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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Rabbi Michael Boyden zu Obama und Ägypten: Zocken mit der Demokratie 1. März 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:04

Es fällt schwer sich auszumalen, was zur Entscheidung der US-Regierung geführt hat, sich mit solch unanständiger Hast von Präsident Mubarak und seiner Regierung zu distanzieren und sein Pfund in die Waagschale derer zu werfen, die auf dem Tahrir-Platz demonstrierten.

 

Die Unterstützung der Protestler geschieht angeblich im Namen von Freiheit und Demokratie – aber Mubarak war seit mehr als dreißig Jahren im Amt! Warum die plötzliche Sorge um die Bevölkerung der weltgrößten arabischen Nation, von der ein Drittel Analphabeten sind und kaum einen Schimmer davon haben, was Demokratie tatsächlich bedeutet?

 

Wenn es darum ging, sich mit der ägyptischen Bevölkerung zu identifizieren und sich auf die Seite der Sieger zu stellen, fällt es schwer zu glauben, dass diese nachträgliche Stellungnahme zum Erfolg führen kann. Die Vereinigten Staaten haben Präsident Mubarak viel zu lange unterstützt, um sich jetzt noch von seiner Diktatur distanzieren und um fünf vor zwölf das Pferd wechseln zu können.

 

Von Tommy Vietor, Sprecher des Weißen Hauses, wird berichtet, er habe gesagt, es zählte allein „die Stimme des ägyptischen Volkes“. Solch noble Empfindung, zumal sie aus einem Land kommt, das Mubaraks Diktatur in der letzten Dekade zum Preis von $18 Milliarden unterstützt hat, deutet einen wesentlichen Politikwechsel der USA in der Region an.

 

Entsprechend bleibt den traditionellen Alliierten des Westens in der Region, wie etwa Israel und Jordanien, nichts anderes übrig als sich zu fragen, ob auch sie fallen gelassen werden, wenn es einmal Spitz auf Knopf stehen sollte. Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben bereits ihre Sorge darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Position, die die USA eingenommen haben, zu nichts anderem führen wird, als einer Destabilisierung der Region; es ist anzunehmen, dass Saudi Arabien und die VAE wissen, wovon sie reden.

 

Nachdem die Bemühungen, im Irak eine Demokratie zu errichten, gescheitert sind, hätte man gehofft, der Westen hätte daraus eine Lehre gezogen. Fawaz George, libanesischer Professor und Leiter des Middle East Centres der London School of Economics, drückte sich letztes Jahr in The Guardian wie folgt aus: „Obwohl die zweiten Parlamentswahlen im Irak seit der von den USA angeführten Invasion einen Meilenstein darstellen, werden sie weder die existenzielle Krise des Landes beheben, noch werden sie das Land einer wirklichen Demokratie näher bringen. Die Berichte der ziemlich unbeholfenen Independent High Electoral Commission zeigen nur wenig Veränderung in den politischen Einstellungen und Loyalitäten. Insgesamt wählen Iraker nicht entsprechend politischer Programme, sondern sie wählen entsprechend ihrer Glaubens- und Stammeszugehörigkeiten, die alle anderen Loyalitäten übertrumpfen“.

 

Ein ähnliches Bild zeigt sich offensichtlich im Libanon, wo der von der Hizbollah unterstützte Kandidat Najib Mikati erst letzte Woche zum Premierminister ernannt worden ist. Sunniten protestierten in einem „Tag des Zorns“ gegen das, was sie als „Putsch light“ der Hizbollah bezeichnen.

 

Alle, die miterlebt haben, was auf der West Bank und im Gaza-Streifen geschehen ist, seit dort unter internationaler Beobachtung im Jahr 2006 Wahlen durchgeführt wurden, werden verstehen, dass die arabische Welt ein Pulverfass ist, dem gegenüber gutgemeinte, naive Versuche, die Demokratie nach westlichem Muster einzuführen, nicht unbedingt die erwünschten Ergebnisse haben.

