kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gerechtfertigte Schadenfreude, die keine Sünde ist! 20. Februar 2011

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 14:55

Man fragt sich, wo das Volk 30 Jahre lang war, welches den Mund ganz schön voll nimmt? Das Thema Nr. Uno in allen Bundesländern Ägyptens sind die Nachrichten über Mubaraks Familie und Minister. Jeden Tag brummt mein Schädel von der Menge der Sendungen auf allen Kanälen und der Artikel auf allen Webseiten und Blogs. Man kann unmöglich über alles berichten; es sei denn ich bekomme ein zusätzliches Team und noch ein paar Blogs dazu.

 

Die Medien dürfen noch lästern und die Showmaster wie Amr Adib und Mahmud Saad dürfen sich an Alaa Mubarak, Ahmed Ezz und allen Ministern rächen, die sie aus den Studios verbannten und ihnen verboten, sonst wo zu arbeiten. Jeder, der verängstigt in seiner dunklen Höhle saß, kam mit aufgerichtetem Rückenmark ins Studio und will die Beweise liefern, die einige Minister und ihre vielen rechten Arme hinter Schloss und Riegel bringen. Der bärtige Moslembruder Aschraf Alsaad, der in den späteren 80igern nach Frankreich mit den Millionen flüchtete, nachdem er wie viele damals islamische Betrüger (Alrayan, Alhoda und Alscharif) die naiven Ägypter übers Ohr haute. Alsaad meint, dass Habib Eladly seine Ex-Frau heiratete und seine Eigentumswohnung an den Nagel riss. Es geht nicht nur um die Lieblingshäftlinge Eladly, Garana, Raschid, Elmaghraby und Ahmad Ezz, sondern um die folgenden verhassten Minister, Mubaraks Söhne und Frau (und ihre Brüder):

 

= Ahmad Nazif, der vorige und langjährige Premier: Mit nur den Klamotten auf den Leibern flüchtete Nazif mit seiner Familie und verließ das Land, ohne seine neue Adresse zu verlassen.
= Anaas Alfiky, Ex-Medienminister, wird unter Hausarrest gestellt, sein Vermögen wird eingefroren und er darf das Land nicht verlassen. Er bekommt sein Fell von allen Seiten ab.
= Faruk Hosny, Ex-Kulturminister, ist untergetaucht und wird gesucht, damit man ihn zum Kadi führt. Er plünderte die Schätze Ägyptens in Form von Grundstücken und Monumenten.
= Susanne Mubarak hat unter anderem mit Zahy Hawas Ägypten um viele Monumente erleichtert. Jetzt ist es bewiesen, was man hinter verschlossenen Türen nuschelte. Wie die vielen Ägypter meinten: „Warum nicht? Ihnen gehörte doch das Land und das Volk obendrein“.

 

= Mit Habib Eladly haben die schadenfreudigen Ägypter am meisten Spaß. Abgesehen von seinen vielen Verbrechen geht es in den letzten Tagen um seinen Aufenthalt im Gefängnis Tora, und wie er dorthin gebracht wurde. Amr Adib {der Dank Eladly und Alaa Mubarak wie ein armer Hund (er schilderte all das und mehr unter Tränen) auf Straße gesetzt wurde, sodass nur Nagib Sawirus vom Handy seiner Tochter ihn anrief, nachdem keiner mit ihm zu tun haben wollte} erzählt, dass Habib Eladly kein „Klo“ in seiner Zelle hat und sich anstellen muss, um seine Geschäfte erledigen zu können. Ahmad Ezz lehnt es ab, mit Hischam Talat in einer Zelle zu bleiben (Hischam Talat Mustafa ist der Neffe Susanne Mubarak. Er musste erhängt werden, weil er eine berühmte Schauspielerin in Dubai umbringen ließ. Seine Tante ließ ihn zappeln, aber dann blieb er nur im Gefängnis, weil er als Parlamentarier nicht wie sein Bruder im Schura-Parlament gehorsam war). Ahmed Ezz brach in Tränen beim Betreten des Gefängnisses zusammen und fiel in Ohnmacht. Garana, Maghraby und Raschid sanken die Häupter und schauten keinem in die Augen, weil sie unter Schock standen.

