kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vom real existierenden Sozialismus zum real existierenden Islam 31. März 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 23:55

Wie Wahrnehmungsstörungen auf verhängnisvolle Weise weitergegeben werden

 

Wiederholungstäter kommen meist in Sicherheitsverwahrung, wenn weiterhin Gefahr von ihnen ausgeht. Das gilt vor allem für Triebtäter, also Verbrecher, die nicht therapierbar sind. In der Politik herrschen andere Gesetze. Wer früher aus dem Blechnapf des „real existierenden Sozialismus“ fraß, der tischt heute Erdogans Kebab mit grüner Soße auf und wird dafür vom Wähler massenhaft belohnt. Doch eh ich jetzt auf die Hirnakrobatik diverser Verdrängungskünstler eingehe, eine kleine Begriffserklärung für die Leser mit der Gnade der späten Geburt. 

  
Der Begriff „real existierender Sozialismus“ ist eigentlich ein akademischer Kampfbegriff, mit dem die Vertreter des utopischen, also noch nicht vorhandenen Sozialismus, Mitte der 70ziger Jahre  die Vertreter, Parteien und Befürworter der Ost-Block-Regime  belegten. Im Klartext: Die Müslikommunarden fanden es „echt nicht gut“  was da hinter der Mauer in Honeckers Arbeiter und Bauernparadies passierte. Ja, es herrschte regelrecht Krieg zwischen den „Staatskapitalisten“ und den Spontis a la Udo Lindenberg und Rio Reiser. So weigerte sich  der Anarcho Rocker aus Berlin standhaft mit „Floh de Cologne“, DKP-Hauskapelle aus gleichnamiger Stadt, aufzutreten, nicht bloß, weil die mit SED-Geldern subventionierten  Kulturkader Grotten schlechte Gigs zum besten gaben, sondern weil auch deren  politisches Weltbild, das sich durchgehend am real existierenden Sozialismus orientierten, einfach zum kotzen war. Ähnlich verhielt sich auch Udo, der mit seinem Sonderzug nach Pankow den DDR-Oligarchen kräftig einheizte. 

   
Dabei kränkelte der „libertäre Kommunismus“, den Lenin gerne als „Kinderkrankheit“ bezeichnete, genau so wie sein stalinistisches  dogmatisches  Pendant. Aus den Salonkommunisten der 68ziger, die wohl behütet von Alma Mater und dem westlichen Kapitalismus ihrem Selbstverwirklichungstrip frönten, wurden knallharte Anwälte, Berufspolitiker  und vor allem Lehrer und Journalisten. Aus den Gründern von „Alternativen Betrieben“ mindestens gutsituierte obere Mittelständler, die heute, wie etwa der Ökobäcker Kaiser, ohne Gewissensbisse fast ausschließlich 300 Euro Jobber beschäftigen. Andere haben ihre kleinen Konzerne längst verkauft, so wie Ökobekleider  Hess, dessen Kaufhaus nach mehrmaligen Besitzerwechsel  inzwischen bei einem amerikanischen Rüstungskonzern gelandet ist. Was viele rot grüne, inzwischen ergraute Oberlehrer und Naturfreaks„echt nicht gut“ fanden.  

   
Fassen wir die Sache mal so zusammen: Der Staatskapitalismus oder staatlicher Sozialismus ging an seinem totalitärem Strukturen  kaputt. Selbst die wohlgemeinten Subventionen der CDU-Regierung unter Kohl konnten den Staatsbankrott der DDR nicht aufhalten.  Sein utopischer Ableger, westlicher Salonsozialismus, unterlag sehr schnell den Gesetzen des Marktes, die den utopischen Träumen von einem Klassen losen Betrieb Grenzen setzten. Was die Protagonisten beider Systeme verbindet sind ihre Wahrnehmungsstörungen.

Die Vertreter des real existierenden Sozialismus hielten ihre Flächen deckenden Staatsgefängnisse, die nur mit Hilfe eines Spitzel Apparats, eines streng hierarchisch gegliederten Führungskaders funktionieren konnte, für ein „Sozialistisches Paradies“. Alles was störte wurde „schön geredet“ oder sogar versteckt. (Beim Besuch eines Kinderheimes in Sachsen beispielsweise wurden Schwerbehinderte weg gesperrt, damit Frau Honecker sich nicht brüskiert fühlte) Eines von unzähligen Beispielen wie im real existierenden Sozialismus getürkt, vertuscht und sogar gefälscht wurde.  

