kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Er murmelte vor sich hin: Gaddafis wirrer TV-Auftritt 22. Februar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 15:33

Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela„. Mit diesem 22-skündigem Statement hat sich der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi erstmals seit Beginn der Unruhen in seinem Land zu Wort gemeldet.
 

 

Das Staatsfernsehen zeigte ihn in der Nacht zum Dienstag. Gaddafi trat damit Spekulationen entgegen, wonach er Libyen bereits verlassen haben soll. Sonst sagte Gaddafi, der in einem Auto sitzend gezeigt wurde, nichts. Er trug während der nur wenige Sekunden langen Aufnahme, die wie ein Sketch wirkte, einen Regenschirm in der Hand. Er saß dabei in einem alten Auto und murmelte leise vor sich hin.

 

Gaddafis TV-Ansprache im Wortlaut: „Ich wollte mit den jungen Leuten auf dem Grünen Platz (in der Innenstadt von Tripolis) reden und mit ihnen die Nacht verbringen, doch dann kam der gute Regen. Hiermit zeige ich: Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela. Hört nicht auf die Ansagen der streunenden Hunde!“

Angriffe von Kampfjets: Unterdessen meldete der arabische Sender al-Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen, dass Kampfflugzeuge in der Hauptstadt Tripolis Angriffe auf unbewaffnete Demonstranten fliegen. Soldaten sollen aus Maschinengewehren das Feuer auf die Menge eröffnet haben. Auch in Bengasi soll es zu Angriffen mit Flugzeugen gekommen sein. Bengasi ist nach der Hauptstadt Tripolis die zweitgrößte Stadt Libyens. Dort hatte der Aufstand gegen Gaddafi begonnen.

 

Aus dem Pariser Exil meldete sich in der Nacht Gaddafis ehemals treuer Weggefährte Nuri al-Mismari zu Wort. Al-Mismari forderte Gaddafi auf, die Macht abzugeben und sagte sich gleichzeitig von ihm los. Nach vor knapp drei Monaten hatte der frühere Gaddafi-Berater erklärt, er sei nach Frankreich geflohen, weil andere Mitglieder des engen Zirkels von Gaddafi ihn bei diesem schlechtgemacht hätten.

 

Westerwelle will Deutsche evakuieren: Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Evakuierung deutscher Staatsangehöriger aus Libyen angekündigt. „Es sollen alle raus und wir helfen dabei“, sagte er am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Es seien logistische Vorbereitungen getroffen worden. Über Details wollte sich Westerwelle nicht äußern. Das Auswärtige Amt habe eine Reisewarnung der höchsten und schärfsten Stufe ausgegeben.

 

Westerwelle sprach sich offen für einen demokratischen Wandel in Libyen aus. „Wenn man sich in die Sache der Menschenrechte einmischt, ist das keine Einmischung in die innere Angelegenheit, sondern das ist unsere verdammte Pflicht. Wir können ja nicht zusehen, dass Menschen ermordet werden.“ Die Bundesregierung sei in dieser Frage ganz klar aufgestellt. „Völlig klar ist für uns als Demokraten, dass wir nicht einfach sprachlos zusehen, wenn andere Demokraten um ihr Leben fürchten müssen oder es ihnen sogar genommen wird“, sagte Westerwelle. {Quelle: www.mopo.de}

 
 
Gaddafi meldet sich zu Wort: „Ich bin nicht in Venezuela“
 

 

Mit einem Regeschirm in der Hand murmelt Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi bei einem bizarren TV-Auftritt vor sich hin, während einige seiner Offiziere die Armee dazu aufrufen, Gaddafi zu entmachten.
 

 

Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi hat sich erstmals seit Beginn der Unruhen in seinem Land zu Wort gemeldet. Im Staatsfernsehen sagte er in der Nacht zum Dienstag: „Ich wollte mit den jungen Leuten auf dem Grünen Platz (in der Innenstadt von Tripolis) reden und mit ihnen die Nacht verbringen, doch dann kam der gute Regen. Hiermit zeige ich: Ich bin in Tripolis und nicht in Venezuela. Hört nicht auf die Ansagen der streunenden Hunde!“ Gaddafi trug während der nur wenige Sekunden langen Aufnahme, die wie ein Sketch wirkte, einen Regenschirm in der Hand. Er saß dabei in einem alten Auto und murmelte leise vor sich hin.

 

Eine Gruppe libyscher Offiziere appellierte dem Sender Al-Dschasira zufolge an alle Armeeangehörigen, sich „dem Volk anzuschließen“ und Machthaber Muammar Gaddafi zu entmachten. Die Offiziere hätten die Armee zu einem Marsch auf Tripolis aufgefordert. Die Lage im Land ruft den UN-Sicherheitsrat auf den Plan. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen kommt heute zu einer Sitzung hinter verschlossenen Türen zusammen. Das teilten die Vereinten Nationen in der Nacht mit. Das Treffen soll um 9.00 Uhr (Ortszeit/15.00 Uhr MEZ) beginnen.

 

Generalsekretär Ban Ki Moon sei «schockiert» über Berichte, dass Demonstranten aus Kampfflugzeugen und Hubschraubern beschossen worden seien. Falls sich dies als wahr herausstelle, bedeute das eine schwere Verletzung internationaler Menschenrechte. Ban rief erneut zum Ende der Gewalt auf, hieß es in einer anderen UN-Mitteilung. Wie der arabische Sender Al-Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen berichtet hatte, flogen Kampfflugzeuge in der Hauptstadt Tripolis Angriffe auf unbewaffnete Demonstranten. Soldaten hätten aus Maschinengewehren das Feuer auf die Menge eröffnet.