 

= Ein gewisser Offizier namens Abd Elraouf G. soll das alles im Gefängnis gesehen und gegenüber der ägyptischen Zeitung „Almasry Aljom“ drüber berichtet haben. Alle mächtigen Häftlinge waren wie alle mit Handschälen geschmückt und trugen die entzückenden weißen Anzüge wie alle Verbrecher, die in U-Haft auf ihre Verurteilung sitzen. Später bekommen sie die blauen Markenanzüge a la Tora. Seitenweise liest man, was die unverehrten Verbrecher jahrelang seelenruhig ergaunert haben. Bis ins kleinste Detail wird geschildert, was jedem von ihnen zu Last gelegt wird. Da kommt Freude bei den Mitgefangenen auf, welche die frischgebackenen Häftlinge feierlich empfangen haben, und zwar erst mit spöttischem Gesang und dann mit ernstzunehmenden Drohungen: „Wenn wir jemanden von euch in die Finger kriegen, machen wir ihn platt“. Die Drohungen sind ja nachzuvollziehen, weil diese Häftlinge im Gefängnis landeten, nachdem sie von solchen Ministern geopfert oder beseitigt wurden.

 

Das duslige Volk tratscht wie die alten Tanten und hockt neugierig vor der Glotze, um die Schadenfreude in vollen Zügen zu genießen, während der Premier Ahmad Schafik (Mubaraks Busenfreund von der Luftwaffe) und Tantawy dasselbe Spiel betreiben. Das Volk wird abgelenkt und es lässt sich kinderleicht ablenken, anstatt sich Gedanken um seine Zukunft zu machen, und warum es 18 Tage protestiert. Die alte-neue Regierung unter der Führung der Armee löst die alte Kommission mit einer neuen ab, um nach ihrem Geschmack die Verfassung zu reformieren bzw. zu restaurieren, ohne den zweiten Artikel anzurühren. Tarek Elbishri, Vater des politischen Islam, führt mit einigen Moslembrüdern diese Kommission.

 

Beunruhigend ist die Rückkehr des Terroristen Youssef Elkaradawy. Selbst die schlimmsten Moslems Ägyptens meinten: „Elkaradawys Rückkehr nach 31 Jahren erinnert an die Rückkehr von Khomeini im Jahr 1979. Das verheißt nichts Schönes, weil alles darauf hindeutet, dass aus Ägypten ein islamischer Staat wird. Mit Elbishri und den Moslembrüdern starb jede Hoffnung auf Verfassungsänderung, die zu einem säkularen Staat führen könnte„.

 

3 Responses to “Gerechtfertigte Schadenfreude, die keine Sünde ist!”

  1. Ivanfi Says:

    Ich bin der Meinung, wenn unter Mubarak 30 Jahre lang kein iranisches Kriegsschiff den Suezkanal passieren durfte, und jetzt die mit Muslimbrüdern und anderen harten, nicht zimperlichen islamischen Strömungen besetzte Übergangsregierung dieser Tradition den Rücken kehrt und in den nächsten Tagen die iranischen Kriegsschiffe am Israel vorbeifahrend in einem syrischen Hafen ablegen dürfen, dann ist dies ein falsches Signal für den Frieden im östlichen Mittelmeer.

    VIELE JUNGEN Ägypter sollen noch so hitzig Mubaraks Abgang forciert haben, würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen, dass im 120 Millionen Volk mindestens die Hälfte der Bevölkerung den Übervater Mubarak verehrte und verehrt.

    Wen es glaubt, jetzt bricht in Ägypten die große Demokratie aus, dem würde ich empfehlen, mit einer solchen Hoffnung etwas noch warten.

    Eher denke ich, dass Anarchie erst einmal auf der Tagesordnung steht, bevor sich dann eine Islamische Republik durchsetzt.

    Das Problem ist, dass ein solch bitterarmes Land, – wie die meisten arabischen Anrainerstaaten am Mittelmeer – in den letzten 30-40 Jahren hinter der westlichen Lebensstandard sehr weit zurückgeblieben sind.

    Um eine solche Situation zu ertragen – weil man für ein chinesisches Modell auch viel Zeit braucht – wird das Islam mit der Lehre:
    „Arme, ertrage dein Schicksal! Reiche, teile Dein Reichtum! Allah wird es richten!“ das Land führen.

    Damit ist eine absolut religiöse Führung am ehesten wahrscheinlich.

    Kein noch so massives, jahrelanges Geschrei und keine Dauer-Revolution der Welt ist in der Lage, die immer schlechter werdende Weltmarkt-Situation in den armen (arabischen) Ländern der Welt Probleme zu lösen, wenn der Westen nicht bereit ist, auf die Produktion von KRAFTSTOFFEN (Bioethanol, Biodiesel, Biogas) zu verzichten.

