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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gadhafi-Sohn verspricht Reformen – und droht mit der Armee 21. Februar 2011

Filed under: Aktuelle Nachrichten — Knecht Christi @ 08:55

Saif al Islam Gadhafi hat den libyschen Regimegegnern schnelle Reformen zugesichert. Zugleich warnte er vor einem Bürgerkrieg. Derweil wechseln erste Getreue die Seiten.

 

Infolge der tagelangen blutigen Unruhen in Libyen fährt das Regime nun offenbar eine zweigleisige Strategie. Saif al Islam Gadhafi, Sohn des Staatschefs Muammar al Gadhafi, machte den Regierungsgegnern einerseits Zugeständnisse. Er versprach im Staatsfernsehen eine schnelle Umsetzung bedeutender demokratischer Reformen zu. Unter anderem gehe es dabei um höhere Löhne. Das Parlament, der Allgemeine Volkskongress, werde in dieser Frage schon am Montag zusammenkommen, sagte Gadhafi junior.

 

Allerdings sprach der Präsidentensohn auch kaum verhohlene Drohungen aus. Er warnte vor einem Bürgerkrieg. Ein solcher würde den Ölreichtum des Landes verbrennen. Die separatistischen Unruhen bedrohten die Sicherheit des Landes und könnten es in Teilstaaten zersplittern. „Libyen ist nicht wie Tunesien oder Ägypten“, sagte Saif al-Islam. „Hier gibt es Stämme, Clans und Allianzen. Libyen hat keine Zivilgesellschaft oder politische Parteien.“ Zugleich kündigte er einen Kampf bis zum Ende an. Die Armee werde die Sicherheit im Land um jeden Preis wiederherstellen, sagte er in seiner Ansprache. Das Militär stehe hinter seinem Vater, der sich weiterhin in Libyen aufhalte. Er wies damit Gerüchte zurück, Muammar al Gaddafi habe das Land verlassen.

 

Der Präsident ist seit 1969 an der Macht und führt das Land mit eiserner Hand. Saif al Islam, als Nachfolger seines Vaters an der Staatsspitze gehandelt, wandte sich erstmals seit Ausbruch der Unruhen im Staatsfernsehen an die Bevölkerung. Ein Experte des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera sprach von einer „verzweifelten“ Rede eines verzweifelten Diktatorensohns, der keine offizielle Rolle im Land spiele und der davor warne, dass es zu einem Blutbad kommen könne. Ein Dissident sagte dem Sender, der Gadhafi-Sohn versuche bei den Menschen Angst zu schüren. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, am Telefon hätten Dissidenten erklärt, sie glaubten dem Regime nicht.

 

Die Proteste in Libyen hatten sich am Wochenende weiter ausgeweitet und Berichten von Al Jazeera zufolge auch die Hauptstadt Tripolis erreicht. Ein Einwohner von Tripolis sagte bei CNN am frühen Montagmorgen, die Lage in der Hauptstadt sei inzwischen relativ ruhig. Es seien jedoch weiter Schüsse zu hören. Im britischen Sender BBC und bei CNN hieß es, die zweitgrößte Stadt des Landes, Bengasi, sei offensichtlich unter der Kontrolle von Regimegegnern.

 

Auch in Saif al Islam Gadhafis Rede wurde mehrfach deutlich, dass die Hafenstadt für das Regime wohl verloren ist. Zudem gab zu, dass Regimegegner die Kontrolle über einige Militärbasen und Panzer übernommen hätten. Zugleich warf er den Demonstranten vor, Armee-Lager angegriffen, Soldaten getötet und Waffen in ihren Besitz gebracht zu haben. Die Sicherheitskräfte würden sich aber bis zum letzten Mann zur Wehr setzen. Die Armee stehe hinter seinem Vater als dem „Anführer des Kampfes in Tripolis“. Der Präsidentensohn räumte zwar Fehler im Umgang mit den Massenprotesten ein, wies aber Berichte über Hunderte Todesopfer als übertrieben zurück.

 

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch hatte die Zahl der Toten durch die seit Dienstag andauernden Revolte auf mindestens 233 beziffert. Auch Ärzte und Oppositionskreise sprachen von mindestens 200 Toten. Von unabhängiger Seite ließen sich diese Informationen jedoch nicht bestätigen. In Libyen gibt es kaum ausländische Journalisten. Daneben wurden die meisten Internet-Verbindungen gekappt.

