kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Cajus Pupus schreibt „Geschichte(n)“ 19. Juni 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 15:37

Weihnachten! Was ist an Weihnachten eigentlich los? Man bekommt Geschenke, gutes Essen und Trinken, man besucht Verwandte, ist allgemein fröhlich und guter Dinge. Doch noch etwas anderes geschieht an Weihnachten. Das Weihnachtsfest wird zum Gedenken an die Geburt von Gottsohn (genannt Jesus) gefeiert! Gottvater schickte seinen Gottsohn auf die Erde. Maria, die Mutter Jesu, gebar um Weihnachten den Gottes Sohn. Dieses Ereignis wird mittlerweile fast überall in der Welt durch die kommerziellen Gebärden aus dem Mittelpunkt gerückt. Warum Gottvater seinen Sohn auf die Erde geschickt hat? Die Menschheit war so in Unglauben gefallen und versündigt, dass Gottsohn durch seinen Tod die Menschheit von den Sünden erlöse.  

 

Die Liturgie des Osterfestes brauche ich ja wohl nicht zu beschreiben. Die dürfte auch bekannt sein, obwohl dieses Osterfest auch mittlerweile dem Kommerz zum Opfer fällt. Da es teilweise schon als Hasenfest gefeiert wird, kann man doch die Dekadenz und den Gleichmut erkennen, den die Menschheit innehat. Vor dem Kreuzigungstod Jesus, gab er das letzte Abendmahl (Nach Mk 14,22ff): „Und während sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird. Wahrlich ich sage euch: Ich werde fortan nicht trinken vom Gewächs des Weinstocks bis zu dem Tag, an dem ich neu trinke im Reich Gottes.“

 

Das Abendmahl oder die Eucharistie, ist eine Handlung in einem christlichen Gottesdienst, die das Sterben Jesu Christi als Heilsereignis verkünden und vergegenwärtigen soll. Nach dem Tode am Kreuz, ist am dritten Tag (Ostern) von den Toten auferstanden, fuhr am 40. Tag (Christi Himmelfahrt) in den Himmel zu seinem Vater auf. Am 50. Tag sandte uns Gott den heiligen Geist (Pfingsten), auf das die Menschheit erleuchtet werde. (Ich habe aber den Eindruck, dass manche Menschen nicht von dem heiligen Geist erreicht worden sind. Namen nenne ich keine, die sind bekannt genug!!!). Da nun Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist vereint waren, spricht man von der Dreifaltigkeit. Am Goldenen Sonntag, der erste Sonntag nach Pfingsten findet dieses Dreifaltigkeitsfest statt.

 

Am zweiten Donnerstag, also 60 tage nach Ostern, wird Fronleichnam gefeiert. Warum denn jetzt Donnerstag? Durch den Termin an einem Donnerstag wird an den eigentlichen Gedenktag des letzten Abendmahles, den Gründonnerstag angeknüpft. Am Gründonnerstag in der Karwoche sind keine größeren Festlichkeiten erlaubt, sodass Fronleichnam aus der Osterzeit hinausgeschoben wurde. Fronleichnam ist das offizielle Hochfest der Kirche für den Leib und das Blut Christi! Was bedeutet denn eigentlich Fronleichnam? Last uns einmal das Wort Fronleichnam aus einander nehmen.

 

Fron – Leichnam! Fron, früher vron, hatte an sich zwei Bedeutungen. Zum einen „heilig“ (Gott und Christus gehörig) und zum anderen „herrschaftlich, öffentlich“ (einem weltlichen Herrn gehörig). Die erste Bedeutung hat sich nur noch in Fronleichnam bewahrt. Verständlich, dass da jeder erst einmal an fronen = „harte Arbeit, Frondienste“ denkt, vielleicht sogar an frönen = „sich einer Leidenschaft hingeben“. Geradezu ein Affront! Noch dazu im Zusammenhang mit einer Leiche …

