kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Türkisierung der IGGiÖ 7. Juni 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 00:42

Neu-Positionierung der Türken in Österreich

Demnächst wird Österreich einen neuen Botschafter bekommen, dessen Bestellung vor allem Israel treffen soll. Das passiert zeitgleich mit der türkischen Machtübernahme in der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) und steht auch in Verhältnis zueinander. Vernetzung und Vormarsch der türkischen Regierung in Österreich gehen weiter. Die Abberufung des türkischen Botschafters Kadri Tezcan, der sich wie ein Kamel im Porzellanladen benommen hatte, schien längst fällig. Türkei-Kennern war jedoch klar, dass Mannes- und Türkenstolz eine gewisse zeitliche Distanz benötigen würden, um sich nicht als Unterlegene fühlen zu müssen. So nützte man den ersten Jahrestag des tödlichen Zwischenfalls zwischen israelischen Soldaten und einer islamistischen Besatzung eines türkischen Schiffes vor der Küste des Gaza-Streifens, um Israel zu brüskieren.mAnstatt wie geplant Kerim Uras als Botschafter nach Tel Aviv zu entsenden, wird dieser ersatzlos nach Wien „umgeleitet“. Vermutlich wird Israel auch seinen Noch-Botschafter in Ankara, Gaby Levy, nicht mehr ersetzen. Diese diplomatische Eiszeit kreist Israel weiter ein und bringt der neo-osmanischen Führung der Türkei viel Beifall aus der arabischen Welt.

 

Türken übernehmen Kommando in der Glaubensgemeinschaft: Der neue Botschafter Kerim Uras kommt rechtzeitig zum Regimewechsel in der IGGiÖ nach Wien. Jahrelang hatte Präsident Anas Schakfeh eine Neuwahl samt Verfassungsänderung angekündigt. Schakfeh stammt aus Syrien und arbeitete parallel zu seinem Amt in der Kulturabteilung der saudi-arabischen Botschaft. Im wahabitischen Saudi-Arabien herrscht bekanntlich religiöse Apartheid – Nichtmuslimen ist der Zutritt zu Mekka verwehrt und sie müssen sogar eigene für sie gekennzeichnete Autobahnspuren verwenden.

 

Nach monatelangen Wahlen in allen Bundesländern steht nun fest: Die Araber konnten zwar mehr Mandate als die zahlreicheren Balkanmoslems auf sich vereinigen, aber gegen die deutlich häufigeren Türken und deren Organisationen hatten sie keine Chance. 154 der 209 Delegierten stellt nun der „türkische Block“, der die arabische Muslim-Bruderschaft ablöst, während diese derzeit in Ägypten und anderen Unruhestaaten nach der Macht greift. Am stärksten wurde die Islamische Föderation (IF), Österreich-Ableger der radikalen Milli Görüs mit 70 Mandaten, gefolgt von ATIB mit 40, eine Minarette bauende Vereinigung, die von der türkischen Botschaft geführt wird und dem Religionsamt in Ankara untersteht. Drittstärkste wurde die UIKZ (Union Islamischer Kulturzentren), die in ihren 39 Moscheezentren einem mystischen Islam huldigt sowie daheim gebliebene Kinder von in die Türkei gereisten Eltern betreut und religiös erzieht. Letztes Wochenende wählte die IF den ATIB-Vize Nihat Koca zum Chef der IGGiÖ-Wien, im Zuge dieser Quasi-Koalition wird Fuat Sanaç von der IF Ende Juni zum IGGiÖ-Präsidenten gewählt.

 

Islamisch oder ohne Bekenntnis? Unklar bleiben die Zahlen: 400.000-600.000 Moslems soll es in Österreich geben. Weil 40 Euro Kultusumlage zu zahlen sind, registrierten sich nur 27.000 in der IGGiÖ, wovon sich knapp 10.000 an der Wahl beteiligten. Wenn jemand in Österreich aus einer christlichen Gemeinschaft austritt – und sei es, weil er einfach nicht zahlen will/kann – und ansonsten trotzdem christliche Traditionen pflegt, gilt er ungeachtet dessen nur mehr als „ohne Bekenntnis“. Die IGGiÖ wird in Messung zweierlei Maß wohl weiterhin als Vertreterin von „hunderttausenden Muslimen“ gelten.  {Quelle: www.unzensuriert.at}

 

Der Kompromisskandidat Fuat Sanac soll die Islamische Glaubensgemeinschaft moderner und offener machen.