 

Die EU forderte die Gadhafi-Regierung auf, das gewaltsame Vorgehen gegen die Demonstranten zu beenden. Die EU sei äußerst besorgt, sagte die Außenbeauftragte Catherine Ashton in Brüssel und forderte die libysche Regierung zu einem Dialog mit den Demonstranten über Reformen auf. Auch dürften Internet- und Telefonverbindungen nicht mehr eingeschränkt werden, mahnte sie. Libyen hatte die EU wiederum gewarnt, die Flüchtlingsströme aus Afrika nicht mehr aufzuhalten, sollte Brüssel die Regimegegner weiter ermutigen.

 

Unterdessen beginnt der Zusammenhalt innerhalb des Regimes zu bröckeln. Der ständige Vertreter Libyens bei der Arabischen Liga, Abdel Moneim el Honi, legte seinen Posten nieder und schloss sich der „Revolution“ in seinem Land an. Ihm folgte ein ranghoher Diplomat in China: Vor laufender Kamera rief Hussein Sadiq el Musrati bei Al Jazeera das gesamte diplomatische Korps auf, sich seinem Rücktritt anzuschließen. Der Diplomat berichtete von heftigen Kämpfen zwischen Gadhafis Söhnen, doch ließ sich diese Information laut Al Jazeera zunächst nicht bestätigen. {Quelle: www.zeit.de}

 

 

Gaddafis Sohn Saif hält Rede im staatlichen Fernsehen

 

Am Montag früh, kurz nach Mitternacht, hielt Saif El Islam Gaddafi, Sohn von Staatschef Muammar Gaddafi, eine Rede, die vom libyschen Staatsfernsehen live ausgestrahlt wurde. Während die Weltpresse nur über spärliche Berichte von den Revolten in Libyen, bei denen bisher geschätzte 200 Menschen ums Leben gekommen sind, verfügt, bemühte sich Saif Gaddafi, „Strolche“ als Urheber der Unruhen zu identifizieren. Deutlich verwies er auf die gemeinsame Abhängigkeit von Ölexporten. Die Bevölkerung des Landes setzt sich aus mehreren traditionellen Stämmen zusammen. Er warnte vor einer Eskalation der Kampfhandlungen, die in einen Bürgerkrieg ausarten könnten. Für den kommenden Tag sprach er von einem Scheideweg.

 

Berichte über Kampfhandlungen in mehreren Städten Libyens sickern nur spärlich ins Ausland. Fest steht, dass Armeekräfte eingesetzt werden. Die Zahl der Toten wird auf etwa 200 geschätzt. Saif Gaddafi sprach von 84 Getöteten, verwies gleichzeitig aber auf die große Gefahr einer Ausweitung der Kämpfe, die in ein lange andauerndes Blutbad ausarten könnten.

 

Seinen Worten zufolge, handelt es sich bei den Demonstranten um Strolche und Terroristen, denen es gelungen sei, Armeeeinheiten schwere Waffen, Maschinengewehre und sogar Panzer zu entwenden. Er sprach vom Zusammenbruch der Infrastruktur, unter der die gesamte Bevölkerung letztendlich zu leiden hätte. Er wies darauf hin, dass sich die Bevölkerung des Landes aus verschiedenen Stämmen zusammen setzte, die alle ihre eigenen Interessen verfolgten. Allerdings, die Einnahmen des Landes wären zum größten Teil auf Ölexporte zurückzuführen. Somit könne die Förderung dieses Öls nicht einer einzelnen Gruppe überlassen werden, was Ungerechtigkeiten in der Versorgung des Landes mit notwendigen Verbrauchsgütern zur Folge hätte.

 

Mehrmals verwies er darauf, dass die Situation in Libyen weder mit Tunesien noch mit Ägypten verglichen werden könne. Trotz der anfänglichen Behauptung, dass Verbrecher die Urheber der Unruhen seien, warnte er gleichzeitig vor imperialistischen Bestrebungen aus dem Ausland, die sich des Staates zu bemächtigen versuchten. Insbesondere im Zusammenhang einer möglichen Aufteilung des Landes in muslimische Emirate, warnte er vor der Gefahr eines militärischen Eingreifens durch die NATO.

