kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Morgenandacht: Mitten im Leben vom Tod umfangen 17. März 2011

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 22:15

Trauer – Die Gedanken vieler Menschen sind in diesen Stunden bei den Opfern der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan. Die Morgenandacht des Deutschlandfunks vom Samstag.

 

Apokalyptische Bilder, von denen ich meinen Blick nicht losreißen kann: eine Flutwelle, die Schiffe an Brückenpfeilern zerquetscht, Autos und Container wie ein Stück Papier in die Luft hebt und sie durcheinander wirbelt. Menschen, Häuser, Industrieanlagen – sie werden zum Spielball der Naturgewalt. Die wirklichen Ausmaße der Katastrophe sind noch nicht absehbar. Von Stunde zu Stunde wächst die Gewissheit – es werden unzählige Tote und Verletzte sein, die wirtschaftlichen und materiellen Schäden massiv. Das hoch technologisierte Japan von einer Minute zur anderen ein geschundenes Land.

 

Doch die Zahlen der Zerstörung, wie hoch sie auch noch klettern werden, sie werden klein und nichtig angesichts der individuellen Schicksale. Wenn die Zahlen von der Tagesordnung verschwunden sein werden, bleibt der Verlust, den die Menschen erlitten haben. Bleiben die Erinnerungen an traumatische Szenen und bedrohliche Situationen. Bleiben die Narben der Verletzungen. Selbst wenn die Japaner aufgrund der geologischen Gegebenheiten an Erdbeben gewohnt sind: Dieses Ausmaß übersteigt alles bislang Erlebte – das Beben, die Flutwelle, dann die Brände und die drohende Reaktorkatastrophe.

 

Die Natur schert sich nicht um uns Menschen: Stellen Sie sich vor, sie sind in einem Haus am Meer. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel. Eine riesige Welle rauscht heran, verschlingt das Haus. Die Fensterscheiben bersten, das Wasser dringt ins Haus ein und steigt. Sie klammern sich an ein Versorgungsrohr. Irgendwann werden Sie ertrinken, das wissen Sie. Dies ist eine Szene aus einem Alptraum. Solche und ähnliche Traumbilder stecken in allen Menschen, sie sind in unserem kollektiven Gedächtnis gespeichert. Sie verweisen darauf, dass wir bedroht sind. Die Natur mit ihren Gesetzen schert sich nicht um uns Menschen mit unseren zerbrechlichen Knochen und der dünnen Haut. Wir schützen uns, wo und wie wir können, so auch die Japaner. Und doch: Die Naturgewalt bezwingt Japans Top-Technologie.

 

Und so war es ein ängstliches Erstaunen, das man den Gesichtern im japanischen Parlament ablesen konnte. Dort saß gestern der japanische Premier Naoto Kan mit den Abgeordneten, als das Gebäude unter dem Erdbeben erzitterte. Wir können uns noch so viele Schutzmechanismen ausdenken, wir können uns noch so gut absichern. Es ist am Ende nicht möglich, sich vor Leid und Tod zu schützen. „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen“ heißt es in einem Kirchenlied. In der Passionszeit, die gerade begonnen hat, bedenken wir dies in den Kirchen. Und doch ist das kaum zu begreifen.

 

Die Bilder rücken nahe an uns heran: Manche Bilder aus dem fernen Japan rücken uns nah, weil sie uns an eigene Leid- oder Schreckenserfahrungen erinnern. Wie groß war mein Schreck, als in diesem Winter bei einer Schmelze ein riesiger Eiszapfen direkt hinter mir vom hohen Dachfirst unseres Altbaus stürzte. Er hätte mich fast durchbohrt. In der Schrecksekunde dankte ich Gott, dass ich schon einen Schritt weiter war, als er auf dem Boden auftraf. Wie schlimm ist es, wenn die Trümmer wie in Japan vom Himmel regnen und man nicht fliehen kann. In der Bibel gibt es einen Psalm, in dem jemand in Not ist und betet:

 

„Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; … und die Flut will mich ersäufen. Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde aus den tiefen Wassern; dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge“ (Psalm 69).

