kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Dr. Tartsch zur Tötung von Usama Ibn Ladin 2. Mai 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:30

Counter-Terrorism Experte Dr. Thomas Tartsch sieht

durch die Tötung von Usama Ibn Ladin keine Entwarnung für Europa

Auch nach dem Tod des Qaidah al Dschihad Gründers muss jederzeit mit dschihadistischen Anschlägen gerechnet werden
 

Die Tötung von Usama Ibn Ladin führt nach Einschätzung des Sozialwissenschaftlers und Counter-Terrorism Experten Dr. Tartsch zu keinem nachhaltigen positiven Effekt für die bestehende abstrakte Gefährdungslage in Europa, die jederzeit in eine konkrete Gefährdungslage umschlagen kann. Dr. Tartsch empfiehlt daher eine umfassende repressiv und präventiv wirkende Sicherheits- und Bekämpfungsstrategie, da in einer globalen Gefährdungslage Integrations- und Sicherheitspolitik nicht mehr getrennt gesehen werden können.Die notwendige und gerechtfertigte Eliminierung von Usama Ibn Ladin in Abbottabad/Pakistan stellt nach Einschätzung des Sozialwissenschaftlers und Counter-Terrorism Experten Dr. Thomas Tartsch einen primär symbolischen Akt dar, der die aktuelle Gefährdungslage für Europa nicht nachhaltig positiv beeinflussen wird.

Alle europäischen Länder unterliegen seit gut 10 Jahren einer abstrakten Gefährdungslage, die jederzeit in einen konkreten Anschlag umschlagen kann, was die Anschläge von Madrid und London verdeutlicht haben. Insbesondere Deutschland befindet sich weiterhin im unmittelbaren Zielspektrum des gewaltsamen Dschihadismus, was der erste erfolgreiche dschihadistische Anschlag im März 2011 auf deutschem Boden und der Festnahme dreier mutmaßlicher Mitglieder des heute hybriden und dezentralistisch organisierten Dschihadnetzwerkes Qaidah al Dschihad Ende April 2011 vor Augen geführt hat.

Diese inzwischen vierte Generation des indigenen „Homegrown Terrorism“ und der sich bildenden fünften Generation der „Self Made Dschihadists“ besitzen kaum noch nennenswerte Kontakte zur ersten Generation der „Araber Afghanen“, die den Grundstock der damals militärisch organisierten und hierarchisch aufgebauten Qaidah al Dschihad bildeten. Diese wurde als Nachfolge der Ereignisse des Afghanistankrieges 1979-1989 von Usama Ibn Ladin und seinem Stellvertreter Aiman az-Zawahiri primär zur Absetzung der Regime in Ägypten und Saudi-Arabien, zur Führung des „inneren Dschihad“, gegründet. Erst der zweite Golfkrieg 1990/1991 führte 1998 zu einer Internationalisierung des Zielspektrums als „äußerer Dschihad“, der in die Anschläge des 11.09.2001 mündete.

Die damals erfolgte Reaktion in Form eines „Krieg gegen den Terrorismus“ erzielte insoweit keinen Erfolg, da man die Hintermänner der Anschläge nicht zeitnah aufspürte und eliminierte, sondern einen nach militärischen Maßstäben verlorenen Krieg im Irak begann und einen Krieg in Afghanistan fortführt, der als asymmetrischer Konflikt nicht zu gewinnen ist.  Vielmehr hat dieser Krieg gegen den Terrorismus erst zur Genese weiterer Dschihadgenerationen geführt, für die Usama Ibn Ladin Spiritus Rector und Vorbild war und ist, die aber autonom über ihre Art der Ausübung des Dschihad entscheiden, da Qaidah al Dschihad heute eine von konkreten Personen losgelöste Ideologie darstellt.

Deutschland hat seit Mitte 2006 eine quantitativ steigende Zahl junger Muslime und Konvertiten zu verzeichnen, die sich im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ausbilden ließen und lassen, um als „Europa Afghanen“ nach ihrer Rückkehr den zukünftigen „Urbanen Dschihad“ auszuüben, wobei ein steigender Anteil junger türkischstämmiger Muslime zu erkennen ist, die früher überwiegend immun gegenüber den Ideen des gewaltsamen Dschihadismus waren. Ebenso erscheinen die sich durch die digitalisierte dschihadistische Cyber-Umma radikalisierenden Mudschahidun der „Self Made Dschihadists“ nicht auf dem Radar der Sicherheitsbehörden, womit sich die Gefährdungslage weiterhin multiplizieren wird.

