hat er bereits bei Adam und Eva bewiesen, die ihn bitter enttäuscht hatten und bei Kain, der seinen Bruder gemordet hatte. Die unteilbare Liebe Gottes ist also unfähig zu vernichten und gibt dem Menschen immer wieder eine Chance, weil jeder Mensch zumindest theoretisch zur Liebe fähig, seine Seele unsterblich ist und aus diesem Grund ein Ebenbild Gottes (im recht verstandenen Sinne, also nicht in der Meinung wie Gott aussehend oder so sein wie Gott) darstellt, auch der Ungläubige und Sünder. Und dieser liebende Gott räumt immer wieder Chancen ein, sooft der Mensch fällt und er sich auf den Weg zurück in Richtung Gott macht = Umkehr. Dies zu begreifen und insbesondere mit ganzer Seele zu verinnerlichen, ist dem Menschen wohl zu einem Gutteil verwehrt.

    Es wäre aber Aufgabe aller Religionen ihre Gläubigen auf diesen Gott der vollkommenen Liebe, dessen Existenz jetzt nur mit einem die klare Sicht verhindernden Spiegel zu erahnen ist, auszurichten und nicht auf einen Gott, der sich den Machtgelüsten von Menschen perfekt angepasst hat.


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