kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der Heilige Eulogius von Córdoba 3. April 2011

Filed under: Islamischer Terror,Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 01:17

Festtag, Gedenktag ist der 11. März
* in Cordoba (Spanien)
† am 11. März 859

 

Eulogius stammte aus einer der ersten Familien Cordobas die damals die Hauptstadt der Mauren oder Sarazenen von Spanien war. Diese Völker hatten nach der Zerstörung des gotischen Reiches das Christentum fortbestehen lassen und sogar dessen öffentliche Ausübung bis zur Geburt unseres Heiligen geduldet, indem sie sich damit begnügten, von jedem Christen an den Neumonden eine Abgabe zu fordern.

 

Eulogius brachte seine ersten Lebensjahre unter den Geistlichen der Kirche des heiligen Märtyrers Zoilus zu, der in Cordoba während der dioklezianischen Verfolgung für den Glauben starb, und nun am 27. Juni verehrt wird. Er zeichnete sich bald durch Tugend und Wissenschaft aus. Da er in der Folge zum Priester geweiht wurde, machte man ihn zum Vorsteher der geistlichen Schule zu Cordoba, die damals sehr berühmt war. Seine wissenschaftlichen Arbeiten heiligte er durch das Gebet, Fasten und Nachtwachen und erwarb sich durch seine Demut, Leutseligkeit und Nächstenliebe die Freundschaft und Verehrung Aller, die ihn kannten. Oft besuchte er die Klöster, um sich nach den vollendeten Musterleitlinien, die er vor Augen hatte, in der Vollkommenheit bilden zu können; und sein Eifer für das Heil der Seelen bewog ihn, Vorschriften zur Leitung solcher Personen zu entwerfen, die sich auf besondere Weise Gott widmen wollten.

 

Da einige Christen aus unbescheidenem Eifer öffentlich gegen Mohammed und die von ihm gestiftete Religion geredet hatten, entstand eine grausame Verfolgung gegen die Kirche von Spanien; sie brach aus im Jahre 850 nach Christi Geburt und im neun und zwanzigsten Jahre der Regierung Abderrama`s des Dritten. Ein Bischof, namens Rekkafred, erklärte sich gegen die Märtyrer und auf sein Anstiften hin wurde der Bischof von Cordoba mit mehreren Priestern und anderen Christen in das Gefängnis geworfen. Unter diesen  Priestern war auch Eulogius, dessen ganzes Verbrechen darin bestand, dass er den Märtyrern durch seine Lehre Mut einflößte. Der heilige Diener Gottes verwandte nun die Zeit, welche er im Gefängniss zubrachte, zur Abfassung seiner Ermahnung an die Märtyrer. Sie ist an zwei Jungfrauen, Namens Flora und Maria, gerichtet, die den 24. Januar des folgendes Jahres enthauptet wurden. Eulogius und seine Gefährten setzte man sechs Tage nach dem Martertode der zwei Jungfrauen wieder in Freiheit; und dieses schrieben sie der Fürbitte zu, welche Flora und Maria im Himmel für sie einzulegen versprochen hatten.

 

Noch eine große Anzahl Christen empfing im Jahre 852 die Märtyrerkrone. Die Vornehmsten unter ihnen waren Gumisund, Aurelius und Felix mit ihren Frauen, Christophorus, Levilgild, Rogel u. a. m. Allein da die Kirche von Spanien um die Schwachheit ihrer Christen fürchtete und die verderblichen Folgen, welche gewöhnlich die Vermessenheit nach sich zieht, kannte, ward in demselben Jahre ein Konzilium zu Cordoba gehalten, welches jedem Christen verbot, sich selbst den Verfolgern auszuliefern.

 

Die Verfolgung dauerte unter Mohammed, Abderrama`s Sohn und Nachfolger fort. Die Mönche Fandil, Anastasius, Felix und drei Klosterfrauen, Namens Digna, Columba und Pomposa, starben im Jahre 853 für den christlichen Glauben. Der heilige Eulogius ermutigte sie alle zum großmütigen Kampfe. Gerne hätte er, wie man aus seinen Schriften sieht, an ihren Triumphen teilgenommen; denn seine brennende Liebe für Jesus scheute kein Opfer. Er beschrieb die Geschichte ihres Märtyrertodes in drei Büchern, unter dem Titel „Denkschrift der Heiligen“ und verfasste auch ihre Schutzrede gegen Jene, die ihnen den Rang der Märtyrer streitig machten, unter dem Vorwand, dass sie keine Wunder wirken, wie jene, welche in der ersten Kirche für den Glauben gestorben sind.

