kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Äthiopien: Hunderte Christen aus Jimma-Region vertrieben 24. März 2011

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 11:59

„Wir sind an unsere Grenzen gekommen“

 

 

Open Doors: Hunderte Christen aus der äthiopischen Jimma-Zone sind aus ihren Dörfern geflohen. Anfang März war es in der überwiegend von Muslimen bewohnten Region zu gewaltsamen Angriffen gekommen. Häuser von Christen und Kirchen wurden völlig zerstört. Lokale Kirchen unterstützen die Vertriebenen, doch seien sie angesichts der vielen Flüchtlinge an ihre Grenzen gekommen, berichtete Open Doors-Mitarbeiter Amare* aus Jimma.

 

In Jimma-Stadt im Westen des ostafrikanischen Landes nahmen lokale Kirchen die erschöpften und traumatisierten Menschen in Empfang und versorgten sie mit Essen und Unterkünften. Viele von ihnen, darunter Mütter mit Kindern, waren mehr als fünf Stunden zu Fuß unterwegs gewesen. Mitarbeiter des Hilfswerkes für verfolgte Christen Open Doors berichteten, Ankömmlinge seien in Tränen ausgebrochen und hätten zu Gott gefleht. Mitarbeiter Amare: „Es war herzergreifend zu sehen, wie liebevoll und fürsorglich die Helfer sich um die Menschen kümmern. Jugendliche nahmen den Müttern, die ihre Kinder auf dem Arm trugen, schweres Gepäck ab. Andere arrangierten Plätze, wo sie sich ausruhen konnten.“

 

Angebliche Koranentweihung: Zum Ausbruch der sich ausbreitenden Angriffe kam es am 2. März, nachdem Muslime einen Christen beschuldigt hatten, einen Koran zerrissen und Seiten als Toilettenpapier benutzt zu haben. Binnen fünf Tagen sind in und um Asendabo in der Jimma-Zone Tausende verletzt und ein Christ getötet worden. Das Mitglied der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche (EOC) hatte sich in der „Mekane Yesus Kirche“ versteckt; wurde jedoch entdeckt und als vermeintlicher Evangelist mit einem Schuss in die Brust getötet.

 

Nach Schätzungen von Kirchenleitern sollen an den Angriffen Mobs aus etwa 15.000 aufgebrachten Muslimen beteiligt gewesen sein. Sie verübten Brandanschläge auf 49 Kirchen und mindestens 28 Häuser. Etwa 4.000 Christen flohen in die Ortschaften Ako, Jimma, Dimtu und Derbo. Asendabo liegt etwa 300 Kilometer von der Landeshauptstadt Addis Abbeba entfernt in der Region Oromia. Allein in Ako sollen 2.500 Menschen angekommen sein. Dicht gedrängt harren sie dort aus.

 

Erst zerstören, dann töten: Wir sind so dankbar, hier zu sein“, sagte eine Mutter, nach ihrer Ankunft in Jimma-Stadt. „Sie haben unsere Kirche niedergebrannt. Polizisten rieten uns, die Gegend zu verlassen. Sie hätten keinen Befehl, auf die Angreifer zu schießen. Es sei daher besser für uns, an einen sicheren Ort zu fliehen.“ Die Frau weiß nicht, was mit ihrem Haus geschehen ist. „Ich habe die Tür abgeschlossen und alles zurückgelassen. Wir haben gehört, wie Muslime sagten: ‚Nachdem wir ihre Kirchen und Häuser niedergebrannt haben, werden wir die Christen töten.“ Aus welchem Dorf die Angreifer kommen, wisse sie nicht, aber sie seien mit Brandbomben bewaffnet gewesen. Obwohl örtliche Pastoren die Regierung und die Bundespolizei um Hilfe ersucht hatten, war es zunächst zu keinen entsprechenden Interventionen gekommen. „Beamte  sagten uns, wir sollen unsere Mitglieder beruhigen“, berichtete ein Pastor. „Doch wie sollen wir sagen: ‚Bleibt ruhig‘, während ihre Häuser und Kirchen niedergebrannt werden?“

 

Am Limit angekommen: „Es ist so traurig. Viele mussten alles zurücklassen“, sagte ein Kirchenleiter zu Open Doors-Mitarbeiter Amare. „Wenn der Regen einsetzt, wird die Situation noch schlimmer. Unter den Vertriebenen sind viele Kinder. Wir wissen nicht, wie lange die Menschen unter diesen Umständen hierbleiben können.“ „Wir haben Essen und Trinkwasser nach Ako gebracht“, so ein anderer Pastor aus Jimma mit. „Wir tun, was wir können, doch es sind so viele, die versorgt werden müssen. Wir sind in Jimma an unsere Grenzen gekommen.“

 

Verfolgung von ehemaligen Muslimen: Die Jimma-Zone ist ein überwiegend von Muslimen bewohntes Gebiet im Bundesstaat Oromoia. Im Oktober 2006 kam es dort zu heftigen Angriffen auf Christen. Tausende äthiopischer Muslime sind dort zum Glauben an Jesus gekommen. Doch viele halten ihren neuen Glauben geheim und treffen sich Untergrundgemeinden. Als Reaktion auf die Konversionen haben lokale islamische Führer begonnen, Christen muslimischer Herkunft anzugreifen und die – in ihren Augen – „Abtrünnigen“ zu isolieren. Im Februar dieses Jahres fand in der Jimma-Zone eine große islamische Konferenz statt. Einigen Christen war es gelungen, heimlich an dem Treffen teilzunehmen. Wie sie schilderten, haben muslimische Prediger gesagt, sie würden Mitglieder an die Ungläubigen (Anm.: gemeint sind Nicht-Muslime) verlieren. Wenn sie nichts dagegen unternähmen, wären sie in dieser Region bald Geschichte.

 

Liebe leben: Derzeit ist es zu keinen weiteren Übergriffen in der Region gekommen. Ein Angreifer wurde verhaftet. Er soll mehr als 20 Christen bedrängt haben, zum Islam zu konvertieren. Kirchenleiter bezweifeln eine Beruhigung der Lage. Zudem gibt die prekäre Situation der Vertriebenen Anlass zur Sorge. Viele Personen werden noch vermisst. Pastoren aus Jimma können sich kein genaues Bild der Lage machen. Beamte haben verboten, in betroffene Gebiete zu reisen. Solange die Regierung es den Flüchtlingen nicht erlaubt, zurück in ihre Wohngebiete zu gehen, solange sind die Menschen in Jimma und an anderen Orten herausgefordert, den Vertriebenen so gut es geht zu helfen.

 

Eine weitere Herausforderung ist die Unterstützung jener Menschen, die alles verloren haben. „Die allgemeine Situation ist so schlimm, dass die lokalen Kirchen jede nur mögliche Hilfe benötigen“, so Open Doors-Mitarbeiter Amare. „Dies ist die Zeit, in der wir den verfolgten Christen in Jimma unsere Solidarität und unsere Liebe zeigen können. Durch Gebet und Hilfe: beides wird dringend gebraucht.“

 

Open Doors unterstützt die Christen in der Region mit Nothilfe und steht den Betroffenen seelsorgerlich zur Seite.

 

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