 

Zu Beginn der letzten Woche, auf dem Höhepunkt der Unruhen in Ägypten, entflohen 22 Anhänger eines Hizbollah-Kommandos zusammen mit Mitgliedern der Hamas aus dem Gefängnis. Es wird berichtet, sie seien nun zurück im Libanon und im Gaza-Streifen. Es stünde dem Westen gut zu Gesicht, die Präsenz solcher Menschen in Ägypten wahrzunehmen; Menschen, die wenig Interesse an Demokratie haben, die vom Iran unterstützt und angestiftet werden und deren geistige Führer entzückt sind von dem, was gegenwärtig auf den Straßen von Kairo und Alexandria geschieht.

 

Ein Ägypten, in dem die Moslembruderschaft irgendeine zentrale Rolle spielt, wird den Friedensvertrag mit Israel in die Tonne treten und die Verbindungen in den Gaza-Streifen intensivieren. Was sich in Ägypten entwickelt, kann ernste Auswirkungen auf die Stabilität in der Region haben.

 

Alle, die dem Missverständnis aufsitzen, der israelisch-palästinensische Konflikt wäre die Hauptursache der Instabilität im Nahen und Mittleren Osten, sind gut beraten, jetzt mal genau hinzusehen. Es heißt, der alternde Schauspieler Omar Sharif unterstütze die Protestler. Als einer der weltbesten Bridge-Spieler und häufiger Gast in den Casinos an der Côte d’azur weiß er nur zu genau, dass das Zocken ein riskantes Geschäft ist. Im Gegensatz zu Omar Sharif können wir es uns aber nicht erlauben, Risiken einzugehen und mit unserem Leben zu spielen.

{Quelle: www.haolam.de – Aus dem Englischen übersetzt von Gerrit Liskow}

 

 

Hinter den Kulissen der Unruhen in Ägypten: Der Obamessias hat gesprochen

 

Wer aus den Fehlern der Geschichte nicht lernt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen. Keine Ahnung (und zu faul zu recherchieren), wer das (wörtlich oder sinngemäß) gesagt hat – ist aber auch egal. Der Satz hat eine gewisse Gültigkeit. Und wir erleben gerade wieder einmal, wie wahr er ist. Ich weiß auch nicht, ob derjenige, der diesen Satz formulierte, von Leuten redete, die keine Ahnung von Geschichte haben und sie schlicht ignorierten – oder ob er Leute meinte, die wider besseres Wissen handeln (oder auch nicht). Oder beides. Und ich bin mir nicht ganz sicher, in welche Kategorie mit Barack Hussein Obama (aka Barry Soetoro) und mit ihm seine ganze linke Gefolgschaft aus dem akademischen Leben, den Medien und den Israelhassern der USA wie auch der entsprechenden Kohorten in Europa (und selbst Israel) dabei gehören – sind sie einfach nur dumm und ignorant oder handeln sie wider besseren Wissens?

 

Wie auch immer: Der ganze linke Sumpf der Gutmenschen hat jetzt den US-Präsidentendarsteller als Vorzeige-Schwätzer für den gesamten Müll, der von der Geschichte widerlegt ist: Obama wurde auf Fox News interviewt und gab zum besten, dass die Mehrheit der Ägypter die Muslimbruderschaft nicht unterstützt. Das predigen uns unsere Qualitätsmedien schon seit Beginn des Aufstands. Ignoriert wird, dass es keine absoluten Mehrheiten braucht, um an die Macht zu gelangen, sonst hätten es weder die Bolschewisten zur Supermacht gebracht, noch hätten wir die Nazis an der Macht gehabt. Lenin hatte prozentual wohl weniger Unterstützer als die Muslimbrüder heute in Ägypten. Trotzdem hat er es zum Diktator gebracht, der mit Massenmord alles beseitigte, was seiner Herrschaft im Weg stand. Stalin hat das noch etwas perfektioniert und seine Neurosen dann auch an seinen eigenen Leuten ausgelebt – was diese nicht überlebten.

