kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Über 5000 Kopten demonstrieren am Tahrir-Platz 25. Februar 2011

Filed under: Koptenverfolgung — Knecht Christi @ 05:07

Eine Krankenschwester aus dem Krankenhaus „Angelo-American“ berichtet über den Mönch und die fünf Laien, die durch die Schüssen der ägyptischen Armee in Lebensgefahr schweben!

 

Scherif Ramzy (Foto) ließ eine Krankenschwester zu Wort kommen, die Anonym bleiben wollte. Ich weiß auch nicht, ob sie eine Christin wäre. Was ich weiß, ist die Tatsache, dass sie im Krankenhaus als Krankenschwester arbeitet, in dem die sechs Schwerverletzten liegen, die von den Schüssen der Armee getroffen wurden, als diese das Kloster des Heiligen Bischoy überfiel. Diese mutige Dame sagte: „Der Mönch heißt Pater Faltaos und wurde im Bauch und am rechten Oberarm mit scharfer Munition angeschossen. Er liegt im rechten Flügel und im siebten Obergeschoss. Zwei der jungen Arbeiter geht es sehr schlecht. Josef ist 19 Jahre alt und ihm wurde die Milz entfernt, weil sie von drei Schüssen zerfetzt wurde. Er bekam 20 Blutbeutel. Michael wurde die rechte Niere entfernt. Die beiden verloren sehr viel Blut. Daher spendeten alle Krankenschwester, Musliminnen oder Christinnen, in dem Krankenhaus Schabrawischy Blut für die beiden. Sowohl die Milz als auch die Niere sind im Krankenhaus Angelo-American und ihr könnt sie sehen. Ein anderer junger Mann wurde vom Dolch eines Gewehrs gestochen, was die Niere knapp verfehlte. Die vier bluten unglaublich weiter“.

 

Jetzt weiß ich, dass sie eine Koptin ist: „Im veröffentlichten Statement des Klosters wurde fast nichts von den Schandtaten erwähnt, die die muslimischen Soldaten begangen haben. Die Mönche, die im Krankenhaus waren, erzählten unerhörte Geschehnisse: Als die Soldaten auf uns losgingen, riefen sie mehrmals Allah Akbar, als ob sie in den Krieg gegen Feinde zeihen würden. Sowohl die Tafel des Klosters als auch die Kreuze wurden mit den Füßen getreten. Die Mönche, welche die verzweifelten Jugendlichen zurückdrängten, wurden geschlagen und beschimpft. Zwei der Mönche wurden inhaftiert und in einen LKW gesteckt. Das sind Pater Jonann und Pater Bernaba. Sie schießen wahllos und für sehr lange Zeit, ohne darauf zu achten, wen dieses Schüsse und wie treffen. In der Klink des Klosters wurden auch viele verarzt, was man anhand der Videos auf Youtube und den koptischen Webseiten sehen kann“.

 

Bericht über die Demos vom Mittwoch und Donnerstag

 

Vorgestern, Mittwoch – dem 23. Februar 2011, und gegen 23 Uhr (Kairoer Zeit) machten sich etwa 3000 Kopten aus den beiden Geschlechtern und allen Altersgruppen auf den Weg zum Tahrir-Platz, um gegen die Brutalität der ägyptischen Armee gegen die Mönche der drei Klöster (Paul-Kloster am roten Meer, Bischoy-Kloster im Natrontal und Makarius-Kloster im Rayan-Tal bei Fayom) und die Ermordung Paters David Boutros in Assyot. Versammelt haben sie sich im Kairoer Dom des Heiligen Markus in Abbassia nach der wöchentlichen Predigt seiner Heiligkeit Papst Schenuda. Geführt wird die Demo vom Menschenrechtler Scherif Ramzy.