 

Der Heilige hatte einen Bruder, der ebenfalls die Wirkungen des Hasses der Mohammedaner gegen das Christentum erdulden musste. Man kündigte ihm seine Stelle, die er innehatte und eine der angesehensten im Königreiche war. Eulogius wurde nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis gezwungen, bei Bischof Rekkafred zu leben, der seine ihm anvertrauten Christen verriet, indem der unter des Hirten Hülle ein Wolfsherz verbergend, sein heiliges Amt in den Dienst der Mohammedaner stellte.  Eulogius empfand einen tiefen Schmerz darüber, dass er sich nicht von diesem Bischofe trennen konnte und durfte, welcher so viele Christen in das Verderben stürzte. In einer so bedrückenden Lage befindlich, untersagte er sich alle Amtsverrichtung, die Verkündigung des göttlichen Wortes ausgenommen, und las nicht einmal die heilige Messe, um nicht mit diesem häuslichen Feind in Gemeinschaft zu treten.

 

Da der Erzbischof von Toledo im Jahre 853 starb, wurde Eulogius einstimmig zu dessen Nachfolger erwählt. Dies Amt hatte er im Übrigen nur kurze Zeit nach seiner Wahl inne,  indem er bald darauf den Martertod erlitt, zu dem er so viele Christen ermahnt hatte. Seinem Märtyrertod lag folgender Sachverhalt zugrunde: Eine Jungfrau namens Leokrizia, aus einer vornehmen Familie unter den Muslimen stammend, war von ihrer Kindheit an durch eine ihrer Verwandten im Christentum unterrichtet worden, die sie auch sogar hatte taufen lassen. Ihr muslimischen Eltern, die dieses wahrnahmen, misshandelten sie Tag und Nacht, um sie zur Verleugnung ihres christlichen Glaubens zu zwingen. Leokrizia benachrichtigte den Priester Eulogius und dessen Schwester Anulona von ihrer bedrängten Lage, und ließ ihnen sagen, dass sie wünschte, sich an irgend einen Ort zurück zu ziehen, wo sie frei ihre Religion ausüben könnte. Eulogius gab ihr heimlich Mittel an die Hand zur Entweichung aus dem väterlichen Hause und hielt sie einige Zeit bei treuen Freunden verborgen. Der Vater und die Mutter boten in ihrer Verzweiflung über die Flucht ihrer Tochter alle Mittel auf, um sie wieder zu finden; was ihnen auch endlich nach langem Nachforschen gelang.

 

Man führte Eulogius und Leokrizia vor den Richter. Da dieser den Heiligen fragte, warum er eine Tochter von dem ihrer Eltern schuldigen Gehorsam abwendig gemacht habe, bewies er ihm, daß es Fälle gebe, wo der Ungehorsam gegen die Eltern eine Pflicht sei. Er erbot sich, ihn, wie die Jungfrau, den Weg zum Himmel zu lehren, und ihm dar zu tun, dass Mohammed ein Betrüger gewesen sei. Der Richter, ergrimmt über diese Rede, drohte ihn zu Tode geißeln zu lassen. Eulogius sagte ihm, daß die Qualen fruchtlos sein würden, und dass er niemals seine Religion ändern werde. Hierauf befahl der Richter, ihn in den Palast vor den Rat des Königs zu führen. Einer der Räte nahm ihn beiseite und sagte ihm: „Unwissende mögen wohl blind dem Tode entgegen laufen! Ein so weiser und aufgeklärter Mann wie du, aber, soll ihrem Wahne nicht nachahmen. Folge mir, ich bitte, schicke dich in die Notwendigkeit, die nur ein Wort von dir fordert. Du kannst wieder deine Religion ausüben, und wir versprechen dir, dich ferner nicht zu beunruhigen.”   —   „Oh“, entgegnete Eulogius, „wenn du nur den geringsten Begriff von den Belohnungen hättest, die den Christen, welche bis ans Ende ausharren, versprochen sind, du würdest mit Freuden allen zeitlichen Vorteilen entsagen, um dir jene zu erwerben.” Sogleich hob er an, dem Rate die Wahrheiten des Christentums zu beweisen; allein man wollte ihn nicht hören und verdammte ihn auf der Stelle zur Enthauptung. Auf dem Wege zur Todesstätte gab ihm ein Entmannter einen Backenstreich, weil er gegen Mohammed geredet habe, worauf ihm der Heilige auch die andere Wange darbot und geduldig noch einen Streich empfing. Er vollendete sein Märtyrertum am 11. März 859. Leokrizia wurde vier Tage nach ihm gleichfalls enthauptet. Die Christen nahmen ihre Leiber und begruben sie ehrenvoll. Die Kirche erwähnt beide an diesem Tage.