Dr. Tartsch warnt aus diesen Gründen vor einer übersteigerten Euphorie, da der Tod von Usama Ibn Ladin primär einen symbolischen Akt darstellt, der insbesondere den Angehörigen der Anschlagopfer des 11.09.2001 geschuldet war. Der „Krieg gegen den Dschihadismus“ wird hierdurch nicht beendet, sondern vielmehr sieht sich der Westen vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Epochenwende im Nahen Osten, der islamistische Kräfte an die politische Macht bringen wird, erst am Anfang eines „Counter-Dschihad“, der noch Jahrzehnte andauerndwird.

Dieser muss militärisch weiterhin unter anderem mit dem Instrument des Kinetic Targeting (gezielte Tötung) gegen hochrangige Dschihadisten geführt werden. Gleichzeitig bedarf es in jedem europäischen Land einer umfassenden repressiven und präventiven Sicherheits- und Bekämpfungsstrategie, wozu auch die hier lebenden Muslime zur Teilnahme aufgerufen sind, da Integrations- und Sicherheitspolitik in einer globalisierten Gefährdungslage nicht mehr getrennt gesehen werden können, sondern sich ergänzen und bedingen.

 

Dr. rer. soc. Thomas Tartsch, Freiberuflicher Publizist und Verleger, Arbeitsgebiete: Islamischer Fundamentalismus und Jihadismus unter Einbeziehung einer verschiedene Fachdisziplinen verklammernden Sichtweise, Gefährdungsanalysen und Lageeinschätzungen, Counter-Terrorism und Counter-Insurgency, Politische Theorie- und Ideengeschichte, Politikberatung.

Hoempage: www.thomastartsch.org

{Quelle: www.newsmax.de}

 

3 Responses to “Dr. Tartsch zur Tötung von Usama Ibn Ladin”

  1. virginia Says:

    Has the USA just swaped bin Laden for Isreal? This is important! Please see:

    http://atlahmedianetwork.org/?p=14772

    • Finja Says:

      Demokratien führen keine Kriege gegeneinander ?
      Wirklich das wäre mir neu, die Demokratie die angreift deffinier die regirungsform des angegriffenen Landes meist nut so das es keine Demokratie ist.

      So warf man Saddam eine Machtergreifung Vor um nicht sagen zu müssen das er legitim gewählt war und das palament ihn die macht gegeben hatte in einer offenen Abstimmung, und auch über Al-Baghdadi Ali al-Mahmudi der einen „basisdemokratischer Staat auf der Grundlage des Islam“(Wikipedia) leitet ist wenig zu lesen.

      Zwar kann man bei beiden Beispielen einwenden das die Demokratien durch Korruption untergraben wurden und zu seltsamen Machtanhäufungen bei einzelnen Personen geführt haben, aber keiner der Staaten wurde vor den Krieg offen in diplomatischen Kreisen als Diktatur oder Monarchie betzeichnet.

      Also der Krieg dann anfing wurde natürlich schnell gesagt das es sich nicht im Demokratien handeln würde das sie ander funktionieren als die Ordnung die sie angreifen würde.

      Mit den Argument der Machtanhäufung könnte man auch bei Busch-junior oder Putin hinterfargan ob es noch Demokratische systeme sind, aber man macht es nicht als bleiben es Demokratien.

      So ist der Gerechte Krieg wohl weiterhin eine Ilusion und zum tema Krieg bleibt das werk „Der Prinzip der weissen Fahne“ von Shimon Tzabar das einzigste was eine volsändige definition von Sieg und Niederlage und den „Warum“ des Krieges abgeibt. Da es satirisch gemeint ist und so nicht an der komplecität der realität scheitert.

  2. Bazillus Says:

    Dieser muss militärisch weiterhin unter anderem mit dem Instrument des Kinetic Targeting (gezielte Tötung) gegen hochrangige Dschihadisten geführt werden.

    1. Dieser Tod wird, weil er in vielen islamischen Ländern von den Muslimen schon zu Lebzeiten wie ein Heiliger verehrt wurde, gerächt werden. Terroranschläge bieten sich natürlich an. Jetzt hat er nämlich den Status eines Märtyrers erworben.

    2. Wer meint, dass jetzt Ruhe ist, täuscht sich gewaltig. Da gehe ich mit dem Autor konform.

    3. Wenn Israel genau das ausführt, was der Inhalt des aus dem obigen Artikel zitierten Eingangssatzes dieses Kommentars bestimmt, wird es angegriffen, obwohl es fast täglich seitens der Hamas mit Raketen beschossen wird. Irael wird genau dies zum Vorwurf gemacht, obwohl es in direkter Nachbarschaft mit Terrororganisationen leben muss und auch entsprechend behandelt wird. Gaza wurde geräumt. Dank: Eine Rakete nach der anderen. Es sollte auch langsam dem letzten Christen dämmern, dass insbesondere Israel der Garant ist, dass im Nahen osten noch kreuze stehen. Die Zahl der Christen in islamischen Ländern geht stetig zurück. Die Zahl der Christen in Israel dagegen steigt.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s