kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der Kopf einer Frau gehört nur ihr 27. März 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 16:32

Vor sechs Jahren legte ich mein Kopftuch ab – eine Entscheidung, die mein Leben verändert hat. Muslimische Frauen sollten den Kopf endlich freibekommen!

 

In einer pluralistischen Gesellschaft bedeutet das Tragen des religiös begründeten Kopftuchs Zugehörigkeit und Identität. Mit dem Ablegen meines Kopftuchs vor sechs Jahren verlor ich diese Zugehörigkeit und stand vor der Herausforderung, meine eigene Identität zu entwickeln.

 

Über 30 Jahre lang hatte ich die sichere Rolle der gehorchenden Frau gespielt, die nicht zweifelt, sondern glaubt. Heute gilt unter vielen Muslimen: Das Kopftuch macht die Frau zu einem besseren Menschen. Ich finde, kein Kopftuch zu tragen macht zu einem freieren Menschen. Frei deshalb, weil ich jetzt nicht mehr dem Urteil Fremder ausgeliefert bin. Leider ist es so, dass sich eine Muslima mit dem Kopftuch als Äußerlichkeit Urteilen ausliefern muss. Niemand hat aber das Recht, über ihren Glauben zu urteilen, und niemand hat das Recht, von ihr zu verlangen, sich dem Urteil anderer auszuliefern.

 

Endlich ohne Kopftuch:

Ich erlebe als freier Mensch sehr viel Neues. Ich erfreue mich meiner Haartracht wie nie zuvor, genieße Wind und Wetter auf meinem freien Kopf und stelle fest, wie gut es doch Männer um den Kopf herum haben – besonders im Sommer. Als Komparsin sollte ich einmal die Rolle einer Kopftuch tragenden türkischen Passantin spielen. Im Umkleideraum weigerten sich plötzlich zwei der Komparsinnen, ein Kopftuch aufzusetzen. Die emotionale Ablehnung dagegen muss sie so sehr ergriffen haben, dass der Konflikt nicht mehr gelöst werden konnte und beide entlassen wurden. Sie waren nicht zu überzeugen, dass es sich doch nur um einen berufsbedingten Einsatz handelte. Ich hatte damit keine Probleme. Über 30 Jahre lang war ich es gewohnt, auf der Straße durch meine Kleidung als Muslima erkannt zu werden. Sie war weit geschnitten, und das Kopftuch ließ kein Haar mehr hervorschauen.

 

Neutralisierung weiblicher Reize:

Alles war bedeckt – bis auf meine Hände und mein Gesicht. Mit den Farben meiner Kleidung war ich sehr zurückhaltend, alles war möglichst unauffällig. Schminke kam sowieso nicht infrage. Sie hätte nicht zum Gesamtkonzept einer Neutralisierung weiblicher Reize gepasst. Ich hatte gelernt, dass ich dafür verantwortlich sei, wenn meinetwegen der sexuelle Trieb eines Mannes geweckt wird. Und das galt als Sünde, für mich und für den Mann. Da gab es einen Gott, den Allmächtigen, der das so bestimmt habe und über die Einhaltung seiner Bestimmung wache. Alles drehte sich um meine Religion, den Islam, und um mich als Muslima, die in Angelegenheiten der Religion keinen Fehler begehen wollte. Mir wäre damals nie in den Sinn gekommen, davon etwas infrage zu stellen oder etwa zwischen mir und diesem Gott an eine oberflächliche Beziehung der gegenseitigen Gefälligkeiten zu denken. Ohne die öffentliche Kopftuchdebatte gab es auch keinerlei Anlass dazu. Seit sieben Jahren findet diese Kopftuchdebatte statt. Ausgelöst wurde sie von der afghanischen Lehrerin Fereshta Ludin und ihrer Forderung, mit Kopftuch unterrichten zu dürfen. Bis zum Verfassungsgericht wollte sie ihr Recht auf Religionsfreiheit einklagen.

