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Die Väter des Dschihad – 83 Jahre Muslimbrüder 26. Februar 2011

Einsortiert unter: Moslembrüder — Knecht Christi @ 01:48

Die Muslimbruderschaft feierte heuer ihr 83-jähriges Bestehen. Ein Blick auf die politische Geschichte dieser Organisation, die den Islam zur Weltherrschaft führen will.

 

Erst seit wenigen Jahren wird der ältesten, einflussreichsten und größten politisch-islamischen Gruppierung, der Muslimbruderschaft, öffentliche Aufmerksamkeit zuteil. Und zwar vor allem deshalb, weil etliche Terror-Gruppen aus ihr hervorgingen. Auch Osama bin Laden und die Todespiloten des 11. September 2001 waren ja Muslimbrüder. Für internationales Aufsehen sorgte im Juni 2007 die Machtergreifung des palästinensischen Arms der Bruderschaft, der Hamas, im Gaza-Streifen; seither herrscht dort ein totalitäres Regime.

 

Die Muslimbruderschaft verfügt heute weltweit über Zweigstellen in mehr als 70 Ländern, auch in Österreich. Sie organisierte laut dem Terrorexperten Olivier Guitta die gewalttätigen Proteste gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen. Unter ihrem Einfluss stehen unzählige Moscheen und Kulturvereine in Europa. Ein weiterer Grund für das wachsende Interesse an dieser Gruppierung ist der Umstand, dass sich als gemäßigt gebärdende islamische Ansprechpartner westlicher Politik aus den Reihen der Muslimbrüder kommen und enge Kontakte zu Terrororganisationen pflegen. US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama entließ Mazen Asbahi, seinen Koordinator für muslimische Angelegenheiten, als dessen Mitgliedschaft bei zwei Hauptorganisationen der US-Muslimbruderschaft bekannt wurde.

 

 

Karen Hughes, eine enge Beraterin von US-Präsident George Bush und ehemalige Staatssekretärin für öffentliche Angelegenheiten und Diplomatie, förderte mit etlichen Hunderttausend Dollar aus dem Staatsbudget US-Organisationen, die Verbindungen zu Hamas und Hisbollah haben. In Österreich durften bei den Imamkonferenzen wichtige Persönlichkeiten der Muslimbruderschaft, wie der deutsche Multifunktionär Ibrahim El-Zayat, nicht fehlen.

 

Der bescheidene Beginn: 1928 gründete der junge Arabischlehrer Hassan al-Banna (Bild links) mit sechs Arbeitern im ägyptischen Dorf Ismailiya die Muslimbruderschaft, eine auf den ersten Blick harmlose Gruppe, die islamische Bildung, karitative Hilfe, aber auch den Kampf gegen Frauenemanzipation und christliche (und jüdische) Minderheiten zu ihren Anliegen machte. Die Muslimbrüder gründeten eine Abendschule, bauten mit Geldern der britischen Suez-Kanal-Gesellschaft eine Moschee als Hauptquartier und schufen, nach der Übersiedlung nach Kairo, eine Pfadfindergruppe, die regelmäßig Sportjugendlager veranstaltet, bei denen Jugendliche indoktriniert wurden. Hamas-Gründer Ahmed Yassin verletzte sich in den fünfziger Jahren in einem solchen Lager bei einem Sprung ins Meer, und blieb fortan querschnittsgelähmt.

 

Politische Machtergreifung im Namen des Islam ist die ideologische Zielsetzung der Muslimbrüder: „Wir erkennen kein Herrschaftssystem an, das nicht auf dem Islam basiert und aus ihm stammt“, verkündete al-Banna. „Wir wollen den muslimischen Menschen, dann die muslimische Familie, dann die muslimische Gesellschaft, dann die muslimische Regierung, und schließlich die muslimische Nation (gemeint ist die „Umma“, die weltumspannende islamische Gemeinschaft)“. Genau diesen Weg schlug später die „Hamas“ ein: Anfangs betrieben Muslimbrüder in Palästina Sozialarbeit, dann gründeten sie eine politische Partei und eine bewaffnete Organisation, um ihre Gegner zu bekämpfen.