 

Existenzielle Erfahrungen, die unseren Machbarkeitswahn in Grenzen halten. Wir können uns schützen mit aller Intelligenz und Technologie. Und: Unser Leben bleibt immer zerbrechlich. Es ist kostbar. Das ist das, was wir lernen können aus nicht verhinderbaren Naturkatastrophen. Und wir können noch etwas tun: Beten wir für die Menschen im pazifischen Raum, dass sie ihre innere Stärke nicht verlieren und bei allen Verlusten, allen Verletzungen Menschen finden, die ihnen helfen, diese zu tragen. Helfen wir mit durch das, was wir geben können. Zeigen wir, dass wir eine weltweit vernetzte Gemeinschaft von Menschen sind, die niemand in Not allein lässt.

{Quelle: www.evangelisch.de – Von Petra Schulze, Pfarrerin in Berlin. Die Morgenandacht wurde am Samstag im Deutschlandfunk gesendet}

 

EINE ANDACHT ZUM GEBET FÜR JAPAN

 

Angesichts der Katastrophe in Japan fragen wir uns, wie schon so oft vorher, was wir als Christen tun können und ob es etwas nutzt „nur zu beten“! Beten ist im Moment, ausser Spenden ja das Einzige was wir überhaupt tun könnten. Die Bilder im Fernsehen, die Schreckensnachrichten aus Japan im Radio überschlagen sich und das Internet ist ebenfalls voll mit Horrorszenen der letzten Tage. So viel menschliches Leid, soviel Angst, aber auch soviel Tapferkeit der Bevölkerung, soviel Diszpiplin die man sehr bewundern muss. Die Meldungen wollen nicht abreissen und immer wenn man denkt, es wird vielleicht genug, kommt eine neue Hiobsbotschaft! Erdbeben, Tsunami, nukleare Katastrophen und immerneue Explosionen im AKW, und wieder neue Beben immer wieder erschüttern das Land.

 

Was gestern noch in Ordnung war, ist heute in Schutt und Asche. Tausende Tote und zahllose Obdachlose, Menschen auf der Flucht vor der radioaktiven Wolke und man rechnet mit um die 100 000 Kindern, die ihre Zuhause verloren haben. Das alles ist schrecklich und jeder der es verfolgt ist erschüttert, vielleicht fragen wir uns ob wir da noch glauben können. NUTZT ES DA ZU BETEN? Ich möchte euch ermutigen zu BETEN! Ich glaube es ist das BESTE was wir Christen Japan jetzt geben können. Gebet stärkt die Menschen dort, sie bringen die Not vor Gott! Einen Gott den der Großteil der Japaner nicht kennt. Nur 3 Prozent dort sind Christen.

 

Wir dürfen also, wie es die Bibel nennt, in den Riss zwischen Gott und diesem Volk treten und für sie jetzt an ihrer Stelle die ganze Katastrophe ausbeten. Wir dürfen an ihrer Stelle beten, für Wasser, Kleidung, Nahrung, für Rettungen, Heilungen, für Familien die ihre Angehörigen verloren sowie für Menschen die jetzt in den Trümmern vielleicht sterbend liegen, für Helfer aus aller Welt und dass Gott, unser Gott, eingreift, In der Bibel steht, dass die Gebete der Heiligen, also derer die GOTT KENNEN, aufsteigt zu GOTT und in SCHALEN GESAMMELT WIRD. Diese Schalen wird der HERR auf JAPAN ausschütten und das Land wieder segnen wenn wir sie mit unseren Gebeten vollmachen. Unser GEBET IST NICHT VERLOREN, AUCH WENN ES ZUNÄCHST NICHT SO AUSSIEHT, als würde es gehört, zu SEINER ZEIT wird GOTT WIRKEN und unsere GEBETE mit benutzen, dem Land sein ERBARMEN UND SEINE GNADE UND LIEBE ZU ZEIGEN!