 

Ersten Analysen zufolge, bemühte sich Saif Gaddafi in erster Linie, Ängste zu schüren. Seine Hinweise auf den möglichen Zusammenbruch der Versorgung mit Nahrungsmitteln sowie des Gesundheitswesens sollten als Warnung – oder besser: als Drohung – verstanden werden. Zweifellos bemühte er sich, die Menschen zum sofortigen Abbruch der Demonstrationen zu bewegen. Unmissverständlich erklärte er, dass sich die derzeitige Situation um ein Tausendfaches verschlimmern könnte. Bezüglich der Entwicklung für den kommenden Tag, sprach er von einem Scheideweg. Sollten die Aufstände nicht umgehend beendet werden, so könnte sich ein Jahre andauernder Bürgerkrieg daraus entwickeln. Der Umstand, dass ein Großteil der Libyer über Waffen verfügt, erhöht mit Sicherheit die Gefahr blutiger Zusammenstöße während der kommenden Tage. Quelle: www.theintelligence.de}

 

 

Libyens Zukunft: Gaddafi juniors demokratische Visionen

Unabhängige Justiz, Presse und Zentralbank: Saif al-Islam al-Gaddafi hält eine Grundsatzrede – und dementiert, den Vater beerben zu wollen.

 

Der Sohn des libyschen Staatschefs Muammar el Gaddafi hatte sich für seine Grundsatzrede einen Ort fern der Hauptstadt ausgesucht. Etwa tausend Kilometer von Tripolis entfernt trat er in Benghasi auf – und sprach sich für eine Verfassung für den nordafrikanischen Staat aus. „Unsere nächste Herausforderung wird eine Reihe von Gesetzen sein, die wir Verfassung oder Gesellschaftsvertrag oder anders nennen können“, sagte der Gaddafi-Sohn. Entscheidend sei dabei, dass das Leben der Libyer durch einen Vertrag organisiert werde, fügte Seif el Gaddafi hinzu. Er nannte die Autonomie der Zentralbank, die Unabhängigkeit der Justiz und Pressefreiheit als wesentliche Elemente eines möglichen Grundgesetzes.

 

Einschränkend fügte der Sohn des Staatschefs bei seiner Ansprache vor rund 40.000 Zuhörern in Benghasi hinzu, es gebe mehrere Grenzen, die auf keinen Fall überschritten werden dürften. Als sogenannte „rote Linie“ bezeichnete er „die Beibehaltung der islamischen Rechtssprechung (Scharia), Sicherheit und Stabilität, Einheit des Staatsgebietes und Muammar el Gaddafi“. Der Gaddafi-Sohn verlangte einen „nationalen Dialog, der das gesamte libysche Volk umfasst, um so schnell wie möglich die ideale Lösung zu finden“. Saif al-Islam al-Gaddafi hat Spekulationen zurückgewiesen, er wolle seinen Vater als Revolutionsführer beerben. „Libyen wird kein Erbfolge-System werden und nicht zurückkehren zur Monarchie. Und wir wollen auch nicht, dass das Land zurückfällt in den Zustand der Diktatur“.

 

Das nordafrikanische Land begeht am 1. September den 37. Jahrestag der Machtübernahme durch eine Gruppe von Offizieren unter der Führung von Gaddafi. Damals wurde die konstitutionelle Monarchie abgeschafft. Staatschef Gaddafi fungiert offiziell nur als „Ratgeber“, während die Macht im Rahmen einer von ihm gewünschten „Direktdemokratie“ von sogenannten Volkskomitees ausgeübt wird. In einer Rede im vergangenen Jahr hatte Seif jedoch kritisiert, die Macht werde von einer „Mafia-Bürokratie“ ausgeübt. Am Montag zeigte er sich bedeutend zurückhaltender. {www.sueddeutsche.de}

 

2 Responses to “Gadhafi-Sohn verspricht Reformen – und droht mit der Armee”

  1. Webdesigner Says:

    Es ist unmöglich was da passiert, kann die Regierung nicht auf harmlose Art diese Menge von Menschen beruhigen… Wenn es jetzt 200 Tode sind, was passiert in 1 Woche? Mann kann doch nicht so brutal sein und mit Flügzeugen auf die Menschen schießen…

    • Paola Says:

      Da zeichnet er sich aus ja wie der Machthaber Gadhafi umgeht mit seinem Volk,rüttelt man an seinem Stuhl….
      Eigentlich wäre sein Sturz das Beste was dem Volk passieren sollte.


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