kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Alle Jahre wieder 24. April 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 13:55

Insbesondere an den Osterfeiertagen, an denen es um das Zentrum des christlichen Glaubens geht, zitiere ich folgende Programmvorschau aus einer üblichen Fernsehzeitung:

 

Diesmal auf Vox um 22:35 Uhr am Ostersonntag. Fakt oder Fiktion – Rätsel um den Mann aus Nazareth. Dokumentation – Wissenschaftler versuchen, Rätsel um die Lebensgeschichte des Wanderpredigers aus Galiläa (Fotoansicht  von einem Jesus-Darsteller aus den Passionsspielen aus Oberammergau)  zu lösen. Wie verbrachte Jesus seine Kindheit? Verweisen die Schilderungen seiner Wunderheilungen auf Heilkräfte, die dem Roten Meer und Quellen am See Genezareth zugesprochen werden können? Auch die Umstände der Kreuzigung sind nicht geklärt.

 

Allein der Ankündigungstext verspricht wieder einmal Vieles. Nur Eindeutiges eben nicht. Letztlich war kein Mensch, der noch heute lebt, in direkter Gesellschaft mit Jesus selbst, also Zeuge, als er noch auf Erden wandelte. Ich habe mir diese filmische Doku nicht angeschaut, weil ich von vornherein weiß, dass nur eines hängen bleibt. Und das soll ja auch wohl so sein: Zweifel. Jesus, die große Gestalt der Weltverschwörung und Täuschung? Jesus, der Sohn Gottes? Jesus, der Sozialromantiker und Sozialrevoluzzer? Jesus, der Antityp überhaupt? Interessant und unterhaltsam sind solche Berichte für die Konsumente allemal.

 

Alle Jahre wieder hat irgendein Wissenschaftler oder ein Wissenschaftsteam auf Erden eine neue Theorie, eine neue Deutungsmöglichkeit, eine neue historische Tatsache, eine neue archäologische Entdeckung über Jesus und seine Zeit aufzuweisen. Im Falle von Jesus ist das Interesse der Wissenschaft besonders groß. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit solchen Dokus nur Zweifel an der Integrität, an der Historie und an der Verkündung als Sohn Gottes gesät werden soll. Jesus wird zerpflückt, auf den Prüfstand gestellt, auf die Goldwaage gelegt und jedes Jahr aufs Neue auf den Seziertisch der Geschichte gelegt. Genauso geht es mit christlichen Wallfahrtsorten wie Lourdes, Fatima und Guadalupe. Wissenschaftliche Berichte erklären alles und nichts. Einige halten die biblischen Geschehnisse für wahr, andere für falsch.

 

In einer Zeit der Wissenschaftlichkeit und der Sensationsenthüllungen werden solche Dinge gern vom TV-Konsumenten förmlich aufgesogen. Hauptsache, dem Christentum geht es an den Kragen, Hauptsache wissenschaftlich gestreute Zweifel über die Gottsohnschaft Jesu werden an den Mann oder die Frau gebracht. Aber: All das ist legitim. Die meisten Berichte lassen den Zuschauer die Richtigkeit der Glaubensinhalte für sich entscheiden. Das alles ist auch in Ordnung und richtig.

 

Alle Jahre wieder insbesondere an Ramadan in Deutschland.

Jedes Jahr die gleichen wohlwollenden Berichte über den Ramadan, über die 5 Säulen des Islam, über Mohammed, wie er als Vorbild für alle Muslime den Islam als Friedensreligion in der Welt verortete und festschrieb, alles legitim und richtig.

 

Vergleichen wir aber einmal kritische wissenschaftliche Berichte über Jesus und Mohammed im TV. Welches Zahlenverhältnis würde dabei herauskommen, 1 : 10 oder sogar 0 : 10?

 

Jesus wird zwar selbst von Intensivgegnern des Christentums  Respekt gezollt, weil seine Verkündigung tatsächlich Frieden und Liebe zum Inhalt hatte und nach der Überlieferung im NT gelebt hat, aber seine Gottsohnschaft wurde zu allen Zeiten und auch heute von Zeit zu Zeit medial immer in Zweifel gezogen oder negiert, was selbstverständlich bedeutet, dass dem Christentum der Boden unter den Füßen gezogen werden soll.

 

Aber alles in legitimem Rahmen, weil Pressefreiheit eines der höchsten Güter in der freien Welt ist. Unterstützt werden die Macher dieser Filme von den Eliten der Kirchen selbst, von Pastoren und teilweise von Bischöfen, die – so habe ich manchmal den Eindruck – selbst nicht mehr an die Sohnschaft Gottes glauben.

 

Mohammed behauptet, seinen Koran von dem Erzengel Gabriel, der direkt von Allah auf die Erde zu ihm gesandt worden ist, über mehr als zwei Jahrzehnte empfangen zu haben. Wir haben im Gegensatz zu der Person Jesu ungleich mehr islamische Dokumente über das Leben dieses Menschen und seine Aussprüche. Wird dieser Mann also genau wie Jesus von Wissenschaft und Forschung und auch  medial so behandelt wie Jesus Christus?