 

Auf die Frage nach dem WARUM, habe ich genausowenig eine ANTWORT, wie jeder andere Mensch auf der Erde, aber ich weiß auch aus Erfahrung wie GEBETE WIRKEN! In der Bibel gibt es da eine Geschichte von einem Hauptmann dessen Knecht krank ist. Er kam zu Jesus und bat ihn nur EIN WORT ZU SPRECHEN, damit sein KNECHT zuhause gesund würde. Er war selber Hauptmann und befahl Menschen, die gehorchen mussten, und er hatte JESUS ERKANNT. Darum bat er IHN zu sprechen, denn er hatte wahrgenommen dass JESUS DER SOHN GOTTES der BEFEHLSHABER DER HIMMLISCHEN MÄCHTE WAR! Und tatsächlich wird der Knecht auf diesen Glauben hin gesund. Japaner sind unsere menschlichen Brüder und Schwestern. WIR dürfen genauso glauben, dass der SOHN GOTTES, der AUFERSTANDENE LEBENDIGE HERR, immer noch der SELBE IST WIE DAMALS! ER reagiert immer noch auf BITTEN UND GEBET! Lasst uns daher nicht müde werden in Katastrophen für die Gebiete zu beten. Jetzt besonders für Japan. ER KANN und ER WIRD HELFEN, zu SEINER ZEIT und nach SEINEM PLAN! Jesus selber bat den Vater auch für uns, dass wir zwar nicht aus der Welt genommen würden, aber dennoch vor dem BÖSEN bewahrt blieben. UND er wusste dass wir oft nicht wissen, so wie auch JETZT was wir eigentlich beten sollen…!

 

Wir dürfen deshalb uns ganz auf den Heiligen Geist verlassen. Dieser vertritt die Glaubenden, die Betenden vor Gottes Thron in unaussprechlichem Seuftsen! Wir dürfen also sehen, dass selbst wenn wir nicht perfekt beten, wir einen himmlischen Übersetzer vor Gott haben! GOTT SIEHT UNSERE HERZEN in diesen Stunden! Wir dürfen kommen und beten und bitten für Japan. Jesus hat uns dabei schon einen grossen Anhaltspunkt gegeben, vielleicht ist das Gebet das ER uns GAB sogar das BESTE was wir in diesen ZEITEN für JAPAN und andere KRISENGEBIETE beten können: DAS VATERUNSER!

 

Ich möchte sie / Euch ermutigen: Bleiben sie/ bleibt daran weiterzubeten, auch wenn es aus eurer Sicht keinen Sinn macht. Vom Himmel aus sieht es ganz anders aus. GOTT SAMMELT DIE GEBETE und wird sie JAPAN und der WELT zum BESTEN DIENEN LASSEN!

GEBET für JAPAN:
VATER UNSER IM HIMMEL
GEHEILIGT WERDE DEIN NAME ( IN JAPAN)
DEIN REICH KOMME ( NACH JAPAN)
und DEIN WILLE GESCHEHE ( IN JAPAN)
wie im HIMMEL, so auf ERDEN (UND IN JAPAN)
unser tägliches Brot gib uns heute ( gib den Japanern jetzt Brot und auch WASSER!)
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!
Führe uns nicht in Versuchung, sondern ERLÖSE UNS VON DEM ÜBEL! ( ERLÖSE JAPAN VON DEM ÜBEL)
Denn DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT ( und das gilt auch für die JAPNER)
in EWIGKEIT
AMEN

 

Bibelstellen zum Thema:

 

Röm 8,26: „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen“.

= Math. 6,10:  „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen“.]

 

= Aus Math. 8: „Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s. Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde“.

= Jak 5,16: „Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist“.
= 1Petr 2,9: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“.

 

= Offb 7,14: „Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind’s, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes“.
= Offb 5,8: „Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen“.

