kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Camp David ist vorbei“ 28. April 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 01:32

Der in Umfragen führende ägyptische Präsidentschaftskandidat Amer Mussa begräbt verächtlich Jahrzehnte des Friedens zu Israel – im Handumdrehen!

 

Entschuldigung, ich komme zu nichts mehr und will schon Tage einen Kommentar und Hintergründe zu dem tödlichen Anschlag – ja es war kein Versehen oder Irrtum – am Josefgrab und zu den brutalen Vorgängen in Syrien und der Scheinheiligkeit des Westens (einschließlich Deutschlands) schreiben, schaff es aber einfach nicht. Die Realität von jüdischen Feiertagen und Mitzwot, Supermarkt, Arbeit, Kindergarten und Geschirr abwaschen etc. ist einfach zu stark (und das ist eigentlich auch gut so). Aber ich denke, es ist sehr wichtig, hier wenigstens kurz – wenn auch ohne weiteren Kommentar – eine Übersetzung eines Interviews, das Amr Moussa, am 21.04.2011 gab, einzustellen.

 

Ja, genau der Amer Mussa, der nach jüngsten Meinungsumfragen des renommierten PEW Institus im April als möglicher nächster Präsident Ägyptens vorne liegt (89% Zustimmung) und eventuell der nächste Führer des 80 Millionen Staates in unserem Süden werden könnte. So redet der werte Herr – und genau das könnte auch der Grund für seine Beliebtheit sein, denn die Mehrheit der Ägypter (54% gegen 36%) spricht sich in genau der gleichen Umfrage gegen den Frieden mit Israel aus (Video des Interviews beim 10. israelischen Kanal in Ausschnitt zitiert):

 

{Camp David (der Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, der 1978 in Camp David bei Washington D.C. unterzeichnet wurde) ist vorbei. Das war ein ägyptisch-israelischer Vertrag, und parallel dazu gab es eine arabische Initiative, die sich auf Israel bezog. Camp David ist vorbei, es greift in der gegenwärtigen Situation nicht mehr / es ist nicht mehr relevant. Unsere Priorität in der Außenpolitik muss sich auf eine schnelle Lösungsfindung in der palästinensischen Frage konzentrieren – und, dass wir nie und nimmer an Israels Seite gegen die Palästinenser stehen”! (Für alle Arabischsprecher unter uns: Hier das Interview in voller Länge und im Original. )}.

 

Jetzt kann ich mir einen kurzen Kommentar doch nicht verkneifen: Dieser eventuell zukünftige Regierungschef wischt nicht nur mit einer verächtlichen Handbewegung Jahrzehnte von Ruhe und Frieden (wenn auch leider recht eisigen) vom Tisch – nein, er sagt, dass das Hauptziel ägyptischer Außenpolitik sich mit der “Lösung” des „Judenproblems“ (politisch korrekt: “palästinensische Frage“) zu befassen hat und zwar in aller Hast, worin er sich natürlich mit Grossen wie Merkel und Obama sich in nichts unterscheidet. Nur wie so eine “Losung” hinter diesen Codewörtern aussieht, ist eine ganz andere, düstere Frage, worauf seine kategorische Ablehnung jeglicher eventueller gemeinsamer Interessen mit Israel (das Mubarak-Ägypten hatte eine ganze Menge davon) Bände spricht…

 

Dieses Interview ist nur ein kleine Welle in einer großen populären Strömung in Ägypten, die zu einem Ende des Friedens mit Israel aufruft und zum Annullieren des Gasdeals, was für Viele alles irgendwie in einen Korb a la ‘die Judengeschäfte Mubaraks sind vorbei’-Gerede geworfen wird, und Alles, was irgendwie mit Nicht-Feindlichkeit gegenüber Israel zu tun hat, will man am besten so schnell wie nur möglich in den Suezkanal werfen, bevor es einen noch ‘verseucht’. Bezeichnend dabei ist die wiederkehrende Rede in Ägypten – wie es z.B. die islamistische, ägyptische Führungspersönlichkeit, Antisemit und Hetzer Alkaradawy betonte, dass Ägypten jetzt endlich wieder zu seiner ihm ‘gebührenden’ Grosse und Vormachtsstellung in der arabischen Welt anwachsen könne.

 

Was genau hat denn diese Größe und Vormachtsstellung verhindert? Mmh, soweit ich mich erinnern kann, war Ägypten eines der führenden arabischen Länder und sicher unter Gamal Abdel Nasser die Speerspitze des arabischen Pan-Nationalismus (dessen Ende wir gerade vom Pan-Islamismus abgelöst sehen). Erst der Friede mit Israel brachte die arabische Welt dazu, sich von Ägypten abzuwenden und es auszugrenzen.

 

Es wurde zeitweilig aus der arabischen Liga geworfen (was gerade Amer Mussa sicher nur zu gut weiß…) und galt als verpönt und schwächlich, sich ‘mit dem Juden zu arrangieren’, dem man doch eigentlich gemeinsam – früher oder später – ins Meer schmeißen wolle. Eine Restauration ägyptischer Größe geht für viele Israel-hassende Menschen halt deswegen vor allem über den Weg der Aufhebung des Friedens und jeglicher Zusammenarbeit und des quasi Kriegszustands mit Israel. Und hier schließt sich halt nahtlos die islamistische Ideologie an, die keine Erlösung der Welt kennt, solange ‘der Judenstaat’ nicht von den Dienern Allahs vernichtet wurde.  {Quelle: ARO 1 – Israel – von Ulrich J. Becker} 

 

2 Responses to “„Camp David ist vorbei“”

  1. Bazillus Says:

    Die westliche Welt wird zunehmend Farbe bekennen müssen. Schlägt sie sich auf die Seite der ausgrenzenden Muslimbrüder, für die jeder westliche Staat ein gottloser und somit ein minderwertiger ist oder auf die Seite Israels.

    Der Westen hat sich zu lange Zeit gegenüber Israel einen Schnitzer nach dem Anderen erlaubt. Die Zeit der Entscheidung wird in Kürze reif sein.

  2. Bernd Says:

    Bitte weiterverbreiten! Danke!


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