 

Kopftuch gleichgesetzt mit Gruppenidentität:

Die Debatte führte zu einem infantilen Kampf der Rechthaberei, bei dem ein Bekleidungsstück einfach mit der Religion gerechtfertigt und mit einer Gruppenidentität gleichgesetzt wird. Dabei muss das nicht sein. Die Verse im Koran, auf die gern verwiesen wird, sind deutlich an eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Raum gebunden. Was damals als Erziehungsmaßnahme für Männer und praktisches Unterscheidungsmerkmal zwischen den gläubigen Frauen und den Sklavinnen diente, ist heute zu einem religiösen Ritual mit politischem Programm geworden. Das Dilemma der muslimischen Frau beginnt schon sehr früh, wenn kleine Mädchen in der Familie zum Tragen dieses Kopftuchs gezwungen werden, und zwar aus erzieherischen Gründen, um sich so früh wie möglich daran zu gewöhnen. Es handelt sich hierbei um einen Missbrauch im Namen von Religion.

 

Verordnete Scham:

Denn die Verhüllung wird empfohlen erst mit Beginn der Monatsblutung. So werden viele junge Mädchen ihrer Kindheit und Jugend beraubt, ohne zu verstehen. Ihr Körper gehört nicht mehr ihnen, sondern ihrer Familie und den gesellschaftlichen Interessen. Ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung wird durch eine verordnete Scham durchkreuzt. Sie sollen sich für ihren Körper schämen und ihn deshalb bedecken. Es herrscht sogar die absurde Vorstellung als Rechtfertigung, das Haupthaar mit dem Schamhaar zu vergleichen. Dass daraus lebenslange Komplexe entstehen können, wird leider nicht einmal von Entwicklungspsychologen thematisiert. Dann gibt es die noch wenigen verhüllten Frauen, die ihr Frausein und ihren Glauben neu definieren wollen und ihr Kopftuch zu diesem Zweck ablegen. Ich kenne keine, die dabei nicht auf massiven Widerstand aus den eigenen Reihen stößt und mit Verleumdungen diskriminiert wird. Eine Frau mit Verhüllung mag vielleicht eine gläubige Frau sein. Aber eine Frau ist mehr als nur eine gläubige Frau.

 

Selbstentfremdung durch Kopftuch:

Mit dieser Identitätszuschreibung durch die Verhüllung kann sich eine Frau in permanente Selbstentfremdung und Selbstverleugnung begeben. Eine verhüllte Frau hat nur wenige Auswahlmöglichkeiten, um zu sein, wer sie sein will. Lebt sie in einer der sogenannten islamischen Gesellschaften wie dem Iran oder Saudi-Arabien, muss sie sich der staatlichen Verfügung unterordnen und eine Burka, einen Tschador oder eine Abayya tragen. Lebt sie in einer der nicht muslimischen Gesellschaften, kann sie mit bunten Farben und modischen Erscheinungen der Verhüllung deren vorgegebene Grenzen ausschöpfen. Überschreiten kann sie sie nicht, weil es ihr verboten ist. Viele Muslime benehmen sich mit ihren Regeln der Bekleidung so, als ob Mann und Frau hauptsächlich dazu da seien, sich sexuell zu stimulieren, und dass dagegen unbedingt etwas unternommen werden müsse.

 

Glaube als Privatsache:

Dazu gehört die Vorstellung des strafenden Gottes – was nichts anderes ist als eine Einschüchterungstaktik. Eine eingeschüchterte Person wird schwerlich die Fähigkeit erwerben, eigene Entscheidungen zu treffen, um Verantwortung für sich zu übernehmen. Der Glaube sollte kein Mittel sein, um politischen Kollektivismus auszudrücken, er sollte Privatsache sein, so wie die Sexualität auch. Und der Kopf einer Frau gehört nur ihr.

{Die Autorin hat sich als Vorsitzende des Islamischen Frauenvereins jahrelang für muslimische Frauen und Kinder engagiert. Ihr Vater gründete die deutsche Sektion von Milli Görüs. 2005 legte sie öffentlich ihr Kopftuch ab und übergab es ein Jahr später dem Bonner Haus der Geschichte – www.welt.de}

  

Die muslimische Autorin Emel Zeynelabidin im Interview über Integration

„Das Kopftuch ist überflüssig“

 

Kassel. Emel Zeynelabidin hat den Kopf frei bekommen. Seit 2005 trägt die gläubige Muslima kein Kopftuch mehr und hat damit große Kontroversen unter Muslimen ausgelöst. Wir haben mit ihr gesprochen.