 

Quellen:

  • Leben und Taten der Heiligen – Eine Legenden-Sammlung für das christkatholische Volk von Michael Sitzel, Beichtvater des Mutterhauses der barmherzigen Schwestern zu München (1839)
  • Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften (1850) von
  • und weitere

 

Ein Kommentar von Herrn Kemmer

 

Ich habe von der Existenz dieses Heiligen erst am 02.04.2011 erfahren. Als ich diese seine Biographie gelesen hatte, kamen mir die Umstände, die zu seinem und zum Märtyrertod der vielen anderen in dem Artikel genannten und noch mehr ungenannten Christen führten, sehr bekannt, erschreckend bekannt vor. Dieser Bericht aus alter Zeit hat heute wieder bestechende Aktualität, besonders hier auf „Kopten ohne Grenzen“. Selbst dieser Artikel erkennt die „Milde“ „dieser Völker“ an, indem sie „nur“ Abgaben speziell von Christen forderten und sich „damit begnügten“, wie schön und milde aber auch. Christen als Schutzbefohlener. Muslime als Herrscher, das Ziel jeden Kalifats.

 

Diese „Legende“ bricht radikal mit dem Wunschdenken der heutigen Zeit über das ach so verklärte und gleichberechtigte Miteinander zwischen Muslimen und Christen in al andalus.  Selbst in nebensächlichen Beschreibungen stimmen die heutigen Verhaltensweisen von muslimischen Eltern mit den damaligen überein. Sie misshandelten ihre Tochter, um sie vom christlichen Glauben abzubringen. Vielleicht wäre heute ein Ehrenmord verübt worden. Selbst der Charakter des Bischofs Rekkafred kommt mir schmerzlich sehr bekannt vor. Unsere heutigen deutschsprachigen Kirchenvertreter aus Österreich, Schweiz und Deutschland scheinen bis auf Ausnahmen eher ihm als dem hl. Eulogius von Cordoba nachfolgen zu wollen. Sie stellen dem Islam einen Freifahrtschein aus und meinen damit, Jesus nicht zu verraten. Sie tun es. Das ist gewiss. Damit meine ich nicht das Bestreben nach Dialog und der Förderung des menschlichen Zusammenlebens zwischen Muslimen und Christen. Ich meine, dass die deutschsprachigen Kirchenvertreter dem Christenvolk einsuggerieren wollen, dass Christen und Muslime denselben Gott anbeten. Das ist ein großer Verrat an Jesus. Wer den Gott des Islams identisch mit dem Gott des Christentums ansieht oder auch nur in diese synkretische Richtung denkt, ist ein Bischof Rekkafred der Neuzeit, der auch die Judasrolle des Evangeliums nur zu bereitwillig für sich übernommen hat, um möglicherweise durch Verrat der ihm Anvertrauten seine eigene Haut zu retten. 

 

Stellen wir uns vor, dass ein koptischer Priester in der heutigen Zeit das Gleiche getan hätte, wie der hl. Eulogius im Hinblick auf Lukrizia. Wie hätte wohl der Schariarichter in Ägypten reagiert, falls der Priester überhaupt vor einen Richter gekommen wäre. Wahrscheinlich wäre er von Muslimen schon vor dem Prozess gelyncht worden und die die Gerechtigkeit pervertierende ägyptische Staatsmacht hätte dem mörderischen Treiben ohne auch nur einen Finger zu rühren, erfreut zugesehen.

 

Was hat sich also seit dem Jahre 852 bis heute in der Denkweise des Islam geändert? Nichts, aber auch gar nichts. Der Wahrheitsgehalt dieser speziellen „Heiligenlegende“ ist somit durch die noch heute bestehenden islamischen Verhältnisse Wort für Wort nachträglich bestätigt. Diese Heiligenbiografie (denn von einer Legende kann ich hier nicht mehr ausgehen!) wäre Anlass genug, nach wie vor äußerst kritisch und vorsichtig zu sein, wenn es um die Beurteilung des Islam geht. Jeder Gläubige einer jeglichen Religion ist und darf vom Wahrheitsgehalt seiner eigenen Religion überzeugt sein. Mord, Totschlag oder jede andere Art der Bestrafung bei Apostasie eines Menschen jedoch ist Unrecht, welches im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel schreit.

 

Da der Hl. Eulogius Jesus und nicht dem falschen Propheten Mohammed bis zu seinem Märtyrertod nachgefolgt ist, ist er zu Recht ein Vorbild für alle Christen bis auf den heutigen Tag.

 

Mich persönlich hat das Lesen dieser Biografie sehr betroffen gemacht. Eine aktuellere Heiligenbiografie kann es in diesem Problembereich nicht geben. 

 

One Response to “Der Heilige Eulogius von Córdoba”

  1. […] Kommentar aus dem Blog “Kopten ohne Grenzen” zur Legende des Heiligen Eulogius von Cordoba: Ich habe von der Existenz dieses Heiligen erst am […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s