 

Da wird medial nicht die Frage gestellt, ob es wohl der historischen Wahrheit entsprechen kann, ob ein himmlisches Wesen, nämlich Gott selbst, einem Mann wie Mohammed über so einen langen Zeitraum über den Erzengel seine wortwörtlichen Botschaften zu Protokoll gab?  Wird allein dieser Umstand in der Weltöffentlichkeit einer breiten Masse zugänglich in Frage gestellt?

 

Mitnichten!

 

Ich jedenfalls habe da noch nichts im TV gesehen. Allein dieser Umstand wäre doch eine Fundgrube für Psychologen, Pädagogen und Psychiater, aber auch für Archäologen oder Historiker. Selbstverständlich wird in dieser Frage Wissenschaft betrieben, wie der Koran zustande kam, usw. Aber diese Wissenschaft wird nicht an die große mediale Glocke gehängt. Nur ein kleiner Kreis Interessierter ist möglicherweise über wissenschaftliche Zwischenergebnisse eingeweiht. Und kritische wissenschaftliche Berichte werden mitunter nur unter Pseudonymen veröffentlicht, wie am Beispiel Christoph Luxenbergs deutlich wird.

 

Unter normalen Umständen wäre es doch wissenschaftlich und theologisch höchst interessant, einer breiten Masse medial zugänglich zu machen, wie der Koran zusammengesetzt wurde, wer sie zusammengesetzt hat und welche Inhalte islamisch theologisch noch heute in die Lehre des Islam einfließen und welche Charaktere sich hinter der Person Mohammed verbirgt. Nichts von alledem in der Mainstreampresse. Offensichtlich hat man Angst offen zu legen, dass gewisse Zusammenhänge zwischen Islamismus, Terrorismus und jüdischem Antisemitismus mit dem Islam bestehen und es zu islamischen Tumulten kommen könnte wie am Beispiel der Regensburger Rede des Papstes so tödlich deutlich wurde.

 

Von Christen hätten wir solches Verhalten nicht zu erwarten.  Das ist dann auch der Grund, warum über Jesus in allen Facetten Kritisches, Vernichtendes oder auch Positives an die Öffentlichkeit getragen wird.

 

Während von Jesus ca. 700 Jahre zuvor im Neuen Testament überwiegend Friedliches und Liebevolles bis hin zur Feindesliebe verkündet wurde, wird im Koran halt im Verhältnis zwischen Muslimen und Nichtmuslimen sehr viel Hassvolleres und Ausgrenzendes verkündet. Während bei der Frauenunterdrückung in der Bibel einige magere Pauluszitate die Grundlage für die heftigste Kritik von Feministinnen und „Kirche von unten“  oder „Wir sind Kirche“ bilden, sind einige Frauenunterdrückungsverse des Korans, die auch heute noch befolgt werden,  nicht einmal einen 3-Zeiler in der  Presse, aber auch der ach so agilen Feministinnen wert bis auf Ausnahmen. 

 

Das alles jedoch darf medial nicht alle Jahre wieder auf den Bildschirm. Die Schar der Islamkritiker würde höchstwahrscheinlich ins Unermessliche steigen. Also arbeiten sich die verschiedensten TV-Sender lieber an historischen Personen wie Jesus und Wallfahrtsorten und den zündenden Dauerthemen Zölibat und Frauenordination in der kath. Kirche ab, denn deren Anhänger sind friedlich und es würde kein Programmmacher deshalb mit Morddrohungen überzogen.

 

Und weil der Islam medial so „vernachlässigt“ wird, können seine Vertreter auch fürderhin behaupten, dass er die Friedlichkeit förmlich für sich gepachtet habe, weil weder die Schlachten, die der Islam durch den Siegelpropheten selbst  und seine nachfolgenden Islamführer im Auftrag seines Gottes geführt hat noch die Person Mohammeds auf den öffentlichen Wissenschaftsseziertisch der Geschichte z. B. eines Pop-Historikers im Formate eines Guido Knopp kommen, um niemanden zu beleidigen.  Da ist es dann auch viel hilfreicher, sich der schlechten Päpste, den Untaten der Kirche im Rahmen der Kirchengeschichte und den Kreuzzügen medial anzunehmen, da  bei diesen Geschehnissen genug Dreck am Christentum stecken bleibt und das Image des Islam selbstverständlich lupenrein und sauber bleiben kann.

 

Sowohl der Wissenschaftlichkeit als auch der Pressefreiheit in Europa sind durch solch medial-selektiv-feiges Verhalten der TV-Verantwortlichen nicht gedient. 

 

Von Herrn Kemmer, der allen Lesern und Christen auf der ganzen Welt ein frohes Auferstehungsfest wünscht!   

 

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