 

Frau Zeynelabidin, sind Sie ohne Kopftuch ein freierer Mensch?

Die muslimische Autorin Emel Zeynelabidin im Interview über IntegrationZeynelabidin: Ohne Kopftuch lebt es sich heute eindeutig besser. Ohne Kopftuch habe ich mich von neuem kennen lernen können und ich wundere mich sehr darüber, dass dieser Prozess von Selbsterkenntnis solchen Einflüssen wie einem kollektiven Religionsverständnis unterworfen sein kann. Ich erlebe mich vor allem als Frau anders als vorher, aber auch als Mitglied dieser Gesellschaft, in der ich lebe: ich bin eine von vielen und falle nicht mehr mit dem Kennzeichen einer Gruppenzugehörigkeit auf. Wer sagt, dass eine Frau ihren Glauben wie eine Fahne heraushängen muss?

 

Ist die Diskussion ums Kopftuch entscheidend für die Integration in Deutschland?

Zeynelabidin: Es geht um die kritische Situation der verhüllten Frauen seit der Kopftuchdebatte. Es gab Fälle von Gewalt an verhüllten Frauen, die auf das Tragen eines Kopftuchs zurückzuführen waren, weil das Kopftuch provozierte. Es gibt Einschränkungen in Ausbildung und Beruf für diese Frauen. Es gibt soziale Distanz zu diesen Frauen, und es gibt dadurch eine zunehmende Tendenz von Isolation und Abschottung in die eigene Welt. Es gibt diejenigen Frauen, die in den eigenen Kreisen diskriminiert werden wenn sie ihr Kopftuch ablegen. Es gibt den modischen Missbrauch, der bis zur Lächerlichkeit reicht. Ich frage mich deshalb ernsthaft, warum muslimische Männer nicht schon längst grünes Licht gegeben haben, um diese Zustände zu beenden, denn um sie geht es doch bei der Verhüllung. Brauchen Männer heute noch die Verhüllung, so wie es damals als praktische Maßnahme für sie eingeführt wurde? Laut der religiösen und historischen Quellen sollten sie mit der Verhüllung die gläubigen Frauen von den Sklavinnen unterscheiden können, und sie sollten nicht mehr von weiblichen Reizen abgelenkt sein. Wenn sich Frauen heute noch verhüllen, wie die gläubigen Frauen das damals aus diesen Gründen tun sollten, dann haben wir es heute diesen verhüllten Frauen zu verdanken, dass muslimische Männer, die im Kopf wie ein Mann aus jenen Zeiten tickt, die nicht so verhüllten Frauen als „Sklavinnen“ von heute betrachten! Bei dem Thema Integration in Deutschland muss erst einmal dieses Bild von Mann und Frau geklärt werden. In meinem Leserbrief an die ZEIT beklage ich die politischen Interessen an einem bestimmten Frauenbild mit bestimmten Werten und Maßstäben, mit dem in das Wertesystem und die Maßstäbe von Frauen ohne diese Verhüllung bestimmend eingegriffen wird.

 

In Deutschland scheint eine sachliche Debatte über dieses Thema noch nicht möglich zu sein. Wie kann sich das ändern?

Zeynelabidin: Wie kann man Bereitschaft, um über seine Selbstverständlichkeiten nachzudenken schaffen? Ich halte die Bereitstellung von Schutzräumen für offene Gespräche als eine mögliche Lösung für diese fehlende Bereitschaft sich zu öffnen. Die Konflikte werden sehr wohl wahrgenommen, aber nicht ernst genug genommen. Vielleicht haben bisher polarisierende Berichterstattungen und politisches Einmischen seitens des Staates eine Menge Vertrauen zerstört und Muslime in die Defensive geführt. Wer hat sich mal die Mühe gemacht, in deren Köpfe hinein zu schauen und ein wenig zur Selbstreflektion zu locken? Und zwar mit Fragen wie z.B. „Was hat Allah eigentlich gegen Damenfrisuren?“

 

Ist es hinderlich, dass beim Thema Islam sehr schnell über Verbote gesprochen wird?