Eine gute Wahl?

 

Der Sessel des Präsidenten sieht wie ein Thron aus. Fast ehrfürchtig schleicht Fuat Sanac um das prächtige Möbelstück herum. Darauf Platz zu nehmen ziemt sich noch nicht.  Vor zwei Jahren hatte Anas Schakfeh bekanntgegeben, dass er für das höchste Amt in der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs (IGGÖ) nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Dass Fuat Sanac ihm nachfolgt, steht so gut wie fest. Fix ist es aber erst am 26. Juni, wenn ihn der Schura-Rat offiziell zum Obersten kürt.

 

Sehr bequem wird es der 57-jährige Sanac im Präsidentensessel nicht haben. Um den richtigen Mann an der Spitze war heftig gerungen worden. Seit Langem fühlten sich türkische Muslime im arabisch dominierten Führungskader der Glaubensgemeinschaft schlecht vertreten. Sanac bekam die Spannungen als Noch-Vorsitzender des Schura-Rats hautnah mit. Doch er redet nicht gern darüber: „Nationalität spielt keine Rolle. Wir sind alle Muslime, und der Fähigste soll führen.“ Der freundliche Religionslehrer war schon bisher nicht durch scharfe Worte aufgefallen. Nicht zuletzt damit hatte er sich für das Amt empfohlen.

 

Seine umgängliche Art könnte täuschen. Ein Liberaler will Sanac nicht sein: „Was heißt liberal? Das ist eine weltanschauliche Haltung und hat mit dem Islam nichts zu tun.“ Er macht kein Hehl daraus, dass er ein Milli-Görüs-Mann ist. Die türkisch-islamische Bewegung – zu Deutsch „nationale Welten“ oder „nationale Sicht“ – wird in Europa höchst unterschiedlich eingeschätzt. In den Niederlanden gilt Milli Görüs als Partner bei der Integration muslimischer Einwanderer. In den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg steht sie unter Islamismus-Verdacht und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. In Österreich versammelt sich die Bewegung, die auch ein Gymnasium betreibt, unter dem Dach der Islamischen Föderation. Die heimischen Verfassungsschützer halten sie für eher harmlos.

 

„Milli Görüs ist in 35 Jahren in Österreich nie wegen Gewalt- oder Terrorakten aufgefallen, es geht der Gruppierung darum, alle Menschen anzuerkennen, und das entspricht meiner Haltung“, sagt Sanac. Das Kämpferische seiner jungen Jahre hat sich verloren. Er war in der osttürkischen Provinz Elazig aufgewachsen, hatte mit 13 zu boxen begonnen und wurde zu einem Profi im Ring. Als Mitglied des türkischen Nationalteams zog er von Wettkampf zu Wettkampf. „Es war die schönste Zeit meines Lebens“, sagt er. In einer Halle in Konya ging sie jäh zu Ende. „Wie brutal ist das denn?“, dachte Sanac, und sah plötzlich alles von außen: Männer, die einander ins Gesicht schlugen, Publikum, das dazu johlte.

 

Er begann in Ankara Wirtschaft zu studieren, heiratete und wanderte in den siebziger Jahren nach Deutschland aus. In Köln – einer Hochburg von Milli Görüs – kam er mit der Bewegung in Kontakt, doch fehlte ihm das Zeug zum ideologischen Funktionär. 1982 übersiedelte er mit Frau und Kindern nach Österreich. Sanac sagt, Milli Görüs habe ihm geholfen, als er neu ins Land kam. Die Familie bezog eine Wohnung im Wiener Karl-Marx-Hof, Sanac studierte Arabistik, Turkologie und Philosophie, unterrichtete Religion und wurde in der Glaubensgemeinschaft zu einem wichtigen Mann.

