kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Islamische Extremisten wollen eigene Partei gründen 25. Mai 2011

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 14:01

Salafisten und Moslimbrüder wollen bei Kandidatenaufstellung kooperieren

IGFM: Extremistischer Islam größte Gefahr für die Zukunft Ägyptens

  

Moslembrüder erobern die U-Bahn, als ob es keine Kopten gäbe!?!

Kairo / Frankfurt am Main – 25. Mai 2011: Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass die extremistische ägyptische „al-Dschama’a al-islamiyya“ („Islamische Gruppe“), angekündigt hat, eine eigene Partei und eine eigene Nichtregierungsorganisation zu gründen. Die „Islamische Gruppe“ hat am 23. Mai in Kairo eine erste Konferenz abgehalten, an der 270 Vertreter teilnahmen. Die Partei der „Islamischen Gruppe“ will sowohl bei den Parlamentswahlen im September als auch bei den kommenden Kommunalwahlen antreten. Der zukünftige Parteiname steht noch nicht fest. Die IGFM hofft, dass die ägyptischen Behörden die Zulassung verweigern.  Der Vorsitzende der neuen von Salafisten gegründeten “Tugend”-Partei (“Fadila”) gab gestern in Kairo bekannt, dass er mit der Muslim-Bruderschaft übereingekommen sei, die Aufstellung von Kandidaten zu „koordinieren“, damit sich die Kandidaten der Parteien nicht gegenseitig Konkurenz machen.

 

Bei der „Islamischen Gruppe“ handelt es sich um eine Organisation von Salafisten und anderen extremistischen Muslimen, die seit den 1970er Jahren mit Gewalt versucht hatten, Ägypten zu einem islamischen Gottesstaat ähnlich dem Iran zu machen. Bei den Salafisten handelt es sich um eine extrem fundamentalistische islamische Strömung, die noch radikaler ist als die ägyptischen Muslim-Brüder.

 

Einfluss salafistischer Prediger: Nach der erfolgreichen ägyptischen Revolution hat sich zur Überraschung der meisten Ägypter gezeigt, dass die Zahl der extremistischen Salafisten in Ägypten bedeutend höher ist als angenommen. Bisher konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf die bereits 1928 in Ägypten gegründete Muslim-Bruderschaft, die einen konservativen, fundamentalistischen Islam vertritt. Die „Islamische Gruppe“ war bisher als Terrorgruppe in Erscheinung getreten und wurde vom Mubarak-Regime noch rigoroser bekämpft als die Muslim-Brüder. Ihre fundamentalistischen Ansichten konnte sie über islamische Privatsender per Satelliten dennoch verbreiten.

 

Nach Angaben der IGFM traten die Salafisten in der ägyptischen Revolution praktisch nicht in Erscheinung. Erst durch die Übergriffe gegen die christliche, koptische Minderheit wurden die Salafisten als politische Kraft wahrgenommen. Nach Einschätzung der IGFM sind sie zahlreicher und besser organisiert, als bisher befürchtet. Wie einflussreich salafistische Geistliche in Ägypten sind, zeigte das Beispiel der Anfang März in der Ortschaft Aftieh von extremistischen Muslimen zerstörten Kirche „der Märtyrer St. Girgis und St. Mina“. Militär und Sondereinheiten der Polizei gelang es über mehrere Tage nicht, die Gewalt zu beenden und das Kirchengebäude zu schützen. Was den Sicherheitskräften nicht gelang, bewirkte ein kurzer Auftritt des in Ägypten bekannten salafistischen Imams Sheikh Mohammed Hassan. Die Gewalttäter räumten augenblicklich den Ort des Geschehens und sammelten sogar Geld für den Wiederaufbau der Kirche.

 

Auch die Muslim-Bruderschaft, die mit Abstand anhängerstärkste gesellschaftliche Größe Ägyptens, will sich an den kommenden Wahlen beteiligen. Sie hat bereits unmittelbar nach der Revolution eine eigene Partei gegründet, die „Hisb al-Wasat“ („Partei der Mitte“). Von den noch extremeren Salafisten wird die Muslim-Bruderschaft als unislamisch geschmäht, da sie Amputationen, Auspeitschungen und ähnliche Strafen des islamischen Rechts ablehnt.

 

Verkehrte Welt – Kopten in Partei der Muslim-Brüder: Öffentlich in Erscheinung tritt zur Zeit aber vorwiegend der jüngere und bedeutend „liberalere“ Flügel der Muslim-Bruderschaft, der jetzt eine zweite Partei der Bruderschaft gründen will, die „el-Hurriya wa el-Adala“ („Freiheit und Gerechtigkeit“). Sie ist bisher noch nicht behördlich genehmigt. Zum Erstaunen der Beobachter gehören zu den Parteimitgliedern auch über 90 Kopten. Auch der stellvertretende Parteichef, Rafiq Habib, ist ein Kopte. Die Partei behauptet, keine religiöse, sondern eine bürgerliche Partei zu sein, die sich allerdings auf die Scharia, das islamische Recht stütze.

 

Hintergrund „Islamische Gruppe“: Die „al-Dschama’a al-islamiyya“, in ägyptischem Arabisch „el-Gama’a al-islamiyya“, ist eine Terrororganisation fundamentalistischer Muslime, die bisher in kleinen Zellen organisiert war. Sie entstand in den 1970 Jahren zunächst in ägyptischen Gefängnissen. Ihr Ziel ist ein streng islamischer „Gottesstaat“ mit vollständiger Anwendung der Scharia, des islamischen Rechtssystems.  Die „Islamische Gruppe“ soll für den Tod von hunderten ägyptischer Polizisten, Soldaten und Zivilisten und mehrerer Touristen vor allem in den 90er-Jahren verantwortlich sein. Die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat im Jahr 1981 wurde – soweit bekannt – von einer anderen islamisch-fundamentalistischen Terrorgruppe verübt, dem „Ägyptischen Islamischen Dschihad“. Es gibt Hinweise darauf, dass auch Mitglieder der „Islamischen Gruppe“ in das Attentat verwickelt waren.

 

Die „Islamische Gruppe“ war anfangs eine Dachorganisation militanter Studentengruppen. Sie entstand wie der „Ägyptische Islamische Dschihad“, weil sich die Führung der Muslim-Bruderschaft in den 1970er Jahren vom bewaffneten Kampf distanzierte. Anfangs war die Islamische Gruppe vor allem an Universitäten aktiv und bestand hauptsächlich aus Studenten. Ihr Unterstützerkreis ist seither stark angewachsen und nach Angaben der IGFM „weniger gebildet, ärmer und jünger“ als früher. Die Aktivisten sollen sich weniger in Universitäten und dafür mehr in Armenvierteln und ländlichen Regionen Ägyptens rekrutieren.

 

Im Jahr 2003 sagte sich aus dem Gefängnis heraus die Führung der “Islamischen Gruppe” vom bewaffneten Kampf los. Das Mubarak-Regime entließ daraufhin eine Reihe hochrangiger Vertreter der Gruppe und duldete nicht-politische Aktivitäten der Gruppe. Im April 2006 entließen die ägyptischen Behörden weitere 900 militante Islamisten.

 

Benachrichtigungssymbol

Seltsamer Mut: Kopte lobt den Herrn, Jesus Christus, und warnt die bärtigen Moslems in einem Kairoer U-Bahnhof

 
 
Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:
www.igfm.de

Medieninformation
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
IGFM – Deutsche Sektion e.V.
Borsigallee 9, 60388 Frankfurt/Main
Tel.: 069-420108-0, Fax: 069-420108-33
eMail: presse@igfm.de, www.menschenrechte.de  

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s