Zeynelabidin: Das Kopftuchverbot ist ein großer Fehler gewesen, weil es den Prozess der Auseinandersetzung stark beeinträchtigt hat. Ich glaube immer noch daran, dass der beste Weg für eine Veränderung aus Einsicht über die umfassendere Aufklärung stattfinden kann, mit dem Ergebnis, dass diese Verhüllung keine Frage von Religion war und sich bis heute als Wüstentradition gehalten hat. Sehen denn Muslime im europäischen Alltag und in der Arbeitswelt und überall nicht, wie überflüssig heute solch eine Verhüllung für eine Frau geworden ist? Oder dient diese ganze Aktion dazu, sich an dem Schutz der Religionsfreiheit zu bereichern?

 

Was erwarten Sie von der Berliner Islamkonferenz?

Zeynelabidin: Ich wünsche mir sehr, dass dieses sehr unterschiedliche Bild vom Menschen und der Sinn des Lebens bei Muslimen und nicht- muslimen geklärt werden, unter Einbeziehung von Psychologen und auch modernen Theologen, die in der Gegenwart leben und mutig sind. Denn es sind diese Menschen, die Probleme verursachen, an denen die Islamkonferenz noch scheitern wird, wenn diese Grundsatzthemen nicht geklärt sind.

 

Ihr Vater ist Mitbegründer der Organisation Mili Görus, die der Verfassungsschutz als islamistisch einstuft. Wie hat das Ihr Verständnis von Religion geprägt?

Zeynelabidin: Mein Verständnis von Religion hat sich völlig unabhängig von den politischen Aktivitäten meines Vaters entwickelt. Für mich war mein Vater eigentlich auch ausschließlich mein Vater und nicht der Führer einer Organisation. Er hat mich als Mensch mit seinem frommen Glaubensverständnis, das die Liebe zum Menschen als Geschöpf des Schöpfers im Mittelpunkt hatte, sehr geprägt, und nicht etwa indiskutable Regeln und Rituale und deren Einhaltung mit Angst und Druck.

 

In Deutschland diskutieren oft Außenstehende über den Islam. Muss auch innerhalb der Religion über Emanzipation und Aufklärung geredet werden, um die Integration voranzutreiben?

Zeynelabidin: Das angstfreie Gespräch findet nicht statt. Es wird vieles befolgt ohne infrage gestellt zu werden. Dieses System von Scharia ermöglicht gegenseitige Kontrolle und Verurteilung, dem sich niemand in den eigenen Kreisen gerne aussetzten möchte.

 

Was würde sich verändern, wenn mehr Menschen ihr Moslem- Sein selbst definieren würden – so wie Sie es tun?

Zeynelabidin: Ein Muslim ist derjenige, der das Glaubensbekenntnis ausspricht, und nicht derjenige, der die Scharia befolgt.Ein Muslim ist ein Vorbild.Ein Muslim ist für mich auch derjenige, der erlebt hat was Hingabe bedeutet. Das ist die eine Bedeutung des Wortes Islam.Ich habe meine eigene Definition von Islam gefunden, weil ich mich mit meiner Biographie auseinander gesetzt habe, und zwar ohne mir dafür erst eine Erlaubnis von irgendeinem Gelehrten einzuholen. Das politische System der Scharia muss durchschaut und überwunden werden, damit sich jeder diese Erlaubnis geben kann und erkennen kann, dass es das eigene Leben ist, welches Fragen beantwortet und Erklärungen gibt.