  
Während die einen also ihren grauen, real existierenden sozialistischen Alttag verdrängten und schön redeten, phantasierten sich die Salonkommunisten im kapitalistischen Westen ihre sozialistische „Villa Kunterbunt“ zurecht.  In der Diskussion des „real existierenden Islams“ haben nun Träumer und Verdränger eine unheilige Allianz geschlossen. Das beunruhigende ist, das beide Wahrnehmungsstörungen nicht  mehr durch Mauer und Stacheldraht getrennt in unterschiedlichen Systemen stattfinden, sondern stellenweise sogar in ein und der selben Person.    

  
Wie beim „real existierenden Sozialismus“ , so will auch beim „real existierenden Islam“ niemand genau wissen, was dort eigentlich passiert. Nach dem Motto „Augen zu und durch“!

  
Während des kalten Krieges ließen sich ganze SPD Ortsvereine auf Einladung diverser SED-Organisationen die Errungenschaften des Sozialismus vorführen. Immer wieder gern besucht: Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Ausbildungsbetriebe, Musterschulen mit Hausaufgabenbetreuung. Das reinste Oberlehrerparadies. Und für Kulturprogramm wurde ebenfalls gesorgt. Obligatorischer  Besuch des Brecht-Theaters und ein Rundgang durch die renovierte Altstadt von Potsdam. Daß nicht weit davon entfernt ganze Altstädte verfielen, stand nicht auf dem Programm, geschweige denn die allgegenwärtige DDR-Zensur in allen Bereichen der Künste.

Ähnliches läßt sich heute auf  den islamischen Staat Ägypten übertragen: Während Kreti und Pleti unter Palmen Urlaub macht und den Tempel von Karnak bewundert, leben Millionen von Kopten im Müll und werden vom islamischem Mob bedrängt vergewaltigt und ermordet. Macht man unsere Eliten auf diesen Umstand aufmerksam, bekommt man ähnliches zu hören wie bei den Mißständen des real existierenden Sozialismus. Besonders liberale Linke, also Jusos und Spontis verwiesen beim Hinweis auf Gulags, Stasi und Mauertoten immer wieder darauf, das dies alles, so wörtlich „überhaupt nichts mit dem echten Sozialismus zu tun habe“. Dieser wäre, würde man ihn denn endlich verwirklichen, der „Beginn einer paradiesischen Ära“. So Originalton Rudi Dutschke.   

Die gleiche infame Argumentationsschiene benutzen heute die Vertreter islamischer Verbände und natürlich deren 5. Kolonnen. Ehrenmorde, Christenverfolgung und nicht zuletzt Scharia haben nichts mit dem wahren Islam zu tun, der ja eine reine Religion des „Friedens“ ist.   Wie bereits zur Zeiten des Ostblocks wird das „real Existierende“ durch einen Projektion ersetzt. Dem totalitären Scharia-Staat, der die Menschenrechte mit Füßen tritt glauben die Eliten durch einen „Euroislam“ oder „Demokratischen Islam“ begegnen zu können. Dieser Islam existiert jedoch nur in den Köpfen diverser Intellektueller, genau so wie sein Vorgänger der „Demokratische Sozialismus“ nichts weiter als eine Kopfgeburt war. 

So wiederholt sich die Spirale fortgesetzter Fehleinschätzung. Die real existierenden islamischen Staaten haben längst den sozialistischen Ostblock ersetzt. Mir einem entscheidenden Unterschied. Der real „existierende Sozialismus“ expandierte nicht. Bis auf ein paar kleine „Enklaven“ wurde sein Einfluß nicht zuletzt durch den Einfluß der USA zurückgedrängt.  Der „real existierende Islam“ hingegen wird mit Hilfe von 5. Kolonnen installiert. Ein Faktum, das dem real existierenden Sozialismus in Europa nicht einmal Ansatzweise gelang.  Auf diese Weise tritt nun genau das ein, was Karl Marx bereits Ende des 19. Jahrhunderts prophezeite: „In der Weltgeschichte wiederholt sich alles – einmal als Tragödie und einmal als Farce.“

 
Die Reihenfolge freilich ist nicht immer die gleiche. Betrachtet man die letzten 65 Jahre, so war der „Kalte Krieg“ nichts anderes als eine Farce, die Atombombe nichts weiter als ein „Papiertiger“ (Mao) Die Tragödie steht uns also noch bevor…

Klaus Lelek

 

One Response to “Vom real existierenden Sozialismus zum real existierenden Islam”

  1. Querschuß Says:

    Auch im III Reich wollte eigentlich niemand so genau wissen was da passiert u. im Kommunismus wollte es auch keiner wissen. Schon das „Wissen“ war tödlich.


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