kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

DER HIMMEL IST (K)EIN MÄRCHEN 2. Juni 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 03:06

Zuerst glaubte ich an eine poetische Aussage, als der Astronom Stephen Hawkins sagte:

Der Himmel ist ein Märchen!

 

Das Herz ging mir auf bei dieser Formulierung. Denn ich glaubte zu verstehen: Märchenhaft, unfassbar weit, unglaublich schön.  Doch weit gefehlt. Der Wissenschaftler meinte damit die andere Bedeutung, die das Wort „Märchen“ haben kann: Illusorisch, trügerisch, zuletzt ganz und gar verlogen. Schließlich – das ist bekannt – verneint der Brite jede Transzendenz, siedelt sie in den Bereich der müßigen sowie mühseligen Spekulation an. Doch ist für mich der irdische, sichtbare Himmel ein Fingerzeig auf den jenseitigen Himmel. Ja, die ganze Welt ist in ihrer Schönheit ein Hinweis auf den Schöpfer. Getreu dem Wort des großen Dichters und Theologen Paul Gerhardt: „Ach, denk ich, bist Du hier so schön und lässt du´s uns so lieblich gehen auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden….“.

 

 Christen feiern in dieser Woche Christi Himmelfahrt. Es ist klar, dass damit keine räumliche Reise gemeint ist. Jesus tritt ein in die vollständige Liebe des Vaters. Er ist entrückt, aber zugleich viel näher als zuvor. Denn wer am Herzen des Vaters ruht (Joh. 1, 1ff), verliert niemals den Blick auf die Welt. Der Himmel ist kein abgehobener Ort, der Himmel ist ein Zustand. Ein Zustand des endgültigen Angenommen  –  wie auch des Angekommenseins. Spuren des Himmels können wir entdecken in der Schönheit der Welt. Auch in der Annahme durch die Mitmenschen.  Ist das zu schön, um wahr zu sein?

 

Aber:Die Schönheit ist der Glanz des Wahren“ (Augustinus).  So denke ich auch. Es ist zu wahr, um nur schön zu sein. Gerade im Blick auf das Leben von Paul Gerhardt kann man erkennen, dass es sich bei seiner Dichtung nicht um ein idyllisches Wolken-Kuckucks-Heim handelt. Er hatte auf dieser Welt viel zu leiden. Viele seiner Kinder trug er zu Grabe, um nur ein Beispiel zu nennen. Wie der Astrophysiker Hawkins mit seiner schlimmen Krankheit, die ihn seit Jahrzehnten total lähmt, hätte er auch Grund gehabt, an der Güte Gottes zu zweifeln. Er lebte jedoch aus dem Mehrwert des Glaubens. Dem Glauben, dass es unendlich mehr gibt, als wir uns auch nur träumen lassen. Für den atheistischen Denker Hawkins wünsche ich mir, dass sich bei ihm, hinter dem profanen Blick auf die Sterne, der wahre Himmel eröffnet – wie es bekanntlich bei seinem Namenspatron, dem heiligen Stephanus geschah.

 

 Uns allen wünsche ich, dass wir – nicht nur am Fest der Himmelfahrt des Herrn – den Himmel offen sehen. Und wir – wie der Königsberger Philosoph Kant sagen können: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“.

 

Von Bella Ella, der Jugendexpertin und Pädagogin  

 

 

  Die letzte Erscheinung und die Himmelfahrt Jesu

(Luk. 24, 44-52; Mark. 16, 19; Apgsch. 1, 3-12)

 

Christi Himmelfahrt. Kuppelgemälde im Walaam-Kloster, Russland

Christi Himmelfahrt. Kuppelgemälde im Kloster Walaam, Russland

(http://www.isfarinka.ru/news.php?item.684)

 

Den Aposteln stellte sich Jesus nach seinem Leiden durch viele Beweise als lebend dar, indem er vierzig Tage hindurch ihnen erschien und vom Reiche Gottes redete. Und als er mit ihnen aß, gebot er ihnen, nicht von Jerusalem wegzugehen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten, „die ihr“, sprach er, „aus meinem Munde gehört habt. Denn Johannes zwar taufte mit Wasser; ihr aber werdet mit dem Heiligen Geiste getauft werden, nach wenigen Tagen.“

 

Und er sprach zu ihnen: „Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe, da ich noch bei euch war, dass alles erfüllt werden müsse, was im Gesetze Moses, in den Propheten und Psalmen über mich geschrieben steht.“ Dann erschloss er ihnen den Sinn, dass sie die Schrift verständen, und sprach zu ihnen: „So ist es geschrieben, und so musste Christus leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen, und es muss in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden allen Völkern gepredigt werden, von Jerusalem angefangen. Ihr aber seid Zeugen hiervon. Und ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet werdet.“

 