 

Zur Person: Emel Zeynelabidin (49), geboren in Istanbul, lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland. Mit 16 wurde sie ihrem zukünftigen Ehemann versprochen, gleich nach dem Abitur heiratete sie. 2005 trennte sich die sechsfache Mutter von ihrem Mann und legte nach 30 Jahren ihr Koptuch ab. Heute arbeitet sie als freie Autorin und engagiert sich in islamischen Vereinen in Berlin. {Quelle: HNA.de}

 

 

Emel Algan: „Kopftuchgebot im Koran ist überholt“

 

Wetzlar (PRO): Emel Algan ist die Tochter eines Mitbegründers der „Türkischen Union Europa“, besser bekannt unter dem Namen „Milli Görüs“. Die 47-jährige Muslimin konnte die extrem konservative Sichtweise ihres Vaters viele Jahre teilen und trug 30 Jahre lang ein Kopftuch. Bis sie sich mit den Versen im Koran genauer beschäftigte – und das Kopftuch ablegte. Emel Algan wurde 1960 in Istanbul geboren, sie lebt seit vielen Jahren in Berlin. Ihr Vater, ein strenggläubiger Muslim, gründete in Deutschland eine Sektion der muslimischen Gemeinschaft „Milli Görüs“, des heute zweitgrößten islamischen Vereins in Deutschland. Seit 1985 firmiert der Verein mit Sitz in Kerpen bei Köln unter diesem Namen. Seine Ausrichtung und Positionen sind umstritten, vertritt er doch eine extrem konservative Sichtweise des Islam. Auch aus diesem Grund wird „Milli Görüs“ vom Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen beobachtet.
Den Koran hinterfragt: {Emel Algan heiratete mit 19 Jahren, auch auf Druck ihrer Familie, ist Mutter von sechs Kindern. Jahrzehnte trug sie auch das für viele Musliminnen obligatorische Kopftuch. „Lange habe ich nicht hinterfragt, warum muslimische Frauen überhaupt ein Kopftuch tragen sollen“, erklärte Emel Algan auf einer Veranstaltung der CDU Lahn-Dill am Montag in Wetzlar, „bis ich mich mit dem Koran und den entsprechenden Suren näher befasst habe.“
Das Tragen eines Kopftuches ist heute nicht mehr notwendig: Über einen Zeitraum von zwei Jahren befasste sich die Muslimin mit dem Koran – und fasste im Jahr 2004 den Entschluss, ihr Kopftuch abzulegen. Sie war damals 44 Jahre alt. „Im Koran gibt es mehr als 6.000 Verse, und nur zwei befassen sich mit der Verhüllung der Frau“, so Algan. In einem Vers etwa werde Frauen vorgeschrieben, sich zu verhüllen, wenn sie das Haus verlassen. Ein zweiter Koranvers spricht davon, dass Frauen ihren Halsausschnitt verdecken sollen. Emel Algan plädiert jedoch dafür, beide Vorschriften in ihrem historischen Kontext zu bewerten}. {Quelle: www.pro-medienmagazin.de} 
 

One Response to “Der Kopf einer Frau gehört nur ihr”

  1. bazillus Says:

    Der Artikel unterstützt die Kritikpunkte der Islamkritiker zum großen Teil in dieser Frage. Jedoch verkennt die Erklärende, dass Einsicht und Hinterfragung in einem streng-gläubigen Milieu einer Gegengesellschaft für die einzelne Frau nur schwerstmöglich ist und sofort mit dem Ausschluss oder dem Ehrenmord zu rechnen hätte. Es ist sicher richtig, das Einsicht, das Kopftuch abzulegen, der bessere Weg wäre. Politisch ist dies aber nicht mit Einsicht zu erreichen, sondern mit strikten Verboten. Dieses Verbot sollte auch für Schülerinnen an öffentlichen Schulen in Kraft treten. Denn unter diesem Verbot kann sich eine Diskussion und eine Erkenntnis der Sinnhaftigkeit gerade dieses Verbots entwickeln. Die Schülerinnen würden durch den physisch freien Kopf auch einen religiös freien Kopf bekommen. Sie könnten den Unsinn oder den Sinn von Kopftüchern hinterfragen und sich selbst fragen lernen, ob sie sich als Person ohne Kopftuch nicht freier und selbstbestimmter entwickeln können. Sie würden lernen, sich nicht als Aushängeschild der zweifelhaften Ehre ihrer männlichen Familinen- und Clanmitglieder zu fühlen oder fühlen zu müssen.