 

Die IGGÖ-Wahlen zogen sich monatelang hin. Von landesweit 500.000 Muslimen ließen sich 124.000 registrieren, 27.000 trugen sich ins Wählerverzeichnis ein, 20.500 gaben ihre Stimme ab. Als sie ausgezählt waren, hatten sich die türkischstämmigen Muslime ihren Platz erobert. Zum ersten Mal – und nach einigem Zögern – war auch die von Ankara aus gelenkte Organisation Atip angetreten. Die türkischen Muslime hatten lange damit gehadert, wie sie sich aufstellen sollten. Man wollte Einfluss gewinnen, ohne einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. „Ein Abgesandter der Türkei an der Spitze hätte bei heiklen Themen zu Konflikten mit Ankara geführt“, sagt ein Insider. Schließlich rang sich ATIP zu einer Allianz mit Milli Görüs durch – und schwor die Basis auf Sanac ein. Der Noch-Vorsitzende des Schura-Rats hatte in der Vergangenheit drastische Positionen vermieden und gilt zudem als Mann, der seine Unterstützer nicht vergisst.

 

Die Botschaft aus der Türkei lautete: „Man soll uns ernst nehmen, aber wir mischen uns in Österreich nicht ein“, bestätigt Ednan Aslan, Professor für islamische Religionspädagogik an der Universität Wien. Für den neuen Präsidenten Sanac wird es also weniger um scharfe ideologische Fragen gehen als vielmehr darum, eine Brücke zwischen den Lagern zu schlagen und die Islamische Glaubensgemeinschaft offener, moderner zu machen. Die Zeit des präsidialen Führungsstils à la Schakfeh ist vorbei. Auf der Agenda stehen: Modernisierung der Lehrpläne für den Islamunterricht, Schulung der Imame, offener Umgang mit Behörden und Öffentlichkeit.

 

Sanac sagt, es müssten mehr Frauen in die Glaubensgemeinschaft eingebunden werden: „Wir wollen keine Männergesellschaft sein, sondern gemeinsam gestalten.“ Im Religionsunterricht sollten alle Kinder „die gleichen Werte vermittelt bekommen und den Respekt gegenüber anderen lernen“. Religionen dürften nicht Hass säen, sondern müssten zu einem „glücklichen, gesunden und harmonischen Leben verhelfen“. Heiklen Fragen weicht er aus: „Wir haben keine Probleme mit Kopftüchern und Minaretten. Wir müssen aufpassen, dass Leute aus dem Ausland nicht Debatten anzünden und die Harmonie stören.“ Auf FPÖ-Polemiken steigt er demonstrativ nicht ein: „Ich glaube nicht, dass Strache als Mensch so ist, wie er als Politiker redet“.

 

Dass der vorsichtige Kompromisskandidat auch eine Neuausrichtung der Glaubensgemeinschaft einleiten kann, bezweifeln viele. Der Religionswissenschafter Aslan etwa würde gern darüber reden, wie die ideologische Orientierung von Milli Görüs zu Europa passt. Sich damit auseinanderzusetzen sei eine historische Chance, die der neue Präsident nützen solle: „Wir brauchen einen theologischen Wandel. Die Muslime in Europa und Österreich werden kritischen Debatten erst gewachsen sein, wenn man nicht mehr an einer Theologie festhält, die im Alltag in der Tat nicht funktioniert.“ Auch Aslan traut Sanac diesen „mühsamen Weg“ offenbar nur halbherzig zu: „Wenn er es schafft, gute Leute um sich zu scharen, kann er zum Motor für die Zukunft werden. Wenn er sich aber politischem und ideologischem Druck und dem Diktat von Vereinen beugen muss, ist er zum Scheitern verurteilt. Dann bleibt alles beim Alten“.

