kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Deutsch vor Zuzug stört nur Fundamentalisten“ 15. März 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 00:39

Maria Fekter sieht Probleme bei der Integration von Türken. Sie überlegt Deutsch- und Ausbildungspflicht für Imame in Österreich.

 

Eine österreichische Parlamentarier-Delegation war – wie berichtet – vergangene Woche auf Integrations-Mission in Ankara. Die Ergebnisse waren ernüchternd: „Türken bleiben Türken“ war von Politikern und Experten oft zu hören, Integrationsprobleme in Österreich wurden bestritten .

 

KURIER: Ist Integration für türkische Politiker ein Fremdwort?
Maria Fekter: Mir ist das nicht neu. Das Auftreten von Premier Erdogan und die sehr eindeutigen Positionen des türkischen Botschafters in Wien lassen vermuten, dass es Bemühungen gibt, die türkischen Auswanderer stärker an die Türkei zu binden. Tatsache ist: Der überwiegende Teil lebt gut integriert nach westlichen Werten. Es gibt nur mit einer kleineren Gruppierung große Probleme. Die tragen ihr Nicht-integriert-sein-Wollen auch provokant vor sich her.

 

Ein Berater Erdogans sieht in Deutschkursen im Ausland eine „Provokation“…
Wir fordern Deutsch vor Zuzug – es gibt zu Hauf Sprachinstitute, es ist leicht möglich, Deutschkenntnisse zu erwerben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele, vor allem Frauen, zu uns gekommen sind und kein Wort Deutsch können – auch wenn sie längst Österreicherinnen sind. Deutsch vor Zuzug stört die Fundamentalisten. Genauso stört sie, dass wir das Mindestalter für arrangierte Ehen auf 21 Jahre angehoben haben.

 

Gibt es zu Zwangsehen ein Problembewusstsein auf türkischer Seite?
Ich habe das mit dem türkischen Botschafter und mit Anas Schakfeh (Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft) besprochen. Beide haben klipp und klar gesagt: Das werden Sie nicht abstellen können, das ist Tradition. In einer gewissen Gruppierung, bei sehr Traditionellen aus ländlichen Gegenden, ist das Gang und Gäbe. Die pochen auch darauf, dass wir uns nicht einmischen. Dort gibt es auch große Wissenslücken, was die gesundheitlichen Probleme betrifft, die entstehen, wenn man im familiären Kreis über mehrere Generationen Kinder zeugt.

 

Ist das ein Massenproblem oder sind das Einzelfälle?
Wir wissen, dass ein Drittel der türkischstämmigen Mädchen nach dem Pflichtschulabschluss aus dem Bildungssystem abhandenkommt. Das ist ein Indiz, dass sie im familiären Verband versorgt werden müssen – und das funktioniert eben über die Ehe. Ein Drittel der Mädchen! Das ist kein Beweis, aber ein Indiz, in welcher Größenordnung sich das bewegt.

 

Die Türkei plant eine neue Behörde für Auslandstürken, um sie besser betreuen zu können. Ist das sinnvoll?
Wir haben doch bereits die Imam-Vereine. Imame sind Anführer in der Community, türkische Staatsbürger und Premier Erdogan weisungsgebunden. Da hat die Türkei bereits einen sehr langen Arm in Österreich. Ich habe ein Unbehagen damit, wenn wir hier Strukturen haben, die der türkischen Staatsgewalt unterliegen. Wir bieten auch in Wien eine Imam-Ausbildug an – nur wird die nicht von denen angenommen. Die wir gern dort hätten, die gehen nicht hin. Es kommen nur die moderateren. Das bereitet uns Sorge. Man muss andenken, ob es eine Verpflichtung geben sollte, dass Imame in Österreich ausgebildet werden. Auch eine Deutschprüfung für Imame ist zu überlegen.

 

Werden Sie den Druck auf Zuwanderer erhöhen?
Es gibt zwei große Sorgenkinder: Wir Österreicher können mit manchen religiösen Symbolen schwer umgehen, die uns auch äußerlich sichtbar begegnen. Das Kopftuch tut zwar niemandem weh – aber es stört die Österreicher sehr stark. Die andere Seite hat ein großes Problem mit Emanzipation und der Gleichbehandlung der Frau. Das ist denen tief suspekt, das lehnen sie ab. An diesen beiden Grundproblemen müssen wir arbeiten. Wir müssen auch ganz klar sagen, was wir erwarten: Es geht nicht an, dass wir eine Fülle von Jugendlichen haben, die nur den Pflichtschulabschluss haben – oder nicht einmal den. Das beginnt bei Sprachdefiziten, dann kommt man in der Schule nicht mit, hat keinen Abschluss, keine Lehrstelle, keine Qualifikation. Das müssen wir durchbrechen.  {Quelle: www.kurier.at}

 

2 Responses to “„Deutsch vor Zuzug stört nur Fundamentalisten“”

  1. Wolf Says:

    Kleiner Gedankengang zu diesem Thema.

    Wenn türkische Politiker und Experten behaupten „Türken bleiben Türken“, so haben sie durchaus recht. Sie haben auch das Recht, dies zu behaupten. Ein Volk sollte auch seine Wurzeln nicht vergessen und darf sich auch mit Stolz zu ihnen bekennen.

    Ein Türke bleibt ein Türke, auch wenn er in einem anderen Land lebt, oder geboren ist. Genau wie ein Karpfen kein Lachs wird, selbst wenn er in dessen Gewässer laicht.
    Es gibt viele Tierrassen und viele Menschenrassen und jede ist auf ihre Art erhaltenswert, ja, macht diese Welt interessant und erlebenswert.

    Wenn ich aber z.B. als Deutscher in ein anderes Land auswandere, muß ich mich den Gegebenheiten und Sitten des von mir gewählten Landes anpassen. Ich darf diesem Land nicht meine Art aufzwingen wollen, oder erwarten, daß das dort angestammt lebende Volk sich meiner Art anpasst. das würde einer Anektion des Landes gleichkommen.

    Integration ist also nicht die Annahme einer anderen Kultur durch die angestammte Bevölkerung, sondern die selbst gewollte Einfügung der zugewanderten Menschen anderer Volkszugehörigkeit, in die bestehende Leitkultur des gewählten Landes.

    Zum Abschluß meines Beitrages stelle sich jeder mal selbst die Frage, was man von einem erwartet würde, wollte man in einem moslemen Land leben und das als christlicher Europäer…….

  2. Gazi Antepli Says:

    Wert zwing denn Sie in Ihrem Land den Türken oder Moslems anzupassen? Auch in der Türkei würde Sie keiner zwingen Kopftuch zu tragen oder irgend etwas anderes zu machen. Im gegenteil, in der Türkei tragen vielleicht nur %10 der Frauen Kopftuch un der Rest läuft wie ein Europer. Auch hier sind ganz weniger von der Kleidung her sich von Deutschen zu unterscheiden. Aber die Deutschen sehen nur die wenigen Türkinnen mit Kopftuch und die große europäisch gekleidete Mehrheit sind eifach unsichtbar oder werden von Deuschen für Italienerin, Griechen oder sonst was gehalten. Und viele viele Menschen aus Rumänien oder Balkanländer oder arabischen Länder, deren Sprache ich manchmal nicht mal zuordnen kann, die sich nicht benehmen können, werden für Türken gehalten.


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