kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Revolution lässt in Zentral Afrika immer noch auf sich warten 28. Februar 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:59

Nur die Ruhe vor dem Sturm, z.B. in Zimbabwe, Kamerun, Angola, Gabun, Äthiopien?

 

Zimbabwe wurde verspätet in die Unabhängigkeit entlassen. Ab 1980 führt der damals 56 jährige Befreier des Landes, Robert Mugabe, die Geschäfte Zimbabwes mit eiserner Faust. Am 20. Februar 2011 wurde Comrade Bob 87 Jahre. Drei Mal ist er in den letzten Monaten nach Singapur und Malaysia geflogen, weil er den Chirurgen seines Landes nicht mehr traut. Er soll an Prostatakrebs erkrankt sein. Er hat geschafft, die Landwirtschaft seines Landes durch die gewaltsame Enteignung der Agrarhöfe zu zerstören, so dass Zimbabwe nicht mehr Exporteur von Nahrung, sondern auf der Liste der Empfänger humanitärer Pakte der Kirchen und der UNO ist.

Zimbabwe hat keine Währung mehr, sondern lebt auf Dollar und Rand Basis. Der 87 jährige hat bei der gefälschten Wahl von 2005 107 Aktivisten der gegnerischen Partei ermorden lassen. Dennoch gab es keine Demonstration der Zimbabwer gegen diesen Niedergang, in den das Land durch den Präsidenten geführt wurde.

 

In Angola ist der herrschende Eduardo dos Santos seit dem 10. 9. 1979 Präsident. Er begann als Kommunist, wurde nach 1991 zum perfekten Wendehals: Er schickte  seine russische Frau nach Moskau zurück, heiratete eine angolanische Stewardess. Mit der geht er sonntags mit TV-Begleitung in die Kathedrale. Dos Santos ist mittlerweile 32 Jahre an der Macht. Dieser Tage konnte man lesen: Yoweri Museveni sei nunmehr zum fünften Mal seit 1986 wiedergewählt zum Präsidenten des Landes. Er war einst ein linker Befreiungskämpfer, aber 2005 ließ er zu seinen Gunsten und seiner Wiederwahl die Verfassung ändern. So ist er gewissermaßen Präsident auf Lebenszeit.

 

Wo sind die Demonstranten, die das Festival der Demokratie ausdehnen auf Zentral- und das südliche Afrika? Bisher gähnt das Afrika südlich der Sahara. In Zimbabwe – so wurde mir berichtet – hat man den 87. Geburtstag von Mugabe gefeiert wie den des Sonnenkönigs Louis XIV. Aber der wurde durch den Bastillesturm in Paris am 14. Juli 1789 auch überrascht. Es braucht auch nur ein Funke zu sein, der das Fass der Missstände zum Überlaufen bringt.

 

In Kamerun hält sich ein Lackaffe namens Paul Biya mit der Unterstützung Frankreichs seit  29 Jahren. In Gabun, einem stinkreichen Ölförderland, das für die besitzende Schicht von 150.000 das Champagner trinkfesteste Land der Welt ist, starb Präsident Omar Bongo nach 42 Jahren ganz plötzlich in einem Luxus Hospital in Barcelona. Die neue Masche afrikanischer Führer besteht darin: eine Dynastie zu begründen. Der Sohn von Omar Bongo ist jetzt in Gabun an der Macht. Warum aber rast der Virus des Tyrannensturzes von Kairo, Tunis und Tripolis nicht weiter bis nach Yaounde (Hauptstadt von Kamerun), nach Harare (Zimbabwe), nach Addis Abeba (Äthiopien), nach Khartoum (Sudan)? Ja, dort hat es wohl einige zaghafte Demonstrationen gegeben. Es hat vielleicht mit dem zu starken Denkmal des Big Man zu tun, auf den sich die Völker verlassen. Nur das Militär hat solche Big Man bisher stürzen können.

 

So gab es eine lange Zeit im Ghana Jerry Rawlings, Fliegergeneral der ghanaischen Armee. Der machte sich aber zu einem vorbildlichen Herrscher. Er gab einmal die Macht ab, aber das Land versackte unter der Herrschaft des Zivilpräsidenten in privater Bereicherung der Elite. Rawlings übernahm das Land noch einmal und führte es zu einer funktionierenden Demokratie. Die Gehorsamsbereitschaft der Völker, auch der Gläubigen in Afrika ist bestimmt durch das Führerbild des – auf Kisuaheli gesagt – „Bwana Mkubwa“, des „großen Mannes“. Mobutu konnte deshalb 30 Jahre an der Macht bleiben im Kongo, weil er ein so großer Mann war, Big Man. Er hieß auch: Mobutu Sese Seko Ngbundu Wa Za Banga, das heißt deutsch: „Der Gockel, der alle Hennen deckt“.

 

Ich war vor fünfundzwanzig Jahren in Nairobi bei einer Veranstaltung des Goethe Instituts. Und der Leiter des Goethe Instituts und ich selbst wurden eingeladen in eine Live Sendung des Kenya Fernsehens um 16.00 Uhr. Wir saßen da im Studio und wegen der Scheinwerfer wurde es schön warm. Und wir sahen, dass die Uhr im Studio auf 16.10 stand. Dann fragte ich, ob das denn nicht eine Live Sendung sei? Da lachte der Aufnahmeleiter und sagte uns: Diese Sendung fange immer erst an, wenn der Präsident Daniel Arap Moi zu Hause in seinem Palast angekommen sei.

 

Man soll sich nicht täuschen. Und die afrikanischen Despoten sollen sich nicht in Sicherheit wiegen. Der Funke kann schnell überspringen. 350 von 960 Mio Afrikaner sind bereits handy Benutzer. Und in vielen Dörfern Afrikas werden bereits Al Dschazirah und BBC World über eine Satellitenverbindung gesehen. Die junge Generation hat es in der Hand, aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit aufzubrechen. Diese Despoten Afrikas werden die Ereignisse in Kairo, in Tunis und jetzt auch in Tripolis sicher mit der allergrößten Sorge beobachten. Sicherheit und Ruhe werden sie nicht mehr erleben. Wie heißt es in dem Königsdrama von William Shakespeare: „MacBeth mordet den Schlaf“.

 

Sie werden sich zur medizinischen Behandlung nur noch so lange an andere Orte fliegen lassen, wie der Flughafen nicht von Demonstranten besetzt wird. Und dann gibt es nur noch die Möglichkeit, den Krieg gegen das Volk mit Panzern und Flugzeugen zu beginnen und zu scheitern. Oder möglichst schnell aus dem Lande zu verduften. Nach Saudi Arabien z.B.. {Quelle: www.sonnenseite.com – Von Rupert Neudeck}

 

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