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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Aufruf zu neuen Massenprotesten in Ägypten 26. Mai 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 12:35

IGFM: Breites Bündnis ruft zu „Zweiter Revolution des Zorns“ auf

 

Kairo – Frankfurt am Main – (26. Mai 2011): Für den kommenden Freitag hat ein breites Bündnis von Gruppen der ägyptischen Demokratiebewegung über Facebook zu neuen Demonstration auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo und in allen Gouvernements-Hauptstädten aufgerufen. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, fordert die „Koalition der Revolution“ eine zivile Verfassung, den Rückzug des Militärs aus der Politik aber auch einen Mindestlohn von mindestens 1.200 Ägyptischen Pfund (rund 140 Euro). Die Veranstalter erwarten über eine Million Teilnehmer allein in Kairo und die größten Proteste seit dem Rücktritt Mubaraks. 

 

Wie die IGFM berichtet, haben die größten religiösen Strömungen Ägyptens, die Muslim-Bruderschaft, die Vertreter der ultra-fundamentalistischen Salafisten und die Koptische Kirche angekündigt, nicht an den Protesten teilzunehmen. Kleinere religiöse Gruppen wie die von den Salafisten als „Ketzer“ drangsalierten Sufis, aber auch die „Junge (Muslim-) Bruderschaft“ und selbst der „Islamische Jihad“ wollen teilnehmen. Nach Ansicht der IGFM spiegelt sich darin die Zerrissenheit der ägyptischen Zivilgesellschaft in der Frage, wie säkular das neue Ägypten werden soll.

 

Kritik an der Herrschaft des Militärs: Adressat der neuen Proteste, so die IGFM, ist das Militär. Zu den Forderungen gehören keinerlei religiöse Anliegen. Das Hauptanliegen der Demonstranten ist, die Macht in die Hände von Zivilisten zu überführen, die noch vor den Wahlen eine demokratische, zivile Verfassung erarbeiten sollen. Die Armee soll in die Kasernen zurückkehren und „das Land schützen, aber es nicht regieren“. Bisher hat das Militär sich von Gewalt distanziert. Die Demonstranten seien ihre „eigenen Kinder“. Die IGFM weist aber darauf hin, dass in der Praxis die Armee Proteste gegen die Herrschaft des Militärs gewaltsam aufgelöst und zahlreiche Aktivisten verhaftet und gefoltert hat.

 

„Neuer“ Geheimdienst verhaftet und foltert: Die Veranstalter der neuen Massenproteste fordern daher auch die Freilassung aller politischen Gefangenen und Informationen über die Ziele des neuen Inlandsgeheimdienstes. Der gefürchtete Terrorapparat der „Staatssicherheit“ ist zwar formell aufgelöst. Aber der neue Inlandsgeheimdienst „Nationale Sicherheit“ ist nach Einschätzung der IGFM dabei, wie sein Vorgänger Angst und Schrecken zu verbreiten.

Die „Koalition der Revolution“ fordert außerdem transparente und öffentliche Verfahren gegen die Führungspersonen des alten Regimes, die Wahl wichtiger Entscheidungsträger wie z.B. Gouverneure und Dekane und eine personelle Erneuerung vor allem von Innenministerium und Polizei. Zudem müssten die Vertreter des alten Regimes aus Schlüsselstellungen in Medien entfernt werden.

 

Mindestlohn: Eine wichtige Forderung ist ein Mindestlohn nicht unter 1.200 Ägyptischen Pfund. Das entspricht etwas über 140 Euro. Nach Angaben der IGFM verdient die Mehrheit der Arbeiter und Angestellten im Monat lediglich 500 bis 700 Pfund. Das entspricht in etwa der Miete in einem Armenviertel in Kairo – nach europäischen Maßstäben: in einem Slum. Viele Ägypter verdienen noch deutlich weniger, zum Teil sogar unter 100 Pfund im Monat und leben im Elend. Die ungelösten sozialen Probleme und die Unterdrückung der Gewerkschaften waren ein wichtiger Faktor, der zur ägyptischen Revolution beitrug.

 

Weitere Informationen  unter:
www.igfm.de

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
IGFM – Deutsche Sektion e.V.
Borsigallee 9, 60388 Frankfurt/Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33
eMail: presse@igfm.de, www.menschenrechte.de  
 

 

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