kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Das Christentum muss immer in der Kritik stehen 8. Juni 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 12:46

, weil Jesus immer in der Kritik  bei denen stand, die es zu sagen hatten.

 

Er wurde nicht umsonst verfolgt, verfolgt bis zum Tod am Kreuz. Er hatte eine ungeheure Botschaft, die für alle Zeiten, wird sie denn gelebt und verkündet, ein Stachel im menschlichen Geist hinterlässt. Diese Botschaft steht dem menschlichen Naturell der Eigenliebe entgegen, diametral entgegen. Die erste Botschaft ist ungeheuerlich und für Nichtchristen abstoßend, für Christen schwer verständlich, ja manchmal sogar schwer erträglich.

 

Jesus ist der Sohn Gottes. Gott, der doch eigentlich allmächtig ist, soll den Umweg des menschlichen Leids durch Jesus Christus gegangen sein. Das ist für Nichtchristen unerträglich. Ein Gott oder ein Teil von ihm, der ohnmächtig am Kreuz hängt, sich nicht rühren kann, der Angst hat und sich von Gott verlassen fühlt. Das soll Gott sein, dem ich vertrauen, den ich anbeten soll? Der keine Macht hat, machtlos ist?

 

Dann folgt die zweite Botschaft Jesu, die genauso unverständlich, verwirrend und Dimensionen sprengend ist, weil sie so gegen das „normale“, das anerzogene Empfinden, ja gegen das allgemeine Gerechtigkeitsempfinden der Menschen gerichtet ist, die persönliche Feindesliebe und die Liebe zu Gott, dem unbekannten nicht erfassbaren Wesen. Dann folgt die dritte Botschaft der Kirche, die Eucharistie feiert, die uns weismachen will, dass wir das Brot des Lebens, ja Jesus selbst essen und das Blut Christi trinken und dies auch noch wörtlich nehmen sollen.

 

Das sind die Kernprobleme, vor denen das Christentum steht, ja auch die Kirche, die doch so gerne Macht hätte über den Glauben und das Leben der Gläubigen, aber wie Jesus auch, letztlich machtlos ist. Und das ist auch gut so. Wie soll der Christ einen lauen Mitchristen oder gar einen Nichtchristen werben und erwärmen für ein Christentum mit einem solchen Gott, mit einer solchen Einstellung der Feindesliebe und dem Geheimnis der Realpräsenz Jesu auf dem Altar?

 

Nächstenliebe kann man dem Menschen noch gut verkaufen. Nächstenliebe steht für eine friedliche Welt, für das Gute im Leben, für Barmherzigkeit, Friedlichkeit und Umarmung. Und es ist möglich, für sie zu werben ohne Glauben an Gott. Das ist bequem. Die Nächstenliebe als Glaubensunterdrückung.

DAs Christentum ist deshalb so schwer verständlich, weil es an die Grenzen menschlichen Denkens, menschlicher Denkdimensionen stößt und sie hinter sich lässt. Wir tragen alle ein Gottesbild in uns, welches Gott als allmächtigen Gott, als Gott der Machbarkeit, der Bestrafung und der Liebe zeigt. Wir trauen ihm aber nicht zu, so ganz anders zu sein, als wir selbst. Wir erziehen unsere Kinder ja auch mit Güte, Liebe und Strenge und Strafe. Wir haben ja auch keine persönlichen Erfahrungen mit ihm selbst machen dürfen. Wir können ihn nicht sehen, mit unseren Sinnen erfassen, mit ihm hörbar sprechen. Wir können nur glauben. Das Gebet deuten wir als einseitig. Wo bleiben die Antworten Gottes, wenn wir beten?

 

Die Antworten Gottes liegen in Jesus begründet.

 

= Da kommt dann dieser Jesus, der von Gott ein so anderes Charakterbild zeichnet.

= Da kommt dann dieser Jesus, der die Ehebrecherin vor dem Gesetz, welches sein Vater doch so vehement eingesetzt hat, quasi vor seinem eigenen Vater rettet.

