kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kein Christenmord am Nil?!? 22. Mai 2011

Filed under: Islamischer Terror,Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 00:19

Mit dem Sturz des ägyptischen Staatspräsidenten Mubarak im Februar 2011 ging eine fast sechzigjährige Ära der Polizei- und Militärdiktatur zu Ende. Die Christen im Lande hatten unter Verfolgung und Diskriminierung gelitten. Deshalb feierten sie gemeinsam mit den Muslimen dieses Ereignis. An den tagelangen Demonstrationen, die zum Sturz des Diktators führten, hatten sich Kopten aktiv beteiligt, waren zum Teil schwer verletzt oder getötet worden. Es waren die Demonstrationen Tausender von Kopten nach dem blutigen Anschlag auf eine Kirche in Alexandria, die diese Revolution eingeleitet hatten. In allen größeren Städten Ägypten gingen sie auf die Straßen und verlangten  von ihrer Regierung Schutz vor den Übergriffen der Terroristen, die – wie man später erfuhr – im Auftrage des Staatssicherheitsdienstes gehandelt hatten.

 
Heute erkennen die Kopten, dass das alte Regime, das ihnen so viel Leid zufügte, nicht beseitigt wurde, und dass weitaus fanatischere Kräfte jetzt die Geschicke des Landes bestimmen. Die Angriffe gegen die Kopten und ihre Einrichtungen setzen sich fort, jetzt durch das ägyptische Militär. Drei Wüstenklöster wurden mit Panzern, Bulldozern und Maschinengewehren angegriffen, ihre Bewohner z.T. schwer verletzt. Man gewährte ihnen keinen Schutz vor den Tausenden von Schwerverbrechern, die in den Wirren der Revolution aus den Gefängnissen befreit wurden und teilweise in die Klöster eindrangen. Wenig später brannten Islamisten unter dem Schutz der Armee die Kirche der Heiligen St. Georg und St. Minas in Soul/Helwan nieder und vertrieben alle Christen aus dem Dorf. Als die Kopten der Müllsammlersiedlung von Mokatam gegen diese Grausamkeit demonstrierten, wurden sie von Islamisten mit Unterstützung der Armee angegriffen. Mindestens 14 Personen  wurden ermordet und mehr als 150  – die meisten von ihnen Christen – schwer verletzt, 100 Wohnungen der Müllsammler geplündert, 10 ihrer Häuser, 15 ihrer Recyclingbetriebe sowie 50 Fahrzeuge niedergebrannt.*  Am 7. Mai steckten Islamisten die Marienkirche von Imbaba in Brand und griffen die St. Minas-Kirche an. 15 Personen wurden getötet und über 240 verletzt, die meisten von ihnen Kopten.   

 

 

In Ägypten begann man, die Verfassung und die Wahlordnung für das Parlament zu überarbeiten. Darin sehen die mehr als 12 Mio. ägyptischer Christen eine Chance. Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz hatten mehr Demokratie gefordert. Die Kopten sind Bürger dieses Staates, die Nachkommen der Urbevölkerung des Landes. Dennoch sind sie benachteiligt, diskriminiert und an Leib und Leben bedroht.

 

Sie fürchten heute, dass sich ihre Lage in Zukunft noch wesentlich verschlimmern könnte.
Sie bitten in dieser Situation um Unterstützung.
Sie möchten mit allen ihren Mitbürgern gleichberechtigt und in Frieden leben.   

 

 

Sie fordern deshalb:

{1} Die Abschaffung von Artikel II der ägyptischen Verfassung: Er macht die islamischen Gesetze (Scharia) zur Hauptquelle allen Rechts, beraubt Nicht-Muslime ihrer Bürgerrechte, und die Zerstörung von Kirchen und die Christenverfolgung bis hin zur Tötung, werden durch ihn legalisiert.

{2} Die Bestrafung von Kopten-Mördern nach staatlichem ägyptischem Recht und nicht nach der Sharia. Diese erlaubt Muslimen, Andersgläubige zu töten.

 
{3} Ein Ende des ungerechten Handelns gegen die Kopten: Die Opfer und ihre Angehörigen werden in der Regel durch Polizei und Justiz eingeschüchtert und gefoltert, bis sie ihre Aussagen widerrufen, während die Schuldigen nicht bestraft werden.

{4} Das Recht auf freie Wahl und Ausübung der Religion.

 
{5} Eine Gleichstellung von Kirchen und Moscheen bezüglich Bau- und Reparaturgenehmigungen.

{6} Fine angemessene Vertretung der Kopten im Parlament ihres Landes  D.h. Besetzung von 15 % aller Parlamentssitze mit Christen gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerung, anstelle von gegenwärtig nur 1 %.

{7} Die Einstellung von Christen in staatlichen Schlüsselpositionen gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerung.

{8} Die Zulassung von Christen zu Polizei- und Militärakademien sowie der größten Universität des Landes, Al-Azhar. Diese werden auch mit Hilfe der Steuergelder von Christen unterhalten.