    Mit der Produktion von AGRARKRAFTSTOFFEN steigt der GEBRAUCHSWERT der Agrarerzeugnisse auf dem Weltmarkt (Weizen, Roggen, Mais, Reis, Zuckerrohr, etc.) und der höhere Gebrauchswert ist IMMER mit STEIGENDEN Preisen verbunden, wenn dazu das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum in der Dritten Welt hinzukommt.

    Der Westen ist daran schuld, dass die Getreidepreise auf dem Weltmarkt stetig steigen.
    Wir veranstalten hier eine übelst verlogene CO2-Hysterie und gleichzeitig zeigen wir mit den Fingern auf die Araber, die unter dieser, von uns iniziierter Entwicklung leiden, immer tiefer im Sumpf der Armut und REVOLTEN versinken.

    Habt Ihr Leute, mal hierüber nachgedacht?
    Oder gefällt Euch unsere CO2-Hysterie so gut, dass Ihr Euch an diese Widersprüche nicht heranwagt?

    MFG-Ivanfi

  2. Ivanfi Says:

    Semantisch geändert. Bitte meine vorhergehende Version löschen

    Ich bin der Meinung, wenn unter Mubarak 30 Jahre lang kein iranisches Kriegsschiff den Suezkanal passieren durfte, und jetzt die, mit Muslimbrüdern und anderen harten, nicht zimperlichen islamischen Strömungen besetzte Übergangsregierung dieser Tradition den Rücken kehrt und in den nächsten Tagen die iranischen Kriegsschiffe am Israel vorbeifahrend in einem syrischen Hafen ablegen dürfen, dann ist dies ein falsches Signal für den Frieden im östlichen Mittelmeer.

    VIELE JUNGEN Ägypter sollen noch so hitzig Mubaraks Abgang forciert haben, würde ich gar meine Hand ins Feuer legen, dass im 120 Millionen Volk mindestens die Hälfte der Bevölkerung den Übervater Mubarak verehrte und verehrt.

    Wer es glaubt, jetzt bricht in Ägypten die große Demokratie aus, dem würde ich empfehlen, mit einer solchen Hoffnung etwas noch warten.

    Eher denke ich, dass Anarchie erst einmal auf der Tagesordnung steht, bevor sich dann eine Islamische Republik durchsetzt.

    Das Problem ist, dass ein solch bitterarmes Land, – wie die meisten arabischen Anrainerstaaten am Mittelmeer – in den letzten 30-40 Jahren hinter der westlichen Lebensstandard sehr weit zurückgeblieben sind.

    Um eine solche Situation zu ertragen – weil man für ein chinesisches Modell auch viel Zeit braucht – wird das Islam mit der Lehre:
    „Arme, ertrage dein Schicksal! Reiche, teile Dein Reichtum! Allah wird es richten!“ das Land führen.

    Damit ist eine absolut religiöse Führung am ehesten wahrscheinlich.

    Kein noch so massives, jahrelanges Geschrei und keine Dauer-Revolution der Welt ist in der Lage, die immer schlechter werdende Weltmarkt-Situation in den armen (arabischen) Ländern der Welt Probleme zu lösen, wenn der Westen nicht bereit ist, auf die Produktion von KRAFTSTOFFEN (Bioethanol, Biodiesel, Biogas) zu verzichten.

    Mit der Produktion von AGRARKRAFTSTOFFEN steigt der GEBRAUCHSWERT der Agrarerzeugnisse auf dem Weltmarkt (Weizen, Roggen, Mais, Reis, Zuckerrohr, etc.) und der höhere Gebrauchswert ist IMMER mit STEIGENDEN Preisen verbunden, wenn dazu das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum in der Dritten Welt hinzukommt.

    Der Westen ist daran schuld, dass die Getreidepreise auf dem Weltmarkt stetig steigen.
    Wir veranstalten hier eine übelst verlogene CO2-Hysterie und gleichzeitig zeigen wir mit den Fingern auf die Araber, die unter dieser, von uns initiierter Entwicklung leiden, immer tiefer im Sumpf der Armut und REVOLTEN versinken.

    Habt Ihr Leute, mal hierüber nachgedacht?
    Oder gefällt Euch unsere CO2-Hysterie so gut, dass Ihr Euch an diese Widersprüche nicht heranwagt?

    MFG-Ivanfi

  3. almani2000 Says:

    Jetzt sind alle freiheitlichen Kräfte in der Welt aufgerufen, El Qaradawy in die Schranken zu weisen. Dazu bedarf eindeutiger Signale sowohl aus Europa als auch aus anderen freiheitlichen Staaten!


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