 

Zu Neveen Said von „Christian Dogma“ und Mariam Ragy von „Free Christian Voice“ sagte er am Mittwochabend: „Wir gingen vom Dom in Abbassia durch das Tor an der Demerdasch-Straße und erreichten den Tahrir-Platz über Ramsis-Platz. Zivilisiert und leise zogen wir in Gruppen, um den Verkehr nicht lahmzulegen, wo Ramsis-Platz das Herz Kairos darstellt. Wir wollen an der ersten Stelle und am relevantesten hervorheben, dass wir für einen säkularen Staat und gegen die Scharia bzw. den zweiten Artikel der ägyptischen Verfassung sind. Wir sind für einen Staat, in dem alle Bürger gleichgestellt und gleich behandelt werden, ohne einen Unterschied wegen der Religion zu machen. Überdies möchten wir ein paar Sachen klarstellen: Die Rechte der Mönche, die von der ägyptischen Armee unter Beschuss genommen wurden – das Recht Paters David Boutros, der in seiner Wohnung erstochen wurde – die Rechte der Naag Hamadys Märtyrer, deren zwei ihrer Mörder vor ein paar Tagen freigesprochen wurden – die Rechte der Revertiten und Konvertiten, die bis jetzt keinen Personalausweis haben dürfen, auf dem steht, dass sie Christen und keine Moslems mehr sind“.

 

„Säkulare muslimische Jugendliche haben sich uns angeschlossen, die Verständnis für die Forderung der Kopten haben. Sie solidarisieren sich mit uns, weil sie auch für einen säkularen und gegen einen islamischen Staat sind. Es ist jetzt 1:00 und das heißt, dass wir unsere Nacht hier am Tahrir-Platz verbringen. Wir gehen nicht heim, eher der hohe Rat der Streitkraft unsere Forderung wahrnimmt und sie in die Praxis umsetzt. Wir verlangen unter anderem: die sofortige Entlassung der zwei Mönche aus dem Bischoy-Kloster und die drei Laien – Anerkennen der Grundstücke um die drei überfallenen Klöster. Zum Beispiel bittet das Bischoy-Kloster seit 1992 um den Kauf dieser zehn Hektare, die unmittelbar vor ihm liegen. Das Kloster des Heiligen Makarius im Rayan-Tal wurde im Jahr 1960 gegründet und die Mauer ums Kloster ist eine Selbstverständlichkeit – wir wollen diejenigen stoppen lassen, die zu unseren Klöstern allmählich kriechen. Es gehört sich nicht, dass eine Moschee ausgerechnet vor einem Kloster gebaut wird. Das sind doch Mönche, die die Welt hinter sich ließen, um in Ruhe in der Wüste mit Gott zu leben, und zwar ohne die wahnsinnig lauten Lautsprecher der Moscheen. Das alles führt zu religiösen Unruhen und unnötigen Problemen“.

 

„Eindeutig handelt das Militär wie das gestürzte Regime: keiner weiß genau, ob das Regime Mubarak tatsächlich gestürzt wurde oder nicht! Die Hergangsweise gegen die Kopten ist dieselbe, was dazu führen wird, dass die Koptenverfolgung schlimmer und unser Kampf intensiver werden. Jede der alten und neugegründeten Parteien sucht seine Vorteile. Viele wollen sich einen festen Platz in irgendeinem Ministerium oder einen angesehenen Posten. Die Medien maipolieren das Volk auf eine neue Art, und zwar durch belanglose Skandale und alberne Gerüchte über die Mubaraks und alle Minister. Währenddessen wurde ein Gremium nur aus extremen Moslems mit der Änderung der Verfassung beauftragt, ohne einen Kopten oder moderate Moslems. Tarek Elbishri und die Moslembrüder werden niemals den zweiten Artikel ansatzweise anrühren. Wir wollen durch die Verfassung und keineswegs durch die Scharia regiert werden. Wir Christen lehnen die Scharia ab, und wollen wie alle Bürger behandelt werden, und zwar in einem säkularen Staat und nicht als Bürger zweiter Klasse“.

 

5000 Kopten am Tahrir-Platz

 

Am Donnerstag und bis die späten Stunden des Abends blieben die Kopten am Tahrir-Platz eisern und von den Soldaten umzingelt, bis die Familien der Ägypter zu ihnen kamen, deren Angehörigen noch in Libyen festsetzen. Bekanntlich leben in Libyen über eine Million Ägypter, die in Lebensgefahr sind, weil der psychischkranke Gaddafi den Ägyptern und Tunesiern Verschwörung gegen ihn vorwirft. Nur etwa 11,000 Ägyptern gelang es die Flucht durch Elsalum und Tobrok. Selber die ägyptischen Medien gaben zu, dass die ägyptische Botschaft in Tripolis versagt hat, den Ägyptern zur Hilfe zu eilen, weil sie damit beschäftigt ist, den Gaddafi zu unterstützen. Die besorgten Familien der noch in Libyen eingekesselten Ägypter riefen gegen den alten Außenminister Ahmad Abu Alghit, der trotz allem noch im Amt ist. „Hey du, Abu Alghit, sag schon: Bist ein Ägypter oder Libyer“!