= Da kommt dann dieser Jesus, der Gleichnisse von seinem Vater erzählt, die so gar nicht den Vorstellungen der Menschen entsprechen. Da sollen die Arbeiter im Weinberg, die nur eine Stunde gearbeitet haben den gleichen Lohn bekommen wie diejenigen, die sich einen ganzen Tag lang abgequält haben. Die Gewerkschaften würden zu Recht Sturm laufen gegen einen solchen Arbeitgeber.

= Da kommt dieser Jesus und führt den Menschen vor Augen, dass ein Ungläubiger, ein Samariter besser handelt als ein Levit, ein Priester der eigenen Glaubensgemeinschaft.

= Da kommt Jesus und erklärt in einem Gleichnis, dass der Vater seinen verlotterten auf die schiefe Bahn geratenen Sohn, der das gesamte Erbteil sinnlos sündig mit anderen verprasst hat, ohne der Ärmsten zu gedenken in seine Arme schließt und ihm eine solche Liebe entgegenbringt, dass sogar sein anderer ihm treu ergebener fleißiger rechtschaffener Sohn der Sünde des Neides anheimfällt. Dieser Sohn versteht die Welt und Gott schon lange nicht mehr. Wir fühlen mit ihm.

 

= Da kommt dann dieser Jesus und sagt, dass er eins sei mit dem Vater und ihn sieht, den Vater sieht. Er lässt sich von seinem Vater bei der Verklärungsszene als Sohn bezeugen. Jesus behauptet, dass er sei, ehe Abraham ward. Er behauptet von sich, ein König nicht von dieser Welt zu sein.

= Da kommt dann Jesus und tut Wunder, führt sich auf, als wäre er der Vater höchstpersönlich. Er vergibt Sünden, er weckt Tote zum Leben und ersteht selbst nach diesem Kreuzestod und erscheint den Jüngern und geht durch verschlossene Türen und fährt in den Himmel auf.

 

Wir können uns nicht vorstellen, dass Gott völlig anders ist, ein Liebender in anderen Dimensionen, der sich so sehr um die Menschen sorgt und kümmert, dass er seinen Sohn, ein Teil von ihm selbst, auf die Erde schickt, mit den Vorurteilen des AT, ein Rache- und Strafgott zu sein, radikal aufräumt, und sich selbst bzw. seinen Sohn in die grausamsten Hände seiner eigenen Geschöpfe begibt, um ihnen zu zeigen, wie sehr er sie liebt. Der Vater lässt seinen geliebten Sohn quasi durch die Hölle gehen, nicht weil er es von ihm verlangt, sondern weil der Sohn es freiwillig tun will, auch wenn er kurz vor seinem Leiden Zweifel bekommt, Blutstropfen schwitzt und sich von seinem Vater verlassen fühlt. Aber trotz aller Schmerzen am Kreuz verspricht er einem Sünder das Paradies, weil er ihn vor den Verbalattacken des anderen in Schutz nimmt. Der Höhepunkt der Liebe unter extremen Schmerzen ist die Bitte um Vergebung am Kreuz für seine Henker, Pilatus, den Schriftgelehrten, da sie ja nicht wissen, was sie tun. Selbst Judas verflucht er nicht ausdrücklich. Das alles zeigt die Liebe, die den Menschen so schwer verständlich ist und in und durch Jesus doch so real, so wirklichkeitsnah und machtvoll vorgelebt wurde.

 

Ja, Jesus am Kreuz hat Recht. Alle Menschen, wir alle, mögen wir noch so schlau daherreden, wir alle wissen nicht, was wir tun, weil wir die Liebe Gottes nicht erkennen können, selbst wenn wir wollten. Unser Verstand, unser Gemüt und unsere Seele, wie wir sie kennen, können ihn nicht erfassen. Und darum wissen wir nicht, was wir tun.

 

Das muss der Mensch sich auf der Zunge zergehen lassen. Der Blick kann nicht im Spiegel Bestand haben. Der Blick muss durch den Spiegel hindurchdringen in eine Welt, die der Mensch einfach nicht verstehen will und kann, weil er aus Fleisch und Blut, aus Material geschaffen wurde und durch das Gehirn geschützt wird vor zu großer Erkenntnis, die ihn ohnmächtig werden lassen würde, wenn er Gott vollends erkennen würde und die Dimensionen seines Handelns im Guten wie im Bösen.