 

Expansionsträume: Der Gründer der Muslimbrüder, Al-Banna, träumte von der Vereinigung der islamischen Nationen zu einem einzigen Vaterland: „Das spanische Andalusien, der Balkan, Süditalien und die griechischen Inseln sind islamische Kolonien, die in den Schoß des Islam zurückkehren müssen.“ Am Ende „wollen wir alle Mächtigen für die Sache Allahs unterwerfen“.

 

In der Anfangsphase verkehrten Muslimbrüder auch in der britischen Botschaft in Kairo, wo sie Informationen über säkular[1] ausgerichtete Ägypter ablieferten. Ägypten war seit 1923 eine offiziell unabhängige Monarchie, die aber politisch noch immer von den Briten kontrolliert wurde. Die britische Kolonialpolitik und Ägyptens König Fuad I. stießen bei allen wichtigen parlamentarischen Parteien, ob bei der nationalistischen Wafd-Partei, den Vertretern des ägyptischen Säkularismus oder jenen des aufgeklärten Islam, auf Ablehnung. Folglich förderten die Engländer religiöse Vereinigungen und Königstreue, ganz besonders die Muslimbrüder. Auch in anderen arabischen Staaten unter britischer Herrschaft konnten die Muslimbrüder später problemlos politische Parteien gründen. Heute befindet sich ihre offizielle europäische Zentrale in England.

 

Hassan al-Banna unterstützte auch den Vorschlag, König Fuad zum neuen Kalifen über alle islamischen Länder zu machen. Diese unrealistische Idee, als deren Urheber die Engländer galten, welche auf diese Weise ihre Kontrolle über die ganze arabische Welt ausdehnen wollten, wurde allerdings fast durchwegs abgelehnt. Als ein Rechtsgelehrter der Al-Azhar-Universität, Ali Abd ar-Raziq, erklärte, ein Kalifat sei prinzipiell nicht der Wille Gottes, wurde er auf Initiative von al-Bannas Lehrer Raschid Rida entlassen.

 

Verhängnisvoll wirkte sich al-Bannas Neuinterpretation des Begriffs „Dschihad“ (Heiliger Krieg) aus, der ursprünglich sowohl geistige Anstrengung zur Verbreitung des Islam wie auch Kampfmittel des Kalifen im Krieg gegen feindliche Soldaten bedeutet hatte. [2] Erst al-Bannas weit verbreiteter Dschihad-Essay schuf die ideologische Grundlage für hinterhältige Terroranschläge gegen Zivilisten, Nicht-Muslime und deren Helfer. Selbstmordattentate, so al-Banna, seien ein altes, ehrenwertes Mittel zum Sieg. Das Motto der Muslimbrüder lautet: „Allah ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unser Gesetz. Dschihad ist unser Weg. Sterben auf dem Wege Allahs ist unsere größte Hoffnung.“

 

„Nieder mit den Juden“: Aufgrund der immer heftigeren Kämpfe mit jüdischen Siedlern wurde Palästina das bevorzugte Aufmarschgebiet des Dschihad. Ein von al-Banna gegründetes Studentenkomitee organisierte ab 1936 Demonstrationen mit Parolen wie „Nieder mit den Juden“ und „Juden raus aus Ägypten und Palästina“. Muslimbrüder riefen in Moscheen, gegen den Willen der Imame, zum Boykott jüdischer Geschäfte auf. Im Oktober 1938 initiierten sie in Kairo die „Islamische Parlamentarierkonferenz zur Verteidigung Palästinas“, bei der sie arabische Übersetzungen von Hitlers „Mein Kampf“ und „Die Protokolle der Weisen von Zion“ verteilten (ein Pamphlet, welches eine Weltverschwörung der Juden beweisen sollte). Die Mitgliederzahl der Muslimbruderschaft stieg in den Jahren von 1936 bis 1938 von 800 auf mehrere Tausend an.