 

Das Regime bestritt den Einsatz der Luftwaffe gegen Zivilisten. Gaddafi-Sohn Saif al-Islam sagte, die Kampfflugzeuge hätten Waffenlager in abgelegenen Gebieten angegriffen. Bei dem Versuch, die Proteste gegen Gaddafi niederzuschlagen, haben libysche Sicherheitskräfte nach Medienberichten allein am Montag mehr als 150 Menschen getötet. In Bengasi sollen etwa 400 Menschen ums Leben gekommen sein. Nachprüfbare Angaben über die Zahl der Todesopfer gibt es nicht.

 

Westerwelle: „Verdammte Pflicht“, sich einzumischen: Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat mit drastischen Worten vor einem Bürgerkrieg gewarnt. Die Familie von Herrscher Muammar el Gaddafi habe offen mit einem Bürgerkrieg gedroht, sagte Westerwelle am Dienstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. „Das ist natürlich eine außerordentlich besorgniserregende Lage.“ Angesichts der schweren Menschenrechtsverletzungen in Libyen habe Deutschland die „verdammte Pflicht“, sich einzumischen, sagte der Minister.

„Für uns ist völlig klar: Eine Herrscherfamilie, die das eigene Volk mit Bürgerkrieg bedroht, die ist am Ende“, sagte Westerwelle. „Wir können ja nicht zusehen, dass Menschen ermordet werden, dass friedliche Demonstranten, die ihre Anliegen auf die Straße tragen, erschossen werden, dass möglicherweise Militär aus dem Luftraum eingesetzt wird, um Demonstrationen mit Gewalt zu unterdrücken.“

 

Die Bundesregierung sei in dieser Frage „ganz klar aufgestellt“, sagte Westerwelle. „Wir setzen auf den Wandel. Wir setzen darauf, dass der Funke, der mit der Jasmin-Revolution in Tunesien gezündet worden ist, auch in anderen Ländern eine Chance bekommt“. Dies sei die gemeinsame Haltung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union, betonte Westerwelle. Westerwelle versprach schnelle Hilfe, um alle deutschen Staatsbürger aus Libyen zurückzuholen. „Wir haben eine Reisewarnung ausgegeben, das ist die stärkste und schärfste Stufe“, sagte der Minister. Außerdem seien „logistische Vorbereitungen“ getroffen worden, um deutsche Bürger aus dem nordafrikanischen Land zu evakuieren.

 

Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, es sei der Befehl erteilt worden, Bengasi in den kommenden Stunden aus der Luft anzugreifen. Bengasi ist nach der Hauptstadt Tripolis die zweitgrößte Stadt Libyens. Dort hatte der Aufstand gegen Gaddafi begonnen. Aus dem Pariser Exil meldete sich in der Nacht Gaddafis ehemals treuer Weggefährte Nuri al-Mismari zu Wort. Al-Mismari forderte Gaddafi auf, die Macht abzugeben und sagte sich gleichzeitig von ihm los. Noch vor knapp drei Monaten hatte der frühere Gaddafi-Berater erklärt, er sei nach Frankreich geflohen, weil andere Mitglieder des engen Zirkels von Gaddafi ihn bei diesem schlechtgemacht hätten.

 

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte die libysche Führung in scharfer Form zum Gewaltverzicht auf. «Die Welt beobachtet alarmiert die Lage in Libyen», sagte Clinton. «Jetzt ist die Zeit, das inakzeptable Blutvergießen zu beenden.» Unterdessen wenden sich immer mehr Gefolgsleute Gaddafis ab. Der stellvertretende libysche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ibrahim Dabbashi, warf Gaddafi Völkermord vor: «Sie schießen, um zu töten», sagte er in New York zum Vorgehen der Sicherheitskräfte in seiner Heimat. «Das Gaddafi-Regime hat schon am 15. Januar einen Völkermord begonnen.» Auch der Botschafter in den USA brach mit dem Regime.

 

Piloten desertieren: Der libysche Justizminister Mustafa Abdul-Dschalil trat am Montag aus Protest gegen den «exzessiven Einsatz von Gewalt gegen unbewaffnete Demonstranten» zurück. Weitere Funktionäre sollen seinem Beispiel gefolgt sein. Auch der libysche Vertreter bei der Arabischen Liga in Kairo, Abdulmoneim al-Honi, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, seinen Rücktritt eingereicht zu haben. Laut Medienberichten legten auch die libyschen Botschafter in Polen, Indien, Indonesien, und China ihre Ämter nieder.

Zwei Jets der libyschen Streitkräfte landeten am Montag auf Malta. Nach Al-Dschasira-Informationen desertierten die Piloten und flohen auf die Mittelmeerinsel, nachdem sie den Befehl erhalten hatten, Demonstranten in Bengasi aus der Luft anzugreifen. Sie hätten um politisches Asyl gebeten, sagte ein Sprecher der maltesischen Armee der dpa. Kurz vor der Landung der Kampfflugzeuge hatten bereits zwei zivile Helikopter aus Tripolis mit sieben Menschen an Bord den kleinsten EU-Staat erreicht. {Quelle: www.fr-online.de}

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s