Die Versammelten fragten ihn nun und sprachen: „Herr, wirst du wohl in dieser Zeit das Reich Israel wieder herstellen?“ Er sprach zu ihnen: „Es steht euch nicht zu, Zeit und Stunde zu wissen, die der Vater in eigener Machtvollkommenheit festgesetzt hat. Jedoch werdet ihr die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommt, und werdet mir Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ Nachdem er dieses gesprochen hatte, führte er sie hinaus nach Bethanien zu, dort erhob er seine Hände und segnete sie, und während er sie segnete, schied er von ihnen. Er ward vor ihren Augen emporgehoben und fuhr auf in den Himmel, wo er zur Rechten Gottes sitzt. Eine Wolke entzog ihn ihren Blicken. Als sie ihm nachschauten, wie er in den Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißem Gewande, die sprachen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut gen Himme? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn in den Himmel auffahren saht.“ Da beteten sie an und kehrten mit großer Freude nach Jerusalem zurück von dem Berge, der Ölberg genannt wird und nahe bei Jerusalem ist, einen Sabbatweg davon.1)

  {Quelle: www.vitajesu.wordpress.com}

 

2 Responses to “DER HIMMEL IST (K)EIN MÄRCHEN”

  1. „Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“

    Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)

    Unverzichtbares Qualitätsmerkmal für die ganze Wahrheit in einer a priori verlogenen Welt ist, dass sie nicht erfahren werden will, denn die größte Angst ist die vor der Erkenntnis, bisher in einer Scheinwelt (Cargo-Kult) gelebt zu haben. Das gilt insbesondere für alle „Planer, Lenker und Leiter“, die ihre planwirtschaftlichen Wunsch- oder Wahnvorstellungen an ein ebenso naives Publikum verkaufen müssen und sich deshalb noch nie auf wissenschaftlicher Grundlage mit der Zukunft beschäftigen konnten:

    „Die Zukunft vorherzusagen, ist unmöglich, und alle derartigen Versuche wirken – wenn sie ins Detail gehen – schon wenige Jahre später lächerlich. Dieses Buch hat ein realistischeres, zugleich aber auch anspruchsvolleres Ziel. Es versucht nicht, die Zukunft zu beschreiben, sondern die Grenzen abzustecken, innerhalb derer mögliche Zukunftsentwicklungen liegen müssen.“

    Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

    Kein berufsmäßiger Wichtigtuer hat aus dem Standardwerk der Futuristik etwas gelernt. Die ganze Wahrheit bleibt strikt denen vorbehalten, die nach ihr suchen, ohne sich damit wichtig machen zu wollen, denn vor der Zukunft liegt eine Grenze, welche vorgegeben wird von der Zinsumverteilung, die sich im globalen Maßstab zuletzt durch den 2. Weltkrieg entladen hat. Der 3. Weltkrieg wäre in den 1980er Jahren fällig gewesen und wurde nur durch die atomare Abschreckung bis in die Gegenwart verhindert. Auf der anderen Seite ist durch das Ausbleiben dieser überfälligen Sachkapitalzerstörung die „Zinsfeder“ heute bis zum Zerreißen gespannt, sodass genau drei mögliche Szenarien unmittelbar bevorstehen:

    Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
    Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)

    „Genau drei Möglichkeiten“ heißt: eine vierte gibt es nicht. Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der „zur Sicherheit“ noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – mitgekoppelt zusammenbricht. Die Heilige Schrift bezeichnet dieses Ereignis als Armageddon.

    Für die dritte Möglichkeit muss ein elementarer Erkenntnisprozesses durchlaufen werden, dessen am Ende über die Maßen bewusstseinserweiternde, aber anfangs ebenso Angst einflößende Wirkung vorab erahnen kann, wer die phantastischen Bilder kennt, mit denen Stanley Kubrick im Schlusskapitel von „2001“ die Auferstehung des Kulturmenschen dargestellt hat – und bitte bedenken Sie das Vorwort von Arthur C. Clarke:

    „…this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger.“

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

  2. Erich Foltyn Says:

    der Himmel ist das (profan gesprochen), wohin man kommt, wenn man stirbt, weil man will nicht unter die Erde. Zeit seines Lebens strebt der Mensch nach oben, weil unter der Erde ist er tot. Und damals (zur Zeit Jesu) war so ein Elend, daß sich die Menschen nach dem Jenseits gesehnt haben, das benützt man heute als Trost. Heute, wenn einer seine Rundum-Versorgung hat, ist er nicht mehr fähig, sich über das Woher und Wohin Gedanken zu machen, er ist vollbeschäftigt mit dem Genuß seines Wohlstandes. Die Wissenschaft ist ja ganz schön, aber wenn der Mensch stirbt, bricht sein Geist zusammen und die ganze Wissenschaft ist unnütz. Und das ganze Christentum handelt eigentlich nur von diesem Moment. Wenn man nämlich liest, das Ungeheuerliche, was im Katechismus steht, und man fragt sich, was das Ganze soll, so läuft alles auf den Moment des Todes hinaus, nach dem auf geheimnisvolle Weise der Glaube weiter lebt. Und da nützt kein Atheismus und keine Wissenschaft. Der Mensch ist im Grunde machtlos und seine ganze Tüchtigkeit nützt ihm nichts.


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