 

Skandal der zwei ägyptischen Zeitungen Almasry Elyom und Elbaschaier: Die letzte hat dreist behauptet, dass ein muslimischer Soldat verletzt wurde, was sie auch behauptet hat, als eine Autobombe in der Neujahresnacht vor der alexandrinischen Kirche explodierte. Damals hieß es: acht Moslems kamen vor der gegenüberliegenden Moschee ums Leben! Almasry Elyom nimmt die Leser auf den Arm: Die Kopten behaupten, dass die Armee drei Klöster stürmte, und dass Verletzte durch die Schüsse gibt, was die Armee vehement zurückweist.

 

Liebe Journalisten; wenn ihr noch einen dünnen Hauch von Skrupel hättet, geht selber ins erwähnte Krankenhaus und schaut selber die Verletzten an, oder guckt euch die Videos auf Youtube an!

 

5 Responses to “Über 5000 Kopten demonstrieren am Tahrir-Platz”

  1. grau Says:

    Die Aktion der Armee ist den recht wüsten Clips nach zu urteilen nicht besser, als es zu besten Mubarrak Zeiten war und man weiß nicht, ob es so weitergeht. So schnell demontiert die Armee ihr neugewonnenes Image in meinen Augen, oder mit dem Durchlassen der zwei Ayatollah-Schiffe durch den Suezkanal. Nur noch eine kleine, sinnlose Wortklauberei. Im Artikel steht „Dolch eines Gewehrs“, liebenswert präzise umschrieben, man kann auch Bayonett dazu sagen und – so am Rande – es ist nicht legal (international), es einzusetzen, schon gar nicht gegen Zivilisten.

  2. Walter Says:

    Es ist jetzt noch Zeit gemeinsam mit den sekularen Muslims für demokratische Rechte wie Religionsfreihet Meinungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz zu kämpfen!

    Für was waren sonst die Opfer, für einen islamischen Staat wie Iran???????

    Abgehackte Arme, Steinigungen, Auspeitschungen menschenverachtene Todesurteile Tötung Andersgläubige??????

  3. bazillus Says:

    Ich verstehe nicht, wie die europäischen Christen und Kirchenvertreter den Islam noch immer als gleichwertige Religion ansehen können angesichts der Greueltaten von Muslimen, die unseren koptischen Glaubensgeschwistern mit dem islamischen Kampfruf „Allahu Akbar“ angetan wird.

    Wir müssen uns das auf der Zunge zergehen lassen: Im Auftrage des Gottes dieser antichristlichen Religion und ihres Propheten werden Priester und gläubige Kinder unseres Herrn Jesus Christus auf brutalste Weise niedergemetzelt. Welche Perversion von Religion kann diesen Muslimen in den Moscheen gepredigt worden sein, um mit einem solchen Hass im Herzen solche Untaten gegen andersgläubige Christen vollbringen zu können.

    Das sind religiös motivierte Terrorakte bösesten Ausmaßes.

    Genauso brutal und dekadent, aber auch moralisch verkommen sind Journalisten, die sich um solche Morde nicht kümmern und solche Meldungen unter den Tisch fallen lassen oder Falschdarstellungen bringen. Sie sind nicht besser als die Täter. Ihnen klebt zwar physisch kein Blut an den Fingern, aber sie schützen die Täter mit ihrem Desinteresse und machen sich so zu Handlangern dieses Hasses der Täter. Hätten diese Journalisten nicht vielleicht auch das Messer/die Bombe gegen Kopten geführt, wenn sie dazu in der Lage gewesen wären? Man muss solches annehmen, wenn nur von muslimischen Opfern die Rede ist, die christlichen Opfer aber völlig unter den Tisch kehrt. Diese Journalisten berichten nicht objektiv und machen sich so zu Sklaven dieser muslimisch- ungeistigen-Ausgrenzungs-Mord-Haltung.

  4. Selma Says:

    Super Blog, sehr informativ und schoen gemacht.

  5. almani2000 Says:

    @bazillus

    Gut, was Sie über die „westlichen“ Journalisten sagen. Schon seit Jahren scheint Ignoranz das oberste Gebot zu sein, oder sie werden von DENEN dafür bezahlt, was auch kein Wunder wäre!


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