=Offb 15,7: „Und eine der vier Gestalten gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen voll vom Zorn Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit“.

© Elke Aaldering

 

2 Responses to “Morgenandacht: Mitten im Leben vom Tod umfangen”

  1. bazillus Says:

    Ich habe die Andacht gelesen und gebetet und fand sie angemessen und sehr gut. Möge Gott, der Herr in Christus Jesus den Menschen dort helfen. Herr, lass Japan nicht allein und sorge für die Menschen, vor allem für die Kinder. Das Vater unser in dieser Form jetzt speziell für Japan habe ich in dieser Form noch nie gelesen oder gehört. Danke für diese gute Gebetsidee.

    Wenn ich da an die Medien speziell in Deutschland denke in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht. Diese die Menschen in Japan dahinraffende Doppelnaturkatastrophe durch Erdbeben der Stärke 9,0 auf der nach oben hin offenen Richterskala, welche einen Tsunami mit größtem Zerstörungsfaktor ausgelöst hatte und die anschließende Atomreaktorenkatastrophe, die bleibende Strahlungsschäden hinterlassen wird, werden durch die Medien in Deutschland zynisch und den japanischen Opfern gegenüber einfach zu schäbig und moralisch verwerflich behandelt. Die Medien speziell in Deutschland werden dem Leid der japanischen Menschen nicht genug gerecht.

    In Japan findet die größte menschliche Katastrophe statt, die neben einem Krieg durch die Naturgewalten möglich sind und tiefstes menschliches Leid und größte Not hervorruft und nach sich zieht und die deutsche Presselandschaft hat nichts besseres zu tun, der deutschen Bevölkerung zu suggerieren, dass hierzulande in 9 000 km Entfernung eine akute Atomhölle ausbrechen würde, obwohl jeder Experte Personenschäden in Deutschland ausschließen. Noch nie wurde eine Katastrophe medial so verzerrt für kleingeistiges poltisches Wahlkampfgeplänkel- und -kalkül missbraucht wie gerade dieses hier noch stattfindende Inferno. Anstatt zuerst das unendliche Leid der japanischen Menschen als das wichtigste Thema dieser Katastrophe medial aufrecht erhalten wird, wird hier sofort der atomare Supergau für die feigen Deutschen an die Wand gemalt, so dass die Kanzlerin sich genötigt sieht, aus heiterem Himmel einige AKW stilllegen und überprüfen zu lassen.

    Wäre diese Maßnahme in einigen Wochen angeordnet worden, wenn das gesamte Ausmaß der japanischen Katastrophe der Öffentlichkeit präsentiert und vorliegen würde, hätte ich dafür vollstes Verständnis. Es gibt so etwas wie eine pietätvolle Einhaltung einer „Karenzzeit“ für die Opfer. Kein Land der Erde hat so hühnerstallmäßig, so hyperventilierend auf diese Katastrophe reagiert wie gerade Deutschland. Die Presse tut so, als ob hier ein AKW in die Luft geflogen wäre und nicht in Japan.

    Der atomare Teil dieser Tri-Katastrophe ist eindeutig auf menschliches Versagen, nämlich auf die nicht zu stillende Geldgier einiger weniger Verantwortlicher in Japan zurück zu führen und auch die Informationspolitik Japans ist mit Recht zu kritisieren. Das Volk wird aber bereits jetzt in Sippenhaft genommen. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass diese Katastrophe ausgerechnet in die letzten aktiven Tage dieses jetzt zerstörten AKW fiel. Der Machbarkeitswahn der Technik sowie die Geldgier einiger weniger Eliten ist für diesen Teil der Katastrophe verantwortlich. Das kann schon jetzt gesagt werden.