    Leider ist die Kopftuchdebatte nur eine Seite der Medaille, und dazu noch eine kleine. Die islamische Denkweise des Besserseins, des Überlegenseins, des Wertvollerseins drückt sich doch nicht nur im Tragen des Kopftuch aus, sondern in der koranischen Denkweise insgeamt. Die Muslime müssen lernen, dass alle Religionen die gleichen Rechte, den gleichen Wert und die gleichen Pflichten haben. Eine Sichtweise der Überlegenheit heraus auf andere herabblickend ist eine ausgrenzende Sichtweise, die wir im Nationalsozialismus zur Genüge kennen gelernt und heute beseitigt haben. Jetzt kommt der Islam in seiner ganzen Totale hier nach Europa, findet ein suizidales Europa vor, welches atheistisch grün besetzt ist und bringt genau diese Denkweise, sogar noch religiös überhöht und politisch fordernd auf die Tagesordnung der Politik, indem der Islam versucht, die grundgesetzliche Religionsfreiheit für sich vorteilhaft auszulegen und durch Klagen und Anträge diese wie ein Kleinkind seine Grenzen auszutarieren und zu definieren.

    Das Kopftuch ist nur das sichtbare äußerliche Zeichen der Abschottung. Das Kopftuch sagt folgendes aus:

    Ich bin muslimisch und aus diesem Grund besser als Nichtmuslime.
    Ich stehe dem Ungläubigenheiratsmarkt nicht zur Verfügung.
    Ich stelle die Ehre meiner gesamten Familie nach außen hin dar.
    Ich verhülle mich, damit ich Männern keinen Anlaß gebe, triebhaft zu sein.
    Ich verhülle mich, weil ich zu einer bestimmten religiös denkenden Gruppe von Muslimen gehöre, die wenig mit den Einheimischen zu tun haben will.

    Diese Frauen verraten jedoch mit dem Tragen des Kopftuches alle ernsthaften Bemühungen ihrer Glaubensschwestern in islamistisch geprägten Ländern, dieses Stück Stoff ablegen zu wollen. Anstatt ihnen zu zeigen, dass sie ihre Religion auch ohne Kopfverhüllung ernsthaft ausüben könnten, weil sie hier die Freiheit haben, unverhüllt durch die Straßen zu gehen, verhüllen sie sich „pseudoselbstbewusst“, damit sie in ihrer Gemeinschaft wohl gelitten sind und ihr Image dort aufpolieren können.

    Das Verbot des Kopftuchtragens von Schülerinnen würde bewirken, dass den Mädchen wenigsten in der Schule das Tragen des Kopftuches erspart bleibt. Wer das Kopftuch mit Fanatismus tragen will, kann dies in der Freizeit tun, nicht in der Schule. Man würde mit dieser Maßnahme die Mädchen zumindest zeitweise dem in dieser Frage unangemessenen Einfluss der Eltern entziehen. Der Einfluss der Eltern ist nämlich entscheidend. In muslimischen Familien herrscht in religiösen Dingen das Gehorsamsprinzip. Sowenig wie Muslime ihre Religion und ihre Religionsgrößen Prophet und ihren Gott hinterfragen dürfen, dürfen sie auch religiösbedinge kulturelle Traditionen nicht hinterfragen. Wer Gehorsam von kleinauf gelernt hat und gewohnt ist, gehorsam zu leben, lernt nicht, die für das Leben wichtigen Fragen zu stellen und die gesamte Religion und ihre Traditionen hinterfragen zu lernen. Das ist aber die erste und wichtigste Voraussetzung ein bewusstes eigenständiges Leben führen zu können und auch diskutieren zu lernen.

    Ein Kopftuchverbot für Schülerinnen in öffentlichen Schulen wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, um mit diesen muslimischen jungen Damen später besser integrierte Mitglieder dieser Gesellschaft zu gewinnen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s