Leich-nam: Der Begriff Leiche geht zurück auf den gemeingermanischen Ausdruck lika = „Körper, Gestalt“ mittelhochdeutsch lich. Die eigentliche Bedeutung hat sich noch in dem Wort „gleich“ und dem Suffix „…lich“ (wie bei ähnlich, scheußlich oder gründlich) bewahrt. Aber auch in der Zusammensetzung des mittelhochdeutschen Wortes lichname = „Leichnam“ war ursprünglich der (lebendige) Körper, der Leib gemeint. Der zweite Bestandteil des Wortes lässt sich zurückführen auf das althochdeutsche Wort hamo = „Hülle“. Die eigentliche Übersetzung von Leichnam lautet also „Leibeshülle“ und war wohl anfänglich eine poetische Wendung.

 

Erst im Laufe der Zeit wurde das Wort auch – euphemistisch – für einen toten Körper bzw. einen toten Menschen verwendet. Nun ergibt der Begriff Fronleichnam Sinn: Ursprünglich bezeichnet er „den lebendigen Leib, der Jesus Christus gehört“. Die Hostie – der „Laib Brot“ -, so das Dogma der katholischen Kirche, verwandelt sich beim Abendmahl in den realen Leib des Herrn. Andere mögen darunter lediglich ein Symbol verstehen: der Laib steht für den Leib – und ist lediglich eine Hülle, die das Wesen(tliche) verbirgt.

 

(Dieses kann man nachlesen unter: http://www.suite101.de/content/was-heisst-eigentlich-fronleichnam-a56658#ixzz1PeM1LjQm)

 

Um nun den Menschen den Leib Christi näher zu bringen, werden vorwiegend in katholischen Gemeinden Fronleichnamsprozessionen durchgeführt. Dabei wird in einer Monstranz, die die geweihte Hostie (Leib Christi) beinhaltet, durch bunt geschmückte Straßen, aber auch durch Wiesen und Felder getragen. An 4 Altären, die an der Wegstrecke aufgebaut wurden, werden Andachten, Fürbitten gebetet und der Priester, der die Monstranz auch trägt, erteilt den anwesenden Menschen seinen Segen!

 

Tantum ergo sacramentum
Veneremur cernui,
Et antiquum documentum
Novo cedat ritui.
Praestet fides supplementum
Sensuum defectui.

    Genitori genitoque
Laus et jubilatio
Salus, honor, virtus quoque
Sit et benedictio!
Procedenti ab utroque
Compar sit laudatio!

 

 

Lasst uns tief gebeugt verehren
dies erhab’ne Sakrament,
und der Brauch der alten Lehren
weich‘ dem neuen Testament.
Frommer Glaube wird gewähren,
was der Sinn hier nicht erkennt.

 

Gott dem Vater, Gott dem Sohne,
Gott dem Geiste benedeit,
singt hinauf zum Himmelsthrone
Ehre, Preis und Herrlichkeit.
Und in andachtsvollem Tone
sei ihm Lob und Dank geweiht!

 

Bild: Blutwunder Bolsena

 

2 Responses to “Cajus Pupus schreibt „Geschichte(n)“”

  1. Bazillus Says:

    Danke für diese Erläuterung. Ich wusste sie auch nicht. Im Religionsunterricht hören die Schüler so etwas ja nicht mehr. Wahrscheinlich wissen einige Priester solches auch nicht mehr.

    • Cajus Pupus Says:

      Hallo Bazillus,

      ich freue mich, dass ich Dir diese Sachen wieder ins Gedächtnis rufen konnte. ich will hoffen, dass es anderen genauso geht.

      Leider ist es doch so, dass mittlerweile alles dem Kommerz und dem Islam vor die Füße geschmissen wird. Das was uns bleibt, sind halt die Erinnerungen die des öfteren aufblitzen, wenn man so einige Daten vor die Augen bekommt und sich dann Gedanken darüber macht.


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