kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Vom Dadaisten zum Dichterpropheten 23. Februar 2011

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 03:50

Hugo Ball (geboren am 22. 2. 1886) neu gelesen

von Klaus Lelek

 

Die Eliten des agnostischen, islamophilen Kulturbetriebes kennen nur seine Dadaistischen Gedichte. Eines davon, die Karawane „blago bung blago bung bosso fatala üüü“ mußte sogar für einen BMW-Werbespot herhalten. Ein Schelm, der jetzt Böses dabei denkt oder gar den Dichter in den Trialogmotor  der Quandt-Stiftung stecken will. Nein, Hugo Ball war alles andere als ein nihilistischer Kulturbanause, der kritiklos vor den Kampfaufrufen des Koran einknickte. Er war einer der letzten großen Künstler der Moderne der in der Schatzkammer des Christentums suchte und fündig wurde, wie vor ihm bereits Rainer Maria Rilke und sein großer Weggefährte Hermann Hesse.

 

Heute am 22. Februar hat Ball Geburtstag. Lange Zeit war seine unvergeßliche Hesse Biographie und einige selten gekauften Gedichtsbände, das einzige was man von ihm auf dem Buchmarkt bestellen konnte. Jetzt ist sein komplettes Werk wieder zu haben, darunter auch „Byzantinisches Christentum“ eine wahre Fundgrube für alle, die sich mit der spätantiken Kirche des Orients beschäftigen, zu der auch Aramäer und Kopten gehören. Es behandelt das Leben von Johannes Klimax, Dionysius  Areopagita und dem legendären Symeon der Stylit, besser bekannt als „Säulenheiliger“.

In Hugo Balls Buch erfährt der Leser alles über Neuplatonische Philosophie, gnostische Magie, Engel Hierarchien, und spätantike Mystik. Gedanken und Glaubensmodelle die weit über das Christentum hinaus reichen und als göttliche Urbilder in anderen Formen über den ganzen Erdball verstreut die Grundfragen der Menschheit berühren.

Eines der schönsten und zugleich geheimnisvollsten Stellen in „Byzantinisches Christentum“ ist die Begegnung zwischen einem Sarazenenfürst und dem zum Skelett abgemagerten Sytiliten, eine Begebenheit, die genauso in Indien oder China stattfinden könnte, vorausgesetzt man begreift Kulturen und Religionen als unterirdische Flüsse, die alle, bis auf „wenige Ausnahmen“ miteinander verbunden sind. Vorausgesetzt, daß man sie nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen liest. 

 

Ein Sarazenfürst kommt in der Christnacht zu Symeon, der mit erhobenen Beine steht, sechzehn Jahre lang, unverwandt, weil ihn die Schnellfahrt der Zeit zu ergreifen drohte. Den Sarazenen wirft Gottes Wunder, wirft dieses Standbild des Jammers zu Boden. Er klagt seine Sündenlast in die Nacht. Da fällt, als er schon wieder gehen will, von der Säule ein Gegenstand. Er wendet sich um, greift in das Dunkel und hält einen Wurm in der Hand. Eilends will er davon. Der Heilige ruft ihn zurück. „Wirf deine Last ab; laß hier, was von mir niederfiel. Was willst du deinen Glanz damit beschweren? Verwesung ist Sünde“.

 

Der Sarazene eilt zurück: „Laß mir den Wurm zur Erinnerung meiner Einsicht. Laß ihn mir als Zeichen aller Vergänglichkeit.“ Der Heilige: „Öffne die Hand!“ Er öffnet die Hand. Sie enthält eine Perle…

 

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