{9} Die Entfernung von Hasspredigern aus staatlichen und nicht-staatlichen Moscheen   Übergriffe gegen Kopten, ihre Kirchen und ihre Einrichtungen finden meist nach dem Freitagsgebet statt.

{10} Die Beendigung der Hetzkampagnen gegen Christen in den staatlichen Medien.

{11} Eine Beseitigung von christenfeindlichen Inhalten aus den Lehrprogrammen von Schulen und Universitäten sowie die Anerkennung der koptischen Epoche und der Rolle der Kopten in der Geschichte Ägyptens.

 

http://www.ahram.org.eg/Al-Ahram%20Files/News/66632.aspx;

http://www.ahram.org.eg/The-First/News/66681.aspx;

http://www.almasryalyoum.com/multimedia/video

 

 

„Ägypten steuert in eine dunkle Zukunft“

 

Die Revolution haben sie gemeinsam gewonnen. Doch nach den blutigen Ausschreitungen fühlen sich viele Kopten in Ägypten nicht mehr sicher und fürchten Konflikte mit Muslimen.

 

Shobra sagt Nein zu Terrorismus“, steht auf einem weißen Banner geschrieben. Befestigt ist es zwischen zwei Fenstern eines grauen Wohnhauses im Stadtteil Shobra, einem Vorort von Kairo. Nur einige Meter weiter tummeln sich in einer langen Einkaufsstraße Frauen und Männer. Kinder laufen lachend auf dem Gehsteig. „Ich liebe Shobra“, sagt Mina Rezkalla zum KURIER. „Hier leben die meisten Kopten in Kairo. Natürlich gibt es auch Muslime. Aber wir leben friedlich miteinander.“ Der 23-Jährige trägt ein hellblaues T-Shirt, seine Jeans sind ausgewaschen. „Shobra ist ein besonderer Ort in Kairo“, erzählt Rezkalla, der für eine liberale Jugendorganisation tätig ist. Seine Augen funkeln durch die Brillengläser, als er da am Straßenrand, mitten im Feierabendverkehr, vor einer koptischen Kirche steht. Auf dem Dach des Gotteshauses befinden sich Kreuze, die dank kleiner Lampen in der Dunkelheit leuchten. Friedlich, wie die ganze Stimmung hier. „Ganz anders als im Bezirk Ain Shams“, wie der Jus-Absolvent betont.

 

Viele Rassisten: „Bei uns in Ain Shams sind viele Leute rassistisch. Der Protestant hasst den Kopten, der Kopte hasst den Muslim, der Muslim hasst den Protestanten“, erzählt Kirolos Nagy. Der 21-Jährige hat sich seine Haare zu kleinen Zöpfen flechten lassen. An den Fingern funkeln silberne Ringe. „Ich verstehe nicht, warum sich die Menschen aufgrund von Religion nicht leiden können. Das macht doch keinen Sinn“, denkt der Grafikdesigner. Die beiden jungen Männer zählen zu der koptischen Glaubensgemeinschaft in Ägypten , die rund zehn Prozent der Bevölkerung ausmacht.

 

„Die jüngsten Ausschreitungen zwischen Muslimen und Kopten in Kairo machen mir Angst“, schildert Mina Rezkalla seine Gefühle nach den Gewaltakten vergangene Woche mit mehr als einem Dutzend Toten. „Ich denke, unser Land steuert direkt in eine dunkle Zukunft.“ Er geht über einen kleinen Markt. Neben Tomaten und Bananen gibt es auch CDs und Socken im Angebot. Mina Rezkalla biegt in eine Straße ein. „Solche Geschäfte gibt es nur in Shobra“, sagt er und zeigt mit dem Zeigefinger zu einem Laden an der Ecke. Im Schaufenster stehen eng nebeneinander Statuen und Gemälde. „Das sind alles Symbole unserer Religion“, erzählt Rezkalla.

 

„Bin um mein Leben gerannt“ Vier Treppenstufen führen zu dem Geschäft. Die Tür lässt sich leicht öffnen. In den Regalen stehen bunte Bücher. „Alles über Kopten“, kommentiert Mina Rezkalla. Er schaut sich kurz um und verlässt den Laden. „Als es am vergangenen Sonntag Ausschreitungen zwischen Kopten und Muslimen in der Nähe des Fernsehgebäudes in der Stadtmitte gab, war ich mit einem Freund dort“, erinnert sich der junge Kopte. Er geht am Straßenrand entlang. „Plötzlich sah ich, wie ein Mob von Männern auf uns zu lief. Ich denke, es waren ganz gewöhnliche Muslime. Ich bin um mein Leben gerannt. Ich dachte, die wollen uns töten.“ Autos rasen an ihm vorbei, lautes Hupen ist zu hören. Rezkalla stoppt an einem Saftgeschäft: „Hier gibt es den besten Mangosaft der Stadt“, behauptet er. „Wenigstens in Shobra fühle ich mich immer sicher. Ich denke aber, die Zeit der Auseinandersetzungen zwischen Kopten und Muslimen hat noch lange kein Ende.“ {Quelle: www.kurier.at}

 

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