 

Diese Liebe Gottes erschlägt jeden Menschen, diese Liebe wird von den Menschen, ja kann von den Menschen nicht verstanden werden. Diese drei zu Anfang aufgeführten Botschaften sind Botschaften der absoluten Liebe Gottes, die den Menschen einfach im wahrsten Sinne „umhauen“ würden. Deshalb erscheinen sie in den Augen der Menschen unglaubwürdig und lassen das Christentum immer schwer erfassbar bleiben.

 

Vollends unfassbar bleibt das Christentum dann, wenn es für absolute Freiheit eintritt. Liebe setzt Freiwilligkeit voraus. Liebe ohne Freiwilligkeit tötet jeden Liebesgedanken.

 

Wie einfach ist da doch der Islam. Gott regelt alles, Menschen müssen gehorchen. Sie können und dürfen sich besser fühlen als das Feinbild „Ungläubige“. Der Gott des Islams legt übersteigerten Wert auf Glauben. Die Liebe zu jedermann wird verboten, nur erstrebenswert zu den eigenen Gläubigen. Na, da weiß jeder Gläubige, was auf ihn zukommt. Er darf religiös legitimiert Rachegedanken ausüben und sie auch ausleben. Da führt Gott die Hand des Schwertes. Dieser Gott ist für die Menschen verständlicher, einfacher strukturiert und klarer erkennbar. Er zeigt Rahmen und Grenzen auf, die nicht überschritten werden dürfen. IHnen wird gesagt, was sie zu tun haben, um in das Himmelreich des Islams eintreten zu dürfen.

 

Jesus setzt ganz andere Maßstäbe. Er will Vollkommenheit, wie auch der Vater im Himmel vollkommen ist in der Feindesliebe.

 

Und weil der Mensch diese überdimensionierte Liebe nicht erkennen kann, von der Jesus spricht und die er glaubwürdig lebt, ja lebt bis hin zum Tod am Kreuz, wird der Mensch dem Christentum zu allen Zeiten misstrauisch begegnen. Nicht umsonst hat Jesus seinen Anhängern Leiden vorausgesagt. Nicht umsonst wurde Jesus verfolgt. Jesus ist das verkannte göttliche Liebeslicht. Selbst Christen tun sich schwer, ihn vollends verstehen zu wollen. Ja, selbst Priester tun sich da schwer, denn sie sind ja auch nur Menschen.

 

Die Liebe Gottes kommt nirgendwo besser zum Ausdruck als durch und in Jesus. Ohne Jesus ist die Liebe Gottes nie so eindringlich vor Augen geführt worden. Aus diesem Grunde beten Christen Jesus als Gott an, weil er sich auf Erden wie Gott selbst verhalten hat. Niemand hat eine größere Liebe als wenn er sein Leben hingibt für seine Freunde. Welcher Beweise bedürfen wir noch?

 

Das alles aber ist eben kein Wunder. Jesus ist so liebend groß, dass er unbeschreiblich bleibt, ebenso wie sein Vater und der Heilige Geist.

 

Ein Gastkommentar von Herrn Kemmer

zum Beitrag „Fünf Vorschläge für Christen in Europa

 

5 Responses to “Das Christentum muss immer in der Kritik stehen”

  1. Abdullah Says:

    Dieser Artikel ist Schirk, Gotteslästerung und pure Dummheit. Jesus (s.) war nur ein Prophet, ein Mensch und ein Diener von Allah.

    • Erich Foltyn Says:

      Sohn Gottes ist ein Titel und es zeigt, daß sich der Christ nicht scheut ein familiäres Verhältnis zu Gott zu haben (Christen sind durch Jesus alle Söhne und Töchter von Gott), während für den Moslem ist Gott ein fremder Bösartiger, ein unerforschlicher Willkürdespot, der sich nur über seinen höchst unvollkommenen Propheten an die Menschen wendet. Der ist so unvollkommen, daß man heute sagen würde, seine Lebensführung ist unvereinbar mit der eines Religionsgründers, das ist so, wie wenn ein Finanzminister eine Steuerberatungskanzlei betreibt oder ein Verteidigungsminister eine Rüstungsfirma. Da dieser Unfug weltpolitische Dimensionen angenommen hat, müßte die UNO darüber diskutieren, wieso dieser Prophet alle Andersgläubigen weg haben will, wenn doch mehrere Milliarden Menschen auf der Erde sehr erfolgreich arbeiten und bei ihnen viel mehr Frieden ist als im „friedlichen“ Islam. Daher ist der Jihad die idoelogische Fehlkonstruktion einer Gesellschaftsordnung, was in sich selbst ein Dauerkonflikt ist, der ständig exportiert werden muss, was nur dazu erfunden wurde, um Mohammed’s Taten als Heerführer mit 14 Frauen zu rechtfertigen, weil man keinen besseren Propheten gefunden hatte.

  2. Erich Foltyn Says:

    meiner Meinung nach ist es das, was dem Propheten Mohammed fehlt, daß er nicht auch gekreuzigt wurde, weil so ist er ein arroganter, eingebildeter Heeresführer und Politiker geworden mit 14 Frauen, der die Konsequenzen seiner Lehre andere Menschen austragen läßt, während er es sich gut gehen ließ und er sich mit seiner Theologie nicht viel anstrengte. Jesus hat das Reich Gottes verkündet, sozusagen auf eigene Kosten, und indem er das ganze Szenario, das damals ablief, über sich ergehen ließ und es war das Reich Gottes nicht von dieser Welt. Man kann es also auch nicht mit Gewalt im Diesseits herstellen. Und was die Feindesliebe betrifft: Um seine Feinde zu lieben, muss man einen Grund dafür wissen, der liegt wahrscheinlich in einem tiefen Verständnis von Ursachen ihres Haßes und ihrer Ängste. Das Evangelium gibt keine direkte Antwort darauf, die muss jeder selber finden und die christliche Gemeinschaft ist dabei auch keine Hilfe. Heutzutage lebt man auch gut, wenn man sich nicht spezialisiert auf ein eventuelles Martyrium. Ich glaube nur, daß damals, zur Zeit Jesu ein für uns unvorstellbares Elend herrschte, wobei Jesus irgendwie bis ins tiefste Innerste verstanden hat, worin das lag, aber was uns heute völlig fremd ist. Heute würde ich sagen: Warum soll ich mich aufopfern für ein paar hundert Millionen Kirchenfeinde, die alle bequem leben wollen, wenn es ihnen ohnehin so gut geht, daß sie selbst als mündige Bürger ihren eigenen Untergang beschlossen haben, ohne daß sie irgend ein Problem damit haben.

  3. Erich Foltyn Says:

    die Kritik an der Kirche kann einen aber auch schon manchmal auf den Wecker fallen, weil das geht ununterbrochen jahraus-jahrein, das muss sogar schon den Kirchenfeinden langsam auf die Nerven gehen und es ist sehr demotivierend, man kann sagen: Defätismus, Miesmacherei. Und warum sollen dann die paar, die noch für die Kirche sind, dauernd Gratiswohltaten ausschütten über alle, die gar nichts von der Sache halten ? Sollen sie das machen zur Strafe, weil sie so dumm sind an Gott und diesen Jesus zu glauben ? Was ist wenn die nicht mehr da sind ? Wer macht ihnen denn das alles ? Glauben die wirklich, der Islam wird ihnen das machen ?

  4. Christina Says:

    Ich finde den Artikel sehr gut. Das Unverständliche, Menschliche an Jesus, dass er z.B. seinen Folterern verzeiht, zeigt gerade, dass er Gott ist. Kein nomaler Mensch wäre zu so etwas fähig. Wenn wir verfolgt und beschimpft werden, vergessen wir immer, dass auch ER verfolgt, verspottet und zu Tode gekommen ist, durch die Bosheit der Menschen.
    Er war den Mächtigen zu mächtig in seiner seltsamen Art, wenn er sagte: mein Reich ist nicht von dieser Welt. Sie fühlten eine ungeahnte Konkurrenz, da war einer, der es wagte, ihre Herrschaft, ihre Heuchelei anzugreifen.


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