kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Selbständigkeit dank Dorfentwicklung 14. April 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:16

Seit 2000 unterstützt CSI gezielt Dorfprojekte im Bezirk Beni Souef. Mit Hilfe der Partnerorganisation “Daughters of St. Mary” werden Dorfbewohner gefördert mit dem Ziel, dass sie selbständig werden.

 

Ende September 2010 reisten drei Mitarbeiter von CSI nach Beni Souef, zirka 100 Kilometer südlich von Kairo. Sie besuchten die sieben von CSI unterstützten Dorfprojekte. Zusätzlich besichtigten sie das Dorf Beni Bakheet. Es ist eines von zwei Dörfern, welches durch die Hilfe während der letzten zehn Jahre selbständig geworden ist. CSI wird per Ende 2010 die erfolgreich geleistete Unterstützung in Beni Bakheet sowie in Beni Khalil beenden. Die Dorfbevölkerung wird die Entwicklung ihres Dorfes in Zukunft selbständig bewerkstelligen. CSI setzt sich für Kopten ein, weil diese in der Regel von den Behörden benachteiligt werden. So werden beispielsweise der Anschluss an sauberes Wasser, die Stromversorgung, Bauprojekte oder auch Renovationsarbeiten an den Fassaden der Häuser vernachlässigt.

 

Positive Veränderungen: Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass in den Dörfern Beni Bakheet und Beni Khalil die Mädchenbeschneidung nicht mehr durchgeführt wird. 90% der Mädchen werden in Ägypten heute noch beschnitten; eine furchterregende Realität. Dank unzähligen und intensiven Diskussionen, zusammen mit den Kindern und den Eltern, entwickelte sich jedoch in den beiden Dörfern zusehends das Bewusstsein, in erster Linie die Gesundheit der Mädchen zu schützen, statt die Tradition aufrechtzuerhalten.

 

Zu sehen, wie sich die Bewohner von Beni Bakheet entwickelt haben, freute und ermutigte uns sehr. Als sie strahlend über die positiven Veränderungen der letzten Jahre erzählten, standen den Frauen Stolz und innere Stärke in die Gesichter geschrieben. Spezifische Kurse stärkten die Frauen in ihrem Selbstvertrauen und zeigten ihnen, welche Fähigkeiten sie besitzen, um ihr Leben selber in die Hand zu nehmen. Sie erlernten die Herstellung diverser Handarbeiten, welche sie später gut verkaufen konnten. Auch wurden sie in wichtigen Bereichen der Gesundheit, Hygiene, Familienversorgung und Pflege ihrer Häuser und Dörfer unterrichtet. Besonders die Möglichkeit, nach zwei Jahren einen schulischen Abschluss absolvieren zu können, bedeutet noch heute für die Frauen enorm viel. Mit zusätzlichen Unterstützungen wurden kleinere Projekte wie Viehzucht, Futterverkauf und kleine Lebensmittelläden aufgebaut. Dadurch erwirtschaften sich Familien nun ein bescheidenes, aber regelmäßiges Einkommen. Die Mitarbeiter von “Daughters of St. Mary” stehen selbstverständlich für allfällige Beratungen weiterhin mit der Dorfbevölkerung in Kontakt. Offiziell ist sie jedoch ab nächstem Jahr “flügge”. Darüber freuen sich alle Beteiligten sehr!

 

Der Segen fließt weiter: Bei den Besuchen der sieben Dörfer, welche in den nächsten Jahren weiter unterstützt werden, sahen wir bereits jetzt schon viel Erfreuliches. Wir besuchten vor allem die Frauenzentren, wo die vielseitigen Kurse angeboten werden, und die Kindergärten. Es gab etliche ermutigende Begegnungen. Da war zum Beispiel Theresa (23). Sie erzählte uns: “Ich habe in dem Erste-Hilfe-Kurs gelernt, Verletzte notdürftig zu versorgen. Einmal wurde ein Junge von einem Skorpion gestochen. Ich band die Blutzirkulation ab und brachte ihn ins Krankenhaus, wo man ihm das Gegengift verabreichte”. Henna (23) berichtete freudig über die Vorteile des Lesens: “Ich habe Lesen und Schreiben gelernt. Wenn mein Kind krank ist, kann ich die Beipackzettel der Medikamente lesen und die Medizin richtig verwenden”. Der engagierte Einsatz der Leiterinnen der Frauenzentren sowie die dankbaren Gesichter der Dorfbewohner verdeutlichten uns einmal mehr, dass die CSI-Hilfe sinnvoll umgesetzt wird und die Projekte sichtbare Früchte tragen.

 

Erfreuliche Multiplikation: Die Bewohner der Dörfer, die CSI unterstützt, sind momentan nicht in der Lage, sich selbständig zu versorgen. Es wird in den nächsten Jahren weiterhin nötig sein, die Projekte zu betreuen und die Kurse weiterzuführen. Das Thema der Mädchenbeschneidung wird nach wie vor hohe Priorität haben. Ein weiterer Bereich, den wir vermehrt fördern möchten, ist die Unterstützung der Männer. Sie sollen lernen, ihre Fähigkeiten mehr zu nutzen und ihre Verantwortung als Ehemänner und Familienväter ernst zu nehmen. Wir waren beeindruckt, wie sich die Arbeit und die sichtbaren Resultate der Dorfentwicklungs-Projekte multiplizieren. Denn nicht nur die von uns direkt unterstützten Kopten profitierten davon, sondern auch viele Menschen aus ihrem Umfeld {Quelle: CSI Deutschland -www.csi-de.de}.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s