 

Obamas „Weisheit“: Ich glaube, die Bruderschaft in Ägypten ist eine Bewegung, aber sie haben nicht die Unterstützung der Mehrheit im Land. Unsere Optionen beschränken sich nicht auf die Muslimbruderschaft oder andere Ägypter. Eine Regierung, die die gesamte Bevölkerung repräsentiert, kann nur eingerichtet werden, wenn Ägypten die Übergabeprozess beginnt. Der Mann weiß entweder nichts davon, wie die Bolschewisten, die Nazis und selbst die Mullahs im Iran wirkten, vorgingen und die Macht eroberten oder er verdrängt es – außer, er ist damit einverstanden oder wünscht es sich sogar, dass die Muslimbrüder an die Macht kommen. Wer das „Argument“ anführt, die Muslimbrüder hätten keine Mehrheit, hat keine Ahnung von Geschichte und Politik – oder wendet sich willentlich von seinem Wissen ab.

 

Doch Obama und setzt noch einen drauf, was bei uns auch schon nicht ganz neu ist und begeistert verbreitet wird: „Sie sind gut organisiert und es gibt Stränge in ihrer Ideologie, die antiamerikanische sind. Da gibt es keine Zweifel. Aber da ist etwas, das wir begreifen müssen: Es gibt einen ganze Menge säkularer Leute in Ägypten, es gibt eine Menge Lehrer und Zivilgesellschaft in Ägypten, die auch in den Vordergrund treten. Und es wichtig, dass wir nicht sagen, unsere einzigen Optionen seien entweder die Muslimbruderschaft oder ein unterdrücktes ägyptisches Volk. Was ich in Ägypten haben will, ist eine repräsentative Regierung“.

 

Eine Bevölkerung, die zu 30% hinter der Muslimbruderschaft steht, von 59% gegenüber den „Modernisierern“ vorgezogen wird und bis zu 90% hinter „Werten“, die die Organisation vertritt, könnte von der Gruppe hervorragend repräsentiert werden – mal abgesehen davon, dass Obama mehr verlangt, als er selbst bietet, denn er repräsentiert mitnichten das gesamte Volk der USA. Er ignoriert wichtige Punkte, die für eine Regierungsbildung notwendig sind: Organisiertheit, Machtwille, Durchsetzungskraft. Das alles hat die Muslimbruderschaft – die übrige Opposition in Ägypten nicht. Und eine Extremistentruppe ist nun einmal bereit sich durchzusetzen, andere zu ihrem Vorteil vorzuschicken und sie dann zu beseitigen, wenn die Fassaden nicht weiter gebraucht werden.

 

Dass die Islamisten überhaupt als Verhandlungs- und Koalitionspartner hofiert werden sollen, zeigt eine Besoffenheit von der eigenen Verblendung, die ihresgleichen sucht: Die USA müssen sicherstellen, dass „wir alle Gruppen in Ägypten für einen geordneten Übergang zusammen bekommen und dass das einer sinnvoller Übergang wird“. Sagt der Oberstümper einen Tag nach der Aufforderung der Muslimbrüder an die Ägypter sich auf Krieg mit Israel vorzubereiten.

 

Kommt keinem von diesen Superhirnen auf die Idee, dass die Muslimbruderschaft sich nur zurückhält, um später umso besser auf dem Thron sitzen zu können? Kommt niemand von den Wegguckern auf die Idee, dass die Muslimbruderschaft strategisch agiert und ihre Absichten derzeit nicht so offen verkündet, um umso besser auf ihre Ziele zusteuern zu können? Haben sie wirklich keinen Schimmer, dass Extremisten „Tarnen und Täuschen“ zu ihrem Inventar zählen?

 

„Sie reden von Koalitionen, aber sie sind weit stärker als die anderen Parteien und wir haben in Europa gesehen, wie sie in eine Koalition gehen und dann die Radikalen die Macht übernehmen. Es ist jedoch noch zu früh, um zu sagen, dass sie tatsächlich an der Macht sind“, sagte Prof. Shimon Shamir am Montag im öffentlichen israelischen Radio. „Noch“ ist hier entscheidend. Im Libanon hat die Hisbollah auch geduldig an der Machtergreifung gearbeitet. Jetzt ist ihr Wunschkandidat im Amt. Warum sollte es in Ägypten nicht genauso laufen?

 

Die Geschichte spricht deutlich dafür, dass es so sein wird. Wer das ignoriert, wie es Obama und seine Leute wie auch unsere Qualitäts-Journaille tun, ist gefährlich – für die Ägypter, für die Muslime, für uns und unsere Zivilisation.

{Quelle: www.heplev.wordpress.com}

 

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