    Das kann und muss in den Medien auch mit bestem Gewissen wahrheitsgemäß herausgestellt werden, jedoch ist es eine menschenverachtende Gestik der hiesigen Medien, nicht das Leid der Menschen in den Vordergrund zu stellen, sondern die Angst der Deutschen vor der Atomkraft zu schüren und mit dieser Tragödie sich vor den Karren der Parteien spannen zu lassen und für diese politisches Kapital heraus zu schlagen. Wenn der Begriff „Niedertracht“ Bedeutung haben sollte, so kann er getrost auf dieses politische und mediale Handeln angewandt werden.

    Jeder kann zur Atomenergie politisch stehen wie er oder sie will: Es bleibt ein Skandal, wie die notleidenden Menschen in Japan von unseren Medien behandelt wurden.

    Zur Atompolitik in Deutschland ist zu sagen, dass es m. E. ganz entscheidend ist eine gemeinsame europäische Lösung anzustreben. Dass die Atomkraft letztlich nicht beherrschbare Risiken in sich birgt und nur eine Übergangsenergiequelle sein kann, sollte feststehen. Solange jedoch allein Frankreich über 50 AKW in Betrieb sind und eine nicht unerhebliche Anzahl davon wie eine Perlenkette an der Grenze zu Deutschland aufgereiht ist, macht es absolut keinen Sinn, die AKW in Deutschland vor lauter schon fast peinlicher Angst wegen einer Tragödie im fernen Japan von jetzt auf gleich völlig überstürzt nur aus politischem Wahlkampf-Kalkül aufzugeben.

    Passiert nämlich der GAU in einem AKW in Frankreich an der deutschen Grenze, wird bei überwiegendem Südwest- oder Westwind die Strahlung Richtung Deutschland windgeleitet werden. Dieser deutsche Perfektionismus in dieser Frage führt völlig an den gegebenen Realitäten vorbei.

    Denken wir jetzt wie der Artikel, der sich extrem wohltuend von der mainstreampresse abhebt an die leidende japanische Bevölkerung als Ganzes, aber auch an das schwere Schicksal eines jeden einzelnen Japaners, ob Kind, Mann oder Frau und beten für sie um Kraft, dieses Tal der Tränen gestärkt verlassen zu können.

  2. Manuela Says:

    Sorge, Mitgefühl und Wut tanzen durch unsere Gemüter. Ehrfurcht kommt noch dazu. Ehrfurcht vor einer Macht, die wir zu beherrschen glaubten. Doch das Erdbeben hat uns im Mark erschüttert und der Tsunami hat uns gezeigt, was Power heißt. Auch unser Hochmut wurde gedemütigt. Die AKWs sind am Pranger und Millionen Menschen laufen Gefahr, den Preis zu bezahlen. Die persönlichen Schicksale in Japan zerreißen einem das Herz und man hat Mühe, sich im Alltag zurechtzufinden.

    Die Welt betet und hilft. Und Japan trauert.

    Und dennoch steigt Wut in einem hoch ob dieser ewigen Sicherheitslügen, die wir seit Jahren vorgebetet bekommen. Gerne würden wir jetzt einem dieser Sicherlinge in die Fresse hauen. Wie gut würde es tun, den Energiekonzernen die Schuld zu geben, verantwortungslosen Regierungen die Leviten zu lesen.

    Das Dumme daran ist nur:
    WIR HABEN DAS ALLES ZUGELASSEN.
    Wir waren mal wieder zu bequem, wollten unsere Ruhe und eine gefüllte Steckdose haben.

    Kann es sein, dass Dummheit blöd macht? Wie der Einäugigen König unter den Blinden ist, so scheint auch der Bescheuerte Kaiser unter den Verrückten zu sein.

    Es sind nicht die Anderen, die diesen Mist gebaut haben.
    NEIN, WIR SIND ES.
    Es gibt nicht mehr nur uns und die Anderen. Uns, die nichts zu sagen haben und die Anderen, denen wir die Verantwortung und die Schuld dafür geben. Es gibt nur noch das gemeinsame Leben auf diesem Planeten und das gilt es nun zu verantworten und zwar von jedem hier.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s