 

So wurde die Muslimbruderschaft zur Mutter des politischen Islam und zur ersten politisch-islamischen Massenbewegung. Bis heute benützt sie den Nahostkonflikt als Hauptmotor für ihre Mobilisierung neuer Mitstreiter. Die Charta der Hamas erklärt den „Juden“ den Kampf und behauptet, die „Protokolle der Weisen von Zion“ enthielten den zionistischen Plan zur Erlangung der Weltherrschaft mit Unterstützung von Freimaurern und Rotary-Klubs. Und nur die Herrschaft des Islam könnte diesen Drang zur Welteroberung stoppen.

 

Der ehemalige Europa-Sprecher der Muslimbrüder, Kamal Helbawy, bezeichnete 1992 „den palästinensischen Rechtsstreit“ als „Kampf zwischen zwei Führungen, einer satanischen, geleitet von den Juden und ihren Mitverschwörern, und einer religiösen, getragen von der Hamas“. Und er erklärte: „Hassan al-Banna versuchte einst, 70.000 Kämpfer heranzubilden, und begann mit einer Truppe von 10.000 Kämpfern. Heute wurden die Palästinenser zu hart kämpfenden Armeekorps. Lasst uns diese großartige Nation unterstützen.“

 

Der einflussreichste Führer der Bruderschaft ist heute Scheich Yusuf al-Quaradawi (Bild links), ein Islamgelehrter der Muslimbrüder, dessen Schulbuch übrigens in Österreich verwendet wurde. Er ruft zu Selbstmordattentaten gegen israelische Zivilisten auf und propagierte das Martyrium im Irak. Er versprach allen „Märtyrern“ das Paradies, sehr zum Ärger irakischer Islam-Gelehrter.

 

Das Bündnis der Bruderschaft mit den Engländern ging wegen der Palästinenser-Frage in die Brüche. Daraufhin gingen die gewandten Brüder eine neue Partnerschaft mit Hitlers Nazis, den Nationalsozialisten, ein, die Gelder an die Muslimbrüder überwiesen und mit Wohlwollen die Aufstachelung der Juden in Palästina beobachteten. Al-Banna bot den Nazis den Aufbau eines Agentennetzwerks im Nahen Osten an und schlug der ägyptischen Führung vor, durch einen anti-britischen Aufstand in Ägypten die deutschen Angriffe auf England zu unterstützen.

 

Anfang der vierziger Jahre baute die Bruderschaft in Ägypten einen Geheimapparat auf, der Politiker ermordete und die kommunistische Partei unterwanderte. Die Niederlage der Muslimbrüder bei den ägyptischen Parlamentswahlen 1945 löste weitere Terrorakte aus. Ministerpräsident Mahmud Nukarshi verbot daraufhin die Bruderschaft und wurde wenig später von ihr ermordet. Die Welle der Gewalt endete mit Hassan al-Bannas Eliminierung durch den ägyptischen Geheimdienst am 12. Februar 1949. Doch schon bald wurden die Muslimbrüder in Ägypten rehabilitiert.

 

Schon damals hatte die Muslimbruderschaft bereits viele tausende Mitglieder, die wichtige Posten in Armee und Gewerkschaften innehatten, und verfügte über eigene Moscheen, Firmen, Fabriken, Krankenhäuser und Schulen. Schon damals (und auch heute noch) sind die Muslimbrüder nur schwer zu enttarnen, da sie in „Familien“, kleinen Zellen von fünf bis sieben Personen, organisiert sind, die sich in Wohnungen treffen. Führer der Muslimbrüder betreuen stets mehrere „Familien“.

 

Nach al-Bannas Tod planten die Muslimbrüder gemeinsam mit der Bewegung der „Freien Offiziere“ im Haus von Sayyid Qutb (Bild links), ihrem neuen Vordenker, mit Erfolg den Sturz von König Fuad II. 1954 wurde jedoch Oberst Gamal Abdel Nasser Ägyptens Präsident, dessen panarabischer (national-arabischer) Sozialismus nicht in Qutbs Konzept von einem islamischen Schariastaat passte. Nach dem Scheitern eines Attentats auf Nasser landeten etliche Mitglieder, auch Qutb selbst, im Gefängnis.

