kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Chrysostomos II. erinnert an Regensburger Rede: “Islam muß auf Gewalt verzichten” 31. März 2011

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 12:03

Vatikan/Nikosia: Chrysostomos II., Primas der orthodoxen Kirche Zyperns besuchte Papst Benedikt XVI. im Vatikan.

 

Zypern gilt nach Jerusalem als älteste christliche Gemeinschaft, gegründet vom Apostel Barnabas. Unmittelbar nach dem Audienz erklärte er gegenüber der Presse: “Der Besuch hat einen zentralen Grund: einmal mehr um Hilfe zu bitten. Die Bitte richtet sich an den Papst und durch ihn an die europäische Gemeinschaft, damit sie endlich etwas für die Christen wie uns unternimmt, die gezwungen sind, wie alle Christen im Nahen Osten, unter einem Militärregime zu leben, die hinter einer demokratischen Fassade ausschließlich darauf abzielt, alles zu islamisieren.”

 

Zypern erlebte 1974 einen türkischen Eroberungsfeldzug. Ankara konnte die Nordhälfte der Insel unter seine Kontrolle bringen. Durch illegale Siedlungspolitik, mit der Türken aus Anatolien auf Zypern angesiedelt wurden, wo bis dahin griechisch-orthodoxe Zyprioten lebten, versucht die Türkei vollendete Tatsachen zu schaffen. “In Europa meinen viele, die Türkei sei ein demokratischer Staat, der sogar bereit sei, Mitglied der Europäischen Union zu werden. Ich sagen diesen Leuten: Macht eure Augen auf! Kommt nach Zypern und schaut euch unsere zerstörten Kirchen an, die zu Ställen umgewandelt wurde. Niemand darf dort mehr die Heilige Messe zelebrieren. Niemand darf in sein Haus zurückzukehren, aus dem er vertrieben wurde. Ist das Demokratie?”, so Erzbischof Chrysostomos II.

 

Der orthodoxe Primas von Zypern zeigte sich erfreut, daß Papst Benedikt XVI. über die schwierige Lage der Christen auf Zypern bestens informiert war und fügte hinzu: “Wenn er könnte, würde er die Stimme erheben.” Chrysostomos II. erklärte diese Aussage wie folgt: Der Papst “weiß, daß feurige Erklärungen leider nicht viel nützen. Er weiß, daß man nicht immer sagen kann, was man denkt. So hilft er uns wie es ihm möglich ist. In seiner Regensburger Rede von 2006 war er sehr klar: Der Islam muß auf Gewalt verzichten. Er muß darauf verzichten, den Namen Gottes zu benutzen, um seinen religiösen Haß zu rechtfertigen. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich kenne die meisten Führer der verschiedenen islamischen Gemeinschaften des Nahen Ostens und der größte Teil sind Personen mit gesundem Menschenverstand. Ich frage mich aber: Sind sie imstande die Gewalttätigen im Griff zu behalten? Sind sie imstande die Haßprediger ruhig zu halten, die – ob es ihnen gefällt oder nicht – Teil ihrer Gemeinschaften sind?”

 

Paolo Rodari vermutet, daß der Besuch des Erzbischofs in Rom nicht zufällig erfolgte, während westliche Kampfflugzeuge unter NATO-Kommando und mit UNO-Mandat in Libyen eingreifen. “Meist begründen westliche Staaten Militäraktionen mit dem Schutz der Menschenrechte. So war es im Irak und in Afghanistan.  Warum drängen dieselben Staaten, die so betont die Demokratie exportieren wollen – ohne es natürlich zu einem Krieg kommen zu lassen – nicht auch die Türkei zu einer Richtungsänderung?”