 

Freitagsgebet: Eine aktuelle Studie zeigt: Auch bei Muslimen nimmt die Frömmigkeit ab. Noch sind die heimischen Muslime deutlich religiöser als Katholiken und Protestanten. Doch eine aktuelle Studie des Moraltheologen Paul M. Zulehner zeigt: Auch ihre Frömmigkeit nimmt ab. Die Erhebung ist Teil der Langzeitstudie „Religion im Leben der Österreicher 1970 bis 2010“. Die Ergebnisse im Detail: Nur mehr jeder zweite Muslim (48%) bezeichnet sich als „sehr religiös“, geht freitags in die Moschee und betet fünfmal am Tag. Die Gruppe der Säkularen – rund ein Viertel – wächst. Vor allem die Jüngeren nehmen es mit den fünf Säulen des Islam – Glaubensbekenntnis, Fasten, Beten, Almosen und Pilgern – nicht mehr so genau wie ihre Vorfahren: 54% der ersten Generation praktizieren ihren Glauben regelmäßig, in der zweiten Generation sinkt der Wert auf 29%.

 

INCLUDEPICTURE „http://www.profil.at/prod/teaser/pics/56/5605.jpg“ \* MERGEFORMATINET – „profil“ Nr. 22/11 vom 30.05.2011 Seite: 24,25

 

2 Responses to “Türkisierung der IGGiÖ”

  1. Erich Foltyn Says:

    was sie sich für großartige Vorteile davon versprechen, wenn sie in die Moscheen stürmen und dort beten wie die Verrückten. Der Islam muss ja eine unerschöpfliche Quelle von Vorteilen sein. Vielleicht denken sie sich: „DAS ist die große Herrschaft über die ganze Welt“ und das Herrschen muß ja auch sehr vorteilhaft sein, drum will man es ja haben. Dann haben sie 5 Frauen, um die müssen sie dauernd Jihad-kämpfen und dann haben sie keine Möbel in der Wohnung, aber dieser Allah, er wird es vielleicht gar von den „Ungläubigen“ nehmen und ihnen geben. Aber so funktioniert ja das alles nicht. Und dann werden sie rabiat, was ja von ihrer Religion absichtlich vorprogrammiert ist, weil sie sind ja das Kanonanfutter des Jihad, und schließlich und endlich werden sie alle die Religion als zweitrangig behandeln müssen, weil von der Religion kann man nicht leben und die Welt der freien Marktwirtschaft mit dem Sozialstaat walzt alles nieder. Und wenn sich der Westen erschöpft (falls) dann fangen die Chinesen an zum Aufspielen und die sind auch alle keine Moslems, die sind sogar beinhart für ihre Art zu leben.

  2. Erich Foltyn Says:

    die glauben anscheinend, weil sie so eine „gute“ Religion haben, wie wir Wiener sagen würden, die den absoluten Überschmäh hat, weil der Prophet so ein Schlauer war, da wird der Allah persönlich vom Himmel herunter steigen und genau das machen, was sie wollen und nachher wird er sich diskret wieder zurück ziehen, damit er sie bei ihren Erfolgen nicht stört. Dabei macht der Allah schon lang nicht, was sie wollen. Er begünstigt nämlich seit jeher die Ungläubigen, aber er wird schon seine Gründe dafür haben. Sie sollen sich nur mit ihrer Religion auseinander setzen. Weil er hat ja durch seinen Propheten ausrichten lassen (schon lang (hinter 7 Ecken)), daß sie das Kanonenfutter vom Jihad sind, damit sie evtl 5 Frauen kriegen, aber wegen die Möbel in der Wohnung müssen sie auf Leben und Tod mit den Ungläubigen kämpfen, obwohl sie nachher gar nix kriegen. Sie müssen sich alles selber machen und dazu noch den ganzen Tag beten. Wie sie auf die Art über uns herrschen wollen, weiß ich nicht. Weil: Ich setz mir ein Kopftuch auf und nehm’s nicht mehr herunter, was ist denn das für eine Herrschaft ? Und wenn es ihnen hint und vorn nicht zusammen geht wegen diesem Propheten, dann können sie sich einen Sprengstoffgürtel um den Bauch schnallen, damit sie schneller bei ihrem Allah sind, (von dem niemand weiß, ob es den gibt).


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