 

Der Gottesstaat: Als Sayyid Qutb 1966 hingerichtet wurde, hatte er bereits etliche Klassiker des Dschihadismus verfasst. Die meisten Muslime sind in den Augen Qutbs Ungläubige, weil sie weltlichen statt islamischen Gesetzen folgen. Die heutige Lage auf Erden sei mit dem Zustand der allgemeinen „Unwissenheit“ vor Mohammeds Auftreten zu vergleichen. Rechtgläubige Muslime müssten mittels Predigt und Dschihad die gottlosen arabischen Regime stürzen und einen Gottesstaat errichten.

 

Zu Qutbs Bewunderern zählte auch ein junger ägyptischer Muslimbruder namens Aiman az-Zawahiri (Bild links), heute Al-Kaidas zweiter Mann. Der Onkel von Zawahiris Mutter war Qutbs Rechtsanwalt und schwärmte von dessen „heroischem Martyrium“. Osama bin Ladens „Dschihad-Rede“ vom 7. Oktober 2001 zitiert übrigens fast wortwörtlich Aussagen von Sayyid Qutb.

 

Ende der sechziger Jahre war die Bruderschaft in Ägypten als politische Bewegung fast bedeutungslos geworden. Nassers Nachfolger, Muhammad Anwar al-Sadat, ließ jedoch die Bruderschaft nach 1970 wieder zu und führte sogar teilweise die Scharia als offizielles Strafrecht ein. [5] Die Muslimbrüder attackierten dennoch Sadats Politik, verzichteten aber offiziell auf Gewalt, sehr zum Unmut von Radikalen wie Aiman az-Zawahiri, die daraufhin „Al-Dschihad“ gründeten und 1981 Sadat ermordeten. Seit 1984 beteiligt sich die Bruderschaft wieder an Parlamentswahlen und ist heute die stärkste Oppositionspartei. Verboten sind die Muslimbrüder zurzeit nur in Syrien. Neben Ägypten und Palästina sind sie besonders stark in Jordanien und seit 2004 im Irak verbreitet.

 

Die energische Verfolgung der Muslimbrüder unter Nasser hatte weit reichende Folgen: Viele Mitglieder flohen nach Europa, in die USA und nach Saudi-Arabien, wo sie großzügige Spender fanden. Aus Sicht der USA waren die Muslimbrüder lange Zeit Verbündete im Kampf gegen Kommunismus und arabischen Nationalismus. Und mit westlicher Unterstützung begann denn auch ihre weltweite Verbreitung.

 

1978 fanden Treffen führender Muslimbrüder in Aachen und München statt, an denen auch der sudanesische Diktator Hassan al-Turabi teilnahm. 1981 entstand in Deutschland die „Allgemeine Satzung der Internationalen Organisation der Muslimbruderschaft“. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung der Internationalen Organisation war der aus Ägypten stammende Milliardär Yusuf Nada, der auch in Wien ein Büro hat. Bis heute agiert die „Internationale Organisation der Muslimbruderschaft“ geheim. Ihr jetziger Vorsitzender Mahdi Akif, der in den achtziger Jahren im islamischen Zentrum in München wirkte, bestätigte 2004 erstmals ihre Existenz, ohne jedoch Angaben über ihren Aufbau zu machen. In einem Interview meinte Akif, er könne niemanden daran hindern „zu sehen, was zu sehen ist“. Hauptsitz der Muslimbrüder ist immer noch Kairo, in anderen Ländern bestehen nationale Gruppen, arbeiten eigenständig, aber unter ägyptischer Führung.

 

Die Muslimbrüder betrachten die demokratischen Staaten heute als die Hauptgebiete für die letzte Etappe ihrer weltweiten Machteroberung. Laut Quaradawi ist die politische Partizipation (Teilnahme) im Westen zwar islamische Pflicht, die Anerkennung von Säkularität (die Trennung von Politik und Religion) hingegen eine Häresie (unzulässig, verräterisch). Daraus folgt, dass die Muslimbrüder ihre wahren Überzeugungen meist verbergen.
{Quelle: www.zoelibat.blogspot.com}

 

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