 

“Sie haben unsere Häuser besetzt, unser Land geteilt. Die Kolonisten besetzen alles, auch die Häuser der zypriotischen Türken, denen 1974 erlaubt wurde, in ihren Häusern zu bleiben, als die griechischen Zyprioten vertrieben wurden. Es ist eine große Ungerechtigkeit, die den Islam zu einer gründlichen Gewissenserforschung veranlassen sollte. Der Islam ist im Vormarsch und erobert immer mehr Terrain. Auf Zypern sind wir dieser Bedrohung weit mehr ausgesetzt, als ihr. Es ist aber ein Problem, das ganz Europa betrifft”, so Erzbischof Chrysostomos II. nach seinem Besuch bei Papst Benedikt XVI {Quelle: Katholisches – Palazzo Apostolico/Giuseppe Nardi, Bild: Palazzo Apostolico}

 

 

Papstbesuch: Orthodoxer Bischof kritisiert Türkei

 

Die Türkei habe seit der Invasion 1974 einen Plan zur

 „nationalen Zerstörung“

verfolgt, sagt das Oberhaupt der orthodoxen Kirchen Zyperns, Chrysostomos.

 

Während Papst Benedikt XVI. zu Beginn seines dreitägigen Besuches seine Botschaft des Friedens betonte, hat das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Zyperns, Erzbischof Chrysostomos II., der Türkei vorgeworfen, einen Plan der „nationalen Zerstörung“ Zyperns verfolgt zu haben. Zu Beginn der ökumenischen Feier mit Papst Benedikt XVI. in Paphos erinnerte Chrysostomos laut Kathpress an das „Martyrium“ der zypriotischen Kirche seit der militärisch erzwungenen Teilung der Insel im Jahr 1974. Die Türkei habe in „barbarischer Weise“ einen Teil der Insel besetzt. Das kulturelle Erbe, insbesondere christliche Kunstwerke, sei auf dem internationalen Antiquitätenmarkt verkauft oder zerstört worden, bedauerte der Erzbischof. Man habe im türkisch besetzten Teil alles, was griechischen oder christlichen Ursprungs sei, verschwinden lassen wollen.

Das Europäische Parlament hatte gefordert, das orthodoxe kirchliche Erbe in dem von der türkischen Armee besetzten Nordteil Zyperns zu schützen. Nach der türkischen Invasion war nahezu die gesamte christliche griechische Bevölkerung aus Nordzypern vertrieben worden beziehungsweise geflüchtet. Der internationale Kunstmarkt wurde seither mit kostbaren Ikonen überschwemmt, die aus den geschändeten zypriotischen Kirchen gestohlen worden waren. Durch die Ansiedlung von Festlandtürken hat Ankara den demografischen Charakter des okkupierten Territoriums und damit der Insel geändert.

 

2007 war ein Treffen von Chrysostomos mit dem obersten muslimischen Geistlichen der türkischen Zyprioten, Mufti Ahmet Yönluer, im letzten Moment gescheitert, nachdem der Erzbischof einem griechischen Radiosender gesagt hatte: „Unsere Feinde sind die Türken und nicht die türkischen Zyprioten“. Die autokephale orthodoxe Landeskirche, die in der Person von Erzbischof Makarios III. den ersten Insel-Präsidenten gestellt hatte, hat starken Einfluss auf das Leben der griechischen Zyprioten und spielt auch in politischen Fragen eine wichtige Rolle.

 

Einen Wiedervereinigungsplan der UNO für die Insel hatten die griechischen Zyprioten 2004 in einem Referendum massiv verworfen, weil er der überwiegenden Mehrheit der aus dem Norden vertriebenen griechischen Zyprioten und deren Nachkommen die Rückkehr in ihre Heimatorte verwehrte, zugleich aber vorsah, dass ein großer Teil der von der Türkei angesiedelten 110.000 Festlandtürken und der türkischen Truppen auf der Insel bleiben kann. Die türkischen Zyprioten hatten den UNO-Plan angenommen. Völkerrechtlich ist die ganze Insel seit 2004 EU-Mitglied, doch findet das Regelwerk der Union im türkisch besetzten Norden keine Anwendung {Quelle: DiePresse.com vom 04.06.2010}.

 

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